← Zurück zum Blog

Flipper News (31.07.2026) - Inflation 2,8 %, Bauzinsen über 4 %, BEG-Reform & Preiskompass Q2

Der letzte Juli-Tag hat es in sich

Destatis liefert heute Morgen die Inflationszahl für Juli – und die ist kein Spaß. Dazu gibt es Neuigkeiten zu Bauzinsen, BEG-Förderung und dem Postbank Wohnatlas. Los geht's.

EURIBOR 12M 2,69 % ↗ Flip-Zins ca. 4,2–4,7 %
EZB Leitzins 2,40 % ↗ Pause Juli, war +0,25 Pp. 11.06.
Inflation DE 2,8 % ↗ Juli 2026 Destatis (vorl.)
Baupreise +3,3 % YoY ↗ Feb. 2026 Destatis
ETW Ø DE /qm ca. 3.450 €/m² ↗ Juni 2026 Europace/EPX

Markt & Preise

Inflation zieht wieder an: 2,8 % im Juli

Die Inflationsrate in Deutschland beträgt im Juli 2026 voraussichtlich +2,8 % gegenüber dem Vorjahresmonat. Gleichzeitig stiegen die Verbraucherpreise gegenüber Juni 2026 um 0,8 %. Hauptschuldiger ist Energie: Die Preise für Energie steigen voraussichtlich um 8,3 % gegenüber dem Vorjahresmonat. Damit nimmt die Teuerung für Energie im Juli wieder deutlich zu, nach nur +3,4 % im Juni.

Für Flipper bedeutet das: Kaufnebenkosten und Renovierungsbudgets werden durch die Inflation real teurer. Wer noch Puffer hatte, der schmilzt gerade weg.

Quelle: Destatis

Kaufen oder mieten? Der Wohnatlas gibt Antwort

Laut dem Postbank Wohnatlas 2026 des Hamburgischen Weltwirtschaftsinstituts (HWWI) ist der Kauf einer Bestandswohnung in 59 von 400 untersuchten Regionen günstiger als die Miete. Käufer wendeten 2025 im Schnitt 17,2 % des Haushaltseinkommens für die Finanzierung einer 70-Quadratmeter-Wohnung auf, nach 18,4 % im Vorjahr. Mieter zahlten durchschnittlich 13,5 % ihres Einkommens für die Nettokaltmiete.

Für den Flipper ist das ein gutes Zeichen: In immer mehr Regionen macht der Kauf wieder mehr Sinn, das belebt die Nachfrage nach Eigentum und damit auch das Exit-Fenster.

Quelle: immowelt impuls

Preiskompass Q2: Immobilien in fast allen Großstädten teurer

Die Angebotspreise für Wohnimmobilien in Deutschland sind im zweiten Quartal 2026 erneut gestiegen. Laut immowelt Preiskompass verteuerten sich Bestands-Einfamilienhäuser und Eigentumswohnungen zwischen April und Juni bundesweit jeweils um 1,0 %. Die stärksten Zuwächse verzeichneten:

  • Leipzig +4,0 %
  • Duisburg +3,7 %
  • Düsseldorf +3,2 %

B-Städte legen also wieder am stärksten zu. Wer dort einkauft, ist auf der richtigen Spur.

Quelle: Immobilien Aktuell

VW verkauft womöglich sein Wohnungsportfolio

Volkswagen zieht offenbar den Verkauf seiner Immobilientochter VW Immobilien in Erwägung. Das Unternehmen verwaltet in Wolfsburg fast 9.500 Wohnungen und mehr als 100 Gewerbeimmobilien. Eine Entscheidung über die künftige Portfoliostruktur steht laut Konzern noch aus.

VW Immobilien erwirtschaftete zuletzt einen Umsatz von 199,6 Millionen Euro sowie einen Überschuss von 16,9 Millionen Euro. Das Anlagevermögen liegt bei gut einer Milliarde Euro. Ob das was für private Investoren ist? Eher nicht direkt, aber der Markt in Wolfsburg könnte spannend werden, wenn ein solches Paket auf den Markt kommt.

Quelle: immowelt impuls

Renovierung & Bau

BEG-Reform: Neue Regeln beim Heizungstausch seit 21. Juli

Die Bundesförderung für effiziente Gebäude wurde reformiert. Seit dem 21. Juli gelten niedrigere Zuschläge für den Heizungstausch. Eigentümer mit bereits eingereichten Anträgen können unter bestimmten Voraussetzungen noch von den alten Konditionen profitieren.

