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Flipper News (18.07.2026) - EZB-Entscheid, KfW 266, Immobilienpreise Q2

Zinsdruck, neue Fördertöpfe und ein Markt im Umbruch

Eine turbulente Woche liegt hinter uns. Zinsdruck, neue Fördertöpfe und ein Markt, der sich gerade neu sortiert. Zeit für den Rückblick.

Indikator Wert Hinweis
EURIBOR 12M 2,69 % ↗ Flip-Zins ca. 4,2–4,7 %
EZB Leitzins 2,40 % ↗ +0,25 Pp. / 11.06.
Inflation DE 2,3 % ↘ Juni 2026, Destatis
Baupreise +5,0 % p.a. ↗ Mai 2026, Destatis
ETW Ø DE /m² 3.277 €/m² ↗ Juli 2026, immowelt

EZB nächste Woche: Pause oder Hammer?

Am Mittwoch, dem 23. Juli, tagt die EZB erneut. Und die Frage steht im Raum: Kommt der zweite Zinsschritt in Folge? Seit dem 11. Juni liegt der Hauptrefinanzierungssatz bei 2,40 %. Die LBBW rechnet bis Ende 2026 mit zwei weiteren Erhöhungen auf dann 2,75 % Einlagensatz. Finanztip hält eine Pause noch für möglich, aber keinen Freifahrtschein. Für Flipper bedeutet das: Die Bauzinsen zwischen 3,5 und 4,4 % sind kein kurzer Gast. Wer eine Finanzierung braucht, sollte das eingepreist haben und nicht auf Entspannung warten.

Quelle: Finanztip

Gewerbe wird Wohnen: KfW 266 ist jetzt scharf

Seit dem 1. Juli läuft das neue Programm „Gewerbe zu Wohnen". Pro umgewandelter Wohneinheit gibt es bis zu 30.000 Euro Zuschuss – nicht rückzahlbar. Das Gesamtvolumen für 2026: 300 Millionen Euro. Voraussetzung ist mindestens Effizienzstandard EH 85 EE und ein genehmigter Antrag vor Baubeginn. Für Flipper und Projektentwickler spannend, aber: Pro Unternehmen gilt eine Deckelung bei 300.000 Euro. Wer also nur zehn Wohneinheiten rechnet, hat seinen Rahmen schon ausgeschöpft. Trotzdem: Für kleinere Umwandlungsprojekte in Städten mit Büroleerstand ist das echtes Geld auf dem Tisch.

Quelle: Bundesregierung / KfW 266

immowelt-Preiskompass Q2: Häuser gewinnen, Köln bremst

Bestands-Einfamilienhäuser und Eigentumswohnungen legten im zweiten Quartal 2026 bundesweit je 1,0 Prozent zu. In 14 von 15 größten Städten stiegen die Hauspreise. Ganz vorne: Leipzig mit plus 4,0 Prozent, gefolgt von Duisburg und Düsseldorf. Einziger Ausreißer nach unten ist Köln mit einem leichten Minus. Eigentumswohnungen entwickelten sich in 13 von 15 Städten ebenfalls positiv. Der Markt wächst, aber das Tempo ist gedrosselt. Wer auf starke Wertsprünge kalkuliert, muss das realistisch einschätzen.

Quelle: Immobilien Aktuell / immowelt Preiskompass

Kaufpreise 2026: Plus 1,4 Prozent – das Tempo zieht die Handbremse

Der Marktbericht von LiquidImmo für Juli 2026 bringt es auf den Punkt: Im ersten Quartal lagen die Kaufpreise nur noch 1,4 Prozent über dem Vorjahr. Im Gesamtjahr 2025 waren es noch 3,2 Prozent. Einfamilienhäuser halten sich mit plus 3,2 Prozent robust, Eigentumswohnungen verlieren deutlich an Fahrt. Strukturell liegt das an längeren Vermarktungsdauern und einem Markt, der an Schwung verliert. B- und C-Städte wie Leipzig machen den Metropolen gerade Dampf. Wer einkauft, sollte genau nach Lage und Segment differenzieren.

Quelle: LiquidImmo Marktbericht Juli 2026

BVR-Studie Juli: Plus 3 Prozent erwartet, aber Wohnraum bleibt knapp

Der Bundesverband der Volks- und Raiffeisenbanken erwartet für 2026 ein Preisplus von rund 3 Prozent bei selbstgenutzten Wohnimmobilien. Gleichzeitig betont die Studie: Es wird deutlich zu wenig gebaut und neuer Wohnraum entsteht oft nicht dort, wo er gebraucht wird. Der strukturelle Engpass bleibt. Für Flipper und Bestandshalter ist das eigentlich gute Nachrichten – knappes Angebot stützt die Verkaufspreise. Wer gute Objekte hat, dürfte auch in einem träge wachsenden Markt Käufer finden.

Quelle: Schwäbisch Hall / BVR

Inflation auf 2,3 Prozent: Kurz durchgeatmet, aber Kerninflation bleibt stur

Destatis hat es offiziell bestätigt: Die Inflationsrate in Deutschland lag im Juni bei 2,3 Prozent, nach 2,6 Prozent im Mai. Grund ist vor allem der nachlassende Energiepreisdruck durch den temporären Tankrabatt bis Ende Juni. Doch die Kerninflation ohne Energie und Nahrungsmittel blieb unverändert bei 2,5 Prozent. Die Bundesbank rechnet für das Gesamtjahr 2026 mit 2,9 Prozent im Durchschnitt. Die kurzfristige Erleichterung darf also nicht als Trendwende missverstanden werden.

Quelle: Destatis

Fazit

Diese Woche zeigt das Bild, das 2026 prägt: Der Markt wächst, aber langsam. Die Zinsen drücken, aber brechen nichts weg. Die EZB-Sitzung am 23. Juli ist der nächste echte Test. Kommt ein weiterer Anstieg, dürften die Bauzinsen Richtung 4,5 Prozent und mehr wandern. Für den Flip bedeutet das: Einkauf muss sitzen, Kalkulation muss auf der aktuellen Zinsrealität basieren und nicht auf Hoffnungswerten. Das Positive: Das neue „Gewerbe zu Wohnen"-Programm öffnet eine echte Tür für kreative Umwandlungsprojekte. Wer da einen passenden Bestand hat oder kennt, sollte die nächsten Wochen nutzen.