Neue Baustelle mit Rundgang | Bestand "Vorher" | Was passiert hier?
Ein neues Projekt ist gestartet, und Johannes nimmt dich direkt mit auf die Baustelle. In diesem Video bekommst du einen ehrlichen Vorher-Rundgang durch eine Bestandswohnung, die jetzt saniert wird. Du siehst, was bereits abgerissen wurde, welche Räume erhalten bleiben und wie der neue Grundriss aussehen soll.
Das Projekt: Eine Bestandswohnung mit Potenzial
Das Objekt ist ein privates Projekt von Johannes. Deshalb hält er sich beim Thema Kaufpreis, Lage und Rendite bewusst bedeckt. Die Aussicht sei "brutal", aber genau das würde verraten, wo sich die Wohnung befindet. Was er aber zeigt, ist der Ist-Zustand vor der Sanierung und der geplante Umbau Schritt für Schritt.
Die Wohnung ist rund 15 bis 20 Jahre alt und war zuletzt bewohnt. Es wurden Kinder groß gezogen, es wurde gelebt. Der Zustand war nicht katastrophal, aber optimierungswürdig. Typisch für Bestandsobjekte in diesem Alter: Alles funktioniert noch irgendwie, aber Böden, Bäder und Wände entsprechen nicht mehr dem heutigen Standard.
Genau das ist die Ausgangslage für eine klassische Sanierung im Bestand. Kein Totalabbruch, keine Luxussanierung, sondern eine gezielte, kosteneffiziente Aufwertung, die den Grundriss verbessert und die Wohnung auf einen modernen Stand bringt.
Das Bad: Umbau mit neuem Grundriss
Das Bad ist der aufwendigste Teil der Sanierung. Hier wird nicht nur gestrichen und gefliest, sondern der Grundriss aktiv verändert. Im Originalzustand gab es:
- Einen Waschtisch
- Eine Badewanne
- Ein separates WC dahinter
Der neue Plan sieht deutlich durchdachter aus. Eine Wand wird herausgebrochen, eine neue Mauer gesetzt. So entsteht mehr Bewegungsfreiheit und eine klarere Raumaufteilung:
- Eine ebenerdige, großzügige Dusche wird neu gebaut
- Der Waschtisch bekommt einen neuen Platz
- Die Badewanne wird versetzt, bleibt aber erhalten
- Beide Türen bleiben bestehen
Das ist ein gutes Beispiel dafür, wie man mit vergleichsweise wenig baulichem Aufwand ein Bad deutlich aufwerten kann. Eine ebenerdige Dusche gilt heute als Standard bei Neubauten, in Bestandswohnungen ist sie jedoch noch immer ein echtes Verkaufsargument.
Die Schlafzimmer: Wenig Aufwand, klare Linie
Die Wohnung verfügt über drei Schlafzimmer. Der Zustand ist solide. Neue Fenster sind bereits verbaut, die Decken sind in Ordnung. Was gemacht wird, ist überschaubar:
- Korkboden raus, Parkett rein: Der Korkboden ist noch nicht sehr alt, wird aber trotzdem ersetzt. Parkett wirkt hochwertiger und ist bei Käufern und Mietern heute deutlich beliebter.
- Wände werden komplett neu gestrichen: Weiß, sauber, zeitlos
- Die vorhandenen Türen aus Buchenholz bleiben erhalten, sie sehen noch gut aus
- Ein dreieckiger Abstellraum ist vorhanden. Ob die Regale darin bleiben oder angepasst werden, ist noch offen
In einem der Schlafzimmer gab es zwei Türen, was es faktisch zum Durchgangszimmer gemacht hat. Eine Tür wird zugemacht. Das klingt nach einer Kleinigkeit, macht aber einen großen Unterschied: Der Raum gewinnt an Wandfläche, lässt sich besser möblieren, und das Zimmer wirkt in sich geschlossen statt wie ein Korridor.
