FlippɘrNews (17.07.2026) - Immobilienklima dreht, Förderung fliegt
Stimmung dreht, Förderung fliegt – was diese Woche wichtig war
Das Immobilienklima ist erstmals seit Monaten wieder nach oben gedreht. Gleichzeitig hat die Bundesregierung still und heimlich Sanierungszuschüsse gekappt. Und die EZB-Sitzung am 23. Juli wirft ihre Schatten voraus. Hier sind die wichtigsten News für Flipper und Immobilieninvestoren.
Markt & Preise
Immobilienklima dreht: Der Juli-Index macht einen Satz nach oben
Schlechte Stimmung war gestern. Im Juli ist der Deutsche-Hypo-Immobilienklimaindex nach einer längeren Durststrecke wieder gestiegen. Der umfragebasierte Index kletterte im Juli um 9,1 % auf 86,6 Punkte. Zum Vergleich: Im Juni stand er noch bei 79,4 Punkten und hatte sich fünf Monate in Folge eingetrübt. Ein einzelner Monat macht noch keinen Sommer, aber die Richtung ist neu. Wer günstig eingekauft hat und jetzt verkauft, kommt in ein freundlicheres Umfeld.
Quelle: Immobilien Zeitung
EPX-Wohnungspreise: Leichtes Minus im Juni, Häuser halten
Wer auf steigende ETW-Preise gesetzt hat, wird gebremst. Die Immobilienpreise für Eigentumswohnungen sanken laut EPX mean von Mai bis Juni um 273 Euro auf 286.504 Euro. Bei Bestandsimmobilien (Ein- und Zweifamilienhäusern) entwickelten sich die Preise im selben Zeitraum von 378.895 Euro auf 374.152 Euro. Kein Drama, aber ein Signal: Wer eine Wohnung im Exit hat, sollte jetzt Gas geben statt auf bessere Preise zu warten. Das Haus läuft stabiler.
Quelle: Dr. Klein
Habeck goes Immo: Ex-Minister berät Urban Partners
Das überrascht. Robert Habeck wechselt zum Immobilieninvestor Urban Partners. Zum 1. August startet der ehemalige Bundeswirtschaftsminister als Senior Advisor bei dem in Kopenhagen gegründeten Investmenthaus und soll das skandinavische Modell nach Deutschland bringen: Pensionskassen, die in Wohnungsbau und Städtebau investieren. Das Ziel: klimagerechte, klimaneutrale und zugleich bezahlbare Wohnungen in deutschen Städten. Ob das die Praxis bewegt, bleibt abzuwarten. Aber: Wenn dickes institutionelles Kapital in deutschen Wohnungsbau fließt, ist das für den Markt langfristig relevant.
Quelle: Cleanthinking / Urban Partners
Wohnungsbestand wächst: 44 Millionen Einheiten, aber wenig Neues
Ende vergangenen Jahres gab es hierzulande rund 44 Millionen Wohneinheiten und damit knapp 200.000 mehr als ein Jahr zuvor, meldet das Statistische Bundesamt. Klingt viel. Ist es aber nicht: Der jährliche Neubaubedarf liegt laut BBSR bei rund 320.000 Wohnungen, fertiggestellt wurden 2024 nur gut 251.900. Die Lücke bleibt – und das ist für Bestandseigentümer langfristig gut.
Quelle: Immobilien Zeitung
Renovierung & Bau
Sanierungszuschüsse über Nacht weg: Bundesregierung kappt das Portal
Wer mit Förderung plant, sollte das kennen. Die Bundesregierung hat über Nacht die Sanierungszuschüsse gekürzt und das Antragsportal geschlossen. Das ist laut einem IZ-Kommentar ein schwerer Vertrauensbruch für die Immobilienbranche. Konkret betroffen sind Sanierungsmaßnahmen, für die man noch kurz zuvor Förderung eingeplant hatte. Für Flipper bedeutet das: Keine BEG-Zuschüsse mehr im laufenden Budget einkalkulieren, bis neue klare Regeln stehen. Kostenansätze jetzt nochmals prüfen.
Quelle: Immobilien Zeitung
Heizungsförderung mit Einkommensdeckel: Was kommt auf Eigentümer zu?
Die nächste Förderungsrunde wird enger. Die Bundesregierung berät im Zuge des neuen Gebäudemodernisierungsgesetzes über eine Anpassung der staatlichen Zuschüsse für den Heizungstausch. Im Gespräch ist ein Einkommensdeckel von 90.000 Euro zu versteuerndem Jahresverdienst, ab dem Eigentümer keine direkten Zuschüsse von bis zu 70 Prozent mehr erhalten. Stattdessen sollen Gutverdiener die Kosten über drei Jahre steuerlich absetzen können. Für Flipper mit Wärmepumpenplanung: Noch nicht in die Kalkulation schreiben. Das ist noch nicht beschlossen und könnte sich nochmals ändern.
Quelle: immowelt impuls
Finanzen, Recht & Steuern
EZB-Sitzung am 23. Juli: Pause wahrscheinlicher, aber kein Freifahrtschein
Die Märkte rechnen laut ecb-watch.eu mehrheitlich mit einer Pause bei 2,25 Prozent (63 Prozent Wahrscheinlichkeit), eine weitere Anhebung um 0,25 Prozentpunkte ist mit 37 Prozent aber bereits eingepreist. Für Juli gilt eine Pause nach Reuters-Informationen aus Notenbankkreisen derzeit als wahrscheinlicher, sofern es keinen erneuten starken Sprung bei Ölpreisen oder Kerninflation gibt. Bauzinsen bleiben damit vorerst in der Schwebe. Die Zinsprognose von Dr. Klein für das zweite Halbjahr 2026 geht davon aus, dass der Topzins für zehnjährige Darlehen zwischen 3,3 und 3,9 Prozent liegt. Kein Rückenwind, kein Gegenwind: Wer solide finanziert hat, kann weiterarbeiten.
Quelle: Kagels Trading / Dr. Klein
Grundsteuer-Klagen in BW abgewiesen: Nächste Station Bundesverfassungsgericht
Die Grundsteuerreform hält die Gerichte weiter beschäftigt. Der Bundesfinanzhof hat die Klagen gegen das baden-württembergische Grundsteuer-Modell abgewiesen. Die Kläger wollen nun vor das Bundesverfassungsgericht ziehen. Was das heißt: Solange das BVerfG nicht entschieden hat, bleibt Unsicherheit über die endgültige Rechtmäßigkeit verschiedener Landesmodelle. Für Kalkulationen bei Verkauf oder Kauf nichts Neues, aber im Auge behalten. Läuft das Verfahren, könnte es noch Jahre dauern.
Quelle: Immobilien Zeitung
Fazit
Das Immobilienklima dreht erstmals seit Monaten nach oben. Gleichzeitig zieht die Bundesregierung die Förderung still und heimlich zurück. Wer Sanierungskosten mit Zuschüssen kalkuliert hatte, prüft das jetzt besser nochmal. Die EZB-Sitzung am 23. Juli dürfte eine Pause bringen, ein weiterer Anstieg ist aber nicht vom Tisch. Flip-Zinsen bleiben damit in der Bandbreite von 4 bis knapp 5 Prozent. Kaufen ist möglich, günstig wird es nicht. Wer jetzt einkauft: auf den Exit-Preis kalkulieren, nicht auf steigende Marktpreise wetten.