Schnäppchenhaus gekauft! Randvolle Zimmer, Schwerter und Sex. Das haben wir gefunden!
Der Vorbesitzer ist gerade erst ausgezogen und schon gibt es das erste große Update zum neuen Flipper-Immo-Projekt: ein Schnäppchenhaus, vollgestopft mit Jahrzehnten an Hab und Gut, Waffenschränken, Schwertern, Patronenhülsen von Panzern, Schallplatten und jeder Menge Sammlerstücke. Johannes nimmt dich mit auf eine erste Bestandsaufnahme durch alle Räume und erklärt dabei, warum er sich gegen eine klassische Renovierung und für einen Wholesale-Deal entschieden hat.
Erster Eindruck: Was steckt in diesem Schnäppchenhaus?
Das Haus liegt im Grünen, ein Container ist bereits bestellt, und der Vorbesitzer ist buchstäblich am Vorabend des ersten Besichtigungstages ausgezogen. Wer jetzt denkt, das ist ein normaler Übergabezustand, liegt weit daneben. Der Mann hat seit Juli ausgeräumt, was davor in den Zimmern stand, lässt sich kaum noch vorstellen. Geblieben ist: randvoll mit allem, was sich in einem langen Leben ansammeln kann.
Johannes macht keinen Hehl daraus, dass er aus dem Grinsen nicht mehr herausgekommen ist. Nicht weil die Situation lustig wäre, sondern weil das Potenzial des Hauses trotz des Chaos klar erkennbar ist. Die Substanz stimmt, das Dach ist sechs Jahre alt, die Heizung funktioniert, die Fenster sind bis auf wenige Ausnahmen in Ordnung. Wer einen Blick dafür hat, sieht hinter dem Tohuwabohu das eigentliche Objekt.
Raum für Raum: Ein Rundgang durch alle Etagen
Der Rundgang beginnt in der Küche, die dem Erdboden gleichgemacht wird. Alles fliegt raus, die Einbauelemente werden soweit möglich über Ebay Kleinanzeigen verkauft. Wände, die einmal weiß waren, sind mittlerweile gelb verfärbt, dazu kommt ein intensiver Tabakgeruch, der sich durch das gesamte Haus zieht. Hier wurde über viele Jahre stark geraucht, was sich an sämtlichen Oberflächen ablesen lässt.
Im Wohnzimmer wartet die erste große Überraschung: 300 Schallplatten von ABBA bis Elvis Presley, dazu ein nagelneuer Plattenspieler, den Johannes kurzerhand für sich beansprucht hat. Die Schallplatten stehen zum Verkauf, wer Interesse hat, kann sich per Instagram melden.
Ein Zimmer weiter ist die Sammelleidenschaft des Vorbesitzers kaum zu übersehen. Er hat Schwerter gesammelt, Trox in großer Zahl (rund 70 Stück, Sammlerwert unbekannt), Zeitschaltuhren, Meterstäbe und allerlei weiteres Kleinzeug, das die Zimmer bis auf den letzten Winkel füllt. Im Schlafzimmer steht ein hochwertiger Kirschholz-Wandschrank mit integrierter Beleuchtung, den man nicht einfach wegwirft. Auch das Obergeschoss wurde vom Vorbesitzer selbst ausgebaut und ist als Wohnfläche nutzbar, zwei Swarovski-Vitrinen aus einem ehemaligen Juwelier stehen dort ebenfalls zum Verkauf.
Der Keller: Highlights und kuriose Funde
Der Keller ist das eigentliche Herzstück dieses Videos. Mehrere Räume, jeder mit einem anderen Charakter:
- Werkstattraum mit hochwertigen Industriesaugern, Werkzeug und Zubehör, das allesamt noch gebrauchsfähig ist
- Lagerkeller mit Schildern aus dem Deutschen Reich, Ducati-Schildern, Franziskaner-Brauereischildern und weiterem Emaillierschild-Sammelgut mit potenziellem Sammlerwert
- Waffenraum mit drei Waffenschränken, Patronenhülsen von Panzern, einer Flasche Schnaps und nagelneuen Werkzeugen neben offenem Schrott
- Ein letzter Raum, in dem alles gelandet ist, was in den anderen Zimmern keinen Platz mehr gefunden hat
Wer bei "Patronenhülsen von Panzern" kurz schluckt: Das ist kein Witz. Der Vorbesitzer hatte eine sehr spezifische Sammelleidenschaft, die sich quer durch alle Kategorien zieht. Was davon Wert hat und was Schrott ist, lässt sich in zwei Stunden nicht abschliessend beurteilen. Johannes gibt offen zu, dass er hier auf Kenner angewiesen ist und bittet Interessierte, sich zu melden.
