Renovierung mit modernen Highlights | Fix & Flip mit meinem Bruder #157
In dieser Folge nimmt Johannes seinen Bruder Julian mit auf die Baustelle und zeigt, wie aus einer Wohnung durch durchdachte Designentscheidungen ein echtes Highlight wird. Parkett, Farbkonzept, abgehängte Decke im Bad mit indirekter Beleuchtung und ein Spiegelschrank auf Maß stehen auf dem Programm. Dazu gibt es viele offene Fragen ans Publikum, die zeigen, wie beim Fix and Flip jede Detailentscheidung zählt.
Julian, der Bruder im Boot: Schreinermeister und Projektleiter
Wer bisher dachte, Johannes macht bei seinen Fix-and-Flip-Projekten alles alleine, liegt ab jetzt daneben. Seit dieser Baustelle ist sein jüngerer Bruder Julian offiziell mit an Bord. Julian ist 26 Jahre alt, gelernter Schreinermeister und übernimmt die Projektleitung auf der Baustelle. Was das konkret bedeutet: Er hat das Auge fürs Detail, das Johannes nach eigener Aussage manchmal fehlt. Wo Johannes auch mal fünfe gerade sein lässt, schaut Julian genauer hin und bringt handwerkliche Präzision mit.
Julian ist außerdem derjenige, der bei jedem Projekt gezielt nach kleinen gestalterischen Gadgets sucht, an denen er sich austoben kann. Details, die auf den ersten Blick unscheinbar wirken, aber den Gesamteindruck einer Wohnung entscheidend prägen. Genau diese Herangehensweise macht ihn zur perfekten Ergänzung für das Flipper-Immo-Team. Und das Schöne daran: Als Schreiner kann er viele dieser Elemente selbst umsetzen, was bei der Kalkulation natürlich enorm hilft.
Das Farbkonzept: Grau statt Weiß an der Zarge
Eine der auffälligsten Entscheidungen in diesem Projekt ist die Farbe der Türzargen. Normalerweise werden Zargen in Fix-and-Flip-Projekten weiß gestrichen oder in einem hellen Holzton lackiert. Julian hatte eine andere Idee: ein helles Sandgrau, abgestimmt auf die Türen, die vom Türenhersteller geliefert wurden.
Der Ablauf dahinter ist clever: Julian hat sich vom Türenhersteller ein Farbmuster besorgt und damit beim Farbenhersteller die passende Wandfarbe anmischen lassen. So stimmen Tür und Zarge farblich aufeinander ab. Ob die Oberflächen am Ende wirklich identisch wirken, ist natürlich eine andere Frage, denn die Türen kommen matt und die Zargenfarbe wurde ebenfalls möglichst matt gehalten. Einen leichten Unterschied wird es geben, aber das ist laut Johannes und Julian vertretbar.
Das Ergebnis in Kombination mit dem restlichen Raumkonzept kann sich sehen lassen:
- Zargen in hellem Sandgrau statt klassischem Weiß
- Parkettboden in einem warmen Holzton mit Schattenfuge
- Schwarze Akzente durch Türbeschläge und Badezimmerarmaturen
- Weiße Wände als neutraler Hintergrund
Die Kombination aus Grau, Weiß, Holz und Schwarz ist kein Zufall, sondern eine bewusste Designentscheidung. Johannes beschreibt sie als "mega geile Kombi" und fragt seine Community, wie sie das Farbkonzept einschätzt.
Parkettboden als Eyecatcher
Ein weiteres Element, das in diesem Video Aufmerksamkeit bekommt, ist der Parkettboden. Parkett ist bei Fix-and-Flip-Projekten nicht selbstverständlich, weil er in der Anschaffung teurer ist als ein einfaches Laminat. Gleichzeitig zahlt er sich beim Verkauf aus, weil Käufer den Unterschied sehen und fühlen. Gerade in Kombination mit den grauen Zargen und den schwarzen Elementen wirkt Parkett edler und hochwertiger als jede günstige Alternative.
Im Video ist der Boden bereits verlegt und Johannes ist sichtlich zufrieden damit. Die Schattenfuge, die den Übergang zwischen Wand und Boden sauber definiert, ist ein weiteres handwerkliches Detail, das Julian gezielt eingesetzt hat.
