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Flipper News (19.08.2026) - Baugenehmigungen, BGH-Urteil zu Exposés, PV-Förderung

Frische Zahlen, ein BGH-Knaller und ein Lichtblick aus dem Genehmigungsamt

Heute gibt es frische Zahlen vom Statistischen Bundesamt, einen BGH-Knaller für alle, die mit Exposés arbeiten, und einen überraschend starken Lichtblick aus dem Genehmigungsamt. Kaffee einschenken, los geht's.

IndikatorWertHinweis
EURIBOR 12M2,96 % ↗Flip-Zins ca. 4,5–4,9 %
EZB Leitzins2,40 % →Pause Juli / seit 11.06.
Inflation DE2,8 % ↗Juli 2026 / Destatis
Baupreise+3,3 % p.a. ↗Feb. 2026 / Destatis
ETW Ø DE /qmca. 3.280 €/qm ↗Aug. 2026 / immowelt

Markt & Preise

Baugenehmigungen H1 2026: +15 % ist das neue Aufatmen

Frische Destatis-Zahlen vom 18. August: Im ersten Halbjahr 2026 wurden 126.300 Wohnungen genehmigt. Das sind 15,1 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum und der stärkste prozentuale Zuwachs in einem ersten Halbjahr seit 2016. Besonders Mehrfamilienhäuser ziehen an, plus 16,9 Prozent. Der ZIA bleibt trotzdem nüchtern: „Genehmigungen sind ein Frühindikator, keine Baubeginnanzeige." Und genau da liegt der Haken. Der GdW rechnet für 2026 trotzdem nur mit rund 200.000 fertiggestellten Wohnungen, bei einem Bedarf von 320.000. Für Flipper bedeutet das: Das Angebot bleibt knapp, der Markt bleibt eng.

Quelle: immobilienmanager.de

Inflationsbereinigt schwächelt der Markt: Was Kiel wirklich sagt

Das Kiel Institut für Weltwirtschaft hat eine neue Analyse veröffentlicht: Real, also nach Abzug der Inflation, läuft der deutsche Immobilienmarkt schlechter als die nominalen Zahlen vermuten lassen. Eigentumswohnungen stiegen zwar nominell, verlieren aber in manchen Städten wie Stuttgart und Frankfurt schon nominal an Wert. Für Fix & Flip heißt das: Der Exit-Preis muss sitzen, denn der Puffer, den steigende Märkte sonst bieten, liegt schon länger auf Sparflamme.

Quelle: WirtschaftsWoche

Stornierungen im Wohnungsbau nehmen zu: Die Kehrseite des Booms

Genehmigungen steigen, Stornierungen auch. Laut aktuellem ifo-Institut-Report vom 18. August stieg der Anteil der Baufirmen, die über Stornierungen klagen, von 11,4 auf 13,1 Prozent. Das Geschäftsklima im Wohnungsbau liegt weiterhin bei minus 29,3 Punkten. Viele bereits genehmigte Projekte sind wegen hoher Bau- und Finanzierungskosten schlicht nicht wirtschaftlich umsetzbar. Was das für euch bedeutet: Handwerkerkapazitäten werden nicht plötzlich knapper. Wer jetzt solide kalkuliert, findet noch vernünftige Angebote.

Quelle: immowelt impuls

Renovierung & Bau

Solarstrom-Fenster schließt sich: Wer bis Ende 2026 wartet, verliert die Förderung

Relevant für alle, die Bestand sanieren: Die Einspeisevergütung für private PV-Anlagen entfällt ab 2027. Wer eine PV-Anlage bis 31. Dezember 2026 in Betrieb nimmt, sichert sich noch die staatliche Förderung. Ab 2029 steigen obendrauf die Netzentgelte. Das macht PV-Anlagen auf Flipper-Objekten im Moment zu einem echten Verkaufsargument, wenn die Inbetriebnahme vor Jahresende klappt. Energetisch attraktiv und preislich ein Argument gegenüber dem Käufer.

Quelle: Haufe Immobilien

GEIG-Novelle ab 2027: Ladeinfrastruktur wird zur Pflicht

Ab dem 1. Januar 2027 verschärft die Novelle des Gebäude-Elektromobilitätsinfrastruktur-Gesetzes die Pflichten für Ladeinfrastruktur an Gebäuden – für Bestand, Neubau und Sanierung. Wer 2026 noch größere Renovierungen abschließt, sollte jetzt prüfen, ob Vorverkabelung sinnvoll ist. Nachgerüstet werden muss ohnehin, nur dann teurer. Für den Weiterverkauf ein Argument, das bei kaufkraftstarken Käufern zunehmend Gewicht hat.

Quelle: Haufe Immobilien

Finanzen, Recht & Steuern

BGH schärft nach: Was im Exposé steht, kann haften

Das ist brandaktuell und für jeden, der verkauft, wichtig: Der Bundesgerichtshof hat seine Rechtsprechung zur Haftung bei Exposé-Angaben präzisiert. Beschreibungen im Maklerexposé stellen zwar keine automatische Beschaffenheitsvereinbarung dar, wenn sie nicht im Notarvertrag stehen. Trotzdem zählen sie zu den öffentlichen Äußerungen, auf die Käufer vertrauen dürfen. Ein pauschaler Gewährleistungsausschluss greift dann nicht, wenn Mängel arglistig verschwiegen wurden.

Praktische Konsequenz: Jedes Wort im Exposé prüfen, bevor es rausgeht. „Kernsaniert" oder „neues Dach" ohne Belege kann teuer werden.

Quelle: immowelt impuls

Eigene vier Wände vs. Miete: In 59 Regionen rechnet sich Kaufen mehr

Das Hamburgische Weltwirtschaftsinstitut hat ausgewertet: In 59 deutschen Regionen ist der Erwerb von Wohneigentum im Durchschnitt finanziell vorteilhafter als Mieten. Das ist eine höhere Zahl als noch vor zwei Jahren. Der Grund: steigende Mieten bei stabilem Kaufpreisniveau. Für Fix & Flip eine klare Botschaft für die Vermarktung: Der Einstieg in Wohneigentum ist in vielen Regionen heute wieder rational begründbar, nicht nur emotional.

Quelle: baulinks.de

Fazit

Der Markt zeigt heute zwei Gesichter: Baugenehmigungen steigen kräftig, aber Stornierungen auch. Das Angebot an Bestandsimmobilien bleibt knapp, der Preisdruck beim Einkauf damit hoch. Auf der Kostenseite bleiben Bauzinsen über vier Prozent und Baupreise steigen moderat weiter. Wer sauber kalkuliert und konservativ auf den Exit-Preis plant, steht trotzdem gut da.

Der BGH-Hinweis ist heute die wichtigste Erinnerung für alle, die aktiv verkaufen: Exposé-Texte mit der gleichen Sorgfalt prüfen wie die Kostenkalkulation. Ein falsches Wort dort kann die Marge eines ganzen Deals kosten.