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Schnäppchenhaus gekauft: Randvolle Zimmer, Schwerter und Sex. Das haben wir gefunden.

Das neue Projekt ist da, und es ist wild. Johannes hat ein Schnäppchenhaus gekauft, das der Vorbesitzer bis auf den letzten Quadratzentimeter vollgestopft hatte. Vom Wohnzimmer mit Schwertersammlung über drei Waffenschränke im Keller bis hin zu 300 Schallplatten und Patronenhülsen von Panzern. Was das alles mit der Strategie dahinter zu tun hat und warum dieses Objekt trotzdem ein echter Deal ist, gibt es hier im Video und im Artikel.

Der erste Eindruck: Vollgestopft von Keller bis Dach

Der Vorbesitzer ist buchstäblich am Abend vor der Uebergabe ausgezogen. Was er hinterlassen hat, ist schwer in Worte zu fassen. Saemtliche Raeume sind bis unters Dach vollgestellt, und das nicht mit irgendwelchen Kleinigkeiten. Johannes beschreibt es treffend: Es ist einfach ein Haufen Zeug, wie man in Bayern sagen wuerde. Seit Juli hatte der Mann versucht, das Haus zu raeumen, und trotzdem war nach der Uebergabe noch alles drin.

Was einen direkt beim Betreten empfaengt, ist eine Kueche, die komplett entkernt wird. Die Schilder und Einrichtungsgegenstaende sollen ueber Ebay Kleinanzeigen verkauft werden. Wer im Umkreis von 50 Kilometern wohnt und etwas davon haben moechte, kann sich auf Instagram melden. Alles steht zum Verkauf.

Die Waende waren einmal weiss, sind aber durch extremes Rauchen ueber die Jahre gelb geworden. Hier wird alles neu gestrichen. Das ist beim Konzept von Fix and Flip ohnehin einer der ersten und guenstigsten Schritte, um einen Raum komplett zu transformieren.

Wohnzimmer, Schallplatten und eine Schwertersammlung

Im Wohnzimmer wartet die naechste Ueberraschung. Der Vorbesitzer war ein leidenschaftlicher Sammler, unter anderem von Schwertern. Das Zimmer ist vollgestellt mit allerlei Sammlerstuecken. Dazu kommt ein nagelneuer Plattenspieler, den Johannes kurzerhand fuer sich beansprucht hat, und sage und schreibe 300 Schallplatten, von Abba bis Elvis Presley. Wer einen Teil davon uebernehmen moechte, kann sich melden.

Das ist auch einer der unterschaetzen Aspekte beim Kauf von Immobilien aus Erbschaften oder von aelteren Alleinbewohnern: Es steckt oft eine Menge an verkaufbaren Gegenstaenden drin, die den Aufwand der Raeumung zumindest teilweise kompensieren. Schallplatten, Werkzeug, Sammlerstuecke, Moebel. Das alles hat einen Wert, wenn man weiss, wo man es anbietet.

Schlafzimmer, Badezimmer und das ausgebaute Dachgeschoss

Das Schlafzimmer entpuppt sich als angenehme Ueberraschung. Ein Kirschholzbett mit eingebautem Wandschrank und Beleuchtung, das laut Johannes durchaus hochwertig ist und nicht einfach entsorgt werden sollte. Auch hier: Wer es braucht, kann es kaufen.

Das Badezimmer laesst Johannes relativ wortlos. Was zu sagen ist, sagt es selbst. Es wird renoviert.

Im ausgebauten Dachgeschoss findet sich auf rund 130 Quadratmetern weitere Wohnflaeche, die der Vorbesitzer selbst ausgebaut hat. Zu beachten: Laut Johannes ist das zu etwa 50 Prozent als Wohnflaeche anrechenbar, was bei der Kalkulation eine Rolle spielt. Ausserdem stehen dort zwei Swarovski-Vitrinen, die aus einem Juweliersgeschaeft stammen sollen und ebenfalls zum Verkauf stehen.

Der Keller: Waffenschraenke, Patronenhuelsen und Sammlerschilder

Der Keller ist das absolute Highlight dieses Objekts, und zwar nicht im positiven Sinne allein. Hier stehen drei Waffenschraenke, der Vorbesitzer hatte offensichtlich eine grosse Waffensammlung. Dazu kommen:

  • Patronenhuelsen von Panzern, die als Sammlerstuecke durchaus einen Wert haben koennen
  • Ein Regal mit Schnaps, der noch zum Silvester-Ausgang eingeplant war und nie mitgenommen wurde
  • Nagelneues und gebrauchtes Werkzeug, darunter ein Industriesauger
  • Historische Schilder: Ducati, Deutsches Reich, Freistaat Bayern, Franziskaner und weitere, die alle ihren Sammlerwert haben
  • Rund 70 Trowel-Stuecke (Trox), ebenfalls potenziell als Sammlung verkaeuflich
  • Ein Holzschwert, das scheinbar zum Duell einlaedt

Wer sich mit historischen Emaillenschildern auskennt und einschaetzen kann, was die Schilder wert sind, darf sich gerne bei Johannes melden. Er gibt offen zu, sich in dem Bereich nicht auszukennen, und sucht Experten oder Interessenten.

