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Flipper News (20.08.2026) - Mietanstieg, BGH-Exposé-Haftung, Bauzinsen & Wohnungsbau

Der Markt bleibt in Bewegung

Stornierungen im Wohnungsbau steigen, Mieten legen doppelt so stark zu wie die Inflation und ein frischer BGH-Beschluss macht Exposés zur Haftungsfalle. Das und mehr heute im Überblick.

EURIBOR 12M 2,94 % Flip-Zins 4,4–4,9 %
EZB Leitzins 2,40 % Pause seit 23.07.
Inflation DE 2,8 % Juli 2026 / Destatis
Baupreise +3,3 % p.a. Feb. 2026 / Destatis
ETW Ø DE /m² 3.280 €/m² Aug. 2026 / immowelt

Markt & Preise

Mieten steigen doppelt so schnell wie die Inflation

Das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) hat frische Zahlen für Q2 2026 geliefert. Angebotsmieten sind bundesweit um 4,0 Prozent gestiegen. Die Inflation lag im selben Zeitraum bei 2,6 Prozent. Besonders heiß läuft es abseits der Metropolen: Mittelgroße Städte legten im Schnitt 4,9 Prozent zu. Köln führt mit plus 7,9 Prozent, Hamburg kommt auf 5,5 Prozent, Leipzig auf 5,4 Prozent. Berlin ist die einzige der großen Acht mit einem Rückgang: minus 0,8 Prozent. Das Kiel Institut für Weltwirtschaft ergänzt: Real, also nach Inflation, bleibt vom Mietanstieg gerade mal ein Plus von 0,3 Prozent übrig.

Für den Flipper bedeutet das: Wer saniert und vermietet, profitiert von steigenden Mietansätzen und einem wachsenden Ertragswert seiner Objekte. Besonders in Köln, Hamburg und Leipzig sitzt die Zahlungsbereitschaft der Mieter gerade erkennbar höher.

Quelle: Institut der deutschen Wirtschaft / Börse Express

Wohnungsbau: Die Stornierungswelle rollt wieder an

Das ifo Institut hat im August seine monatliche Umfrage unter Wohnungsbauunternehmen ausgewertet. Das Geschäftsklima bessert sich minimal, von minus 30,6 auf minus 29,3 Punkte. Aber der Anteil der Firmen mit Stornierungen ist von 11,4 auf 13,1 Prozent gestiegen. Gleichzeitig rechnen Experten für das Gesamtjahr nur mit rund 185.000 fertiggestellten Wohnungen – das wäre ein 15-Jahres-Tief. Trotz 15 Prozent mehr Baugenehmigungen in den ersten fünf Monaten 2026 kommt am Ende weniger raus als gedacht.

Was das für Flipper heißt: Das Angebot an Bestandsobjekten bleibt knapp. Der Neubau füllt die Lücke nicht. Wer gut eingekaufte Altbauten hat, hält ein rares Gut.

Quelle: immowelt impuls / Morning Briefing 18.08.2026

Mietanstieg jetzt auch in der zweiten Reihe: Wo der Ausweicheffekt sichtbar wird

Ein BBSR-Bericht zeigt, wie der Mietmarkt kippt. Die Angebotsmiete stieg bundesweit im Q1 2026 auf 9,15 Euro pro Quadratmeter. In den Top-7-Städten liegt sie bei 15,80 Euro im Schnitt. Weil Köln und Düsseldorf für viele schlicht zu teuer sind, weichen Nachfrager ins Ruhrgebiet aus. Bochum, Gelsenkirchen und Duisburg rücken in den Fokus. Sanierte Wohnungen in guten Lagen kosten dort inzwischen über 10 Euro. In ganz NRW liegt die Neuvermietungsmiete 2026 bei 10,10 Euro.

Der Ausweicheffekt ist für Fix & Flip eine echte Chance: Wer in B- und C-Lagen saniert und vermietet, findet dort mehr Nachfrage als noch vor zwei Jahren.

Quelle: BBSR / ad-hoc-news

Renovierung & Bau

Klimarisiko wird zum Immobilien-Faktor: Studie kartiert Hitzestädte

Zwei neue Untersuchungen zeigen, welche deutschen Städte am stärksten von Hitze betroffen sind. Die Deutsche Umwelthilfe hat 195 Städte mit mehr als 50.000 Einwohnern nach Versiegelung, Grünflächen, Oberflächentemperatur und Bevölkerungsdichte untersucht. Wüest Partner hat zusätzlich das Hitzerisiko auf Quartierebene analysiert.

