Flipper News (25.07.2026) - EZB-Pause, Bestandsboom, BGH-Urteil & BEG-Förderung
Woche mit klaren Signalen: EZB pausiert, Bestandsmarkt läuft weiter
| EURIBOR 12M | 2,69 % ↘ | Flip-Zins ~4,2–4,7 % |
| EZB Leitzins | 2,40 % → | Pause 23.07., +0,25 Pp. seit 11.06. |
| Inflation DE | 2,3 % ↘ | Juni 2026, Destatis |
| Baupreise | +3,3 % Neubau ↗ | Feb 2026, Destatis Q1 |
| ETW Ø DE /m² | 3.277 €/m² ↗ | Bestand Juli 2026, immowelt |
Eine Woche mit klaren Signalen: Die EZB pausiert, die Bauzinsen bleiben nervös und der Bestandsmarkt läuft einfach weiter. Zeit für den Rückblick.
EZB pausiert, Bauzinsen schweigen nicht
Am Mittwoch hielt die EZB die Leitzinsen stabil. Der Zinsentscheid vom 23. Juli: alles bleibt, wie es ist. Die Finanzmärkte hatten genau das erwartet. Aber: Die Ruhe an der EZB-Front täuscht. Die Bauzinsen sinken trotz der Pause nicht. Was der Iran-Konflikt damit zu tun hat, bleibt der entscheidende Faktor.
Für Flipper bedeutet das: Die Bauzinsen liegen aktuell bei rund 3,5 %. Mit einem marktüblichen Aufschlag für kurzfristige Flip-Finanzierungen sind 4,2 bis 4,7 % realistisch. Das Niveau kennt ihr. Neu ist die Nervosität, nicht die Zahl.
Quelle: Dr. Klein
Bestandswohnungen hängen den Neubau ab
Das ist das Thema der Woche für Flipper. Bestandswohnungen kosteten im zweiten Quartal 2026 durchschnittlich 3.226 Euro pro Quadratmeter, ein Plus von 6,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Neubauwohnungen verteuerten sich dagegen nur um 0,8 Prozent auf 5.171 Euro.
Der Markt dreht sich gerade genau in eure Richtung: Wohnungssuchende greifen zunehmend zu bestehendem Wohnraum, weil Neubau kaum noch bezahlbar ist. Das treibt die Preise für Bestandswohnungen bundesweit deutlich stärker nach oben als bei Neubauten. Wer also sanierte Bestandsobjekte verkauft, steht auf der richtigen Seite dieser Entwicklung. Der Käufer auf dem freien Markt bezahlt gerne für „fertig".
Quelle: immowelt impuls
Immobilienklima dreht auf: Stimmung schlägt Realität
Das Immobilienklima hat sich im Juli 2026 deutlich erholt. In der aktuellen Monatsbefragung unter rund 1.000 Immobilienexpertinnen und -experten steigt das Deutsche Hypo Immobilienklima gegenüber dem Vormonat um 9,1 % auf 86,6 Punkte.
Das Wichtige dabei: Sowohl das Ertrags- als auch das Investmentklima legten im Juli spürbar zu. Mit einem Plus von 10,2 % auf 82,0 Punkte fällt der Zuwachs beim Investmentklima sogar noch stärker aus als beim Ertragsklima. Stimmungsindikatoren laufen dem Markt oft voraus. Wenn Investoren wieder mutiger werden, zieht die Nachfrage nach. Das ist gut für Exit-Preise, besonders für Käufer, die endlich wieder Vertrauen schöpfen.
Quelle: Deutsche Hypo
Bayern und BaWü: Günstigere Lagen holen auf
Laut einer Analyse von immowelt sind Bestandswohnungen in 126 von 140 untersuchten Regionen Bayerns und Baden-Württembergs teurer geworden – verglichen wurden die Angebotspreise zum 1. Juli 2025 und 1. Juli 2026. München bleibt mit 8.078 Euro pro Quadratmeter teuerste Stadt, das Plus fiel dort mit 0,5 Prozent aber gering aus.
Dafür legen die Mittelstädte richtig zu:
- Hof: +10,2 % (stärkster Anstieg)
- Straubing: deutliches Plus
- Bamberg: deutliches Plus
Für Flipper in der Fläche ist das ein starkes Signal. Wo die Metropolen gähnen, wacht die Provinz gerade auf.
Quelle: immowelt impuls
BGH-Urteil zur Maklerprovision: Doppelrolle verboten
Wer Mietwohnungen verwaltet und zeitgleich vermittelt, darf künftig auch vom Vermieter keine Provision mehr verlangen. Das hat der Bundesgerichtshof vor einigen Wochen klargestellt.
Für Flipper mit einem kleinen Portfolio an Bestandsmietern oder beim Exit über Makler kann das relevant werden. Die Botschaft: Wer Verwaltung und Vermittlung unter einem Dach betreibt, muss die Provisions-Logik neu durchdenken. Betrifft nicht jeden, aber wer es betrifft, sollte es wissen.
Quelle: immowelt impuls
BEG-Förderung: Was nach dem 21. Juli noch geht
Die Heizungsförderung läuft weiter, aber günstiger. Die wichtigsten Punkte im Überblick:
- Grundförderung für den Heizungstausch: weiterhin 30 % der förderfähigen Kosten
- Höchstbetrag für die erste Wohneinheit sinkt ab Februar 2027 halbjährlich um 750 Euro
- Einkommensschwache Haushalte und Familien mit minderjährigen Kindern erhalten zusätzliche Boni
- Klimageschwindigkeitsbonus von 16 % wird ebenfalls schrittweise reduziert
Wer also plant, mit Wärmepumpe oder Heizungstausch den Energieausweis aufzuwerten und damit beim Exit Punkte zu machen, sollte die Förderlogik jetzt kennen. Früh beauftragen, früh Antrag stellen.
Quelle: immowelt impuls
Fazit
Diese Woche hat gezeigt: Der Markt läuft auf zwei Spuren. Bestandsobjekte werden knapper und teurer – das macht den Exit leichter. Gleichzeitig bleiben Bauzinsen um die 3,5 % das Hauptthema bei der Einkaufskalkulation, und die BEG-Änderungen sollten in keinem Sanierungsplan fehlen. Wer die Kosten auf der Einkaufsseite im Griff hat, findet beim Verkauf gerade bessere Bedingungen als im letzten Quartal.