FlippɘrNews (29.07.2026) - Bauzinsen steigen, Bayern boomt, Zwangsversteigerungen auf Rekord
Markt im Überblick: Die wichtigsten Kennzahlen
Der aktuelle Marktschnappschuss zeigt ein gemischtes Bild: Der EURIBOR 12M liegt bei 2,69 %, woraus sich Flip-Zinsen von rund 4,2–4,7 % ergeben. Der EZB-Leitzins verharrt bei 2,40 % – die Sitzung vom 23. Juli brachte keine Änderung, September bleibt spannend. Die Inflation in Deutschland liegt bei 2,3 % (Juni 2026, Destatis), die Baupreise steigen um prognostizierte 2,7 % (BBSR). Der durchschnittliche Quadratmeterpreis für Eigentumswohnungen im Bestand liegt bundesweit bei 3.277 €/m².
Markt & Preise
Bayern dreht auf: +6 % Transaktionsvolumen im ersten Halbjahr
Der bayerische Immobilienmarkt hat im ersten Halbjahr 2026 ein Transaktionsvolumen von 28,3 Milliarden Euro erzielt – rund 6 % mehr als im Vorjahreszeitraum. Laut IVD läuft Bayern damit dem Bundestrend ein Stück voraus. Für Flipper besonders interessant: Wo Geld fließt, bewegt sich auch der Bestand. München und Umland sind teuer, aber die zweite Reihe holt auf.
Quelle: Immobilien Zeitung
Mietpreise Q2: Schwung lässt nach, aber nicht überall
Die Angebotsmieten in deutschen Städten haben im zweiten Quartal 2026 meist nur noch leicht zugelegt. Das Bild ist nicht mehr einheitlich: In manchen Großstädten ziehen die Mieten kräftig an, in anderen sinken sie sogar. Für Flipper bedeutet das: Kaufpreise und Mietrenditen müssen jetzt noch sorgfältiger geprüft werden, je nach Mikrolage. Der Pauschalkauf nach Bauchgefühl wird riskanter.
Quelle: Handelsblatt
Zwangsversteigerungen 2026: Rekordverkehrswerte, mehr als 15.000 Objekte
Argetra erwartet für 2026 mehr als 15.000 zwangsversteigerte Objekte, und die Verkehrswerte befinden sich auf einem Rekordhoch. Das klingt nach Krisensignal, ist aber für Flipper eine echte Chance. Wer weiß, wo er suchen muss, findet hier Objekte zu Preisen, die sonst kaum erreichbar wären. Die Insolvenzkrise im Bau treibt das Angebot.
Quelle: Haufe
Renovierung & Bau
Büros werden zu Begegnungsräumen: Was das für Wohnumnutzung bedeutet
Eine aktuelle CBRE-Studie zeigt: Unternehmen bauen feste Einzelplätze ab und schaffen mehr Begegnungsflächen, auch weil KI die Arbeit verändert. Der Büroflächenbedarf pro Kopf sinkt weiter. Das ist eine indirekte Steilvorlage für Wohn-Umnutzungen: Wo Büros schrumpfen, entstehen Möglichkeiten für Wohnraum. Wer Gewerbeimmobilien mit Blick auf Wohnnutzung einkauft, könnte hier Potenzial heben.
Finanzen, Recht & Steuern
Bauzinsen steigen wieder: Ende Juli an der 4-Prozent-Marke
Die Bauzinsen haben in der zweiten Julihälfte nochmal zugelegt und liegen wieder nahe ihrer Höchststände der letzten sechs Monate. Laut Finanztip (Stand 27. Juli) bewegen sich die Zinsen meist zwischen 4,0 und 4,6 % pro Jahr – zuletzt rund 0,2 Prozentpunkte gestiegen. Treiber ist der Iran-Konflikt, der die Inflationserwartungen hochhält. Für Flipper heißt das: Finanzierungskosten sorgfältig kalkulieren und Bankvergleiche intensivieren, denn die Spreads zwischen Anbietern betragen bis zu 0,5 Prozentpunkte.
Quelle: Finanztip
Basel III macht Neubau- und Sanierungsfinanzierung teurer
Seit 2025 gelten in der EU strengere Eigenkapitalregeln für Banken (Basel III). Besonders betroffen laut Verband deutscher Pfandbriefbanken: Kredite für Neubau und Sanierung. Sie werden bislang fast so behandelt, als wären sie bereits ausgefallen, was diese Finanzierungen unnötig teuer macht. Der Verband fordert Erleichterungen. Ab 2030 greifen die Regeln in voller Schärfe. Wer heute Sanierungs-Deals finanziert, sollte das auf dem Radar haben.
Hausverwalter-Urteil: 400 Fälle gewerbsmäßiger Untreue
Vor dem Frankfurter Landgericht hat ein Hausverwalter aus dem Hochtaunuskreis zugegeben, über Jahre Gelder von mehr als 50 Eigentümergemeinschaften auf sein Privatkonto umgeleitet zu haben. In rund 400 Fällen soll er zwischen 2021 und 2026 Geld veruntreut haben. Für Flipper und Bestandshalter gilt: Wer Hausverwaltungen einsetzt, sollte Kontrollmechanismen und Kontoauszüge regelmäßig prüfen.
Fazit
Die Bauzinsen machen heute den entscheidenden Unterschied. Wer Flip-Deals finanziert, sollte bei 4 % und mehr noch genauer auf die Einkaufsseite achten. Der Spielraum beim Kaufpreis wird kleiner, nicht größer. Gleichzeitig liefern die steigenden Zwangsversteigerungszahlen und das Bayern-Momentum konkrete Chancen für diejenigen, die gezielt suchen.