Flipper News (13.07.2026) - Gewerbe zu Wohnen, Preisanstieg, Bauzinsen
Preise oben, Zinsen leicht unten, Stimmung durchwachsen
Die Woche startet mit frischen Zahlen und einem Markt, der sich nicht entscheiden kann: Preise oben, Zinsen leicht unten, Stimmung durchwachsen. Hier die wichtigsten Kennzahlen im Überblick:
- EURIBOR 12M: 2,69 % ↘ (Flip-Zins ca. 4,2–4,7 %)
- EZB Leitzins: 2,40 % ↗ (+0,25 Pp. / 11.06.)
- Inflation DE: 2,3 % ↘ (Juni 2026, Destatis)
- Baupreise: +2,7 % p.a. ↗ (Prognose BBSR 2026)
- ETW Ø DE/m²: 3.277 €/m² ↗ (Bestand, Juli 2026)
Markt & Preise
Gewerbe zu Wohnen: Das neue Bundesprogramm ist da
Seit dem 1. Juli läuft das neue Förderprogramm „Gewerbe zu Wohnen" von Bundesbauministerin Hubertz. Damit will die Ministerin den Leerstand in Innenstädten bekämpfen. Für Investoren, die Ladenflächen, Büros oder Gewerbeobjekte zu Wohnraum umnutzen, ist das direkt relevant: Das Programm signalisiert politischen Rückenwind und könnte Genehmigungen und Förderungen für solche Projekte erleichtern. Wer sowieso über Umnutzungsprojekte nachdenkt, sollte jetzt reinschauen.
Quelle: Handelsblatt
Immowelt-Preiskompass Q2: Broad-based Aufwärts
Die Angebotspreise für Wohnimmobilien sind im zweiten Quartal 2026 erneut gestiegen. Bestandseinfamilienhäuser und Eigentumswohnungen verteuerten sich zwischen April und Juni bundesweit jeweils um 1,0 Prozent. Bemerkenswert ist die Breite: In 14 der 15 größten deutschen Städte stiegen die Angebotspreise für Bestandshäuser. Die stärksten Zuwächse verzeichneten Leipzig (+4,0 %), Duisburg (+3,7 %) und Düsseldorf (+3,2 %). Wer in B- und C-Lagen schaut, findet hier die Dynamik.
Quelle: Immobilien Aktuell
Gewerbliche Immobilienfinanzierer: Stimmung im Keller
Die Stimmung unter den gewerblichen Immobilienfinanzierern ist laut der vierteljährlichen Umfrage von BF Direkt im zweiten Quartal 2026 massiv gefallen. Die Krise in Nahost macht sich bemerkbar. Die Zahlen der großen Maklerhäuser zeigen: Der Iran-Krieg bremst die Erholung am deutschen Investmentmarkt aus. Der Wohninvestmentmarkt allerdings zeigte sich im ersten Halbjahr widerstandsfähiger als erwartet. Für Fix & Flip gilt: Wohn bleibt robuster als Gewerbe. Wer sich auf Wohnimmobilien konzentriert, ist auf der richtigen Seite.
Quelle: Immobilien Zeitung
MaklerSieger-Marktreport Juli: Schere zwischen Stadt und Land wächst
Der MaklerSieger-Marktreport für Juli 2026 basiert auf Daten aus 22 Städten und Landkreisen. Der bundesweite Median liegt bei 2.937 €/m² für Kaufimmobilien. Am günstigsten Ende: Landkreise in Sachsen, Thüringen und Brandenburg mit Preisen unter 1.000 €/m². Die Schere ist gigantisch: Zwischen München (8.735 €/m²) und dem Vogtlandkreis (818 €/m²) liegen 7.917 €/m² Unterschied. Wer in Ostdeutschland und strukturschwachen Regionen flippt, kauft günstig ein – der Exit erfordert dafür mehr Geduld und Klarheit über die Zielgruppe.
Quelle: Firmenpresse / MaklerSieger
Renovierung & Bau
Baupreiserwartungen: Der Druck kommt zurück
Noch Anfang des Jahres sah es gut aus. Aber laut Bauindustrie-Daten sieht es jetzt anders aus: Der Anteil der Bauunternehmer, die in den nächsten drei Monaten steigende Baupreise erwarten, ist zwar binnen Monatsfrist von 33 auf 23 Prozent gesunken, liegt damit aber deutlich über dem Niveau des Vorjahres (Juni 2025: 15 Prozent). Der Grund ist klar: Die übliche Verbesserung von Februar bis Mai ist 2026 ausgeblieben. Die Zukunftserwartungen haben sich aufgrund des Iran-Kriegs eingetrübt. Für die Kalkulation gilt: Angebote zügig einholen und fixieren.
Quelle: Hauptverband der Deutschen Bauindustrie
BVR-Studie: Wohnimmobilienpreise plus 3 % in 2026
Die Preise für selbstgenutzte Wohnimmobilien steigen 2026 laut einer Studie des Bundesverbandes der Volks- und Raiffeisenbanken (BVR) weiter an und dürften im Jahresverlauf um etwa drei Prozent zulegen. Gleichzeitig liefert die Studie eine deutliche Ansage: Wohneigentum bleibt für viele Interessenten schwer erreichbar. Es wird deutlich zu wenig gebaut, und neuer Wohnraum entsteht oft nicht dort, wo er gebraucht wird. Besonders problematisch: Seit 2018 sind die Preise für Wohneigentum bundesweit stärker gestiegen als die Einkommen. Für Flipper bedeutet das: Der Exit-Markt bleibt stabil. Käufer gibt es, solange das Objekt stimmt.
Quelle: Schwäbisch Hall Immobilienpreisentwicklung
Finanzen, Recht & Steuern
Bauzinsen Anfang Juli: Mehrere Banken drehen die Schraube nach oben
Montag früh und schon gibt es unangenehme Neuigkeiten aus der Zinswelt. Die Sparda-Bank München erhöht ihre Konditionen am 13. Juli 2026 um bis zu +0,16 %, die Sparda-Bank Baden-Württemberg erhöhte am 11. Juli um bis zu +0,15 %, und die Wüstenrot erhöhte bereits am 9. Juli um +0,10 %. Der Gesamttrend: Die aktuellen Bauzinsen liegen im Juli 2026 meist zwischen 3,7 und 4,4 Prozent pro Jahr und laufen insgesamt eher seitwärts. Finanztip sieht es so: Die weitere Entwicklung ist unsicher – nach wie vor ist unklar, ob die Einigung um die Straße von Hormus hält. Die Bauzinsen können kurzfristig um etwa 0,1 bis 0,2 Prozentpunkte steigen oder sinken. Für laufende Projekte gilt: Wer noch keine Finanzierung hat, sollte zügig handeln.
Quelle: Baufinanz-MV / Finanztip
Fazit
Der Markt zeigt gerade zwei Gesichter: Wohnpreise steigen moderat und breit weiter, und das neue „Gewerbe zu Wohnen"-Programm öffnet eine echte Nische für Umnutzungsprojekte. Auf der anderen Seite ziehen einzelne Banken die Bauzinsschraube an, und die Baupreiserwartungen der Unternehmen sind im Jahresvergleich deutlich gestiegen. Für den Einkauf heißt das: Preisdruck sauber einkalkulieren, Finanzierung früh fixieren und beim Exit auf die Breite des aktuellen Käufermarktes setzen. Wohn bleibt klar robuster als Gewerbe.