Die Strategie: Warum kein klassischer Fix-and-Flip?
Das ist die entscheidende Frage bei diesem Objekt. Und die Antwort ist eindeutig: Wholesale statt Renovierung. Johannes hat den Kostenvoranschlag vorliegen und der liegt bei rund 200.000 Euro für eine vollständige Renovierung. Dazu kommt eine Bauzeit von mindestens fünf Monaten, die Kapital bindet, Risiken aufwirft und den Erlöspuffer schmalert.
Das Objekt wurde so günstig eingekauft, dass es wirtschaftlich sinnvoller ist, es als renovierungsbedürftig weiterzuschieben. Der Gewinn beim Wholesale fällt zwar etwas kleiner aus als beim vollsanierten Flip, aber das Risiko ist dabei erheblich geringer. Wer im Immobilieninvesting unterwegs ist, kennt diesen Abwägungsprozess: Aufwand, Kapitalbindung und Risiko stehen immer gegen den potenziellen Mehrgewinn durch Wertsteigerung. In diesem Fall war die Entscheidung klar.
Johannes spricht das direkt aus: "Mir blutet das kreative Herz", denn das Haus hätte Potenzial für einen richtig guten Flip. Die Substanz ist da, das Dach ist neu, die Grundrissstruktur stimmt. Trotzdem überwiegt die Kalkulation. Ein guter Immobiliendeal bedeutet nicht immer, das Maximale aus einem Objekt herauszuholen, sondern das Richtige zur richtigen Zeit zu tun.
Was Fix-and-Flip-Investoren aus diesem Projekt lernen können
Dieses Objekt ist ein gutes Beispiel dafür, wie unterschiedlich Immobilieninvestitionen verlaufen können, selbst wenn der Einstiegspreis stimmt. Ein paar Learnings, die sich aus dem Video direkt ableiten lassen:
- Substanz schlägt Optik: Ein vollgestopftes, verrauchtes Haus wirkt abschreckend, aber wenn Dach, Heizung und Fenster in Ordnung sind, ist das die halbe Miete. Oberflächliche Schäden sind lösbar.
- Trödel ist kein Problem, sondern eine Aufgabe: Die Entrümpelung kostet Zeit und Geld, aber ein Teil des Inventars lässt sich verkaufen oder verschenken. Der Container ist bestellt, Nachbarn und Bekannte helfen mit.
- Wholesale ist eine echte Exit-Strategie: Nicht jedes günstig gekaufte Haus muss renoviert werden. Wer günstig genug einkauft, kann den Deal auch so weitergeben und dabei solide verdienen.
- Kostenvoranschläge einholen, bevor man entscheidet: Erst mit einem konkreten Angebot von 200.000 Euro Renovierungskosten in der Hand lässt sich die Wholesale-Entscheidung sauber kalkulieren und begründen.
- Risiko immer mitrechnen: Fünf Monate Bauzeit, 200.000 Euro Kapitaleinsatz, unerwartete Folgekosten. Das Risiko war in diesem Fall zu hoch im Verhältnis zum Mehrgewinn.
Was als naechstes passiert
Das ist erst der Anfang. Johannes kündigt weitere Videos an, mindestens vier Folgen sollen aus diesem Projekt entstehen. Geplant ist, das Haus zunächst zu entrümpeln, Inventar zu verkaufen und dann das Objekt in einem deutlich besser präsentierten Zustand nochmal zu filmen. Schon allein das Weissstreichen der Wände und das Leeren der Räume wird das Haus völlig anders wirken lassen.
Wer sich für Objekte interessiert, die im Umkreis von 50 Kilometern liegen, und etwas aus dem Haus mitnehmen möchte, ob Schallplatten, Schilder, Schränke oder Werkzeug, kann sich direkt über Instagram bei Johannes melden. Vieles steht zum Verkauf, einiges wird verschenkt.
Dieses Projekt zeigt einmal mehr, dass Immobilieninvesting selten so aussieht, wie es in Hochglanzbroschüren dargestellt wird. Manchmal kauft man ein Schnäppchenhaus und findet darin Schwerter, Patronenhülsen und 300 Schallplatten. Und manchmal ist genau das der Deal, der sich am Ende am meisten lohnt.