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Rauchgeruch gegen Immobilieninvestor: Was bringen 20 € pro Tag in dieser Wohnung?

Frisch renoviert, neue Oberflächen, alles schick, und trotzdem riecht die Wohnung noch nach Rauch. Genau das war das Problem bei diesem Flip-Objekt. In diesem Video zeigt Johannes, welche drei Schritte wirklich helfen, Rauchgeruch aus einer Wohnung zu bekommen, was das Ozongerät dabei leistet und warum 20 Euro pro Tag eine der sinnvollsten Investitionen bei einer Raucherwohnung sein können.

Das Problem: Rauchgeruch sitzt tiefer als du denkst

Wer schon mal eine Raucherwohnung gekauft oder bewertet hat, kennt das Gefühl: Man geht durch die Tür und ist sofort Passivraucher. Der Geruch klebt überall. Das Problem dabei ist nicht nur, dass es unangenehm riecht, sondern dass Rauch über Jahre hinweg buchstäblich in alle Materialien einzieht. Er setzt sich in Wände, Decken, Türen, Zargen, Fensterrahmen, Gummidichtungen und Kunststoffteile. Selbst Metallteile nehmen Rauchpartikel auf.

Das bedeutet: Wer glaubt, mit einem frischen Anstrich sei das Problem gelöst, täuscht sich meistens. Gerade bei Wohnungen, in denen über 20 oder 30 Jahre intensiv geraucht wurde, reicht eine oberflächliche Renovierung schlicht nicht aus. Der Geruch kommt zurück, oft innerhalb weniger Wochen, weil die Partikel tief in den Untergrund eingedrungen sind und langsam wieder nach außen diffundieren.

Schritt 1: Raucherfarbe als erste Maßnahme

Die einfachste und bekannteste Methode ist der Einsatz von spezieller Raucherfarbe. Diese Farbe ist bewusst weniger diffusionsoffen als normale Wandfarbe. Das bedeutet, sie versiegelt die Wand und hält den Geruch dahinter zurück, anstatt ihn durchzulassen.

Diese Methode funktioniert in bestimmten Fällen durchaus. Wenn in einer Wohnung nur gelegentlich geraucht wurde oder der Geruch noch nicht tief in den Putz eingezogen ist, kann Raucherfarbe ausreichen. Für Objekte, in denen jahrzehntelang täglich geraucht wurde, ist sie dagegen nur eine halbe Lösung. Der Geruch sitzt dann so tief in den Strukturen, dass er durch die Farbe hindurch weiter wahrnehmbar bleibt, zumindest teilweise. Raucherfarbe ist also ein sinnvoller erster Schritt, aber kein Allheilmittel.

Schritt 2: Kernsanierung aller Oberflächen

Der nächste und deutlich wirkungsvollere Ansatz ist eine konsequente Kernsanierung. Das heißt konkret: Wände neu verputzen, Decken abhängen, Böden vollflächig verkleben und dabei alle verrauchten Oberflächen durch neue ersetzen. Genau das wurde bei diesem Objekt gemacht. Eichenparkett wurde vollflächig verklebt, die Decken wurden abgehängt und mit LED-Leisten versehen, alle Wände frisch verputzt.

Das Ergebnis war deutlich besser als eine rein oberflächliche Renovierung. Laut Johannes hat diese Maßnahme den Rauchgeruch zu 90 bis 95 Prozent beseitigt. Allerdings blieb gerade im Eingangsbereich noch ein leichter Restgeruch wahrzunehmen, besonders direkt nach dem Betreten der Wohnung. Das zeigt: Selbst eine komplette Kernsanierung reicht bei extremen Fällen nicht immer zu hundert Prozent aus. Türen, Zargen und der Eingangsbereich nehmen über die Jahre besonders viel Rauch auf und brauchen oft zusätzliche Aufmerksamkeit.

Die Eingangstür wurde in diesem Projekt übrigens gestrichen, was ebenfalls zur Verbesserung beigetragen hat. Trotzdem blieb ein Rest. Und genau für diesen Rest gibt es Schritt drei.

Schritt 3: Das Ozongerät, die effektivste Waffe gegen Rauchgeruch

Der wirkungsvollste und gleichzeitig günstigste Schritt ist der Einsatz eines Ozongeräts. Ozon ist ein Gas, das in der Lage ist, tief in Materialstrukturen einzudringen und Rauchpartikel chemisch zu zersetzen. Es bekämpft den Geruch also nicht durch Überdecken, sondern durch Zerstören der eigentlichen Geruchsverursacher.

