"Oma"-Wohnung von ImmoScout gekauft! | Wir besichtigen & kaufen! mit Rundgang
Ein neues Fix-and-Flip-Objekt ist gefunden: eine klassische "Oma-Wohnung" aus den 70er Jahren, zentral gelegen, 63 Quadratmeter, Balkon und Tiefgaragenstellplatz. In diesem Video zeigt Johannes den ersten Rundgang durch die Wohnung, erklärt wie er den Zuschlag bekommen hat und was mit dem Objekt geplant ist.
Das neue Objekt: eine klassische Oma-Wohnung aus den 70ern
Das neue Flip-Projekt liegt mitten in der Stadt, nur zwei Minuten vom Zentrum entfernt. Es handelt sich um eine Zweizimmerwohnung mit 63 Quadratmetern, Baujahr 1970. Wer so eine Wohnung kennt, weiß sofort, was einen erwartet: überall Teppichboden, vollständig tapezierte Wände, ein rosafarbenes Bad und eine Einbauküche, die seit Jahrzehnten nicht angefasst wurde. Johannes nennt sie treffend eine "Oma-Wohnung" und trifft damit genau den Zustand, der viele Kaufinteressenten abschreckt und für Fix-and-Flip-Investoren gleichzeitig die größte Chance darstellt.
Beim ersten Betreten der Wohnung landet man direkt im Schlafzimmer, das Johannes auf rund zwölf Quadratmeter schätzt. Das Zimmer ist noch mit einem alten Schrankbett eingerichtet, komplett mit Röschen-Muster. Von dort geht es über den Flur in die Küche. Der Raum selbst gefällt Johannes gut: große Fensterfronten auf einer Seite des Hauses, ordentliche Grundsubstanz. Die alte Einbauküche wird natürlich nicht bleiben, sie passt schlicht nicht zum geplanten Stil.
Das Bad ist das offensichtlichste Problem. Es ist sehr klein, zu zweit wird es eng. Direkt daneben befindet sich eine Abstellkammer, die nach Johannes' Einschätzung für die Verhältnisse dieser Wohnung deutlich zu groß ist. Hier liegt eine konkrete Umbaumöglichkeit: Teile der Abstellkammer sollen dem Bad zugeschlagen werden. Selbst wenn es nur zwei Quadratmeter sind, macht das beim Bad einen spürbaren Unterschied.
Was überzeugt trotz der 70er-Jahre-Optik
Abseits von Teppich, Tapete und Rosabad gibt es einige Details, die das Objekt wirklich interessant machen. Die Wohnung verfügt über Türen mit Oberlichtern, also Glasstreifen über den Türblättern. Das sind noch die ursprünglichen Exemplare mit kleinen verspiegelten Kacheln, aber das Prinzip dahinter ist smart: Räume ohne direktes Fenster bekommen durch diese Oberlichter trotzdem Licht. Johannes überlegt, die verspiegelten Kacheln durch klare oder satinierte Scheiben zu ersetzen. Das kostet wenig, wirkt aber enorm weil die Raumhöhe optisch gestärkt wird und das Licht besser zirkuliert.
Dazu kommt der Balkon mit Blick ins Grüne. Das klingt bei einer Innenstadtwohnung zunächst nach Wunschdenken, aber es stimmt: Obwohl die Wohnung nur zwei Minuten vom Zentrum liegt, schaut man vom Balkon auf Bäume statt auf Straßen. Wenn der Verkauf wie geplant im Sommer stattfindet, ist der Ausblick komplett grün, das ist ein echter Pluspunkt beim Vermarkten.
Weitere positive Merkmale:
- Tiefgaragenstellplatz inklusive
- Nagelneu sanierter Lift im Gebäude
- Kein Sondereigentum mit anstehendem Sanierungsbedarf
- Gute Substanz in Wänden, Böden und Raumstruktur
Wie Johannes den Zuschlag bekommen hat
Das ist ein interessanter Teil der Geschichte, weil er zeigt, wie man auch ohne klassisches Immobilienmakler-Netzwerk an Objekte kommt und wie ein bisschen Kreativität den Unterschied macht.
Vor dem Mallorca-Trip hat Johannes rund 1.000 bis 2.000 Flyer in der Stadt verteilt, um potenzielle Verkäufer direkt anzusprechen. Ergebnis: genau ein Anruf, und der wollte nicht verkaufen, sondern vermieten. Die Flyer-Aktion hat also in diesem Fall nichts gebracht.
Das Objekt selbst tauchte auf ImmoScout auf, war aber nach etwa einer Stunde schon wieder offline. Die Erben, die die Wohnung verkaufen wollten, wohnten weiter weg und hatten keine Lust, den gesamten Hausstand der Wohnung selbst auszuräumen und zu entrümpeln. Genau da hat Johannes angesetzt: Er bot an, die komplette Entrümpelung zu übernehmen und erhielt dafür einen kleinen Abschlag auf den Kaufpreis. Das Angebot hat die Verkäufer überzeugt, der Zuschlag kam.