Schwarze Fußleisten: Trend ja, aber mit Bedacht
Wer aktuell Einrichtungsmagazine oder Immobilieninserate schaut, sieht einen klaren Trend: schwarze Fußbodenleisten. Sie sehen modern aus, setzen einen klaren Kontrast und wirken zusammen mit dunklem Parkett besonders elegant. Im Team wurde diese Option ernsthaft diskutiert.
Am Ende haben sich Johannes und Julian dagegen entschieden, und das aus nachvollziehbaren Gründen:
- Schwarze Leisten sind am Markt meist nur in einer Höhe von rund 6 cm erhältlich.
- Eine Fußleiste sollte optisch zur Wand gehören, nicht zum Boden. Eine zu breite schwarze Leiste zieht den Raum optisch nach unten.
- Für ein wirklich stimmiges Ergebnis bräuchte man eine feine, filigraner schwarze Leiste von etwa 3 cm Höhe, aber einen passenden Hersteller haben sie bislang nicht gefunden.
- Im konservativeren Markt des Allgäus würde eine schwarz durchzogene Leiste im gesamten Flur und allen Räumen das Publikum eher abschrecken als begeistern.
Das ist eine pragmatische Entscheidung, die zeigt, wie wichtig es beim Fix and Flip ist, den lokalen Markt und die Zielgruppe zu kennen. Was in einem Münchener Penthouse funktioniert, muss nicht automatisch im Allgäu ankommen.
Das Badezimmer: Abgehängte Decke mit indirekter Beleuchtung
Das Herzstück dieses Videos ist das Badezimmer. Julian hatte die Idee, die Decke im Bad nicht komplett abzuhängen, sondern gezielt links und rechts ein Deckenpaneel einzubauen, das indirekt nach innen beleuchtet. Das Licht strahlt also nicht direkt nach unten, sondern nach innen zur Mitte des Raumes hin, was einen warmen und hochwertigen Lichteffekt erzeugt.
Die Inspiration dafür kam aus dem letzten Projekt, wo im Flur bereits ein ähnliches Deckenpaneel mit indirekter Beleuchtung von rechts und links ausprobiert wurde. Das Konzept kam gut an und wurde hier konsequent weiterentwickelt.
Zusätzlich zur indirekten Deckenbeleuchtung kommen noch zwei Deckenspots hinzu. Hier gab es allerdings einen kleinen Fehler: Der Elektriker hat die Spots zunächst falsch gebohrt. Da eine Duschscheibe eingebaut wird, wären die ursprünglichen Positionen direkt neben der Scheibe zu nah gewesen. Die Löhsung: Spachteln, neu bohren, fertig. Solche kleinen Korrekturen auf der Baustelle sind normal und kein Grund zur Panik, solange man sie rechtzeitig bemerkt und sauber nachjustiert.
Geplant ist außerdem ein Spiegelschrank auf Maß, den Julian selbst baut. Dieser Schrank bekommt unten eine beleuchtete Nische, in der man Utensilien abstellen kann. Die Beleuchtung erfolgt ebenfalls indirekt über LEDs. Das ist ein Detail, das in einer renovierten Eigentumswohnung im mittleren Preissegment echten Mehrwert schafft, ohne übermäßig viel zu kosten, wenn man die handwerkliche Expertise selbst mitbringt.
Spiegel oder Raumtrenner? Die Community entscheidet
An einer Wand im Badezimmer gibt es noch eine offene Designfrage: Was kommt an die Wand gegenüber dem Waschtisch? Zwei Optionen stehen zur Diskussion:
- Option A: Ein rahmenloser Spiegel, etwa 50 bis 60 cm breit und auf voller Höhe. Hinter dem Spiegel kommen ebenfalls LEDs, die eine indirekte Hinterbeleuchtung erzeugen. Das gibt dem Spiegel eine schwebende Optik und beleuchtet den Raum zusätzlich.
- Option B: Ein Raumtrenner, ebenfalls mit indirekter Beleuchtung. Auch hier ist ein extra Kabel vorgesehen, das beide Varianten ermöglicht.
Beide Optionen sind technisch umsetzbar. Die Wahl hängt davon ab, was optisch besser zum Gesamtbild passt und was beim potenziellen Käufer besser ankommt. Wer eine Meinung dazu hat, kann sie im Video-Kommentar hinterlassen, Johannes und Julian lesen dort aktiv mit.
