Partner-Flipper aus München verkauft diese 60 m² Wohnung | Vorher/Nachher unter Zeitdruck!
In dieser Folge zeigt Partner-Flipper Matthias eine fertig renovierte 60-m²-Wohnung außerhalb von München, die nun kurz vor dem Verkauf steht. Du siehst, was alles kernsaniert wurde, wo es Zeitdruck gab und was trotz einiger Rückschläge am Ende wirklich gut geworden ist. Inklusive Vorher/Nachher-Einblick ins Bad, Wohnzimmer, WC und Schlafzimmer.
Das Objekt: 60 m² außerhalb von München, Aufzug, oberste Etage
Die Wohnung liegt außerhalb von München, hat knapp 60 m², einen Aufzug und befindet sich in der obersten Etage. Kein schlechtes Paket für einen Fix-and-Flip, aber auch kein Objekt, mit dem man Riesenmargen einfährt. Johannes nennt das treffend ein Brot-und-Butter-Geschäft. Es funktioniert, es geht immer, und es wird von Käufern gut angenommen. Genau das ist oft unterschätzt: Solide, gut durchdachte Renovierungen in gefragten Lagen, auch wenn sie nicht direkt im Münchner Stadtgebiet liegen, erzeugen verlässliche Nachfrage.
Zum Zeitpunkt des Videos lief die Besichtigung bereits auf Hochtouren. Acht bis neun Besichtigungen hatten bereits stattgefunden, dazu gab es zwei bis drei konkrete Kaufangebote. Das zeigt: Wer eine Wohnung ordentlich aufbereitet und vernünftig positioniert, erzeugt Interesse, auch wenn das Projekt länger gedauert hat als ursprünglich geplant.
Kernsanierung statt Kosmetik: Was wurde tatsächlich gemacht?
Das hier war keine oberflächliche Aufhübschung. Die Wohnung wurde im Prinzip einmal komplett kernsaniert. Ausgenommen waren lediglich Fenster, Heizkörper und Thermostate, die in einem ausreichend guten Zustand waren. Alles andere wurde angefasst:
- Böden komplett neu: Hochwertiger Vinyl in Eicheoptik mit einem etwas höheren Weißanteil als klassische Eiche. Bewusst kein Parkett, um die Immobilie sowohl für Eigennutzer als auch für Vermieter attraktiv zu halten.
- Elektroinstallation komplett neu durchgeführt.
- Türen und Zargen erneuert: Alle Innentüren samt Zargen wurden ersetzt, die Haustürinnenseite wurde lackiert und mit neuen Drückern versehen.
- Wände geglättet und neu gestrichen: Auch wenn die Wände teilweise schon verputzt waren, wurden sie noch einmal glatt aufbereitet.
- Sanitär im Gäste-WC und Badezimmer erneuert.
- Neue Wasseranschlüsse in der Küche, inklusive Wasseruhr.
- Der Balkon wurde gestrichen und erhielt neue Bodenbeläge, ansonsten blieb er weitgehend unverändert.
Ein besonderes handwerkliches Thema war der Bodenaufbau. Die einzelnen Räume lagen auf unterschiedlichen Höhenniveaus. Alle Zimmer lagen tiefer als der Flur, und der Flur lag wiederum tiefer als das separate WC. Um einen einheitlichen, stufenfreien Übergang zu schaffen, wurde die Oberkante des WC-Bodens um knapp 2 cm abgesenkt, der Flur blieb auf seinem Niveau und die Räume wurden nach oben angepasst. Solche Details machen am Ende den Unterschied zwischen einem professionellen Ergebnis und einer Baustelle, die irgendwie fertig wird.
Vinyl statt Parkett: Die richtige Entscheidung für Anlageobjekte
Die Wahl des Bodenbelags ist bei Fix-and-Flip-Projekten oft eine strategische Entscheidung, keine rein ästhetische. In diesem Fall fiel die Wahl auf hochwertigen Vinylboden, und das aus gutem Grund: Das Objekt liegt in einem Gebäude, das zwar solide ist, aber nicht das typische Eigenheim-Umfeld mitbringt. Wer hier einzieht, könnte ebenso gut Mieter wie Eigentümer sein.
Parkett schränkt das Käuferspektrum ein, weil es eine bestimmte Nutzungserwartung mitbringt. Vinyl hingegen ist robust, pflegeleicht, sieht hochwertig aus und funktioniert für Eigennutzer genauso gut wie für Kapitalanleger, die die Wohnung weitervermieten wollen. Wer als Investor breit aufgestellt sein will, macht mit einem guten Vinyl nichts falsch.
Ein weiterer Punkt, den Johannes im Video anspricht: Alle Bodenbeläge in eine Richtung verlegen. Das klingt simpel, wird aber oft vernachlässigt. Wenn in jedem Raum die Dielen in eine andere Richtung laufen, wirkt die Wohnung unruhig und kleiner. Einheitliche Verlegerichtung durch alle Räume lässt die Fläche optisch größer wirken und vermittelt einen hochwertigen Gesamteindruck.
Gäste-WC und Badezimmer: Die Highlights der Renovierung
Das separate Gäste-WC hat eine komplette Verwandlung erlebt. Vorher stand dort ein Standklo mit einer kleinen Spüleinheit, dazu ein kleines Waschbecken. Nach der Renovierung: ein neues Hänge-WC mit verdecktem Spülkasten, ein kompaktes Waschbecken, ein Spiegel und ein kleiner Spot an der Decke. Als Designelement wurde eine schwarze Leiste eingesetzt, die dem kleinen Raum eine klare Linie gibt. Geschmackssache, ja, aber in der Summe ein stimmiges Ergebnis.