Diese Taktik funktioniert öfter als man denkt. Viele Erben oder ältere Verkäufer stehen vor dem Problem, dass eine vollgemöbelte, jahrzehntelang bewohnte Wohnung erst leer werden muss bevor sie übergeben werden kann. Wer diesen Aufwand abnimmt, hat einen echten Verhandlungsvorteil, auch wenn der Abschlag auf den Kaufpreis letztlich die Entrümpelungskosten decken muss. Unterm Strich kann das trotzdem ein gutes Geschäft sein.
Das Konzept: Bewährtes kopieren statt neu erfinden
Johannes macht aus dem Ansatz keinen Hehl: Das Konzept für diese Wohnung ist eine direkte Kopie der letzten. Style, Materialien und der gesamte Look werden übernommen. Das klingt simpel, hat aber einen klaren betriebswirtschaftlichen Grund. Wer beim ersten Flip ein funktionierendes Konzept entwickelt hat, also Materialien kennt, Lieferanten hat, weiß wie lange was dauert, der spart beim zweiten Mal erheblich Zeit und Geld.
Konkret bedeutet das:
- Gleiche Materialien wie beim letzten Projekt
- Gleicher Einrichtungsstil
- Das Home-Staging-Material vom letzten Flip wird wiederverwendet
- Sogar die Einbauküche aus dem vorherigen Projekt ist noch vorhanden und wird hier eingesetzt
Das spart direkt Kosten, ohne an Qualität zu verlieren. Und die Learnings aus dem ersten Projekt, also doppelt eingekauftes Material, zu wenig Puffer, falsche Reihenfolge bei den Gewerken, sollen diesmal von Anfang an vermieden werden. Je reibungsloser die Baustelle läuft, desto kürzer die Durchlaufzeit und desto besser die Rendite.
Zielgruppe und Verkaufsstrategie
63 Quadratmeter, Zweizimmerwohnung, kein riesiges Bad, Dusche statt Wanne: Das definiert die Zielgruppe recht klar. Johannes plant den Verkauf an ein junges Pärchen um die 30, beide berufstätig, ohne Kleinkinder. Eine Badewanne wäre für Familien mit Kleinkind oft Pflicht, durch die Entscheidung für eine Dusche grenzt man diese Gruppe zwar aus, spricht dafür aber genau das Segment an, das im urbanen Umfeld am stärksten nachfragt und oft die nötige Kaufkraft mitbringt.
Der Verkaufszeitpunkt ist grob auf Mitte bis Ende Sommer geplant. Das passt gut: Der Balkon mit Grünblick kommt in der Jahreszeit am besten zur Geltung, die Fotos für das Exposé sehen besser aus, und die Nachfrage nach Eigentumswohnungen in zentralen Lagen ist in den Sommermonaten erfahrungsgemäß solide.
Was dieses Projekt für andere Fix-and-Flip-Investoren bedeutet
Diese Folge zeigt einige Dinge, die für alle relevant sind, die sich für Fix and Flip in Deutschland interessieren:
- Klassische Sanierungsobjekte aus den 70ern gibt es noch in fast jeder deutschen Stadt. Teppichboden, Tapete und Altbad schrecken viele Käufer ab, schaffen aber genau deshalb Spielraum beim Kaufpreis.
- Offplatform-Deals entstehen oft durch schnelles Handeln. Das Inserat war nach einer Stunde offline. Wer Suchagenten eingerichtet hat und sofort reagiert, hat einen klaren Vorteil.
- Mehrwert als Verhandlungshebel: Nicht immer ist der höchste Preis entscheidend. Das Angebot, die Entrümpelung zu übernehmen, war hier das ausschlaggebende Argument.
- Prozesse skalieren: Ein bewährtes Konzept einfach zu wiederholen ist kein Zeichen von Einfallslosigkeit, sondern von unternehmerischer Reife. Je öfter ein Workflow läuft, desto effizienter wird er.
- Kleine bauliche Eingriffe wie das Vergrößern des Bades durch Zuschlagen der Abstellkammer können mit überschaubarem Aufwand die Vermarktbarkeit einer Wohnung deutlich verbessern.
Das Projekt ist zum Zeitpunkt des Videos noch nicht vollständig durch den Ankaufsprozess, die Grundrissplanung wird noch finalisiert. Aber der erste Eindruck ist positiv: gute Substanz, zentrale Lage, klares Konzept und ein Verkäufer, dem der Abschluss wichtiger war als der letzte Euro beim Preis. Genau das ist das Fundament für einen erfolgreichen zweiten Flip.