Luxusbad für 3.000 € pro m²? So günstig lässt sich der Look kopieren
Johannes zeigt dir in dieser Folge sein Hotelzimmer in Albanien und erklärt, wie du den Hotelbad-Look mit überschaubarem Budget in Deutschland nachbauen kannst. Von indirekter LED-Beleuchtung über Unterputzarmaturen bis hin zu Fliesen im Format 120 x 60 bekommst du konkrete Materialempfehlungen, Preisrahmen und praktische Tipps direkt von der Baustelle.
Warum das Hotelbad so gut aussieht
Was ein Hotelbad von einem durchschnittlichen Mietwohnungsbad unterscheidet, ist selten das Material allein. Es ist die Kombination aus Licht, Fliesen und stimmigen Details. Das Hotelzimmer in Albanien zeigt das gut: Die abgehangene Decke, eingelassene Spots, eine indirekte LED-Leiste und ein klares Farbkonzept in Beige und Schwarz erzeugen zusammen einen Look, der nach viel Geld aussieht, aber nicht zwingend viel kosten muss. Genau das ist der Ansatz beim Fix and Flip: Optische Wirkung maximieren, Kosten kontrollieren.
Abgehangene Decke und indirekte Beleuchtung
Ein zentrales Element ist die abgehangene Decke mit indirekter Beleuchtung. Das Prinzip dahinter ist simpel: Du hängst die Decke ab, setzt ein Aluprofilleiste ein und klebst ein LED-Band hinein. Das Ergebnis ist ein weiches, indirektes Licht, das den Raum deutlich hochwertiger wirken lässt.
- LED-Bänder und Aluprofil bekommst du bei Amazon oder im Elektrofachhandel. Das Profil dient als Halterung und sorgt gleichzeitig für eine saubere Optik.
- Eingelassene Deckenspots sind ebenfalls bei Amazon erhältlich und lassen sich gut in Trockenbaudecken einsetzen.
- Wer auf eine abgehangene Decke verzichten möchte, kann zumindest mit einer LED-Leiste oben im Schrank arbeiten. Batteriebetriebene Varianten, zum Beispiel von IKEA, gehen beim Öffnen der Schranktür automatisch an und erfordern keine Elektroinstallation.
Indirekte Beleuchtung kommt bei Käufern und Mietern sehr gut an und ist ein Element, das Johannes beim Fix and Flip mittlerweile regelmäßig einsetzt. Die Kosten für LED-Profil, Band und Spots sind überschaubar. Der Aufwand liegt vor allem in der handwerklichen Ausführung der abgehangenen Decke.
Das richtige Fliesenformat: 120 x 60 ist dein Freund
Im Bad des Hotelzimmers ist das Fliesenformat 120 x 60 cm verbaut. Das ist ein Format, das Johannes und sein Team selbst sehr häufig verwenden, und zwar aus mehreren Gründen.
- Das Format wirkt großzügig und hochwertig, ohne dass die Verlegekosten explodieren.
- Im Gegensatz zu 120 x 120 cm ist das Handling für den Fliesenleger deutlich einfacher. Große quadratische Platten sind schwerer zu transportieren, schwieriger zu schneiden und fehleranfälliger beim Verlegen.
- Das Fugenbild ist bei 120 x 60 besonders praktisch: Weil 60 cm genau die Hälfte von 120 cm ist, passen die Fugen an vielen Stellen sauber zusammen. Du vermeidest willkürliche Fugenverläufe und bekommst ein ruhiges, stimmiges Bild.
Eine Fliese, die Johannes in einer eigenen Einkaufsgemeinschaft bezieht, nennt sich Arc Ivory im Format 21 x 60 cm und kostet im Einkauf rund 22 bis 23 Euro pro Quadratmeter. Das zeigt: Ein hochwertiger Look braucht kein teures Material. Er braucht das richtige Format und eine saubere Verlegung.
Messen ohne Zollstock: Zwei Tricks für die Besichtigung
Beim Thema Fliesen gibt es zwei praktische Tipps, die besonders beim Fix and Flip auf Besichtigungen nützlich sind, wenn du gerade kein Messwerkzeug dabei hast.
