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FlippɘrNews (10.07.2026) - Inflation sinkt, Zwangsversteigerungen steigen

Ein Freitag mit klaren Signalen für Flipper

Die finalen Inflationszahlen für Juni 2026 sind da, die Zwangsversteigerungszahlen steigen deutlich, und die Bauzinsen zeigen erste Bewegung nach oben. Was das konkret für Fix & Flip bedeutet – hier die wichtigsten Entwicklungen im Überblick.

Markt & Preise

Inflation offiziell bei 2,3 % – und das Kleingedruckte lohnt sich

Destatis hat die finalen Zahlen für Juni bestätigt: 2,3 % Inflation. Das ist weniger als im Mai (2,6 %) und im April (2,9 %). Haupttreiber bleibt der Iran-Krieg über die Energiepreise, aber deren Anstieg hat sich gegenüber dem Vormonat spürbar abgeschwächt. Klingt gut, aber Vorsicht: Die Kerninflation liegt bei 2,5 % und damit sogar über der Gesamtteuerung, was zeigt, dass die Entspannung fast ausschließlich aus billigeren Kraftstoffen kommt. Für Flipper relevant: Die Nettokaltmieten sind im Juni um 1,9 % gestiegen – moderat, aber stabil. Wer renoviert und vermietet, hat weiter Rückenwind.

Quelle: ad-hoc-news / Destatis, 10.07.2026

Zwangsversteigerungen: 16,5 % mehr in H1 2026 – das Angebot kommt

In den ersten sechs Monaten 2026 wurden in Deutschland 7.845 Immobilien mit einem Gesamtwert von 2,59 Milliarden Euro zur Zwangsversteigerung aufgerufen – ein Plus von 16,5 % gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Setzt sich die Entwicklung fort, rechnen Analysten für das Gesamtjahr mit rund 15.000 Verfahren. Regional gibt es große Unterschiede: In Thüringen kommen rechnerisch 33 Verfahren auf 100.000 Haushalte, in Bayern nur 14. Für Fix & Flip-Investoren ist das eine klare Botschaft: Mehr Objekte kommen auf den Markt. Wer schnell ist, kaufpreissensibel kalkuliert und das Bietverfahren kennt, findet hier Chancen.

Quelle: immowelt impuls Morning Briefing, 10.07.2026

Bauzinsen stabil um 3,5 % – Dr. Klein erwartet leichten Anstieg

Die Bauzinsen haben im Juni deutliche Schwankungen gezeigt, liegen aktuell aber wieder bei rund 3,5 % (Stand 8. Juli 2026). Dr. Klein erwartet für die kommenden Monate einen moderaten Anstieg sowohl der Bauzinsen als auch der Immobilienpreise bis zum Jahresende. Das ist keine Panik-Meldung, aber ein Fingerzeig: Wer eine Finanzierung auf dem Tisch hat, sollte die Konditionen nicht auf die lange Bank schieben. Die nächste EZB-Sitzung am 23. Juli könnte nochmal Bewegung reinbringen.

Quelle: Dr. Klein, Stand 08.07.2026

Ingolstadt bleibt trotz Auto-Krise teuer – der Markt zeigt Resilienz

Die Stadt an der Donau ist geprägt von der Automobilbranche. Die Krise dort beeinflusst auch den Immobilienmarkt – dennoch steigen die Preise. Das zeigt ein Muster, das Flipper kennen sollten: Selbst in unter Druck stehenden Städten hält das Preisniveau oft länger als erwartet, weil das Angebot gleichzeitig sinkt. Wer dort kauft, braucht trotzdem eine klare Exit-Strategie und sollte Verkaufszeiten konservativ einplanen.

Renovierung & Bau

Gebäudetyp E: Bauen wird flexibler

Der Entwurf zum Gebäudetyp E soll Bauen schneller und günstiger machen. Justizministerin Hubig konkretisiert gemeinsam mit Bauministerin Hubertz die Pläne. Das Konzept dahinter: weniger zwingende Normen, mehr Eigenverantwortung bei Bauherren und Planern. Für Bestandsrenovierungen im Fix & Flip-Bereich ist das potenziell Gold wert: Wenn künftig einzelne Standards flexibel verhandelbar werden, sinken Sanierungskosten und Genehmigungshürden. Noch ist das Gesetz nicht da, aber die Richtung stimmt.

Bau-Stimmung trübt ein, aber Materialknappheit leicht rückläufig

Die übliche Verbesserung von Februar bis Mai ist 2026 ausgeblieben. Die Zukunftserwartungen haben sich aufgrund des Iran-Kriegs eingetrübt. Gleichzeitig ein halbwegs positives Signal: Der Anteil der Unternehmen, die über Behinderungen durch Materialknappheit klagen, ist von 8 % im Mai leicht auf 7 % im Juni zurückgegangen. Für Flipper heißt das: Handwerker sind nervöser, aber das Material kommt an. Stornierungen nehmen zu – von 10,8 % auf 11,7 % –, was bedeutet: Kapazitäten könnten kurzfristig wieder verfügbarer werden. Den Handwerker jetzt buchen ist trotzdem klüger als warten.

Quelle: HDB / Bauindustrie, Stand Juni 2026

Finanzen, Recht & Steuern

Energiesteuer-Rabatt ist weg – jetzt kommen die echten Kraftstoffpreise

Die temporäre Senkung der Energiesteuer auf Kraftstoffe galt vom 1. Mai bis zum 30. Juni 2026 und ist damit ausgelaufen. Die günstigen Kraftstoffpreise der letzten zwei Monate waren zum Teil staatlich subventioniert. Kraftstoffe kosteten im Juni im Jahresvergleich schon 11,3 % mehr – in den Vormonaten waren es noch +18,0 % und +26,2 %. Für Flips mit Handwerkereinsatz, Materialtransporten und langen Fahrtstrecken: Die Logistikkosten dürften ab Juli wieder leicht anziehen. In der Kalkulation lieber einen kleinen Puffer mehr einrechnen.

Quelle: finanznachrichten.de / Destatis, 10.07.2026

Reformpläne fürs Mietrecht: Hubig legt Einschränkungen für Eigentümer vor

Justizministerin Hubig hat Reformpläne vorgestellt, die Einschränkungen für Eigentümer und Vermieter vorsehen. Details sind noch spärlich, aber die Richtung ist klar: Der politische Druck auf Vermieter nimmt weiter zu. Für Flipper, die mit dem Ziel Verkauf arbeiten, ist das vorerst kein direktes Problem. Wer aber auf Buy-and-hold oder Verkauf nach Vermietung setzt, sollte die Entwicklung eng verfolgen. Details und Gesetzentwurf werden in den nächsten Wochen erwartet.

Fazit

Die Inflation sinkt weiter auf 2,3 %, aber der Rückgang kommt fast ausschließlich vom billigeren Sprit – der ab Juli nicht mehr subventioniert ist. Die Kerninflation bleibt hartnäckig bei 2,5 %. Wer kalkuliert, sollte das im Hinterkopf behalten. Die steigenden Zwangsversteigerungszahlen sind eine echte Chance: mehr Objekte, weniger Bieter als in Boom-Zeiten, strukturell interessante Einkaufspreise. Und die Bauzinsen um 3,5 % sind kein Schnäppchen, aber auch kein Dealbreaker. Wer seinen Flip solide einkauft und zügig umsetzt, hat trotz allem ein gut kalkulierbares Umfeld.