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Meine zweite Wohnung! Wohnungstour & Renovierungspläne | Flipper

Die Schlüssel sind da, der Notartermin ist durch und jetzt geht es ans Eingemachte. In dieser Folge zeigt Johannes sein zweites Fix-and-Flip-Projekt: eine klassische Altbauwohnung mit Strukturtapeten, altem Teppichboden und einem Bad, das dringend mehr Platz braucht. Du bekommst die komplette Wohnungstour plus einen detaillierten Blick auf die Renovierungspläne.

Der erste Eindruck: typisch Alt, typisch Oma

Wer schon mal eine unrenovierte Altbauwohnung betreten hat, kennt das Gefühl sofort. Die Wohnung wurde zuletzt von einer älteren Dame bewohnt, und das sieht man auf den ersten Blick. Strukturtapeten an allen Wänden, ein alter Teppichboden, dunkle Schränke und eine Küche, bei der man sich direkt in die 1970er Jahre zurückversetzt fühlt. Gebaut wurde das Objekt laut Johannes um 1972, seitdem wurde an der Substanz kaum etwas verändert.

Das klingt erstmal nach viel Arbeit. Aber genau das ist der Kern des Fix-and-Flip-Ansatzes: Du kaufst eine Wohnung, die niemand so haben will, renovierst sie grundlegend und verkaufst sie anschließend mit Gewinn. Der Zustand beim Kauf bestimmt maßgeblich, wie viel Marge am Ende übrig bleibt.

Ein cleverer Zug beim Kaufabschluss: Johannes hat mit dem Verkäufer ausgehandelt, die Wohnung selbst zu entrümpeln und dafür einen Preisnachlass beim Kaufpreis bekommen. Das ist eine klassische Win-win-Situation beim Fix-and-Flip. Der Verkäufer muss sich nicht um die Entsorgung kümmern, der Käufer spart beim Kaufpreis und hat gleichzeitig die Kontrolle darüber, was wirklich rauskommt und was vielleicht noch Wert hat.

Wohnungstour: Was steckt in der Wohnung?

Direkt beim Eingang öffnet sich rechts das Schlafzimmer mit rund 15 Quadratmetern. Die Schränke sind noch voll, die Tapete löst sich stellenweise schon von der Wand. Ein gutes Zeichen für alle, die Tapeten entfernen wollen: Was von alleine losgeht, spart Arbeitszeit beim Abbeizen.

Der Flur ist lang und verbindet alle Räume miteinander. Auffällig schon beim ersten Blick: die Elektrik entspricht nicht mehr den heutigen Standards. Hier muss auf jeden Fall nachgezogen werden, bevor irgendetwas anderes in Angriff genommen werden kann. Elektrik ist bei älteren Objekten fast immer ein Thema und sollte im Renovierungsbudget von Anfang an realistisch eingeplant werden.

Die Küche ist, wie Johannes es direkt auf den Punkt bringt, typisch alt und typisch hässlich. Aber der Raum selbst hat Potenzial. Ein besonderes Highlight ist ein Oberlicht, das mit der richtigen Gestaltung dem Raum viel Charakter geben kann. Sowas lässt sich nicht kaufen, das ist einfach da und macht den Unterschied zu einem austauschbaren Neubaugrundriss.

Die größte Baustelle: Bad und Abstellraum

Das eigentliche Herzstück der Renovierung liegt im hinteren Bereich der Wohnung. Hier treffen zwei Räume aufeinander, die in ihrer aktuellen Form beide nicht optimal sind: das Bad und ein übergroßer Abstellraum. Das Bad ist zu klein, der Abstellraum ist für eine Einzelperson schlicht zu groß. Die Lösung liegt auf der Hand: Wand raus, Grundriss neu denken.

Der konkrete Plan sieht so aus:

  • Die Trennwand zwischen Bad und Abstellraum wird herausgebrochen und neu in einer anderen Flucht gezogen.
  • Das Bad gewinnt dadurch spürbar mehr Fläche auf der Seite.
  • Hinter der neuen Badtür entsteht ein kompakter Bereich für Waschmaschine und Co.
  • Der restliche Teil des ehemaligen Abstellraums bleibt als Abstellkammer erhalten, nur kleiner und sinnvoller geschnitten.

Auch die Heizungsregelung sorgt beim Rundgang für einen Schmunzler: Um die Heizung einzustellen, muss man erst den Badspiegelschrank öffnen. Das ist der Moment, in dem klar wird, dass hier Jahrzehnte lang nichts modernisiert wurde, und genau das ist die Chance für den Flipper.