Trick 1: Körpermaß nutzen. Johannes weiß, dass er mit ausgestreckter Hand genau auf 238 bis 240 cm Deckenhöhe kommt. Wenn du deinen eigenen Körper einmal ausmisst, kannst du Deckenhöhen auf Besichtigungen schnell abschätzen, ohne Laser oder Zollstock.
Trick 2: DIN-A4-Blatt als Maßstab. Ein DIN-A4-Blatt ist 29,7 cm lang und 21 cm breit. Du kannst es also als grobes Messgerät verwenden. Zwei Blätter nebeneinander ergeben ungefähr 60 cm, was genau der Breite einer klassischen 120 x 60-Fliese entspricht. Tiefe eines Waschtischs, Breite einer Nische, Länge einer Fliese: Vieles lässt sich damit schnell und ausreichend genau abschätzen.
Duschabtrennung: Weniger ist mehr
Die Glasscheibe in der Dusche ist ein Element, das einen großen optischen Einfluss hat. Hier gibt es einiges zu beachten.
- Wähle immer ESG-Glas (Einscheibensicherheitsglas) mit mindestens 10 mm Stärke, nicht 8 mm. Die Scheibe wirkt stabiler und ist im Alltag deutlich belastbarer.
- Es gibt Varianten mit vollständigem Rahmen, Varianten oben offen und Varianten mit nur einer schwarzen Aluschiene hinten. Letztere verbaut Johannes besonders gerne, weil sie reduziert wirken und sich leicht selbst montieren lässt.
- Wichtig beim Design: Vermeide zu viele schwarze Streben oder kleinteilige Gittermuster. Weniger ist hier deutlich mehr. Je mehr Streben, desto unruhiger wirkt die Scheibe.
- Auch dunkle oder getönte Glasscheiben können gut aussehen, brauchen aber ein helles, großes Bad als Umgebung. In einem kleinen Bad von 4 bis 5 Quadratmetern kann eine undurchsichtige Scheibe den Raum stark einengen.
Der Preis für eine klassische Duschabtrennung mit 120 cm Breite liegt online zwischen 250 und 400 Euro. Beim klassischen Badeinrichter kann dasselbe Produkt schnell 800 bis 900 Euro kosten. Der Unterschied ist oft reine Marge.
Unterputzarmaturen: Hier nicht sparen
Die Armaturen im Hotelbad sind als Unterputzarmaturen verbaut. Das bedeutet, Rohre und Anschlüsse verschwinden in der Wand. An der Oberfläche sieht man nur die Bedienelement, den Regenduschkopf und die Handbrause. Der Unterschied zu einer aufgesetzten Armatur ist optisch erheblich.
Gute Unterputzarmaturen gibt es von Herstellern wie Hansgrohe, Grohe oder Kludi. Johannes empfiehlt, hier nicht am falschen Ende zu sparen:
- Billige No-Name-Armaturen von Alibaba oder ähnlichen Plattformen werden dir viele Sanitärfachbetriebe nicht einbauen, weil sie keine Gewährleistung für Material übernehmen wollen, das sie nicht selbst beschaffen.
- Wasser ist neben Strom das Thema, bei dem die meisten Gewährleistungsfälle entstehen. Einmal zu knapp kalkuliert, und du sitzt am Ende mit einem Wasserschaden.
- Ein komplettes Set aus Mischbatterie, Regenduschkopf und Handbrause kostet bei guter Qualität zwischen 500 und 1.000 Euro. Für günstigere Armaturen mit Aufputzmontage bist du bei rund 300 Euro.
Spiegel, Waschbecken und Waschtischunterschrank
Beim Spiegel setzt Johannes auf schlichte, indirekt beleuchtete Varianten ohne viele Toucher, Farbtemperaturregler oder dauerhaft leuchtende LEDs. Zu viele Funktionen machen einen Spiegel optisch unruhig und wirken schnell billig. Ein einfacher LED-Spiegel im Format 70 x 120 cm kostet zwischen 80 und 150 Euro und ist bei Amazon erhältlich.