  • Grundförderung für den Heizungstausch: weiterhin 30 % der förderfähigen Kosten
  • Höchstbetrag für die erste Wohneinheit sinkt ab Februar 2027 halbjährlich um 750 Euro
  • Einkommensschwache Haushalte und Familien mit minderjährigen Kindern erhalten zusätzliche Boni
  • Der Klimageschwindigkeitsbonus von 16 % wird ebenfalls schrittweise reduziert

Für Flipper heißt das konkret: Wer eine Heizungssanierung kalkuliert, muss jetzt mit den neuen, niedrigeren Fördersätzen rechnen. Die alten Zahlen im Spreadsheet stimmen nicht mehr.

Quelle: immowelt impuls / KfW

Baupreise klettern weiter: +3,3 % für Wohngebäude

Die Preise für den Neubau konventionell gefertigter Wohngebäude in Deutschland sind im Februar 2026 gegenüber Februar 2025 um 3,3 % gestiegen. Im November 2025 hatte der Preisanstieg im Vorjahresvergleich 3,2 % betragen. Besonders teuer wurden:

  • Elektro-, sicherheits- und informationstechnische Anlagen: +5,4 %
  • Heizanlagen: +4,2 %
  • Wärmedämm-Verbundsysteme: +3,3 %

Das trifft Flipper doppelt: höhere Renovierungskosten und eine Inflation, die den Puffer aufzehrt. Gut kalkulieren ist wichtiger denn je.

Quelle: Destatis

Finanzen, Recht & Steuern

Bauzinsen Ende Juli: Wieder über der 4-Prozent-Marke

Die aktuellen Bauzinsen liegen im Juli 2026 meist zwischen 4,0 und 4,6 % pro Jahr. Sie sind zuletzt wieder um etwa 0,2 Prozentpunkte gestiegen. Treiber ist weiterhin der Iran-Konflikt: Die vorübergehende Entspannung bei den Bauzinsen wurde von der Hoffnung auf eine friedliche Lösung getragen. Die erneute militärische Eskalation zwischen den USA und dem Iran sorgt nun für eine neue Dynamik an den Finanzmärkten.

Für den Flip-Rechner: Die aktuellen Bauzinsen für fünf bis 30 Jahre Zinsbindung liegen je nach Zinsbindung und Beleihung zwischen rund 3,7 und 4,6 % pro Jahr. Wer jetzt finanziert, zahlt also wieder mehr. Kurzfristige Brückenfinanzierungen bleiben das teurere Instrument.

Quelle: Finanztip

Postbank Wohnatlas: Kaufen lohnt sich in 59 Regionen mehr als Mieten

In immer mehr deutschen Regionen lohnt sich der Immobilienkauf finanziell stärker als die Miete. Die Einkommensbelastung durch Wohnkosten ist sowohl bei Käufern als auch bei Mietern gesunken. Besonders große Unterschiede zeigen sich zwischen Metropolen und ländlichen Gebieten:

  • Teuerste Kaufregion: Landkreis Nordfriesland mit 45,7 % Einkommensbelastung
  • Gefolgt von München mit 41 %
  • Teuerste Mietregionen: Berlin und München mit jeweils 24,5 %

Für die Verkaufsstrategie nach dem Flip: Der Exit als Eigentumsprodukt wird in vielen Mittelstädten attraktiver, weil die reine Mietlogik dort längst nicht mehr unschlagbar ist.

Quelle: Postbank Wohnatlas 2026 / immowelt impuls

Fazit

Der Juli endet mit einem ungemütlichen Doppelpack: Inflation zieht auf 2,8 % an und die Bauzinsen kratzen wieder an der 4 %-Marke. Die weitere Entwicklung bleibt unsicher – bei positiver Entwicklung rund um die Straße von Hormus könnten die Bauzinsen wieder sinken. Der Iran-Konflikt bleibt das Zünglein an der Waage.

Für die Kalkulation gilt: Baupreise und Finanzierungskosten auf aktuellem Niveau einrechnen, keine Hoffnung auf günstigere Zinsen im Exit einpreisen. Interhyp-Chef Jörg Utecht spricht von einem Preisverlauf in „Schlangenlinien" und geht davon aus, dass sich dieses Muster im Jahresverlauf fortsetzen wird. Wer solide einkauft und realistisch kalkuliert, findet trotzdem gute Deals – besonders in den B- und C-Städten.