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FlippɘrNews (12.08.2026) - Preise steigen, Baukosten brennen, Zinswende droht

Frische Zahlen für Flipper: Was der Markt im August 2026 zeigt

Heute gibt es frische Zahlen zum Immobilienmarkt, eine handfeste Botschaft von Bauzinsen und Terminmärkten und einen spannenden Nischenmarkt, den institutionelle Investoren gerade für sich entdecken.

Markt & Preise

vdp-Index Q2: Wohnimmobilien legen zu, Gewerbe schwächelt

Der Verband Deutscher Pfandbriefbanken (vdp) hat gemeldet: Wohnimmobilien wurden im zweiten Quartal 2026 teurer – plus 1,3 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal. Von April bis Juni zogen Wohnimmobilien um 1,9 Prozent an, Büros und Einzelhandelsflächen gaben dagegen 1,2 bzw. 0,2 Prozent nach.

Der Grund: Der angespannte Wohnungsmarkt treibt die Preise weiter. Am stärksten stiegen die Preise für Eigentumswohnungen. Für den Flipper bedeutet das: Bestand kaufen, renovieren, als ETW verkaufen bleibt die richtige Strategie. Der Markt belohnt sie weiterhin.

Quelle: Pravda DE / vdp-Pressemitteilung, 11.08.2026

Empirica-Blasenindex: Entspannung auf hohem Niveau

Der Empirica-Blasenindex für Q2 2026 ist um einen Punkt gesunken. Grund: Die Mieten steigen gerade schneller als die Kaufpreise, was die Preiskluft verringert.

Ein hohes Blasenrisiko besteht weiterhin in Hamburg und Bremen, ein eher hohes in Berlin, München, Frankfurt, Düsseldorf, Stuttgart, Leipzig und Dresden. Essen und Köln gelten als mäßig gefährdet, Dortmund als gering.

Der Marktdruck wachse zwar, ein Preissturz bleibe aber aus, solange das Angebot durch schwache Bautätigkeit knapp bleibt. Für Flipper ist das die Bestätigung: Einkauf in B-Lagen mit Substanz bleibt sinnvoller als das Bieten auf überhitzte Toplagen.

Quelle: immowelt impuls, Morning Briefing, 12.08.2026

Studentenwohnungen: 200 Mio. im Halbjahr, 2 Mrd. in Verhandlung

Laut einer JLL-Studie wurden im ersten Halbjahr 2026 in Deutschland Studentenwohnungen im Wert von rund 200 Millionen Euro gehandelt. Weitere Deals über etwa 400 Millionen Euro und Pakete über rund zwei Milliarden Euro befinden sich gerade in Verhandlung.

Treiber ist die steigende Zahl internationaler Studierender – inzwischen 30 Prozent aller Studienanfänger. Die Monatsmiete in den sieben Metropolen liegt bei durchschnittlich 988 Euro, die Rendite bei 4,1 bis 4,4 Prozent.

Wer in Unistädten Bestandsobjekte aufteilt oder kleinere Einheiten schafft, sollte das auf dem Schirm haben. Institutionelle saugen den Markt gerade auf.

Quelle: immowelt impuls / JLL-Studie, 12.08.2026

Renovierung & Bau

Baupreise Mai 2026: Plus 5 Prozent, der Innenausbau brennt

Die Preise für den Neubau konventionell gefertigter Wohngebäude sind im Mai 2026 um 5,0 Prozent gegenüber Mai 2025 gestiegen. Im Februar hatte der Anstieg noch bei 3,3 Prozent gelegen. Von Februar auf Mai 2026 kletterten die Baupreise nochmals um 2,4 Prozent.

Das ist keine Beruhigung mehr, das ist Beschleunigung. Für Flipper besonders relevant:

  • Ausbauarbeiten: +3,8 Prozent
  • Heizungsanlagen und Wassererwärmung: +4,4 Prozent
  • Elektro- und Sicherheitstechnik: +5,4 Prozent

Kalkulationspuffer für TGA und Elektro anpassen – das ist keine Option mehr, das ist Pflicht.

Quelle: Destatis, Baupreise und Immobilienpreise, Juli 2026

Gasspeicher historisch leer: Was droht dem Heizkostenposten im Winter?

Die deutschen Gasspeicher waren Anfang August nur zu rund 47 Prozent gefüllt – der niedrigste Stand für diese Jahreszeit seit Beginn der Aufzeichnungen 2011. Europaweit lag die Füllstandsquote mit knapp 58 Prozent deutlich unter dem Vorjahreswert. Ursache ist unter anderem der Ausfall katarischer LNG-Lieferungen durch Störungen in der Straße von Hormus.

Für Flipper konkret: Objekte mit schlechter Energieeffizienz und Gasheizung werden für Käufer bei einer weiteren Energiepreiswelle noch unattraktiver. Wer jetzt saniert und die Heizung tauscht, hat im Herbst beim Verkauf ein starkes Argument in der Hand.

Quelle: immowelt impuls, Morning Briefing, 12.08.2026

Finanzen, Recht & Steuern

Bauzinsen August: Seitwärts auf erhöhtem Niveau, September tickt

Die Bauzinsen stiegen im Juli und bewegen sich im August seitwärts auf leicht höherem Niveau. Bei zehnjähriger Zinsbindung liegen die besten Konditionen derzeit zwischen 3,6 und 3,8 Prozent, bei 15 Jahren zwischen 3,8 und 4,0 Prozent.

Die EZB ließ ihren Leitzins zuletzt unverändert, aber nach den jüngsten Inflationszahlen rechnen Terminmärkte für September dennoch mit einer Zinserhöhung. Finanztip schätzt, dass die EZB den Leitzins bei der Sitzung im September voraussichtlich um 0,25 Prozentpunkte anheben wird.

Wer den nächsten Kredit für Herbst plant, sollte jetzt in Gespräche mit dem Finanzierer gehen – statt auf bessere Zeiten zu warten.

Quelle: immowelt impuls, Morning Briefing, 11.08.2026

Fazit

Der Markt schickt zwei klare Signale: Erstens sind Wohnimmobilien gefragt – der vdp-Index bestätigt das frisch. Zweitens zieht die Kostenseite an. Baupreise beschleunigen sich auf 5 Prozent, die Energieversorgung für den Winter ist fragil und die nächste Zinserhöhung steht wahrscheinlich schon im September vor der Tür.

Für den Einkauf bedeutet das: Knapp kalkulierte Objekte mit hohem Sanierungsbedarf bei TGA und Heizung werden gefährlicher. Wer gute Substanz zu vernünftigem Preis findet und zügig umsetzt, hat weiterhin den richtigen Rückenwind.