Der Keller hat auch eine Werkstatt, die gut ausgestattet ist. Generell laesst sich sagen: Der Vorbesitzer hat viel Geld in Gegenstaende investiert, das jetzt wieder aus dem Haus herausgeloest werden kann, bevor die eigentliche Arbeit beginnt.

Die Substanz stimmt, das Schnäppchen ist real

Was bei all dem Chaos im Haus manchmal untergeht, ist die entscheidende Frage beim Fix and Flip: Wie ist die Bausubstanz? Johannes ist an dieser Stelle klar:

  • Das Dach ist sechs Jahre alt
  • Die Heizung funktioniert
  • Die Fenster sind groessttenteils in Ordnung, bis auf zwei oder drei Stueck
  • Keine groesseren strukturellen Schaeden

Das sind genau die Punkte, auf die es beim Kauf eines guenstigen Objekts ankommt. Teure Schaeden wie ein marodes Dach, eine kaputte Heizung oder feuchte Waende koennen einen vermeintlichen Schnaepper schnell zur Kostenfalle machen. Hier ist das nicht der Fall. Das Haus ist im Kern solide, auch wenn es nach aussen und innen nach Arbeit schreit.

Die Strategie: Wholesale statt Vollrenovierung

Und hier wird es strategisch interessant. Johannes hat sich gegen eine vollstaendige Renovierung entschieden, auch wenn es ihn nach eigener Aussage kreativ schmerzt. Der Grund ist eine nuechterne Kalkulation:

Ein erster Kostenvoranschlag fuer die Renovierung liegt bei rund 200.000 Euro. Dazu kommen Zeitaufwand von mehreren Monaten und ein erhebliches Risiko, das bei solchen Projekten immer einkalkuliert werden muss. Baukostenexplosionen, unvorhergesehene Maengel, Handwerkerengpaesse. Das alles frisst Rendite und Nerven.

Die Alternative: Wholesale. Das Objekt wird im Ist-Zustand, also renovierungsbeduerftig, weitergegeben. Der Kaufpreis war so guenstig, dass der Weiterverkauf ohne aufwendige Renovierung trotzdem einen attraktiven Gewinn abwirft. Und das bei deutlich weniger Kapitaleinsatz, kuerzerer Haltezeit und geringerem Risiko.

Das ist ein Ansatz, der in der Fix-and-Flip-Szene oft unterschaetzt wird. Nicht jedes guenstige Objekt muss zwingend kernsaniert werden, um Rendite zu erwirtschaften. Manchmal ist der smartere Move, es so weiterzureichen, wie man es gekauft hat, wenn der Einkaufspreis stimmt. Wer als Kaeufer bereit ist, selbst zu renovieren oder weiter zu entwickeln, zahlt dafuer einen entsprechenden Aufschlag, und der Grosshaendler, also derjenige der zwischen Erstkaeufer und Endkaeufer vermittelt, verdient daran, ohne selbst die Baustelle zu managen.

Was man aus diesem Projekt mitnehmen kann

Dieses Projekt zeigt sehr deutlich, dass beim Immobilienkauf der Einkaufspreis die entscheidende Variable ist. Ein Haus, das vollgestopft, verqualmt und auf den ersten Blick abschreckend wirkt, kann ein erstklassiges Schnäppchen sein, wenn die Substanz stimmt und der Preis weit unter Marktwert liegt.

Gleichzeitig illustriert es den Unterschied zwischen emotionalen und kalkulierten Entscheidungen. Johannes haette das Haus gerne selbst entwickelt und gestaltet. Aber die Zahlen sprechen gegen eine Vollrenovierung. Wer langfristig erfolgreich im Immobilienbereich agieren will, muss in der Lage sein, solche Entscheidungen sachlich zu treffen, auch wenn es kreativ wehtut.

Ein weiterer Punkt, der oft unterschaetzt wird: Die Verwertung des Inventars. Schallplatten, Werkzeug, Sammlerschilder, Moebel und Elektrogeraete koennen bei einem solchen Objekt schnell mehrere Tausend Euro einbringen, wenn man sie gezielt ueber die richtigen Kanaele verkauft. Das reduziert die effektiven Raeumungskosten erheblich und macht den Deal noch attraktiver.

Updates zum Projekt kommen auf Johannes' Instagram-Kanal taeglich. Und weitere Videos zu diesem Objekt sind bereits in Planung, unter anderem wenn das Haus geraeumter und geweisselt ist und man sieht, was wirklich drinsteckt.