So läuft der Einsatz in der Praxis ab:

  • Das Ozongerät wird Raum für Raum eingesetzt. Man geht systematisch von Zimmer zu Zimmer.
  • Das Gerät läuft pro Raum etwa 2 Stunden, bei geschlossenen Türen, damit das Ozon im Raum konzentriert wirken kann.
  • Danach muss der Raum gründlich gelüftet werden, mindestens eine bis eineinhalb Stunden Stosslüften, damit das Ozon vollständig entweicht, bevor der Raum wieder betreten wird.
  • Nach der Behandlung und dem Lüften ist der Geruch weg, in diesem Projekt vollständig.

Wichtig: Während das Ozongerät läuft, darf der Raum nicht betreten werden. Ozon ist in hohen Konzentrationen gesundheitsschädlich für Menschen und Tiere. Der Anbieter, bei dem du das Gerät leihst, erklärt dir die genaue Handhabung und Sicherheitshinweise.

Wo bekommst du ein Ozongerät und was kostet es?

Ozongeräte kannst du ganz einfach regional leihen. Googele einfach deinen Stadtnamen zusammen mit "Ozongerät Verleih" oder schau bei deinem lokalen Bautrockner-Verleih nach. Viele Anbieter, die Bautrockner vermieten, haben auch Ozongeräte im Sortiment, da beide Geräte ähnlich aussehen und bei ähnlichen Sanierungsarbeiten eingesetzt werden.

Die Kosten sind dabei erstaunlich niedrig. In diesem Projekt hat das Ozongerät 20 Euro pro Tag gekostet. Wenn du die gesamte Wohnung Raum für Raum behandelst, brauchst du in der Regel 1 bis 2 Tage. Das bedeutet: Für 20 bis 40 Euro hast du das Problem endgültig gelöst. Im Vergleich dazu ist ein Bautrockner deutlich teurer in der Miete, und er würde das Geruchsproblem ohnehin nicht lösen. Das Preis-Leistungs-Verhältnis beim Ozongerät ist damit kaum zu schlagen.

Wann solltest du das Ozongerät einsetzen?

Eine wichtige Empfehlung aus der Praxis: Den Einsatz des Ozongeräts idealerweise vor dem eigentlichen Renovierungsaufbau planen. Das bedeutet: Erst entkernen, alle alten Oberflächen raus, dann das Ozongerät auf die nackten Wände, Decken und Böden ansetzen. So dringt das Gas tief in die rohen Materialien ein und zerstört die Rauchpartikel dort, wo sie sitzen.

Wenn du das Ozongerät erst nach der fertigen Renovierung einsetzt, wirkt es zwar trotzdem noch, aber es kommt schwerer an die tiefer liegenden Schichten ran. Die neuen Oberflächen, frischer Putz, Bodenbelag, abgehängte Decken, liegen dann wie eine Barriere über den älteren, verrauchten Schichten. Vor dem Aufbau bist du also auf der sicheren Seite.

Zusammengefasst ergibt sich daraus diese Reihenfolge für eine Raucherwohnung:

  • Entkernen und alle stark verrauchten Oberflächen entfernen.
  • Ozongerät einsetzen auf den rohen, nackten Untergrund.
  • Wände neu verputzen, Decken abhängen, Böden verlegen.
  • Bei Bedarf Raucherfarbe zusätzlich als Sperrschicht einsetzen.
  • Türen, Zargen und Fensterrahmen ebenfalls reinigen, streichen oder ersetzen.

Was bedeutet das für deinen nächsten Flip?

Raucherwohnungen haben auf dem Immobilienmarkt oft einen schlechten Ruf, und das schlägt sich im Einkaufspreis nieder. Viele Käufer schrecken vor dem Geruchsproblem zurück oder unterschätzen den Aufwand, der wirklich nötig ist, um es zu lösen. Das kann für dich als Investor ein echter Vorteil sein, wenn du weißt, wie das Problem systematisch angegangen wird.

Mit einer konsequenten Kernsanierung, dem gezielten Einsatz eines Ozongeräts für 20 Euro pro Tag und der richtigen Reihenfolge beim Aufbau lässt sich auch eine stark verrauchte Wohnung vollständig geruchsfrei sanieren. Das Ergebnis ist eine frisch renovierte Wohnung, bei der niemand mehr merkt, dass dort jahrzehntelang geraucht wurde. Genau das ist die Ausgangslage für einen erfolgreichen Weiterverkauf oder eine langfristige Vermietung zu marktgerechten Konditionen.

Der entscheidende Punkt ist: Die Kosten für das Ozongerät sind im Verhältnis zum Gesamtprojekt minimal. Wer an dieser Stelle spart und eine Raucherwohnung nur oberflächlich saniert, riskiert, dass der Geruch zurückkommt und Käufer oder Mieter abschreckt. Das ist ein Fehler, der sich am Ende deutlich teurer ausbezahlen kann als die 20 Euro pro Tag für das Leihgerät.