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Flipper News (15.08.2026) - Inflation, EZB-Pause, KfW-Förderung & Gasspeicher

Inflation, EZB-Pause, KfW-Förderung und Gasspeicher auf Rekordtief – die Woche im Überblick

Eine ereignisreiche Woche liegt hinter uns. Die Inflation springt an, der Gasvorrat schrumpft auf ein Rekordtief, die KfW öffnet die Familienförderung weiter und der September-EZB-Termin rückt näher. Hier ist die Einordnung, was das alles für Immobilien-Flipper bedeutet.

EURIBOR 12M2,94 %Flip-Zins ca. 4,4–4,9 %
EZB Leitzins2,40 %stabil seit 17.06.
Inflation DE2,8 %Juli 2026, Destatis
Baupreise+2,7 %Prognose 2026, BBSR
ETW Ø DE/m²3.280 €/m²August 2026, immowelt

Rückblick der Woche

Die Inflation springt zurück: Sprit kostet 23 % mehr als vor einem Jahr

Die Inflation in Deutschland zog im Juli 2026 wieder an und lag bei 2,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr, nach 2,3 Prozent im Juni. Kein Drama in der Breite, aber die Zusammensetzung ist entscheidend: Kraftstoffe waren im Juli 23 Prozent teurer als ein Jahr zuvor und 11,2 Prozent teurer als im Juni 2026. Der Hauptschuldige ist bekannt: steigende Ölpreise infolge des Iran-Kriegs und das Ende des staatlichen Tankrabatts.

Wer Baustellen anfahren muss, Transporte koordiniert oder Handwerker bewegt, spürt das direkt in der Kalkulation. Die Kerninflation liegt dagegen bei 2,4 Prozent, Energieprodukte kosteten im Juli 8,3 Prozent mehr als ein Jahr zuvor.

Quelle: Destatis

EZB-Pause hält, September wird heiß

Im Juli 2026 legte die EZB eine Zinspause ein – alle drei Leitzinsen bleiben unverändert. Die nächste EZB-Sitzung findet am 10. September 2026 statt. Nach der ersten Erhöhung seit Jahren im Juni kam im Juli die Pause. EZB-Präsidentin Christine Lagarde schloss auf der Pressekonferenz eine Zinserhöhung im September aber nicht aus.

Finanztip schätzt ein, dass die EZB die Leitzinsen bei der Sitzung im September voraussichtlich um 0,25 Prozentpunkte anhebt. Die Bauzinsen lagen im Juli 2026 bei etwa 3,8 bis 4,4 Prozent pro Jahr, je nach Laufzeit und Beleihung – Tendenz: seitwärts laufend. Für Flipper bedeutet das: Noch kein neuer Schmerz, aber der nächste Schritt steht potenziell vor der Tür. Konditionen jetzt zu sichern ist kein Luxus.

Quelle: Finanztip

Förderung & Regulierung

KfW Jung kauft Alt: Höhere Kredite für Familien mit Altbau-Plänen

Die KfW und der Bund verbessern weiter die Förderung im Produkt „Wohneigentum für Familien – Bestandserwerb" (kurz: „Jung kauft Alt"). Familien mit geringem und mittlerem Einkommen, die eine Bestandsimmobilie mit schlechtem Energiestandard kaufen, können ab dem 3. August 2026 einen deutlich höheren Kreditbetrag beantragen:

  • 1 Kind: Förderhöchstbetrag steigt von 100.000 € auf 140.000 €
  • 2 Kinder: von 125.000 € auf 160.000 €
  • 3 und mehr Kinder: von 150.000 € auf 180.000 €

Neu ist außerdem: Familien erhalten mehr Flexibilität bei der Sanierung – sie können sich jetzt alternativ auch für energetische Einzelmaßnahmen entscheiden. Für Flipper direkt: Das Programm zieht mehr zahlungsbereite Familien in den Altbau-Markt. Mehr Käufer für die Zielgruppe, die genau die Objekte kauft, die Flipper verkaufen. Ein Signal, das man im Verkaufsgespräch kennen sollte.

