Mehr Gewinn durch meine Papp-Küche? | Immobilien verkaufen mit Home-Staging
Home-Staging ist eine der günstigsten Stellschrauben, wenn du eine Immobilie schnell und zu einem guten Preis verkaufen willst. In dieser Folge zeigt Johannes, wie er ein Objekt mit wenigen Möbelstücken, einem Duftspray und einer Küche aus Pappe so aufwertet, dass Kaufinteressenten beim Besichtigungstermin direkt fragen, ob die Einrichtung mit verkauft wird.
Was ist Home-Staging und warum lohnt es sich beim Fix and Flip?
Wer Immobilien kauft, renoviert und wieder verkauft, kennt das Problem: Eine leere Wohnung wirkt auf Fotos und beim Besichtigungstermin kalt und wenig einladend. Potenzielle Käufer können sich schlecht vorstellen, wie sie in dem Objekt leben würden. Genau da setzt Home-Staging an. Es geht nicht darum, die Wohnung vollständig einzurichten, sondern mit gezielt platzierten Möbelstücken und Accessoires eine Atmosphäre zu schaffen, die emotional anspricht.
Johannes macht das bereits seit mehreren Flips und hat dafür ein wiederverwendbares Staging-Set aufgebaut. Das Besondere: Das gesamte Inventar hat ihn insgesamt rund 2.500 Euro gekostet, und es kommt bei jedem neuen Objekt wieder zum Einsatz. Die Möbel werden nach dem Verkauf wieder abgebaut und mitgenommen, das Objekt wird also immer unmöbliert übergeben.
Wie viele Möbelstücke braucht man wirklich?
Die gute Nachricht: Es sind deutlich weniger Teile nötig, als man denkt. Johannes spricht im Video von rund 5 bis 6 verschiedenen Möbelstücken oder Teilen pro Raum. Es kommt nicht auf die Masse an, sondern darauf, was man wo aufstellt und wie der Raum dadurch wirkt. Ein Sofa im Wohnzimmer, ein kleiner Sekretär im Flur, ein Spiegel im Bad und ein paar Kissen reichen oft aus, um den entscheidenden Unterschied zu machen.
Sein Staging-Set beinhaltet unter anderem:
- 10 bis 15 Kissen in verschiedenen Farben und Größen
- 3 bis 5 verschiedene Vorhänge in unterschiedlichen Farben und Schichten
- Lampen, die bei Bedarf installiert werden
- Einen leichten Sekretär, der sich in fünf Teile zerlegen lässt und problemlos in eine Transportkiste passt
- Kleine Accessoires wie Kunstpflanzen und Blumen für Bad und Flur
- Eine Handtuchleiter fürs Badezimmer
Der größte Einzelposten in seinem Inventar ist ein Tisch, der rund 900 Euro bei IKEA gekostet hat. Dazu kommt das Papp-Sofa für etwa 500 Euro. Den Rest hat er über verschiedene Quellen zusammengestellt.
Die legendäre Papp-Küche: Funktioniert das wirklich?
Das absolute Herzstück seines Staging-Setups ist eine Küche aus Pappe, die er für rund 350 Euro gekauft hat. Die Küche kommt von einem niederländischen Anbieter und sieht auf den ersten Blick täuschend echt aus. Sie verfügt über Küchenfronten, eine Herdplatte und ein Fake-Waschbecken, alles aus hochwertig bedrucktem Karton gefertigt.
Der Aufbau dauert bei bekanntem Ablauf rund 10 Minuten. Beim ersten Aufbau hat Johannes einen kleinen Fehler gemacht und die Innenteile falsch zusammengesteckt, sodald er noch einmal öffnen musste. Wer den Aufbau aber einmal kennt, steht nach einer Viertelstunde vor einer optisch überzeugenden Küche.
Die Küche hat er inzwischen dreimal auf- und abgebaut, nach eigenen Angaben sogar fünfmal abgebaut, und sie sieht noch immer gut aus. Einzige Schwachstelle: An den unteren Kanten können sich mit der Zeit kleine Fältchen bilden. Das lässt sich mit einem Streifen durchsichtigem Paketklebeband einfach verhindern.
Was viele nicht glauben wollen: Bei einer Besichtigung haben Interessenten ernsthaft gefragt, ob die Küche mit verkauft wird und ob sie in der Wohnung bleiben kann. Erst als Johannes sie bat, nochmal genauer hinzuschauen, haben sie gemerkt, dass es sich um Pappe handelt. Statt Ärger hat das Gesprächsstoff erzeugt. Die Küche bricht das Eis, sorgt für Lacher und macht den Besichtigungstermin lebendig, so Johannes.
