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Flipper News (20.07.2026) - Bauzinsen steigen, EZB entscheidet, Eigenkapital-Lücke wächst

Montag ist Markttag – die Lage im Überblick

Die kurze Verschnaufpause bei den Bauzinsen ist vorbei, gewerbliche Finanzierer werden nervöser und die EZB legt heute ihren nächsten Zug auf den Tisch. Hier ist, was du als Flipper gerade wissen musst.

EURIBOR 12M2,70 %Flip-Zins ca. 4,2–4,7 %
EZB Leitzins2,40 %+0,25 Pp. / 17.06.2026
Inflation DE2,3 %Juni 2026 / Destatis
Baupreise+2,7 %Prognose 2026 / BBSR
ETW Ø DE/m²3.277 €/m²Juli 2026 / immowelt

Markt & Preise

Interhyp-Preisindex Juli: Bauzinsen wieder auf dem Weg nach oben

Die kurze Verschnaufpause bei den Bauzinsen ist vorbei. Laut Interhyp steigen die Zinsen gerade wieder leicht an, knapp unter der Vier-Prozent-Marke für zehnjährige Darlehen. Der Grund ist bekannt: Die erneute militärische Eskalation zwischen den USA und dem Iran macht die Kapitalmärkte nervös. Wer jetzt einen Flip-Kredit aufnimmt, rechnet mit rund 3,8 bis 4,4 Prozent effektivem Jahres-Zins je nach Laufzeit und Beleihung. Entspannung ist kurzfristig nicht in Sicht.

IW Köln kauft vs. mieten: Kaufen lohnt sich gerade kaum

Das Institut der Deutschen Wirtschaft (IW Köln) hat ausgewertet: Eine Immobilie in Deutschland zu kaufen und selbst einzuziehen ist deutlich unattraktiver, als sie zu vermieten. Das Zusammenspiel aus hohem Kaufpreis und gestiegenem Zinsniveau macht Eigennutz für viele unattraktiv. Für Flipper ist das zweischneidig: Die Käuferseite wird kleiner (weniger Selbstnutzer), aber die Mietrenditen-Logik stärkt die Nachfrage auf der Investorenseite. Wer als Flipper jetzt verkauft, zielt klar auf Kapitalanleger als Käufer.

Quelle: Handelsblatt

BF.Quartalsbarometer Q2: Gewerbliche Immobilienfinanzierer verlieren die Nerven

Die Stimmung unter gewerblichen Immobilienfinanzierern ist laut BF Direkt im zweiten Quartal 2026 massiv eingebrochen. Die Nahost-Krise und steigende Zinsen treffen die Branche hart. Für Fix & Flip bedeutet das: Banken werden bei gewerblichen Finanzierungen selektiver. Wer gute Objekte mit sauberem Konzept bringt, bekommt noch Geld. Wer mit schwachen Zahlen ankommt, steht draußen.

Quelle: Immobilien Zeitung

Renovierung & Bau

Zementverbrauch auf Jahrzehnte-Tief: Die Baustoffindustrie spürt den Abschwung

Der Zementverbrauch in Deutschland ist so niedrig wie seit Jahrzehnten nicht mehr. Verbandspräsident von Achten spricht offen von einer Krise der Baustoffindustrie. Für Flipper ist das strukturell gut: Wenn die Baunachfrage schwach bleibt, bleiben Handwerker verfügbar und Materialpreise unter Druck. Zumindest solange der Iran-Faktor nicht wieder die Energiepreise hochtreibt und damit die Material-Herstellung verteuert.

Quelle: Handelsblatt

Kreislaufwirtschaft am Bau: DGNB und Circle bündeln Kräfte

Die Deutsche Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen (DGNB) und das Netzwerk Circle haben eine strategische Partnerschaft geschlossen. Ziel ist, zirkuläres Bauen schneller in die Praxis zu bringen: Materialien wiederverwenden, Abriss reduzieren, Lebenszykluskosten senken. Für Flipper, die Bestandsobjekte sanieren, wird das mittelfristig relevanter: Förderbedingungen und Käufer-Erwartungen werden nachhaltiges Bauen zunehmend belohnen.

Quelle: Property Magazine

Finanzen, Recht & Steuern

EZB-Zinsentscheid: Pause oder nächster Hammer?

Nach der Erhöhung im Juni auf 2,40 Prozent Hauptrefinanzierungssatz fragt sich die Branche: Kommt direkt der nächste Schritt? Die LBBW erwartet bis Ende 2026 noch zwei weitere Erhöhungen auf dann 2,75 Prozent Einlagesatz. Die Inflation im Euroraum liegt noch deutlich über dem EZB-Ziel. Ein zweiter Schritt wäre kein Schock mehr. Was Lagarde entscheidet, bewegt die Bauzinsen direkt danach.

Quelle: LBBW

„Gewerbe zu Wohnen": Bundesministerin Hubertz startet neues Programm

Seit dem 1. Juli läuft das neue Förderprogramm „Gewerbe zu Wohnen" der Bundesbauministerin. Leerstehende Gewerbeflächen in Innenstädten sollen zu Wohnraum umgenutzt werden. Für kreative Investoren ist das interessant: Leerstandsobjekte aus dem Einzelhandel oder Bürobereich können zu geförderten Wohnprojekten werden. Die konkreten Konditionen und Zuschüsse werden noch geprüft.

Quelle: Handelsblatt

Eigenkapital-Lücke: Kaufinteressenten unterschätzen den Zeitfaktor massiv

Die aktuelle Interhyp-Leistbarkeitsstudie 2026 zeigt: 54 Prozent der Kaufinteressierten glauben, in maximal fünf Jahren genug Eigenkapital angespart zu haben. Die Realität? 65 Prozent der tatsächlichen Käufer brauchten länger – ein Drittel sogar zehn Jahre oder mehr. Das erklärt, warum viele potenzielle Selbstnutzer einfach nicht kaufen können. Für Flipper heißt das: Kaufkraftstarke Käufer werden seltener. Preis und Finanzierbarkeit müssen passen.

Quelle: Interhyp

Fazit

Der Markt schlägt weiter Schlangenlinien. Preise steigen leicht, Bauzinsen steigen leicht, die Stimmung der Finanzierer bröckelt. Für den Einkauf bedeutet das: Verhandlungsspielraum bleibt bestehen, weil Käufer zögerlicher werden. Für die Kalkulation: Baupreise und Finanzierungskosten bleiben die kritischen Stellschrauben. Für den Verkauf: Wer ein saniertes Objekt mit gutem Energiestandard und belastbaren Zahlen anbietet, findet immer noch Abnehmer.