Neuer Parkett | Wohnung kaufen, renovieren, verkaufen #137
In dieser Folge zeigt Johannes, welchen Parkettboden er für seine aktuelle Flip-Wohnung gewählt hat, warum er konsequent auf verklebten Eichenparkett setzt und welche Rolle die wahrgenommene Wertigkeit bei der Bodenauswahl spielt. Dazu gibt es praktische Tipps zu Verlegerichtung, Sockelleisten und dem Übergang zwischen Parkett und Fliese.
Parkett, Laminat oder Vinyl: Die Entscheidung beim Fix and Flip
Die Frage, welcher Bodenbelag in eine Flip-Wohnung kommt, stellt sich bei jedem Projekt neu. Laminat ist günstig, Vinyl ist pflegeleicht, Parkett klingt teuer. Aber stimmt das wirklich? Johannes zeigt, dass sich die Entscheidung nicht allein am Preis pro Quadratmeter festmacht, sondern an der wahrgenommenen Wertigkeit, die ein Boden beim späteren Käufer auslöst.
Sein klares Fazit: Parkettboden gewinnt in fast jedem Vergleich, wenn es darum geht, eine Wohnung hochwertig zu positionieren und möglichst viele potenzielle Käufer anzusprechen. Das gilt auch dann, wenn Parkett und Vinyl preislich auf demselben Niveau liegen. Wer einen Vinylboden für 35 Euro netto und einen Parkettboden für 35 Euro netto nebeneinanderlegt und einen normalen Endkäufer fragt, welcher sich hochwertiger anfühlt, welcher gemütlicher wirkt, wird in neun von zehn Fällen dieselbe Antwort bekommen: der Parkett.
Das ist keine Meinung, sondern Praxis aus vielen abgeschlossenen Projekten. Und genau deshalb setzt Johannes beim Großteil seiner Wohnungen auf echten Parkettboden.
Verklebt statt schwimmend: Warum das ein Unterschied macht
Bei der Verlegeart gibt es grundsätzlich zwei Varianten:
- Schwimmend verlegt: Der Parkett liegt auf einer Trittschalldämmung und kann sich minimal bewegen. Keine direkte Verbindung zum Untergrund.
- Verklebt: Der Parkett wird mit Parkettklebstoff fest mit dem Untergrund verbunden. Kein Schwimmen, keine Bewegung.
Johannes arbeitet ausschließlich mit verklebtem Parkett. Der Boden liegt solide, gibt nicht nach und verhält sich langfristig stabiler als ein schwimmend verlegter Boden. Gerade beim Flip, wo die Wohnung als fertig saniertes Produkt verkauft wird, ist das ein klares Qualitätsmerkmal.
Das gewählte Produkt: Eichenparkett für rund 36 Euro pro Quadratmeter
Für dieses Projekt hat Johannes wieder seinen bekannten Eichenparkett verwendet. Die wichtigsten Eckdaten:
- Aufbau: ca. 1,8 cm stark
- Breite der Dielen: ca. 18 bis 20 cm
- Länge der Dielen: 2 Meter
- Preis: ca. 36 Euro pro Quadratmeter (netto oder brutto, im Video nicht abschließend geklärt)
- Herkunft: regionaler Händler, kein Importprodukt aus Fernost
- Produktname: Pure Wood, erhältlich bei Engelhart Holz und Boden bzw. dem regionalen Partner Allgäuer Holzboden Vonier in München
Die Länge von zwei Metern ist bewusst gewählt. Kürzere Dielen wirken kleinteiliger, längere geben dem Raum mehr Ruhe und Großzügigkeit. Für die Zukunft plant Johannes, noch etwas in die Breite zu gehen, also echte Dielenoptik mit breiteren Bohlen. Das verleiht einer Wohnung noch mehr Charakter.
Warum kein Onlinekauf, obwohl es günstiger wäre? Ganz einfach: Logistik und Verfügbarkeit. Wer beim lokalen Händler kauft, kann nachbestellen ohne fünf Werktage auf eine Spedition zu warten. Das ist für Johannes eine bewusste Entscheidung, auch wenn der Preis einen Tick höher liegt. Opportunitätskosten spielen eine Rolle, Zeit ist auf einer Baustelle Geld.
Verlegerichtung: Die einfache Faustformel
Eine der häufigsten Fragen beim Parkettboden: In welche Richtung wird verlegt? Hier gibt Johannes eine klare und einfach merkmbare Regel:
- Du willst einen langen, tiefen Raum optisch betonen? Dann verlege mit der Längsachse des Raums, also mit dem Licht.
- Du willst die kurze Seite eines Raums länger wirken lassen? Dann verlege quer dazu, also gegen die Längsrichtung.
Der entscheidende Hinweis dabei: Wenn du den Parkett quer zum Licht verlegst, also gegen die Hauptlichtquelle, sieht man die einzelnen Streifen und Fugen sehr deutlich. Das kann den Raum unruhig wirken lassen. Die Faustregel lautet deshalb: Immer mit dem Licht verlegen, also in dieselbe Richtung, in die das Licht einfällt. Das wirkt harmonischer und lässt den Raum größer erscheinen.
