FlippɘrNews (14.08.2026) - Wohnimmobilien stabil, Förderungen schrumpfen
Der Markt läuft – aber selektiver als noch vor einem Jahr
Das Immobilienklima kühlt sich ab, die Gasspeicher sind historisch leer und eine staatliche Förderung ist still und leise ausgelaufen. Hier sind die wichtigsten Entwicklungen aus der Woche im Überblick.
Markt & Preise
Immobilienklima August: Wohnimmobilien halten, der Rest sackt ab
Das Deutsche Hypo Immobilienklima ist im August gegenüber Juli um 6 % gesunken und landet bei 81,4 Punkten. Handel hat das härteste Minus kassiert, Büro und Logistik folgen. Aber: Das Wohnklima hält sich mit nur minus 1 % bei 130,4 Punkten und bleibt das robusteste Segment. Für Flipper ist das die relevante Zahl. Wer in Wohnimmobilien unterwegs ist, sitzt auf der richtigen Seite.
Quelle: Deutsche Hypo
VDP-Index Q2: Wohnimmobilien +1,9 % im Jahresvergleich, Gewerbe bricht weg
Der Verband Deutscher Pfandbriefbanken hat für das zweite Quartal 2026 eine weitere Verteuerung von Wohnimmobilien gemeldet. Gesamtmarkt plus 1,3 % im Jahresvergleich, aber das Tempo hat sich gegenüber Q1 auf 0,1 % verlangsamt.
Wohnimmobilien allein legten von April bis Juni um 1,9 % zu, Büros büßten dagegen 1,2 % ein, Retail minus 0,2 %.
Im Städtevergleich legte Hamburg mit +3,8 % am stärksten zu, gefolgt von Köln mit +2,5 %.
Für Flipper gilt: Der Wohnmarkt dreht sich, aber langsamer. Selektiver einkaufen, Aufwertungspotenzial genau prüfen.
Quelle: Börse Express / VDP
Leipzig zieht an: Neue Zahlen zeigen, wo noch Luft nach oben ist
Leipzig wächst robust. 2025 stiegen die Kaufpreise für Ein- und Zweifamilienhäuser um 3,5 %, bei Eigentumswohnungen in einzelnen Stadtteilen sogar deutlich stärker. In Böhlitz-Ehrenberg zum Beispiel kletterten die Preise um 6,3 %.
Die Mietpreise zogen ebenfalls an: Bestandsmieten stiegen zwischen 2020 und 2024 um 15 %, Angebotsmieten sogar um 29 %.
Das ist genau das Muster, das Flipper lieben: Kaufpreise noch bezahlbar, Mieten und Nachfrage ziehen an. Wer Leipzig noch nicht auf dem Zettel hat, sollte das ändern.
Quelle: Börse Express
Renovierung & Bau
KfW 455-B ist leer: Barrierereduzierungs-Förderung sofort gestoppt
Im August hat die KfW den Fördertopf für das Programm 455-B zur Barrierereduzierung vollständig aufgebraucht. Ab sofort nimmt sie keine neuen Anträge mehr entgegen. Wer seinen Antrag bereits abgegeben hat, ist unberührt, genehmigte Förderungen bleiben gültig.
Das trifft vor allem Flipper, die Bestände barrierefrei aufwerten und dafür Zuschüsse einkalkuliert hatten. Wer noch geplant hatte zu beantragen: zu spät. Nächstes Jahr Haushalt abwarten.
Quelle: Schwäbisch Hall / KfW
Heizungsförderung neu: Klimageschwindigkeitsbonus schrumpft, Einkommensbonus kommt
Seit dem 21. Juli 2026 gelten neue Förderregeln für den Heizungstausch. Die Grundförderung für Wärmepumpen bleibt bei 30 %. Der Klimageschwindigkeitsbonus sinkt von 20 auf 16 % und wird ab Februar 2027 halbjährlich weiter gesenkt. Der maximale Förderbetrag sinkt von 30.000 auf 28.000 €.
Der Einkommensbonus wird sozial gestaffelt:
- 40 % für Haushalte bis 30.000 € Jahreseinkommen
- 30 % bis 40.000 € Jahreseinkommen
- 10 % bis 50.000 € Jahreseinkommen
Für Flipper mit Vermietungsobjekten ist der Einkommensbonus nicht anwendbar, der Grundsatz aber klar: Heizungstausch jetzt macht noch Sinn, der Bonus sinkt jeden Monat weiter.
Quelle: Enter / Bundeshaushalt
Gasspeicher historisch leer: Winter 2026/27 könnte teuer werden
Anfang August sind die deutschen Gasspeicher nur zu rund 47 % gefüllt. Das ist der niedrigste Stand für diese Jahreszeit seit Beginn der Aufzeichnungen 2011. Europaweit liegt der Füllstand mit knapp 58 % deutlich unter dem Vorjahreswert. Grund ist unter anderem der Ausfall katarischer LNG-Lieferungen durch Störungen in der Straße von Hormus.
Was bedeutet das für Flipper? Heizkostenpositionen im Winter werden zur Unsicherheitsvariable. Objekte mit schlechter Energieeffizienz werden Käufer zunehmend mit Abschlag einpreisen. Wer die Heizung modernisiert oder gut dämmt, hat beim Verkauf die besseren Karten.
Quelle: immowelt impuls
Finanzen, Recht & Steuern
Bauzinsen August: Knappe 4 % im Bestzins, September-EZB wird heiß diskutiert
Die Bauzinsen sind in den vergangenen Tagen leicht gesunken und bewegen sich nahe und über der Vier-Prozent-Marke. Aktuell finden sich Bauzinsen ab etwa 3,9 % pro Jahr.
Bei zehnjähriger Zinsbindung liegen die besten Konditionen derzeit zwischen 3,6 und 3,8 %, bei 15 Jahren zwischen 3,8 und 4,0 %. Die EZB ließ ihren Leitzins zuletzt unverändert, nach den jüngsten Inflationszahlen rechnen Terminmärkte für September dennoch mit einer Zinserhöhung.
Für Flipper: Der Flip-Zins auf Basis EURIBOR 12M liegt weiter bei grob 4,4 bis 4,9 %. Wer konservativ finanziert und schnell dreht, bleibt kalkulierbar.
Quelle: Finanztip
Fazit
Der Markt läuft weiter, aber differenzierter als noch vor einem Jahr. Wohnimmobilien sind und bleiben das stabilste Segment, während sich im Gewerbebereich die Preisfindung noch zieht. Für den Flip-Alltag wichtig: Der Fördermarkt verengt sich spürbar. Zwei Töpfe sind weg oder kleiner geworden, der Klimabonus sinkt weiter. Wer Sanierungskosten mit staatlichem Geld stützen wollte, muss das jetzt aktiv einplanen statt darauf zu hoffen.
Leipzig als Markt und Barrierereduzierung als Mehrwert-Argument beim Verkauf sind zwei Themen, die es wert sind, nochmal in Ruhe zu durchdenken.