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Flipper News (28.08.2026) - Wohnungslücke, Bauzinsen & steigende Ausbaukosten

Markt sendet gemischte Signale – Preise ziehen an, Zinsen auch

Freitags-Check: Der Markt bleibt in Bewegung. Preise ziehen an, Zinsen auch. Wer clever einkauft, hat gerade trotzdem Luft nach oben. Hier sind die wichtigsten Zahlen und Entwicklungen der Woche.

EURIBOR 12M2,99 %Flip-Zins ~4,5–4,9 %
EZB Leitzins2,40 %+0,25 Pp. / 11.06.
Inflation DE2,8 %Juli 2026, Destatis
Baupreise+2,7 % p.a.Prognose 2026, BBSR
ETW Ø DE /m²3.280 €/m²Aug. 2026, immowelt

Markt & Preise

Wohnungsbau-Loch kostet die Wirtschaft 26,9 Milliarden Euro

2025 wurden laut Statistischem Bundesamt 206.600 Wohnungen fertiggestellt. Im Vergleich zu einer stabilen Bautätigkeit von rund 300.000 Einheiten pro Jahr errechnet der neue Bau-Monitor 2026 des Pestel Instituts einen Nettoumsatzverlust von 26,9 Milliarden Euro im Bau. Zugleich fehlen bundesweit 1,35 Millionen Wohnungen.

Für Flipper bedeutet das: Das strukturelle Angebotsloch bleibt. Wer sanierte Ware auf den Markt bringt, trifft auf echte Nachfrage. Das Fenster ist offen.

Quelle: immowelt impuls

Bauspar-Comeback: Immer mehr Deutsche wollen Wohneigentum ansparen

Die aktuelle Sommerumfrage 2026 des Verbands der Privaten Bausparkassen zeigt: Der Anteil derjenigen, die Wohneigentum als Sparziel nennen, ist innerhalb eines Jahres von 33,0 auf 38,8 Prozent gestiegen. Im Frühjahr 2026 waren es noch 36,4 Prozent.

Wachsende Eigenkapitalbasis beim Käufer ist gut für Fix-und-Flip: mehr potenzielle Abnehmer, bessere Bonität, kürzere Entscheidungswege. Der Markt baut sich seinen eigenen Nachschub.

Quelle: Mittelstandcafe / vdp

Renovierung & Bau

Ausbau-Kosten legen weiter zu: Elektro und Heizung vorne

Die Preise für den Neubau konventionell gefertigter Wohngebäude stiegen im Februar 2026 gegenüber dem Vorjahr um 3,3 Prozent. Die Ausbauarbeiten verteuerten sich um 3,8 Prozent. Heizanlagen und Wassererwärmungsanlagen legten um 4,2 Prozent zu. Elektro-, Sicherheits- und informationstechnische Anlagen nahmen um 5,4 Prozent zu.

Wer bei der Renovation auf Wärmepumpe und neue Elektro-Installation setzt, muss das in der Kalkulation eng tracken. 5 Prozent Aufschlag im Elektrogewerk ist kein Kleingeld mehr.

Quelle: Destatis

Donut-Effekt als Chance: Revitalisierung schlägt Neubau in der Stadt

Verödende Fußgängerzonen und leerstehende Kaufhäuser treiben den gefürchteten „Donut-Effekt" voran: Die Zentren bluten aus, während die Vororte wachsen. Gleichzeitig machen explodierende Baukosten und strenge ESG-Auflagen den klassischen Neubau in der Stadt oft unrentabel.

Die Logik für Fix & Flip ist klar: Bestand sanieren ist in vielen Lagen nicht nur günstiger als neu bauen. Es ist das einzig Realisierbare. Wer das früh erkennt, kauft die richtigen Objekte.

Quelle: Mittelstandcafe

Finanzen, Recht & Steuern

Bauzinsen auf stabiler Vier-Prozent-Linie: Experten sehen keinen Rückgang vor Jahresende

Die Bauzinsen bewegen sich nahe und über der Vier-Prozent-Marke. Aktuell finden sich Bauzinsen ab etwa 4,0 Prozent pro Jahr. Für den weiteren Jahresverlauf rechnet die Hälfte der Interhyp-Panel-Teilnehmer mit einem moderaten Anstieg. Die hohe Inflation spricht für eine weitere Leitzinserhöhung durch die EZB – eine Anhebung im September ist an den Finanzmärkten bereits eingepreist.

Für Flipper heißt das: Finanzierungskosten weiter einkalkulieren, Verkaufspreise nicht auf zu optimistischen Exit-Annahmen aufbauen.

Quelle: Finanztip / Interhyp

Immobilienfinanzierung wächst: 80 Milliarden Euro in der ersten Jahreshälfte

Von Januar bis Juni 2026 vergaben die im Verband Deutscher Pfandbriefbanken zusammengeschlossenen Institute Immobiliendarlehen im Volumen von 80,4 Milliarden Euro. Im Vergleich zum ersten Halbjahr 2025 legten die Zusagen um 8,5 Prozent zu.

Wer Kredit bekommt, kauft. Und wer kauft, braucht Produkt. Das ist Rückenwind für den Exit.

Quelle: Mittelstandcafe / vdp

Anschlussfinanzierungen machen Druck: Niedrigzins-Ära läuft aus

Viele Immobilienkredite aus der Niedrigzinsphase erreichen derzeit das Ende ihrer Zinsbindung. Verbraucher können dadurch in finanzielle Not geraten, weil die Belastung bei der Anschlussfinanzierung deutlich steigt.

Was klingt wie ein Problem für Eigennutzer, ist für Flipper eine potenzielle Quelle: Wer die Anschlussfinanzierung nicht stemmt, denkt über Verkauf nach. Das sind genau die Objekte, die mit Abschlag auf den Markt kommen. Augen offen halten.

Quelle: Mittelstandcafe

Fazit

Die Ausgangslage bleibt: Zinsen um vier Prozent, Baukosten steigen moderat, Preise ziehen leicht an. Das Fenster für gute Deals ist offen, aber die Marge liegt nicht mehr auf der Straße. Die Kombination aus hohen Bauzinsen, weiter steigenden Immobilienpreisen und wirtschaftlicher Unsicherheit belastet den Markt. Langfristig dürfte Wohneigentum kaum günstiger werden. Wer jetzt sauber einkauft und die Renovierungskosten eng kalkuliert, hat eine solide Position zum Jahresende hin.