Neues von der Baustelle: Sanitär, LEDs, Bad und Toilette
Nach einer Woche Abwesenheit gibt Johannes einen frischen Überblick über den aktuellen Stand der Baustelle. Sanitär ist angelaufen, der GU hat weiter verputzt und gespachtelt, neue Heizkörper sind drin und das Badezimmer nimmt langsam Form an. In dieser Folge siehst du, was in kurzer Zeit alles passiert ist und wohin die Reise noch geht.
Was in einer Woche alles passiert ist
Wer regelmäßig die Baustellen-Updates verfolgt, weiß: Auf einer Fix-and-Flip-Baustelle kann in wenigen Tagen einiges ins Rollen kommen. Genau das ist hier passiert. Johannes war eine Woche nicht vor Ort und kommt jetzt mit der Kamera rein, um Schritt für Schritt zu zeigen, was sich verändert hat.
Das Wichtigste zuerst: Der Sanitär hat angefangen. Das klingt erstmal unspektakulär, ist aber ein entscheidender Meilenstein auf jeder Renovierungsbaustelle. Sanitär und Heizung sind oft die ersten Gewerke, die den Takt für alle anderen vorgeben. Läuft das nicht, stockt alles dahinter.
Parallel dazu hat der Generalunternehmer (GU) weiter verputzt und gespachtelt. Die Wände sind teilweise bereits zum zweiten Mal gespachtelt, an manchen Stellen muss noch ein weiterer Durchgang folgen. Für ein ordentliches Finish ist das keine Ausnahme, sondern der normale Ablauf bei einer hochwertigen Renovierung.
Neue Küchenanschlüsse und flexible Leitungsführung
In der Küche wurden die Anschlüsse für Wasser und Abwasser neu verlegt. Die alten Rohre waren an einer ungünstigen Position und wären für eine moderne Küchenkonfiguration nicht nutzbar gewesen. Jetzt liegen die Anschlüsse so, dass man später noch flexibel entscheiden kann, wo genau das Spülbecken platziert wird.
Das ist ein typisches Vorgehen beim Flip: Du weißt beim Verlegen manchmal noch nicht, wie der spätere Käufer oder Mieter die Küche einrichten wird. Deshalb macht es Sinn, Anschlüsse so zu setzen, dass man einen gewissen Spielraum hat. Die alten Rohre bleiben vorerst als Blindanschluss erhalten.
Heizkörper komplett ausgetauscht: Wasserschaden knapp vermieden
Ein Detail, das auf den ersten Blick unscheinbar wirkt, aber eine wichtige Aussage über den Zustand der Wohnung macht: Alle alten Heizkörper wurden ausgetauscht. Die alten Röhrenradiatoren waren nicht nur optisch ein Problem. Der Sanitärinstallateur hat beim Arbeiten festgestellt, dass die Lötverbindungen in einem schlechten Zustand waren.
Ohne Eingriff wäre man laut Einschätzung des Handwerkers nur noch Monate oder wenige Jahre von einem Wasserschaden entfernt gewesen. Das ist genau die Art von verstecktem Risiko, die bei älteren Bestandsimmobilien auf jeden Investor wartet. Wer beim Kauf nicht tief genug schaut oder beim Renovieren nicht auf solche Details achtet, riskiert massive Folgekosten.
Jetzt sind in der gesamten Wohnung neue, weiße Heizkörper verbaut. Im Badezimmer wurde bewusst auf Weiß gesetzt, obwohl Schwarz zunächst zur Debatte stand. Die Begründung ist pragmatisch: Das Bad ist nicht besonders groß, und da die Duscharmatur bereits in Schwarz kommt, wäre ein schwarzer Heizkörper zu dominant gewesen.
Das kleine Gäste-WC: Geberit-Kasten und neue Verrohrung
Im separaten Gäste-WC hat sich ebenfalls einiges getan. Ein Geberit-Unterputzkasten wurde eingebaut, wo vorher keiner war. Das ist für Fix-and-Flip-Projekte mit höherem Anspruch eigentlich Standard: Ein Unterputzspülkasten sieht sauberer aus, spart Platz und wirkt deutlich wertiger als ein sichtbarer Aufputzkasten.
Dazu kommen:
- Neue Wasserzähler, die jetzt besser ablesbar positioniert sind
- Ein kleines Waschbecken, das bereits bestellt ist
- Eine abgehängte Decke mit vorbereiteten Einbauspots
- Der Boden wird gefließt
Auch hier gilt: Die Investition in ordentliche Sanitärtechnik zahlt sich beim Verkauf aus. Käufer und Gutachter schauen genau hin, ob die technische Ausstattung dem optischen Zustand entspricht.
LED-Schienen Unterputz: Das Lichtkonzept wird konkreter
Ein Punkt, über den Johannes sich im Video besonders freut: Die LED-Schienen laufen jetzt Unterputz durch die Wand. Das war so geplant, hat aber eine gewisse Koordination erfordert, denn die Decke musste dafür noch einmal geöffnet werden. Eine kleine Abstimmungsschwäche zwischen den Gewerken, die aber sauber gelöst wurde.
Das Lichtkonzept in diesem Projekt ist durchdacht. Im Badezimmer zum Beispiel läuft eine LED-Leiste von der Decke mittig auf einen großen, indirekt beleuchteten Spiegel zu. Das erzeugt eine warme, gleichmäßige Ausleuchtung und macht optisch einiges her, ohne dass man teure Einzelleuchten braucht.