In dieser Wohnung wurde der Parkett ohne Stoßfugen zwischen den einzelnen Räumen durchgelegt. Das ist ein wichtiges Detail, denn ein durchgehender Boden ohne Unterbrechung im Übergang zwischen Wohnzimmer, Schlafzimmer und Flur wirkt deutlich hochwertiger als ein Boden, der in jedem Raum neu beginnt.
Der Übergang zwischen Parkett und Fliese
Der einzige Bereich, wo ein echter Bodenübergang nötig ist, sind die gefliesten Zonen: Küche, Badezimmer und WC. Für diesen Übergang setzt Johannes auf ein Edelstahlprofil, das bündig unter die Fliese eingelegt wird. Es gibt eine saubere, gerade Abschlusskante und sieht deutlich ordentlicher aus als ein aufgeschraubtes Übergangsprofil aus dem Baumarkt.
Ein kleiner Wermutstropfen in diesem Projekt: Das gewählte Silikon passt farblich nicht ganz perfekt zum restlichen Boden. Rückblickend wäre ein helleres Silikon die bessere Wahl gewesen. Aber solche Dinge gehören zum Lernprozess eines jeden Projekts dazu.
Sockelleisten: Fichtecore statt MDF
Für die Sockelleisten hat Johannes sich für eine klassische Variante mit Fichteholzkern entschieden, nicht für MDF-Leisten. Der Grund ist simpel:
- MDF quillt auf, sobald Feuchtigkeit ins Spiel kommt. Wenn in einer Wohnung mal Wasser ausläuft oder eine Sockelleiste in einem feuchten Bereich sitzt, saugt MDF das auf wie ein Schwamm.
- Fichte ist echtes Holz, hat deutlich weniger Quellrisiko und ist langfristig die stabilere Wahl.
Die gewählte Leiste ist 58 mm hoch, oben leicht abgefast, in Weißglanz. Sie wurde direkt beim Händler zusammen mit dem Parkettboden bestellt, was deutlich günstiger ist als einzelne Leisten im Baumarkt zu kaufen. Tipp von Johannes: Immer die Packung mit dem Boden zusammen beim Händler holen, das spart spürbar Geld.
Befestigt wurden die Leisten teilweise geschossen, also mit kleinen kopflosen Stahlnägeln, die mit einem Nagler in die Wand getrieben werden. Das ist schneller als Kleben, besonders bei leicht gewölbten Wänden, wo Kleber gerne auf einer Seite wieder ablöst. Die kleinen Einschusslöcher werden im Nachgang mit weißem Wachskit verschlossen, fertig.
Wahrgenommene Wertigkeit als Verkaufsstrategie
Hinter der Bodenauswahl steckt eine klare unternehmerische Logik. Johannes flippt für Eigennutzer. Er baut keine Wohnungen für sich selbst, sondern für Menschen, die dort wohnen wollen. Das bedeutet: Die Wohnung muss bei möglichst vielen Käufern emotional zünden.
Genau hier kommt das Konzept der wahrgenommenen Wertigkeit ins Spiel. Es gibt drei bis vier Stellschrauben in einer Wohnung, die den Gesamteindruck maßgeblich beeinflussen:
- Boden: Parkett statt Laminat oder Vinyl, wenn preislich möglich auf gleichem Niveau
- Beleuchtung: Hochwertiges Licht macht mehr aus als viele denken
- Badezimmer: Ein gut renoviertes Bad ist oft das erste, was Käufer bewegt
- Oberflächen: Wände, Türen, Details wie Steckdosen und Türdrücker
Wer diese Punkte besser macht als der Marktdurchschnitt, hebt das gesamte Produkt auf ein höheres Niveau. Das ist der Kern der Fix-and-Flip-Strategie, wie Johannes sie versteht: nicht einfach renovieren, sondern gezielt die Wahrnehmung verbessern, ohne sich dabei zu verrennen.
In dieser Wohnung wurden zum Beispiel schwarze Steckdosen verbaut und beim Türdrücker auf eine eckige Variante gesetzt, abweichend vom üblichen runden Standard. Kleine Details, die zusammen mit dem Parkett, der Beleuchtung und dem Badezimmer das Gesamtbild schärfen.
90 Prozent Parkett, 10 Prozent Fliese: Das Standard-Konzept
Das Bodenkonzept bei den Flipper-Immo-Projekten ist klar definiert:
- Ca. 90 Prozent der Bodenfläche: Eichenparkett, verklebt
- Restliche Fläche: Eine einzige Fliesenart für Küche, Bad und WC
Warum nur eine Fliese für alles? Weil mehrere verschiedene Fliesen in einem kleinen Grundriss unruhig und billig wirken. Vier verschiedene Fliesenarten in einer normalen Stadtwohnung sind kein Ausdruck von Individualität, sondern von fehlendem Konzept. Wer ein eigenes Einfamilienhaus baut, kann experimentieren. Wer eine Wohnung für 80 bis 90 Prozent aller möglichen Käufer attraktiv machen will, fährt mit einem klaren, ruhigen Konzept deutlich besser.
Dieses Prinzip zieht sich durch alle Projekte: Einheitlichkeit und Qualität an den richtigen Stellen schlagen Vielfalt und Kompromisse jederzeit.