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FlippɘrNews (11.08.2026) - Preise steigen, Zinsen bleiben hoch

Kein ruhiger Dienstag: Was der Markt gerade macht

Die Inflationszahlen für Juli werden final bestätigt, die Bauzinsen hängen über der 4-Prozent-Marke und der September-EZB-Entscheid wirft bereits seinen Schatten. Hier ist, was du als Flipper gerade wissen musst.

Markt & Preise

Destatis: Die 2,8 % kommen jetzt schwarz auf weiß

Destatis hat die endgültigen Inflationszahlen für Juli 2026 veröffentlicht. Die vorläufige Zahl steht fest: 2,8 % gegenüber dem Vorjahresmonat, nach 2,3 % im Juni. Der Sprung kommt fast ausschließlich aus der Energie, die im Juli um 8,3 % teurer wurde. Die Kerninflation ohne Energie und Lebensmittel bleibt bei 2,4 % weitgehend stabil. Das eigentliche Preisniveau brodelt moderat, aber Energie macht gerade den Takt. Für Flipper ist das relevant, weil steigende Inflation den September-EZB-Entscheid heißer macht und damit die Finanzierungskosten unter Druck bleiben.

Quelle: Destatis

Immowelt-Daten August: ETW-Preise klettern weiter, langsam aber stetig

Frische Zahlen von immowelt: Der Quadratmeterpreis für Eigentumswohnungen in Deutschland liegt im August 2026 bei durchschnittlich 3.280 Euro. Europace weist für den Bestand 3.451 Euro aus, ImmoScout24 kommt auf 2.712 Euro (Angebotspreise, andere Methodik). Der Postbank-Wohnatlas bestätigt: 2025 stiegen ETW-Preise nominal um 3,8 % gegenüber Vorjahr. Mittelstädte unter 100.000 Einwohnern legten am stärksten zu. Für Flipper heißt das: Einkaufspreise klettern weiter – wer günstig kauft, kauft kleinstädtisch oder mit Sanierungsbedarf.

Quelle: immowelt.de

Renovierung & Bau

Baupreise 2026: +2,7 % laut BBSR, Innenausbau trifft Flipper direkt

Das BBSR prognostiziert für 2026 einen Anstieg der Baupreise um 2,7 %, 2027 soll es mit 2,8 % weitergehen. Grund: Lohnkosten im Baugewerbe steigen, die Arbeitsproduktivität stagniert. Besonders relevant für Flipper: Destatis meldete zuletzt für Ausbauarbeiten ein Plus von 3,8 % gegenüber Vorjahr. Elektro, Heizung und WDVS führen die Liste an. Wer gerade Gewerke ausschreibt oder Angebote kalkuliert, sollte diese Zahlen als Untergrenze nehmen.

Quelle: BBSR

Bauvolumen dreht ins Plus – aber bitte nicht zu früh freuen

Laut BBSR-Bericht zur Lage der Bauwirtschaft 2026 legt das reale Bauvolumen erstmals seit 2020 wieder zu: Für 2026 wird ein Plus von real 1,7 % prognostiziert. Der Wohnungsneubau hat 2025 die Talsohle erreicht, Baugenehmigungen steigen. Die Kehrseite: Fast alle Baubereiche bleiben trotz Zuwachs unter dem Niveau von 2020. Der öffentliche Bau profitiert vom Infrastruktur-Sondervermögen. Für den privaten Sanierungsmarkt – also genau das Flipper-Terrain – ist die Erholung langsamer. Handwerker bleiben knapp.

Quelle: BBSR Bauwirtschaftsbericht 2026

Finanzen, Recht & Steuern

Bauzinsen August: Seitwärts auf hohem Niveau, September bleibt das Zünglein

Aktuelle Lage laut Finanztip (Stand 10. August): Bauzinsen liegen meist zwischen 3,9 und 4,5 %. Bestzins bei 60 % Beleihung ab ca. 3,69 % (Dr. Klein, Stand 3. August). Die Zinsen sind im Juli leicht gestiegen und bewegen sich im August seitwärts auf erhöhtem Niveau. Für Flipper, die Brückenfinanzierungen mit kurzen Laufzeiten nutzen, bleibt es teuer: EURIBOR 12M bei rund 2,94 % plus Bankaufschlag von 1,5 bis 2 % bedeutet weiterhin Flip-Zinsen im Bereich 4,4 bis 4,9 %. Der nächste Katalysator ist der EZB-Entscheid am 10. September – Lagarde hat eine weitere Erhöhung nicht ausgeschlossen.

Quelle: finanztip.de

September-EZB: Terminmärkte rechnen mit Erhöhung

Der nächste EZB-Zinsentscheid fällt am 10. September 2026. Lagarde schloss auf der Juli-Pressekonferenz eine weitere Anhebung explizit nicht aus. Terminmärkte preisen nach den Juli-Inflationsdaten eine Erhöhung zunehmend ein. Analysten der LBBW rechnen bis Ende 2026 mit zwei weiteren Schritten auf einen Einlagesatz von 2,75 %. Das würde Bauzinsen und Flip-Finanzierungen nochmals nach oben treiben. Wer jetzt Projekte in der Pipeline hat und noch keine Finanzierung steht: Konditionen zeitnah sichern ist kein schlechter Plan.

Was die Inflationszahlen für EZB und Zinsen bedeuten

Für den Immobilienmarkt sind die Juli-Zahlen aus zwei Gründen relevant:

  • Eine höhere Inflation drückt Realrenditen und macht Sachwerte wie Wohnimmobilien attraktiver.
  • Gleichzeitig gibt sie der EZB Munition für September. Sollte die Kerninflation nach oben korrigiert werden, wäre das ein klares Signal für eine weitere Zinsrunde im Herbst.

Quelle: Destatis

Fazit

Der Markt läuft, aber er läuft nicht geschenkt. Preise steigen, Baukosten steigen, Zinsen bleiben hoch – und September bringt möglicherweise noch eine Schippe drauf. Das ist kein Grund zur Panik, aber ein guter Grund, jeden Einkauf gründlich durchzurechnen. Wer bei Einkaufspreis, Renovierungskosten und Verkaufspreis konservativ kalkuliert, hat auch in diesem Umfeld Spielraum. Wer auf Knopfdruck verkaufen will, muss liefern: Qualität, Energieklasse und Lage entscheiden den Preis mehr denn je.