Für Fix-and-Flip-Investoren ist Licht oft ein unterschätzter Hebel. Gut gesetztes Licht lässt Räume größer wirken, hebt Materialien besser zur Geltung und macht bei der Besichtigung einen starken ersten Eindruck. Der Aufwand dafür hält sich im Rahmen, wenn man es von Anfang an mitplant.
Das Badezimmer: Unterputzdusche, Ablaufrinne und Aufsatzwaschbecken
Das Herzstück des Projekts bleibt das Badezimmer. Hier laufen gerade mehrere Dinge parallel:
- Unterputzdusche: Die Rohre werden in der Wand verlegt, die Regendusche kommt aus der Decke. Das ist die sauberste und hochwertigste Lösung für eine bodenebene Dusche.
- Bodenebene Duschfläche mit Gefälle und einer Abwasserrinne an der Seite. Das wirkt modern und ist leicht zu reinigen.
- Ein Waschtisch mittig mit Aufsatzwaschbecken, bereits bestellt.
- Schwarzer Wasserhahn als Designelement.
- Ein großer, indirekt beleuchteter Spiegel, zentriert auf die LED-Leiste in der Decke abgestimmt.
- Ein neuer, weißer Badheizkörper, Ersatz für das alte kleine Exemplar.
Außerdem wird in einem weiteren Raum eine Glasscheibe mit Holzleisten als Raumtrenner eingebaut. Die Wand ist bereits verspachtelt und vorbereitet.
Für die Waschmaschine gibt es ebenfalls einen neuen Ausfluss, der in den nächsten Tagen gesetzt wird. Wer Wohnungen mit Badezimmerwaschmaschine vermieten oder verkaufen will, tut gut daran, das von Anfang an einzuplanen und nicht nachträglich zu improvisieren.
Ausblick: Fliesen, Schreiner und das nächste Objekt
Johannes gibt im Video auch einen klaren Ausblick. Die Wohnung hätte eigentlich schon vor rund zwei Wochen fertig sein sollen. Das hat sich aus verschiedenen Gründen verzögert, die er in einem späteren Fazit-Video noch aufarbeiten wird. Für alle, die eigene Fix-and-Flip-Projekte planen: Bauzeitverzögerungen sind die Regel, nicht die Ausnahme. Puffer einplanen ist kein Zeichen von schlechter Planung, sondern von Erfahrung.
Was als nächstes kommt:
- Das Bad wird fertig gefliest, unter anderem mit 80 x 80 cm Sandfliesen, auf die Johannes sich besonders freut.
- Der Schreiner baut einen Einbauschrank und ein individuelles Türelement ein, die Tür ist bereits geliefert.
- Der Boden soll noch vor Weihnachten verlegt werden.
- Die Balkone im Haus werden im Rahmen einer WEG-Maßnahme abgeflext und durch neue, größere Balkone mit rund 2,50 Metern Tiefe ersetzt. Das Objekt selbst profitiert davon beim Verkauf, auch wenn die Maßnahme noch läuft.
Gleichzeitig hat Johannes das nächste Objekt bereits im Blick. Er spricht davon, dass der Markt gerade wieder mehr Angebot bringt und dass jetzt der richtige Moment ist, zuzuschlagen. Wer kauft, wenn andere wegrennen, kauft günstiger. Das ist das Grundprinzip von Fix and Flip in einem schwächelnden Marktumfeld.
Nach vier abgeschlossenen Projekten hat er sich außerdem einen strukturierten Leitfaden erarbeitet, der künftig dafür sorgt, dass Abstimmungsprobleme und Wiederholungsfehler seltener werden. Das ist eine wichtige Reifestufe für jeden Investor: Nicht nur das einzelne Projekt abzuwickeln, sondern daraus ein reproduzierbares System zu bauen.
Was du aus dieser Baustellenfolge mitnehmen kannst
Diese Episode zeigt sehr direkt, was auf einer laufenden Renovierungsbaustelle täglich passiert und wie viele kleine Entscheidungen parallel getroffen werden müssen. Ein paar Punkte, die sich für eigene Projekte lohnen zu merken:
- Sanitär frühzeitig koordinieren. Wenn Sanitär und Elektro nicht aufeinander abgestimmt sind, entstehen unnötige Doppelarbeiten wie das erneute Öffnen der Decke.
- Alte Heizkörper und Leitungen immer prüfen lassen. Ein Wasserschaden nach dem Verkauf oder in der Vermietung ist teurer als der Austausch während der Renovierung.
- Lichtplanung von Anfang an mitdenken. LED-Konzepte, die Unterputz geführt werden, müssen vor dem Verspachteln festgelegt sein.
- Flexibel bleiben bei Anschlüssen. Küche und Badezimmer so planen, dass spätere Anpassungen möglich bleiben.
- Zeitpuffer einplanen. Wer erwartet, dass alles nach Plan läuft, wird regelmäßig enttäuscht. Wer mit Puffer kalkuliert, bleibt ruhig.
Das Projekt kommt voran und es wird einiges zu sehen geben, wenn die Fliesen liegen und das Bad fertig ist. Die nächsten Folgen werden zeigen, wie sich das alles zusammenfügt.