FlippɘrNews (07.08.2026) - Zinsen, Solarpflicht und sanierungsbedürftiger Altbau
Marktlage im August: Inflation zieht an, Zinsen kleben über 4 Prozent
Der August macht ernst: Die Inflation steigt, Bauzinsen hartnäckig über der 4-Prozent-Marke und Check24 verabschiedet sich still aus der Baufi-Vermittlung. Dazwischen steckt aber auch jede Menge Hilfreiches für den Überblick.
| EURIBOR 12M | 2,73 % ↗ | Flip-Zins ca. 4,2–4,7 % |
| EZB Leitzins | 2,40 % ↗ | +0,25 Pp. / 11.06. |
| Inflation DE | 2,8 % ↗ | Juli 2026 / Destatis |
| Baupreise | +2,7 % p.a. ↗ | BBSR-Prognose 2026 |
| ETW Ø DE /qm | 3.280 €/qm ↗ | Bestand / Aug. 2026 |
Markt & Preise
Wohnraum als Altersvorsorge: Jeder Vierte setzt drauf
Eine neue Postbank-Umfrage (2.059 Befragte, April 2026) zeigt: 24 Prozent der Erwerbstätigen planen mit Wohneigentum für den Ruhestand. Bei Haushalten mit mehr als 2.500 Euro Nettoeinkommen sind es sogar 29 Prozent. Für Flipper heißt das: Die Nachfrage nach selbstgenutzten Wohnungen bleibt fundamental verankert. Wer fertig saniert und zur Übergabe bereit hat, verkauft in diese stabile Käuferschicht hinein.
Quelle: immowelt impuls
Check24 schmeißt die Baufi-Vermittlung hin
Check24 zieht sich aus der eigenen Baufinanzierungsvermittlung zurück. Kunden sollen künftig über einen noch unbekannten Partner abschließen. Rund 150 Mitarbeiter sind betroffen. Als Begründung nennt das Portal wirtschaftliche und strategische Gründe. Das Timing ist interessant: Das Neugeschäft ist gerade schwach. Im Mai wurden laut Barkow Consulting nur 17,2 Milliarden Euro an Immobilienkrediten neu vermittelt – der niedrigste Stand seit Dezember 2024. Für Flipper relevant? Weniger Vergleichsdruck im Vermittlermarkt kann Konditionen kurz unter Druck setzen. Augen auf bei der Finanzierungsrunde.
Quelle: immowelt impuls
Vonovia H1 2026: Mieten hoch, Aktionärsgewinn runter
Vonovia hat Halbjahreszahlen geliefert. Der bereinigte operative Gewinn legte um 2,4 Prozent auf 1,46 Milliarden Euro zu. Die organischen Mieten stiegen um 3,6 Prozent. Klingt gut. Aber: Der Aktionärsgewinn sank wegen höherer Finanzierungskosten um 4,9 Prozent auf 771,6 Millionen Euro. Das obere Ende der Jahresprognose gilt nur noch bei deutlich besserem Marktumfeld als erreichbar. Die Schulden liegen weiter bei rund 40 Milliarden Euro. Kleines Indiz für den Gesamtmarkt: Selbst der größte deutsche Vermieter spürt, dass die Zinsen an der Substanz nagen.
Quelle: immowelt impuls
Renovierung & Bau
Bundesweite Solarpflicht: Was Flipper ab 2027 wissen müssen
Deutschland führt eine bundesweit einheitliche Solarpflicht ein. Die Fristen im Überblick:
- Ab 2027: neue Nicht-Wohngebäude ab 250 Quadratmetern Nutzfläche
- Ab 2028: größere Bestandsgebäude
- Ab 2030: alle neuen Wohnhäuser
Für Flipper im Wohnbereich ist das erstmal kein unmittelbarer Handlungsdruck. Wer aber gewerbliche Objekte umbaut oder Häuser zur Eigennutzung entwickelt, sollte die Fristen im Blick haben. Das kommt in der Kalkulation schneller an als gedacht.
Quelle: immowelt impuls
dena-Gebäudereport 2026: 60 Prozent des Bestands warten auf Sanierung
Der aktuelle dena-Gebäudereport macht es nochmal amtlich: Rund 60 Prozent des deutschen Gebäudebestands wurden vor 1979 gebaut. Das ist die Kernzielgruppe für jeden Fix-and-Flip-Investor. Der Sanierungsbedarf nimmt laut Report kontinuierlich zu. Was das bedeutet: Der Markt an sanierungsbedürftigen Objekten wird nicht kleiner, die Käufer bezahlter Sanierungsqualität aber auch nicht. Wer jetzt Handwerkerkapazitäten und funktionierende Lieferketten hat, sitzt am längeren Hebel.
Quelle: deal-Magazin
Finanzen, Recht & Steuern
Bauzinsen Juli: Leichte Entspannung, aber September wirft Schatten
Nach vier Monaten mit steigenden Bauzinsen bringt der Juli eine kleine Atempause. Der durchschnittliche Zins für 10-jährige Darlehen sank von 4,06 auf 4,03 Prozent. Klingt nach wenig, ist aber eine Richtungsänderung. Gleichzeitig stieg der Bestzins für dieselbe Laufzeit von 3,96 auf 4,00 Prozent. Das Eigenkapital der Kreditnehmer sank auf rund 113.600 Euro, die monatliche Belastung lag im Schnitt bei 1.420 Euro. Für September erwartet Baufi24 weiterhin starke Schwankungen. Der Iran-Konflikt und die nächste EZB-Sitzung bleiben die Haupttreiber.
Quelle: immowelt impuls / Baufi24
Fazit
Die Lage ist unruhig, aber lesbar. Inflation zieht an, Zinsen stagnieren knapp über der 4-Prozent-Marke und der Iran-Konflikt hält die Märkte nervös. Für den Einkauf gilt: Wer mit realistischen Zahlen rechnet und die Finanzierung vor dem Unterschreiben mehrfach vergleicht, hat den größten Hebel. Beim Verkauf bleibt die Nachfrage nach sauber saniertem Wohnraum stabil. Die 60-Prozent-Quote an unsanierten Altbauten sorgt dafür, dass euer Produkt knapp bleibt.