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Flipper News (18.08.2026) - Alle Indizes im Plus, KfW 455-B gestoppt, Baupreise steigen

Der Markt dreht, aber die Kosten auch – was Flipper jetzt wissen müssen

Fünf Millionen Heizungen ticken wie eine Zeitbombe, die KfW zieht die Notbremse bei einer beliebten Förderung und die September-EZB wirft schon ihren Schatten. Hier sind die wichtigsten Entwicklungen für Immobilien-Flipper im August 2026.

EURIBOR 12M2,94 %Flip-Zins ca. 4,4–4,9 %
EZB Leitzins2,40 %Pause Juli / Sept. offen
Inflation DE2,8 %Juli 2026, Destatis
Baupreise+3,3 %Neubau ggü. Vorjahr Feb 26
ETW Ø DE /m²3.280 €/m²August 2026, immowelt

Markt & Preise

Alle Indizes in Q2 im Plus: Der Markt dreht durch die Bank

Wer noch gezweifelt hat: Im zweiten Quartal 2026 zeigen alle sieben von Dr. Klein beobachteten Immobilienpreisindizes ein Plus gegenüber Q1. Die Bewegungen liegen zwischen 0,1 und 1,27 Prozent. Eigentumswohnungen legen deutschlandweit auf Ø 3.280 Euro pro Quadratmeter zu (immowelt, August 2026). Das ist kein Boom, aber eine klare Richtung. Für Flipper heißt das: Der Exit-Markt stabilisiert sich, aber Einkaufspreise ziehen mit.

Quelle: Dr. Klein

Bestand hängt den Neubau ab: Altbau gewinnt die Preisrunde

Laut GREIX-Kaufpreisindex legten Eigentumswohnungen im ersten Quartal 2026 so langsam wie nie seit dem Sommer 2024 zu, während Einfamilienhäuser im Jahresvergleich um 3,2 Prozent zulegen. Gleichzeitig tauchen mehr ältere, energetisch schwache Objekte auf dem Markt auf, weil Neubau kaum noch stattfindet. Das ist genau der Bestand, in dem Flipper unterwegs sind. Wer gut einkauft und sauber saniert, hat gerade ein strukturelles Rückenwind-Fenster.

Quelle: Schwäbisch Hall / GREIX

Renovierung & Bau

5 Millionen Heizungen auf Abruf: dena-Report zeigt gigantischen Sanierungsberg

Der dena-Gebäudereport 2026 hat nachgezählt: Mehr als fünf Millionen Heizungen im deutschen Gebäudebestand sind älter als 30 Jahre. Gleichzeitig liegt der Wärmepumpenanteil im Bestand bei gerade einmal 4,3 Prozent. Rund 60 Prozent aller Gebäude stammen aus Baujahren vor 1979. Das ist der Spielplatz des Fix-and-Flip. Wer diese Objekte kauft, saniert und mit moderner Heizung ausstattet, erfüllt genau das, was der Markt gerade sucht – und was Käufer und Banken bei der Finanzierung honorieren.

Quelle: dena Gebäudereport 2026

Baupreise: Instandhaltung teurer als Neubau

Destatis hat es schwarz auf weiß: Instandhaltungsarbeiten an Wohngebäuden verteuerten sich im Februar 2026 um 4,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Das liegt über dem allgemeinen Baupreisanstieg von 3,3 Prozent im Neubau. Besonders teure Gewerke:

  • Elektro und Sicherheitstechnik: +5,4 Prozent
  • Heizungsanlagen: +4,2 Prozent

Wer renoviert, bezahlt im Schnitt mehr als Neubauer. Die Reno-Kalkulation muss das abbilden.

Quelle: Destatis

Finanzen, Recht & Steuern

KfW 455-B: Fördertopf leer, Schluss für Barrierereduzierung

Seit August 2026 nimmt die KfW keine neuen Anträge mehr für das Programm 455-B (Barrierereduzierung) entgegen. Der Fördertopf ist leer. Wer barrierereduzierende Maßnahmen wie bodengleiche Duschen, schwellenlose Zugänge oder Aufzüge gefördert bekommen wollte, hatte bis zu 2.500 Euro (Einzelmaßnahme) oder 6.250 Euro (kompletter Umbau) erhalten. Bereits genehmigte Anträge bleiben gültig. Für Flipper, die solche Maßnahmen in der Kalkulation hatten: Die Förderung ist weg, der Bedarf bleibt.

Quelle: Schwäbisch Hall / KfW

„Jung kauft Alt" bekommt mehr Muskeln: Kreditobergrenzen gestiegen

Seit dem 3. August 2026 gelten beim KfW-Programm „Jung kauft Alt" höhere maximale Kreditbeträge. Damit soll das Programm attraktiver werden, damit Familien gezielt in Bestandsimmobilien mit Sanierungsbedarf einsteigen. Das ist das Käuferprogramm, das Flipper indirekt füttern sollte: Wer als Flipper ein saniertes Objekt verkauft, hat in dieser Zielgruppe jetzt eine Käuferschaft mit besserer Finanzierungskraft. Gut zu wissen für die Verkaufsstrategie.

Quelle: Schwäbisch Hall / KfW

Bauzinsen Mitte August: Knapp unter 4 %, September wird zum Stresstest

Finanztip meldet für den 17. August 2026: Bauzinsen bewegen sich nahe und über der Vier-Prozent-Marke, Bestzins ab rund 3,8 Prozent. Die breite Spanne liegt zwischen 3,8 und 4,4 Prozent. Der EZB-Rat hat im Juli eine Pause eingelegt, aber Volkswirte rechnen mehrheitlich mit weiteren Anhebungen bis Jahresende. Die September-Sitzung wird heiß. Für kurzfristige Flips gilt: Wer jetzt finanziert, kalkuliert mit rund 4 bis 4,5 Prozent als realistische Bandbreite.

Quelle: Finanztip

Fazit

Die Lage ist klar zweigeteilt: Der Exit-Markt läuft, alle Indizes zeigen nach oben und die Nachfrage nach sanierten Bestandsobjekten ist strukturell hoch. Gleichzeitig steigen Reno-Kosten schneller als die Baupreis-Headline vermuten lässt, eine wichtige Förderung ist weggefallen und die Zinsen bleiben auf erhöhtem Niveau mit Tendenz nach oben. Für den Einkauf bedeutet das: Noch mehr Disziplin beim Preis, denn die Marge sitzt im Einkauf. Wer die Kalkulation sauber macht und die KfW-Fördersituation laufend im Blick hält, hat weiterhin gute Karten.