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Hausrenovierung in 4 Monaten | Vorher - Nachher Teil 2 | Fix & Flip

Im zweiten Teil des Vorher-Nachher-Videos zeigt Johannes, was aus dem vollgestellten Schnäppchen-Haus in Kempten geworden ist. Auf 133 Quadratmetern mit vier Zimmern und einem vollständig unterkellerten Grundriss war die Ausgangslage alles andere als einfach. In diesem Artikel bekommst du einen detaillierten Einblick, was beim Fix-and-Flip-Projekt konkret gemacht wurde und welche Lehren Johannes daraus zieht.

Das Objekt: 133 Quadratmeter voller Gerümpel

Wer die erste Folge gesehen hat, weiß, wie dieses Haus aussah, bevor die Arbeiten begannen. Es war kein klassisches Messie-Haus im klinischen Sinne, aber es war buchstäblich bis unter die Decke vollgestellt. Drei Container wurden am Ende aus dem Gebäude herausgeschleppt, ein großer Teil davon allein aus dem Keller. Genau das war aber auch einer der Gründe, warum Johannes das Objekt überhaupt gekauft hat: Wer einen Blick dafür hat, was hinter dem ganzen Zeug steckt, erkennt das Potenzial. 133 Quadratmeter, vier Zimmer, vollständig unterkellerte Grundfläche in Kempten, das ist eine solide Basis für ein Fix-and-Flip-Projekt.

Der Kaufpreis war entsprechend günstig, weil kaum jemand anderes bereit war, sich durch das Chaos durchzukämpfen. Genau das ist die Grundidee hinter dem Fix-and-Flip-Ansatz: Immobilien kaufen, die andere abschrecken, mit überschaubarem Aufwand renovieren und dann mit Gewinn verkaufen. In diesem Fall war die Herausforderung weniger die Bausubstanz als der schiere Aufwand der Entrümpelung und der anschließenden Aufbereitung.

Der Keller: Vom Lager zum ordentlichen Nutzraum

Der Keller war in mehrere Bereiche aufgeteilt und jeder davon hatte seine eigene Geschichte. Im ersten Bereich befanden sich die Wasseranschlüsse, Fallrohre und eine kleine Zisterne zur Straßenseite. Hier wurde vor allem gestrichen und partiell verputzt, wo Wände durch fehlende Luftzirkulation geschwitzt hatten.

Ein weiterer Kellerbereich hatte als Holzlager gedient. Die Wände waren mit Folien verkleidet, was dazu geführt hat, dass sie nicht atmen konnten und anfingen zu schwitzen. Die Lösung war pragmatisch: Folie raus, Wände verputzen, streichen, fertig. Es ist ein Keller, kein Hotel. Der Anspruch muss hier nicht derselbe sein wie in der Wohnetage, das spart Zeit und Kosten.

Ein besonderes Highlight war der Raum mit den drei Waffenschränken. Der Vorbesitzer hatte offenbar eine ausgeprägte Leidenschaft für Sammeln, darunter Werkzeuge, Schnaps, Patronenhülsen von Panzern und ein kleines Holzschwert. Für Johannes war das eine von vielen Situationen, in denen man als Immobilienkäufer einfach einen langen Atem braucht. Entrümpeln, verputzen, weißen lassen, und schon ist aus einem skurrilen Sammlerkeller ein ordentlicher Abstellraum geworden.

Ein Kellerraum mit Fenster zur Straßenseite hat Johannes besonders ins Auge gefasst: Er wäre ideal als zukünftiger Heizraum nutzbar, etwa für eine Pellets- oder Ölheizung. Der Anschluss wäre ohne großen Aufwand möglich, die Deckenhöhe stimmt, und Platzmangel ist in diesem Keller ohnehin kein Thema. Solche Details machen den Unterschied beim Weiterverkauf, weil Käufer sehen, dass das Gebäude infrastrukturell gut aufgestellt ist.

Was konkret renoviert wurde: Pragmatismus vor Perfektion

Bei diesem Projekt war der Ansatz ein anderer als bei früheren Flips von Johannes. Anstatt das Haus komplett auf Hochglanz zu bringen, hat man sich auf das Wesentliche konzentriert:

  • Entrümpelung: Drei Container wurden aus dem Haus geschleppt, Nachbarn haben Teile des Inventars für ein paar hundert Euro abgekauft, Handwerker durften sich brauchbares Werkzeug mitnehmen.
  • Keller: Verputzen, streichen, Wände atmen lassen, Folien entfernen, Räume sauber hinterlassen.
  • Treppenaufgang: Noch nicht abgeschlossen, wird mit Silikatfarbe gestrichen. Das neue Stahlgeländer entstand, weil ein Handwerker auf Anweisung, die Hälfte abzufräsen, kurzerhand alles abgeflext hat. Improvisation war gefragt.
  • Fassade und Außenbereiche: Die vormals dunkelbraunen Elemente wurden in Mausgrau gestrichen, passend zu den anderen Bauteilen wie der Balkonseite und der Haustür.
  • Garten: Der vollgestellte Garten mit Gartenzwergen, Kugeln, Lampen und einem nicht angeschlossenen Brunnen wurde aufgeräumt. Steine ausgerichtet, Platten abgespült, etwas durchgehackt, Blumen gepflanzt. Kein aufwendiges Gartendesign, aber ein ordentlicher erster Eindruck.
  • Gartenhütte: Bleibt stehen. Bietet Stauraum, schadet dem Verkauf nicht. Wer den Garten komplett umbauen will, kann sie abreißen.
  • Gartentür: Neu gemacht, simpel und funktional, mit Unterstützung vom Vater, der Schreiner ist.
  • Fliesen: Wurden nicht erneuert, nur gereinigt. Was noch ordentlich ist, bleibt drin.