Quelle: KfW

Gebäudemodernisierungsgesetz: Umwelthilfe zieht vor das Bundesverfassungsgericht

Die Umwelthilfe will das neue Heizungsgesetz im September beim Bundesverfassungsgericht kippen. Das Gebäudemodernisierungsgesetz ist Ende Juli in Teilen in Kraft getreten und ersetzt das umstrittene Gebäudeenergiegesetz. Jetzt kommt juristischer Gegenwind. Wer gerade kalkuliert, was ein Heizungstausch im Flip kostet oder ob eine Sanierungspflicht droht, sollte das Verfahren im Blick behalten.

Kleine Randnotiz: Das Bundesprogramm zur Förderung von barrierearmem Wohnen wurde erst am 8. April neu gestartet – Ende Juli waren die Mittel für 2026 bereits ausgeschöpft. Neue Anträge sind derzeit nicht mehr möglich. Typisch für die Förderlandschaft: Wer nicht früh im Jahr zieht, schaut in die Röhre.

Quelle: Haufe Immobilien

Markt & Stimmung

Wohneigentum als Sparziel: Der Hunger nach der eigenen Immobilie wächst

Laut der Sommerumfrage des Verbands der privaten Bausparkassen nennen 38,8 Prozent der Befragten Wohneigentum als Sparziel. Vor einem Jahr waren es noch 33 Prozent, im Frühjahr 2026 lag der Anteil bei 36,4 Prozent. Das ist eine klare Richtung – und unter den wichtigsten Sparmotiven konnte nur Wohneigentum zulegen.

Was das für Flipper bedeutet: Die Nachfrageseite ist intakt und wird stärker. Die Zielgruppe „Familie sucht Eigenheim" ist größer als vor einem Jahr – und genau diese Zielgruppe kauft frisch renovierte Bestandsimmobilien mit Finanzierbarkeit im Blick.

Quelle: immowelt impuls

Blasenindex: Entspannung mit Ausrufezeichen

Der Empirica-Blasenindex für das zweite Quartal 2026 zeigt einen leichten Rückgang um einen Punkt. Grund: Die Mieten steigen aktuell stärker als die Kaufpreise, wodurch sich die Preiskluft verringert. Das klingt gut – aber:

  • Hohes Risiko: Hamburg und Bremen
  • Eher hohes Risiko: Berlin, München, Frankfurt am Main, Düsseldorf, Stuttgart, Leipzig, Dresden
  • Mäßig gefährdet: Essen und Köln
  • Gering gefährdet: Dortmund

Der Marktdruck wachse zwar, ein Preissturz bleibe aber aus, solange das Angebot durch die schwache Bautätigkeit knapp bleibe. Für Flipper in Städten: Vorsicht beim Einkaufspreis. Die Mieten steigen schneller als Kaufpreise – das macht Buy-and-Hold attraktiver als es war. Wer verkauft, profitiert von knappem Angebot.

Quelle: immowelt impuls

Gasspeicher auf Rekordtief: Ein Blick auf den Winter

Die deutschen Gasspeicher sind Anfang August nur zu rund 47 Prozent gefüllt – der niedrigste Stand für diese Jahreszeit seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 2011. Auch europaweit liegt die Füllstandsquote mit knapp 58 Prozent deutlich unter dem Vorjahreswert. Grund ist unter anderem der Ausfall katarischer LNG-Lieferungen durch Störungen in der Straße von Hormus, wodurch Europa verstärkt mit Asien um Flüssigerdgas konkurriert.

Was das für die Kalkulation heißt: Heizkosten im Winter 2026/27 könnten spürbar teurer werden. Wer Objekte vermietet oder verkauft und dabei Betriebskosten kommuniziert, sollte das auf dem Schirm haben. Gas-Bestandsheizungen werden im Verkaufsgespräch immer öfter zum Thema.

Quelle: immowelt impuls

Fazit

Die Woche lässt sich auf drei Sätze herunterkochen: Die Inflation springt durch Energie an, nicht durch eine breite Überhitzung der Wirtschaft. Das gibt der EZB Spielraum im September, aber kein Freifahrtschein für Ruhe. Für Flipper bleibt der Einkauf das entscheidende Stellrad – Bauzinsen seitwärts und steigende Nachfrage durch neue KfW-Fördermagneten bedeuten: Wer günstig kauft und sauber saniert, hat 2026 gute Karten. Der Oktober wird zeigen, ob der Zinswind wieder dreht.