Das Badezimmer ist das eigentliche Herzstück dieser Renovierung. Wo früher eine Badewanne stand, befindet sich jetzt eine großzügige Dusche. Die Fliese wurde durchgängig in Grau gewählt, mit einem leichten Muster versehen, was dem Bad Struktur gibt, ohne überladen zu wirken. Hinzu kommen:
- Ein schwarzer Handtuchheizkörper an der Wand.
- Ein neues Waschbecken mit Spiegel, den Matthias komplett selbst ausgesucht hat.
- Stimmige Armaturen, die zum Gesamtbild passen.
Das Ergebnis ist ein Bad, das modern wirkt, ohne teuer gewirkt zu haben. Genau das ist die Kunst beim Fix and Flip: Qualität zeigen, ohne das Budget zu sprengen.
Homestaging: Kaufinteresse wecken, bevor die Küche eingebaut ist
Zum Zeitpunkt des Videos war die Wohnung professionell homestaged von einer Dienstleisterin namens Linda, die Johannes wärmstens empfiehlt. Das Staging umfasste Möbel, Dekoration und sogar eine Garderobe mit Kleidung, die nach dem Verkauf wieder mitgenommen wird. Der Effekt ist, dass Kaufinteressenten sich sofort vorstellen können, wie die fertige Wohnung mit Leben gefüllt aussieht, ohne dass eine Küche eingebaut oder Möbel permanent vorhanden sind.
Gutes Homestaging ist weder überladen noch steril. Es setzt Impulse. In diesem Fall war es nach Johannes' Einschätzung genau richtig dosiert: nicht zu viel, nicht zu wenig. Solche Details haben direkte Auswirkungen auf die Besichtigungsquote und letztlich auf das Kaufangebot.
Zeitdruck und unvorhergesehene Probleme: Das gehört dazu
Das Projekt hat länger gedauert als ursprünglich geplant. Urlaubszeiten im Juli und August, Abstimmungsprobleme mit Handwerkern, bauliche Themen, die erst im Lauf der Renovierung sichtbar wurden. Das ist kein Einzelfall. Beim Fix and Flip ist es die Regel, nicht die Ausnahme, dass irgendetwas anders kommt als erwartet.
Johannes bringt es auf den Punkt: Fix and Flip ist im Kern ein Geschäft des Problemlösens. Wer das versteht, hat einen anderen Blick auf Rückschläge. Sie sind kein Zeichen dafür, dass man etwas falsch gemacht hat. Sie gehören zum Prozess. Die Frage ist nicht, ob Probleme kommen, sondern wie gut man damit umgeht.
Matthias hat das laut Johannes mit viel Geduld durchgezogen, auch wenn weder er noch Johannes für einige der Probleme etwas konnten. Das ist der Charakter dieser Arbeit, und genau deshalb ist die Zusammenarbeit zwischen Investor und erfahrenem Partner so wichtig.
Die Kosten: Rund 50.000 Euro Renovierungsbudget
Die Renovierungskosten für diese 60-m²-Wohnung liegen bei rund 50.000 Euro insgesamt. Johannes ordnet das als klassische mittlere Sanierung ein, weder extrem günstig noch überteuert. Für eine Kernsanierung dieser Tiefe, mit neuer Elektrik, neuen Böden, neuem Bad, neuem WC, neuen Türen und zargen sowie Malerarbeiten in einer Wohnung in Münchner Umgebung, ist das ein realistischer Richtwert.
Genauere Zahlen zum Gesamtprojekt, also Einkaufspreis, Verkaufspreis und am Ende erzielte Marge, sollen in einem separaten Follow-up-Video besprochen werden, sobald der Verkauf abgeschlossen ist. Wer sich für die konkreten Zahlen dieses Flips interessiert, sollte den Kanal im Blick behalten.
Was du aus diesem Flip mitnehmen kannst
Dieses Projekt ist ein gutes Beispiel dafür, was Fix and Flip in der Praxis bedeutet: kein glamouröses Geschäft, das immer reibungslos läuft, sondern handwerklich solide Arbeit, kluge Entscheidungen beim Material und die Bereitschaft, auch mit Gegenwind umzugehen. Einige Punkte, die sich aus diesem Projekt direkt ableiten lassen:
- Materialwahl strategisch treffen: Vinyl statt Parkett, wenn das Objekt auch als Kapitalanlage taugen soll.
- Bodenbeläge einheitlich verlegen, damit die Wohnung optisch als Einheit wirkt.
- Bodenaufbau früh checken: Unterschiedliche Niveaus zwischen Räumen können teuer werden, wenn man sie zu spät entdeckt.
- Homestaging lohnt sich, besonders wenn die Wohnung leer ist und Kaufinteressenten Orientierung brauchen.
- Puffer einplanen, sowohl bei Zeit als auch bei Kosten. Abstimmungen dauern länger als gedacht, Handwerker haben Urlaub, und bauliche Überraschungen gehören zum Alltag.
- Brot-und-Butter-Objekte nicht unterschätzen: Eine solide renovierte Zweizimmerwohnung in guter Lage mit Aufzug ist oft einfacher zu verkaufen als ein spektakuläres Objekt mit polarisierendem Stil.
Fix and Flip ist kein Sprint, sondern ein Handwerk, das man lernt. Und wer, wie Matthias, mit Geduld und dem richtigen Partner an der Seite durch ein Projekt geht, kommt am Ende zu einem Ergebnis, das sich sehen lassen kann.