Papp-Sofa und weitere Staging-Möbel aus Pappe
Neben der Küche hat Johannes auch ein Sofa aus Pappe im Einsatz. Beide Produkte kommen von demselben niederländischen Anbieter, den er im Video verlinkt, ohne dafür Geld zu bekommen. Er sagt selbst, er hat schlicht noch keinen anderen Anbieter gefunden, der eine Küche aus Pappe anbietet, die so überzeugend aussieht.
Das Papp-Sofa hat ihn rund 500 Euro gekostet und lässt sich genauso schnell auf- und abbauen wie die Küche. Ultraleicht, einfach zu transportieren und optisch auf Fotos kaum von einem echten Sofa zu unterscheiden, das sind die entscheidenden Vorteile für Flipper, die mehrere Objekte pro Jahr vermarkten.
Kleine Details mit großer Wirkung
Johannes zeigt im Video auch, dass es oft die kleinen Dinge sind, die den Unterschied machen. Ein paar konkrete Tipps, die er selbst einsetzt:
- Duftspray kurz vor der Besichtigung: Ein Raumspray, das nach Spa oder Hotelbereich riecht, wird im Eingangsbereich versprüht. Das setzt einen unbewussten positiven Impuls, noch bevor der Interessent den ersten Raum betritt.
- Handtuchleiter im Badezimmer: Für rund 30 Euro kaufbar oder bereits im Set vorhanden. Mit zwei gefalteten Handtüchern ist das Bad optisch fertig gestylt.
- Kunstpflanzen und Grün: Kleine Pflanzen oder Blumen in Bad und Flur bringen Lebendigkeit in den Raum. Johannes empfiehlt, wenn man einen guten Deal findet, gleich mehrere davon zu kaufen, weil man sie immer gebrauchen kann.
- Teppich: Ein Teppich auf dem Boden des Badezimmers oder Wohnzimmers macht den Raum weicher und einladender.
Home-Staging selbst machen oder beauftragen?
Professionelle Home-Staging-Dienstleister können je nach Objekt und Aufwand schnell mehrere tausend Euro kosten. Wer regelmäßig Immobilien flippt, also mindestens drei bis vier Objekte im Jahr, für den rechnet sich ein eigenes Staging-Set schnell. Johannes hat für sein gesamtes Inventar rund 2.500 Euro ausgegeben und nutzt es bereits beim dritten Objekt. Die Kosten pro Einsatz sinken mit jedem weiteren Flip.
Wer nur gelegentlich verkauft, kann überlegen, ob er einzelne Teile kauft oder sich für bestimmte Räume auf günstige IKEA-Lösungen und gebrauchte Möbel konzentriert. Die Grundregel bleibt: Lieber wenige Teile, die gut platziert sind, als eine vollgestopfte Wohnung, die wie ein Möbellager wirkt.
Warum Home-Staging den Verkaufspreis beeinflusst
Ein gestagetes Objekt wirkt auf Fotos deutlich attraktiver als eine leere Wohnung. Und weil der erste Kontakt mit einer Immobilie heute fast immer über Immobilienportale stattfindet, entscheiden die Fotos darüber, ob jemand überhaupt eine Besichtigung anfragen. Wer hier mit professionell wirkenden, atmosphärischen Aufnahmen punktet, bekommt mehr Anfragen, hat mehr Interessenten zur Auswahl und kann einen besseren Preis erzielen.
Im konkreten Fall von Johannes hat der Makler direkt im gestageten Zustand einen 3D-Rundgang des Objekts aufgenommen. Das Ergebnis: Wohnräume, Küche und Bad sehen auf den Aufnahmen fertig und bezugsbereit aus, obwohl die Möbel nach dem Verkauf wieder verschwinden.
Home-Staging ist damit keine Kosmetik, sondern ein konkretes Werkzeug, das den Verkaufserfolg messbar beeinflusst. Wer als Immobilieninvestor regelmäßig kauft, renoviert und verkauft, sollte es von Anfang an einkalkulieren, sowohl in der Zeitplanung als auch im Budget.
Fazit: Lohnt sich Home-Staging beim Immobilienverkauf?
Johannes' Antwort ist eindeutig: ja, und zwar ohne Wenn und Aber. Die Papp-Küche für 350 Euro hat sich nach der ersten Besichtigung bezahlt gemacht, indem sie Gesprächsstoff geliefert, Interessenten überrascht und die Atmosphäre aufgelockert hat. Wer damals skeptisch war und fragte, warum man eine Küche aus Pappe kaufen sollte, hat aus seiner Sicht schlicht nicht verstanden, wie Verkaufspsychologie funktioniert.
Der Kern der Botschaft: Mit einem überschaubaren Budget von rund 2.500 Euro für ein wiederverwendbares Staging-Set kannst du deine Immobilien deutlich besser vermarkten, mehr Besichtigungsanfragen generieren und am Ende einen höheren Verkaufspreis erzielen. Das ist kein Trick, sondern einfach gutes Handwerk beim Immobilien-Flipping.