Renovierungsplan im Detail

Johannes hat für dieses Projekt einen klaren Plan, der sich am bewährten Vorgehen aus dem ersten Flip orientiert. Hier die wichtigsten Maßnahmen im Überblick:

  • Badezimmer komplett neu: Die alte Badewanne fliegt raus. Stattdessen kommt eine ebenerdige Dusche mit Glaswand und Regendusche rein, genauso wie im vorherigen Projekt. Dazu ein moderner Waschtisch mit Holzakzenten, Schwederplatte an der Wand und ein großer LED-Spiegel über die komplette Breite des Raums.
  • Küche: Alles raus, alles neu. Die Wände werden frisch verputzt, der Boden bekommt die gleichen großformatigen 60x60-Fliesen, die Johannes schon beim ersten Projekt eingesetzt hat. Das sorgt für ein ruhiges, modernes Erscheinungsbild.
  • Böden: Der alte Teppichboden verschwindet vollständig. Durch die gesamte Wohnung kommt neues Parkett. Parkett wertet eine Wohnung optisch enorm auf und ist für Käufer oder Mieter ein starkes Argument.
  • Wände und Tapeten: Alle Strukturtapeten werden entfernt. Die Wände werden neu verputzt. Ein erster Test hat gezeigt, dass die Tapeten gut ablösbar sind, was Arbeitszeit spart.
  • Türen: Alle Innentüren werden komplett neu gemacht, weiß, schlicht, zeitlos.
  • Elektrik: Muss komplett auf Vordermann gebracht werden.

Der Balkon als stilles Ass im Ärmel

Ein Detail, das Johannes besonders freut, ist der Balkon. Zum Zeitpunkt der Erstbesichtigung sieht er noch nicht besonders einladend aus, Baulärm aus der Umgebung inklusive. Aber die Lage hat echtes Potenzial: mitten in der Stadt, und trotzdem mit grüner Aussicht. Wenn die Wohnung fertiggestellt im Sommer auf den Markt kommt, wird dieser Balkon ein klares Verkaufsargument sein. Käufer zahlen für Außenflächen, besonders in städtischen Lagen, und ein gepflegter Balkon mit Blick ins Grüne hebt eine Wohnung deutlich aus der Masse heraus.

Was Fix and Flip wirklich bedeutet: die Arbeit vor der Arbeit

Bevor der erste Handwerker kommt, muss die Wohnung komplett leer sein. Und das ist mehr Aufwand als viele denken. Alte Möbel, volle Schränke, Bücher, Küchengeräte, Jahrzehnte an angesammeltem Hausrat. All das muss sortiert, gespendet, entsorgt oder abtransportiert werden. Johannes macht das selbst, gemeinsam mit seinem Team, und hat dafür wie erwähnt beim Kaufpreis verhandelt.

Wer selbst über Fix and Flip nachdenkt, sollte diesen Schritt nie unterschätzen. Entrümpelung und Bestandsaufnahme sind die Grundlage für alle weiteren Entscheidungen. Erst wenn die Wohnung leer ist, sieht man wirklich, womit man es zu tun hat. Versteckte Schäden, Feuchtigkeitsspuren unter Tapeten, der tatsächliche Zustand der Böden, all das wird erst sichtbar, wenn der Hausrat draußen ist.

Gleichzeitig ist das der Moment, in dem ein gutes Auge sich lohnt. Ein Käsemesser in einer Schublade ist kein Fund, aber manchmal steckt in alten Wohnungen tatsächlich Wertvolles. Und selbst wenn nicht: Die Entrümpelung gibt dir das Gefühl für das Objekt, du verstehst die Substanz, du siehst die Schwachstellen und du entwickelst einen Blick dafür, was wirklich gemacht werden muss und was vielleicht auch warten kann.

Was du aus diesem Projekt mitnehmen kannst

Dieses zweite Flip-Projekt von Johannes zeigt exemplarisch, wie man eine unrenovierte Altbauwohnung systematisch angeht. Ein paar Lernpunkte, die sich aus der Tour direkt ableiten lassen:

  • Verhandeln beim Kauf: Wer die Entrümpelung übernimmt, kann einen Preisnachlass durchsetzen. Das schont das Eigenkapital und erhöht die spätere Marge.
  • Grundriss denken, nicht nur Oberflächen: Der Wert steckt oft nicht nur in neuer Farbe und neuem Parkett. Eine schlaue Grundrissänderung, wie hier beim Bad, kann den Wert einer Wohnung erheblich steigern.
  • Wiederholbare Materialien und Handwerker: Johannes setzt wieder auf 60x60-Fliesen und das gleiche Badezimmerkonzept wie beim ersten Projekt. Das spart Planungszeit und Einkaufsaufwand und das ist bei mehreren Projekten ein echter Hebel.
  • Elektrik und Leitungen nie vergessen: In Altbauten aus den 1970ern ist die Elektrik fast immer ein Thema. Wer das bei der Kalkulation unterschätzt, erlebt böse Überraschungen.
  • Emotionale Stärken nutzen: Ein Balkon mit grüner Aussicht mitten in der Stadt ist ein Verkaufsargument. Erkenne diese Stärken früh und baue die Renovierung so, dass sie diese Qualitäten unterstreichen.

Das nächste Update folgt, wenn die Entrümpelung abgeschlossen ist und die ersten Handwerker loslegen. Es bleibt spannend.