Das Prinzip ist klar: Kosmetische Eingriffe ja, unnötige Vollrenovierung nein. Was noch gut ist, wird aufgewertet, was wirklich stört, wird entfernt oder ersetzt. Dieses Vorgehen hält die Renovierungskosten überschaubar und den Zeitplan realistisch.

Lehren aus diesem Fix-and-Flip-Projekt

Johannes macht im Video keinen Hehl daraus, dass er dieses Projekt rückblickend strategisch anders angehen würde. Der Nachher-Effekt ist deutlich geringer als bei anderen Projekten, weil das Haus kein komplettes Makeover bekommen hat. Kein Eichenparkett, keine indirekte Beleuchtung, keine schwarzen Armaturen, kein hochwertiger Ausbau. Das Ergebnis ist solide, aber nicht spektakulär.

Für zukünftige Projekte plant Johannes deshalb wieder stärker auf vollständige Kernsanierungen mit hochwertiger Ausstattung zu setzen. Das kostet mehr, liefert aber auch einen deutlich stärkeren Vorher-Nachher-Effekt und spricht eine kaufkräftigere Zielgruppe an. Die Lehre lautet: Ein günstiges Schnäppchen mit minimalem Aufwand aufzubereiten funktioniert, aber der Mehrwert für Käufer und damit auch der erzielbare Verkaufspreis sind begrenzt.

Trotzdem lohnt sich das Modell, wenn man die Zahlen im Blick behält. Kempten hat ein überschaubares Angebot an Häusern, was den Verkauf erleichtern sollte. Das Objekt war zum Zeitpunkt des Videos bereits auf dem Markt, und Johannes zeigte sich zuversichtlich, dass sich schnell ein Käufer finden würde.

Projekt Nummer drei wartet schon

Während dieses Flip-Projekt in die Verkaufsphase geht, läuft im Hintergrund bereits die Ankaufsphase für das nächste Objekt. Flip Nummer drei ist in Vorbereitung. Details dazu gibt es noch nicht, aber allein die Tatsache, dass bereits parallel akquiriert wird, zeigt, wie wichtig kontinuierliches Dealflow-Management beim Fix and Flip ist. Man wartet nicht darauf, dass das eine Projekt fertig ist, bevor man das nächste sucht.

Gerade in einem Markt wie dem deutschen Immobilienmarkt, wo gute Objekte schnell weg sind und Verhandlungen Zeit brauchen, ist es entscheidend, immer in der Pipeline zu haben, was als nächstes kommt. Das gilt besonders in kleineren Städten wie Kempten, wo das Angebot an Einfamilienhäusern naturgemäß begrenzt ist.

Was du aus diesem Vorher-Nachher mitnehmen kannst

Dieses Projekt zeigt sehr anschaulich, was Fix and Flip in der Praxis bedeutet: Es ist nicht immer glamourös. Es bedeutet drei Container Gerümpel aus einem Haus zu tragen, durch staubige Keller zu steigen, mit Handwerkern zu improvisieren und am Ende ein Objekt sauber und verkaufsfähig zu übergeben. Der finanzielle Erfolg hängt dabei stark davon ab, wie günstig man eingekauft hat und wie effizient man die Renovierung durchführt.

Ein paar Punkte, die dieses Projekt gut illustriert:

  • Entrümpelung unterschätzen viele: Drei Container allein aus einem Haus zu schaffen kostet Zeit, Geld und Nerven. Das muss im Kalkül stehen, bevor man kauft.
  • Handwerker brauchen klare Ansagen: Das Beispiel mit dem Geländer zeigt, was passiert, wenn Aufgaben nicht präzise kommuniziert werden.
  • Nicht jedes Projekt muss ein Showcase sein: Manchmal reicht es, ein Objekt ordentlich herzurichten und zu einem fairen Preis zu verkaufen.
  • Potenzial erkennen: Ein vollgestelltes Haus schreckt viele Käufer ab. Wer den Blick dafür hat, was dahinter steckt, kann günstig einkaufen und trotzdem gut verdienen.
  • Immer das nächste Projekt im Blick haben: Wer wartet, bis alles verkauft ist, verliert Zeit. Dealflow ist kontinuierlich.

Fix and Flip ist kein passives Investment. Es ist aktive Arbeit, Projektmanagement, Handwerk und Immobilienverstand in einem. Dieses Video macht genau das sichtbar, ohne Schönfärberei und ohne aufgesetzte Dramatik. Genau deshalb lohnt es sich, solche Projekte von Anfang bis Ende zu verfolgen.