Armaturen und Ausstattung im Bad: Schwarz als roter Faden
Beim Thema Badausstattung bleibt das Team seinem Designkonzept treu. Die Armaturen in der Dusche kommen komplett in Schwarz: Handbrause, Regendusche und eine ovale Kopfbrause vom Hersteller Vigour. Der Ablauf der Dusche bekommt ebenfalls eine passende Abdeckung, alles aufeinander abgestimmt.
Auf dem Waschtischunterschrank kommt ein Aufsatzwaschbecken. Das klassische Sideboard-Konzept mit Waschtischanrichte und Aufsatzbecken ist ein bewährtes Element, das edel wirkt und verhältnismäßig einfach umzusetzen ist. Für die Größe des Bades ist das Ergebnis laut Johannes und Julian sehr überzeugend.
Der neue Käufer war übrigens bereits auf der Baustelle, hat sich die Wohnung angeschaut und noch ein paar individuelle Wünsche hinterlassen, die Julian schreinertechnisch umsetzen wird. Das zeigt, dass der Verkauf zu diesem Zeitpunkt bereits abgeschlossen oder zumindest sehr weit fortgeschritten ist, ein gutes Zeichen für das Projekt.
Was dieses Projekt für Fix-and-Flip-Investoren bedeutet
Dieses Projekt liefert eine Reihe konkreter Lernpunkte für alle, die selbst in Fix and Flip einsteigen wollen oder bereits eigene Projekte umsetzen:
- Designentscheidungen konsequent durchdenken: Welche Farbe passt zu welcher Tür? Welche Fußleiste passt zum Raum und zur Zielgruppe? Das kostet Zeit, zahlt sich aber beim Verkaufspreis aus.
- Indirekte Beleuchtung als günstiges Upgrade: LED-Streifen hinter Deckenverkleidungen oder Spiegeln kosten wenig, wirken aber hochwertig und sind ein echtes Verkaufsargument.
- Handwerkliche Fehler früh erkennen und korrigieren: Falsch gesetzte Spots, zu tief abgehängte Decken, das passiert auf jeder Baustelle. Wer regelmäßig vor Ort ist und genau hinschaut, hält den Schaden klein.
- Lokalen Markt kennen: Was im urbanen Raum als Designstatement funktioniert, kann im ländlichen Bereich Käufer abschrecken. Die Entscheidung gegen schwarze Fußleisten im Allgäu ist ein gutes Beispiel dafür.
- Eigenleistung spart echtes Geld: Wenn ein Schreinermeister im Team ist, lassen sich individuelle Einbauten wie Spiegelschränke auf Maß oder beleuchtete Nischen realisieren, die sonst teuer zugekauft werden müssten.
Johannes betont im Video, dass ein solches Projekt in einem Zeitraum von rund 6 Monaten mit etwa 5 bis 10 Stunden pro Woche realisierbar ist, wenn man die richtigen Partner an seiner Seite hat und gut vorbereitet in das Projekt geht. Mit Julian im Team ist er offensichtlich noch besser aufgestellt als zuvor und die nächsten Projekte sind bereits geplant.
Fix and Flip als Kapitalanlage: Lohnt sich das Modell?
Fix and Flip funktioniert so: Du kaufst eine renovierungsbedürftige Wohnung, bringst sie durch gezielte Renovierung auf ein attraktives Niveau und verkaufst sie mit Gewinn. Der Schlüssel liegt in der richtigen Einkaufsstrategie, einer soliden Kostenkalkulation und der Fähigkeit, Renovierungen effizient und qualitativ hochwertig umzusetzen.
Gerade in Deutschland ist dieses Modell für viele Kapitalanleger interessant, weil der Bestand an renovierungsbedürftigen Immobilien groß ist und gleichzeitig gut renovierte Objekte deutlich höhere Verkaufspreise erzielen. Wer bereit ist, Verantwortung zu übernehmen, Handwerker zu koordinieren und Designentscheidungen zu treffen, kann mit Fix and Flip eine überdurchschnittliche Rendite auf sein eingesetztes Eigenkapital erzielen.
Projekte wie dieses hier zeigen, dass es nicht zwingend teurer Luxuselemente bedarf. Es sind die durchdachten Details, der passende Parkettboden, die abgestimmten Zargenfarben, die indirekte Beleuchtung im Bad und die konsequente Farbsprache, die den Unterschied machen. Und mit einem eingespielten Team aus Johannes und seinem Bruder Julian wird das Ganze zu einem Prozess, der sich mit jedem Projekt weiter verfeinert.