  • Besonders belastet: Teile der Rhein-Neckar-Region und des Oberrheins – darunter Mannheim und Ludwigshafen
  • Gut davonkommen: Kiel und Wuppertal

Eine Prognos-Studie von 2025 beziffert die Zahl der schlecht angepassten Gebäude in Deutschland auf 11,2 Millionen. Das wird als Thema bei Käufern und Banken lauter werden. Wer saniert und dabei Verschattung und Begrünung mitdenkt, ist auf der richtigen Seite der Kurve.

Quelle: immowelt impuls / Morning Briefing 17.08.2026

Finanzen, Recht & Steuern

BGH macht Exposé zur Haftungsfalle: Was Verkäufer jetzt wissen müssen

Ein aktuelles BGH-Urteil präzisiert die Haftung für Angaben in Maklerexposés – und das hat direkte Auswirkungen auf jeden, der Immobilien verkauft. Klar ist: Was im Exposé steht, zählt als öffentliche Äußerung. Käufer dürfen darauf vertrauen. Ein pauschaler Gewährleistungsausschluss im Notarvertrag greift bei Verbrauchergeschäften nicht, wenn der Verkäufer oder Makler Mängel verschwiegen oder falsche Angaben gemacht hat. Im konkreten Fall ging es um ein Objekt, das im Exposé explizit als freistehendes Einfamilienhaus beschrieben wurde.

Für Flipper gilt: Jedes Wort im Exposé sitzt. Wer sanierte Objekte verkauft, sollte Eigenschaften wie „kernsaniert", „frische Elektrik" oder „neue Heizung" nur schreiben, wenn sie auch wirklich stimmen und nachweisbar sind.

Quelle: immowelt impuls / Morning Briefing 18.08.2026

Bauzinsen Anfang August: Vier Prozent, Experten sehen wenig Spielraum nach unten

Die Bauzinsen für zehnjährige Darlehen lagen Anfang August laut Interhyp bei rund vier Prozent. 67 Prozent der Experten aus dem monatlichen Bankenpanel erwarten in den nächsten ein bis zwei Monaten gleichbleibende Konditionen. Knapp ein Drittel hält leichte Rückgänge für möglich. Bis Jahresende wird die Musik dann rauer: Die Hälfte der Befragten rechnet mit steigenden Zinsen. Hintergrund ist die September-EZB-Sitzung – wegen anhaltender Inflationsrisiken wird eine weitere Leitzinserhöhung nicht ausgeschlossen.

Quelle: immowelt impuls / Morning Briefing 17.08.2026

Wohngeld-Kürzung: Budget sinkt von 5 auf 3 Milliarden Euro

Das Wohngeldbudget wird von fünf auf drei Milliarden Euro gekürzt. Wohngeld stützt die Kaufkraft von Mietern im unteren Einkommenssegment. Wenn dieser Puffer schrumpft, steigt der Druck auf Mieter in günstigeren Wohnlagen. Für Flipper, die auf kleine bis mittlere Bestandsobjekte in B- und C-Lagen setzen, ist das ein Signal: Die Zahlungsfähigkeit der Nachfrager im unteren Preissegment könnte dort spürbar sinken. Das wirkt sich auf erzielbares Mietniveau und Verkaufspreise aus. Wer in diesen Lagen kalkuliert, sollte das im Blick behalten.

Quelle: Börse Express

Fazit

Der Markt schickt gerade gemischte Signale. Mieten steigen, Kaufpreise stabilisieren sich, das Angebot bleibt knapp – das ist grundsätzlich eine gute Ausgangslage für den Einkauf und für die Vermietbarkeit nach der Sanierung. Die Belastungen auf der Kostenseite – Bauzinsen knapp unter vier Prozent, Baupreise noch immer im Plus – sind real, aber handhabbar, wenn der Einkaufspreis stimmt. Das BGH-Urteil zur Exposé-Haftung verdient besondere Aufmerksamkeit: Wer sauber dokumentiert und transparent kommuniziert, hat nichts zu befürchten. Wer es nicht tut, trägt ein Risiko, das lange nach dem Verkauf noch klingelt.