Wohnzimmer und Essbereich: Wand bleibt, Ofen kommt
Der Wohn- und Essbereich ist großzügig geschnitten. Hier ist eine grundsätzliche Frage bei solchen Projekten immer: offenes Konzept oder Trennung? Johannes hat sich entschieden, die Wand zwischen Küche und Wohnbereich zu belassen. Eine gewisse Trennung zwischen Kochen, Essen und Wohnen sei seiner Meinung nach immer noch sinnvoll, auch wenn der Trend in den letzten Jahren stark in Richtung offene Grundrisse gegangen ist.
Was sich im Wohnzimmer konkret ändert:
- Eine Wand wurde bereits herausgebrochen, die ursprünglich ein separates Zimmer abgetrennt hat. Der Raum ist dadurch jetzt deutlich großzügiger.
- Der alte Fliesen- und Holzboden wird erneuert, neue Fliesen kommen rein
- Ein neuer Kachelofen aus Speckstein wird eingebaut. Das ist ein bewusstes Gestaltungselement, kein reiner Funktionsgedanke
- Der Teppich im dritten Schlafzimmer fliegt raus, die gewölbte Holzdecke bleibt erhalten
Die gewölbte Holzdecke ist ein Detail, das in einem Altbau oft einfach da ist, aber wenn man es bewusst einsetzt und drumherum sauber renoviert, kann es zum echten Highlight werden.
Die Küche: Neu, komplett, auf ganzer Länge
Die alte Küche ist weg. Der Fliesenspiegel wurde bereits in der Woche vor den Dreharbeiten entfernt. Jetzt ist der Raum leer und bereit für eine komplett neue Küche. Geplant ist:
- Eine Küche auf der gesamten Länge der Wand
- Die Trennwand zum Wohnbereich bleibt stehen
- Kein offenes Konzept, sondern ein eigenständiger Küchenraum
Das macht bei dieser Wohnung Sinn. Ein offener Grundriss klingt modern, aber wenn die Küche durch einen eigenständigen Raum mehr Schrankfläche und eine vollwertige Einbauküche bekommt, ist das für viele Nutzer im Alltag der praktischere Ansatz.
Elektro und weitere Details
Neben den sichtbaren Umbaumaßnahmen stehen auch kleinere Arbeiten an, die oft unterschätzt werden:
- Steckdosen werden nachgebessert: Positionen, die früher nicht optimal gesetzt wurden, werden angepasst
- Elektrische Arbeiten in Maßen, kein Vollumbau der Elektrik
- Türen werden eventuell noch leicht überarbeitet, bleiben aber grundsätzlich erhalten
Das zeigt eine wichtige Grundhaltung bei dieser Art von Sanierung: Nicht alles neu machen, was noch funktioniert. Wer jeden Euro umdreht und gezielt investiert, arbeitet effizienter als jemand, der pauschal alles rausreißt.
Was dieses Projekt lehrt: Sanierung mit Augenmaß
Dieses Objekt ist kein typisches Fix-and-Flip-Projekt im klassischen Sinne. Es ist ein privates Projekt, bei dem Johannes keine Zahlen offenlegt. Trotzdem zeigt der Rundgang sehr anschaulich, wie eine durchdachte Bestandssanierung aussieht:
- Grundriss optimieren, wo es sinnvoll ist, nicht um jeden Preis
- Substanz erhalten, die noch gut ist: Fenster, Türen, Decken, Wandstruktur
- Gezielte Aufwertungen an den Stellen, die am stärksten wahrgenommen werden: Bad, Boden, Küche, Wände
- Keine unnötigen Eingriffe in die Tragstruktur oder Elektrik, wenn nicht nötig
Genau diese Denkweise ist es, die bei Immobilieninvestments den Unterschied macht. Wer zu viel umbaut, verbrennt Kapital. Wer zu wenig macht, hinterlässt Wertpotenzial auf dem Tisch. Das richtige Maß zu finden ist die eigentliche Disziplin.
Johannes kündigt an, dass es weitere Projekte geben wird, bei denen er die Zahlen offen auf den Tisch legt, Kaufpreis, Renovierungskosten und alles, was dazugehört. Dieses hier ist die Ausnahme, kein Muster. Aber der Vorher-Rundgang ist trotzdem ein guter Einblick darin, wie man eine Bestandswohnung mit klarem Blick und ohne Scheuklappen bewertet.