FlippɘrNews (06.08.2026) - Zinsen, Gasheizung, KfW-Fördertopf und Vonovia-Zahlen
Der Markt im Überblick – August 2026
Bauzinsen bewegen sich, die neue Gasheizungs-Kostenteilung gilt ab sofort und Vonovia hat Halbjahreszahlen geliefert. Hier sind die wichtigsten Entwicklungen für Flipper und Immobilieninvestoren.
| EURIBOR 12M | 2,73 % ↗ | Flip-Zins ca. 4,2–4,7 % |
| EZB Leitzins | 2,40 % ↗ | +0,25 Pp. / 11.06.2026 |
| Inflation DE | 2,8 % ↗ | Juli 2026 / Destatis |
| Baupreise | +5,0 % ggü. Vj. ↗ | Mai 2026 / Destatis |
| ETW Ø DE | 3.280 €/m² ↗ | Aug. 2026 / immowelt |
Markt & Preise
Vonovia: Mieten rauf, Gewinn für Aktionäre runter
Deutschlands größter Vermieter hat im ersten Halbjahr den bereinigten operativen Gewinn um 2,4 Prozent auf 1,46 Milliarden Euro gesteigert. Der bereinigte Gewinn für die Aktionäre sank dagegen wegen höherer Finanzierungskosten um 4,9 Prozent auf 771,6 Millionen Euro.
Die Mieten legten organisch um 3,6 Prozent zu, der Immobilienwert stieg um 1,1 Prozent. Verkäufe über rund 700 Millionen Euro stabilisierten das Geschäft. Belastend bleibt die Verschuldung von rund 40 Milliarden Euro.
Was das bedeutet: Wer als Flipper verkauft, trifft auf institutionelle Käufer, die selbst unter Druck stehen. Der Preis zählt, aber Qualität und schnelle Abwicklung werden immer wichtiger.
Quelle: immowelt impuls
Büro wird Wohnung: 150.000 Wohnungen wären möglich
Deutschlandweit fehlen bereits rund 1,4 Millionen Wohnungen. Als Ausweg gilt die Umnutzung leerstehender Büros: Bis zu 150.000 neue Wohnungen wären laut Experten möglich. Ein Umbauprojekt in Konstanz mit 98 neuen Einheiten zeigt, wie das konkret aussehen kann.
Für Fix-&-Flip-Investoren ist das kein direktes Tagesgeschäft. Aber: Wo Büros zu Wohnungen werden, verändert sich die Nachfrage im Umfeld – und das beeinflusst Preise und Zielgruppen. Den Trend im Hinterkopf behalten.
Quelle: immowelt impuls
Renovierung & Bau
Neue Gasheizung rein? Ab jetzt teilen Vermieter und Mieter die Kosten
Seit dem 29. Juli 2026 gilt bei neuen Gas- oder Ölheizungen im Bestand eine feste Regel: Vermieter und Mieter teilen sich die Netzkosten und CO₂-Kosten je zur Hälfte – egal wie gut das Gebäude gedämmt ist.
Die Beratungsfirma Prognos hat berechnet, was das Vermieter künftig kostet:
- Ab 2028 müssen Vermieter die Hälfte der Netzkosten und CO₂-Kosten übernehmen.
- Ab 2029 kommt die Hälfte der Mehrkosten für vorgeschriebene Biobrennstoffe dazu.
- Für eine 80-Quadratmeter-Wohnung entstehen ab 2029 Zusatzkosten von rund 330 Euro im Jahr.
- Bis 2045 kann der Betrag auf über 1.000 Euro steigen.
Für Flipper heißt das: Eine neue Gasheizung im zu renovierenden Objekt ist beim Weiterverkauf ein Argument weniger geworden. Wer Käufer mit Vermietungsabsicht ansprechen will, sollte diesen Kostenpunkt klar benennen.
Quelle: immowelt impuls
KfW 455-B: Fördertopf für barrierefreien Umbau leer
Das KfW-Programm 455-B für barrierefreien und altersgerechten Umbau startete am 8. April 2026 mit 50 Millionen Euro. Seit dem 30. Juli sind die Mittel aufgebraucht – rund 26.800 Wohnungen wurden bis dahin gefördert.
Neue Anträge sind vorerst nicht möglich, bereits gestellte werden aber weiterbearbeitet. Die KfW stellt eine Wiederaufnahme frühestens für 2027 in Aussicht.
Das zeigt einerseits, wie groß die Nachfrage ist. Andererseits: Wer schnell war, hat profitiert. Für alle anderen heißt es 2027 abwarten.
Quelle: immowelt impuls
Finanzen, Recht & Steuern
Bauzinsen Juli: Leichte Entlastung, aber kein Aufatmen
Nach vier Monaten mit steigenden Bauzinsen bringt der Juli eine leichte Entlastung – das Finanzierungsumfeld bleibt aber unruhig. Nach Daten von Baufi24 sank der durchschnittliche Zinssatz für Immobilienkredite mit zehnjähriger Bindung von 4,06 auf 4,03 Prozent. Über alle Laufzeiten ging der Wert von 4,07 auf 4,04 Prozent zurück.
Anders entwickelten sich die günstigsten Angebote: Der Bestzins für zehnjährige Darlehen stieg von 3,96 auf 4,00 Prozent. Die monatliche Belastung verringerte sich im Schnitt um 48 Euro auf 1.420 Euro.
Für Flipper gilt: Flip-Zinsen liegen damit weiterhin im Bereich von 5,5 bis 6,0 Prozent je nach Bank und Objekt. Das Fenster für günstige Konditions-Locks sollte man nutzen, wenn es sich kurz öffnet.
Quelle: immowelt impuls
September-EZB: Die nächste Entscheidung wirft ihren Schatten voraus
Am 23. Juli hielt die EZB alle drei Leitzinssätze stabil – entsprechend den Erwartungen der Finanzmärkte. Gleichzeitig rechnet ein Teil der Analysten damit, dass es nicht dabei bleibt. Die LBBW erwartet bis Ende 2026 noch zwei weitere Zinserhöhungen auf einen Einlagensatz von 2,75 Prozent.
Baufi24 erwartet für die kommenden Monate weiterhin starke Schwankungen. Die September-Sitzung wird damit zur Schlüsselentscheidung. Wer jetzt finanziert, sollte das im Kalkül haben.
Fazit
Der Markt zeigt sein typisches Sommer-2026-Gesicht: Die Zinsen sind knapp über vier Prozent, die Kaufpreise für Eigentumswohnungen klettern weiter moderat nach oben und Fördertöpfe laufen schneller leer als geplant. Wer ein Objekt im Angebot hat, trifft auf Käufer, die sich über Heizkosten, Energieklasse und Förderoptionen mehr Gedanken machen als je zuvor. Das ist kein Problem, sondern eine Vorlage: Wer sein saniertes Objekt mit klaren Zahlen zu Heizung, Dämmung und Energieausweis präsentiert, hat die Nase vorn. Der Einkauf bleibt das Fundament – aber der Verkauf entscheidet sich immer mehr in den Details der Objektqualität.