Das runde Waschbecken im Hotel ist zwar designmäßig stimmig, hat aber einen praktischen Nachteil: Die nutzbaren Ablageflächen um das Becken herum sind durch die Rundung eingeschränkt. Für die Vermietung oder den Verkauf nach einem Flip ist ein eckiges oder oval-längliches Waschbecken oft die bessere Wahl. Der Preis liegt je nach Ausführung zwischen 70 und 200 Euro.
Den Waschtischunterschrank kauft Johannes oft bei IKEA. Das Sortiment bietet ordentliche Qualität für 50 bis 200 Euro, und einige Modelle sind in hellen, cremigen Farbtönen erhältlich, die gut zu einem beige-grauen Fliesenkonzept passen.
Designkonsistenz: Die kleinen Details entscheiden
Ein Punkt, den Johannes immer wieder betont: Wenn du dich für ein Farbkonzept entschieden hast, dann zieh es konsequent durch. Im Hotelbad sind schwarze Armaturen verbaut, schwarze Steckdosen und schwarze Griffe. Das wirkt dann aber sofort unfertig, wenn der Ablaufstöpsel im Waschbecken plötzlich in Chrom glänzt.
- Stöpsel gibt es in weiß matt, schwarz und verschiedenen anderen Farben. Sie kosten rund 15 Euro und sind bei Amazon erhältlich.
- Schrankgriffe kannst du sehr einfach austauschen. Du misst die Bohrungsabstände der alten Griffe aus, bestellst passende Griffe in deiner Wunschfarbe und tauschst sie gegen die alten aus. Kosten: rund 10 Euro pro Griff.
- Auch Schiebetüren oder Innentüren sollten in der Metalloptik zum restlichen Bad passen. Eine schwarze Duschaftrennung mit einem Chromschieber daneben ist ein häufiger Fehler, der das Gesamtbild stört.
Das gilt auch für Silikonfugen: Eine fehlende oder fehlerhaft ausgeführte Silikonfuge hinter dem Waschbecken ist nicht nur optisch ein Problem, sondern auch ein Gewährleistungsthema. Wasser, das hier hinter das Holz des Unterschranks läuft, führt zu aufquellenden Möbeln und im schlimmsten Fall zu Schimmel.
Was kostet ein solches Bad in Deutschland?
Johannes gibt eine ehrliche Einschätzung zu den Gesamtkosten. Wer in Deutschland ein Badezimmer dieser Qualität neu baut, also mit neuer Sanitärinstallation, neuer Elektrik, abgehangener Decke, LED-Beleuchtung, Unterputzarmaturen, Fliesen, Dusche, Waschtisch und Toilette, der sollte realistisch mit 2.000 bis 4.000 Euro pro Quadratmeter rechnen. Das ist kein günstiger Wert, aber er ist ehrlich kalkuliert für deutsche Handwerkerpreise, Gewährleistung und Materialqualität.
Wer beim Fix and Flip rechnet, muss diesen Kostenblock kennen und einplanen. Ein 6-Quadratmeter-Bad kann schnell 15.000 bis 20.000 Euro kosten, wenn alles neu gemacht wird. Gleichzeitig ist ein hochwertiges Bad eines der stärksten Verkaufsargumente bei der Vermarktung. Der Aufwand zahlt sich aus, wenn das Gesamtkonzept stimmt und die Lage des Objekts den entsprechenden Verkaufspreis trägt.
Die gute Nachricht: Einzelne Elemente lassen sich auch kostengünstig upgraden, ohne das komplette Bad zu sanieren. Neue Griffe, ein neuer Spiegel, eine neue Duschabtrennung, eine LED-Leiste und ein frischer Silikon können ein bestehendes Bad schon deutlich aufwerten, ohne dass du die Rohre anfasst.
Fazit: Hotelbad-Look ist machbar
Das Hotelzimmer in Albanien ist kein unerreichbares Vorbild. Es ist eine Sammlung von Elementen, die du mit etwas Planung und dem richtigen Einkauf auch in Deutschland nachbauen kannst. Abgehangene Decke mit LED, das Fliesenformat 120 x 60, eine klare Farbsprache in Schwarz oder Chrom, Unterputzarmaturen und ein schlichter beleuchteter Spiegel: Das sind die Bausteine. Keine Riesenbudgets, keine Luxusmaterialien. Nur ein klares Konzept und die Disziplin, es konsequent durchzuziehen.