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So hab ich angefangen | Fix & Flip Online Seminar Part 02

In diesem zweiten Teil des Fix & Flip Online Seminars erzählt Johannes, wie er vor vier Jahren im Immobilienhandel gestartet ist, warum er sich bewusst für Fix and Flip entschieden hat und was das Geschäftsmodell grundlegend von anderen Wegen zur finanziellen Unabhängigkeit unterscheidet. Du bekommst hier einen ehrlichen Einblick in seine Anfänge, seine Denkweise und die Gründe, warum der Handel mit sanierungsbedürftigen Immobilien auch heute noch funktioniert.

Wie alles begann: Flyer, Kälte und ein Podcast im Ohr

Johannes fängt nicht mit einer Hochglanzgeschichte an. Tag drei oder vier seiner Reise ins Fix and Flip Geschäft, Ende November, bitterkalt. Er hat sich einen Flyer ausgedruckt, sich einen Podcast in die Ohren gesteckt und ist einfach losgegangen. Mehrere Tage lang, den ganzen Tag, bedingungslos Flyer verteilt. Sein einziges Ziel damals: die erste Wohnung finden.

Aus diesem Anfang ist mittlerweile der größte Fix and Flip YouTube-Kanal im deutschsprachigen Raum geworden. Über 662 Videos in mehr als drei Jahren, live Seminare, zwei aufgebaute Unternehmen, eine dritte Firma bereits in Vorbereitung, und sechsstellige Jahresumsätze. Das klingt nach viel, und das war auch viel Arbeit. Aber der Punkt ist: Es hat mit einem einfachen Flyer angefangen.

Was Johannes von vielen anderen Stimmen in der Immobilienszene unterscheidet, ist sein Stil. Kein Auftreten als Selfmade-Millionär, keine aufgeblasenen Versprechen. Er erzählt aus seinem eigenen Leben, wie er es selbst gemacht hat, und genau das ist der Grund, warum immer mehr Menschen nachgefragt haben, ob es live Seminare gibt.

Die Ausgangssituation: normaler Job, wenig Erfüllung

Johannes beschreibt seine Ausgangslage als relativ normal. Ein geregelter Job, ein akzeptables Gehalt, aber nicht genug, um wirklich große Schritte zu machen. Und vor allem: null Erfüllung. Immer ein Chef über sich, der immer das letzte Wort hat. Keine echte finanzielle Perspektive, kein eigener Gestaltungsspielraum. Beförderungen möglich, ja, aber am Ende sitzt man trotzdem seine Stunden ab, egal wie produktiv man in dieser Zeit wirklich war.

Diese Situation kennen viele. Der Angestelltenjob gibt Sicherheit, aber er gibt selten das Gefühl, wirklich voranzukommen. Genau das war für Johannes der Auslöser, sich ernsthaft mit dem Immobilienhandel auseinanderzusetzen.

Warum Fix and Flip und nicht etwas anderes?

Die Entscheidung für den Immobilienhandel war keine zufällige. Johannes nennt mehrere konkrete Gründe, warum er sich genau dieses Modell ausgesucht hat:

  • Seriosität: Immobilienhandel ist ein erprobtes, seriöses Geschäftsmodell. Kein Hype, kein Trend, der in zwei Jahren wieder verschwunden ist.
  • Solo-Einstieg möglich: Du musst am Anfang keine Angestellten, keine Teilzeitkräfte, keine komplizierte Struktur aufbauen. Johannes hat es zu Beginn weitgehend alleine gemacht, sein Vater hat gelegentlich auf die Baustelle geschaut, aber das war es.
  • Hebelwirkung durch Fremdkapital: Die Bank leiht dir das Geld. Das bedeutet, du musst verhältnismäßig wenig Eigenkapital einsetzen, um Gewinne von 50.000, 60.000, 70.000 oder 80.000 Euro zu erzielen. Das ist in kaum einem anderen Bereich so möglich.
  • Kurze Kapitalbindung: Fix and Flip ist kein Daytrading, aber es ist auch kein jahrzehntelanger Horizont. In sechs bis acht Monaten kannst du ein bis zwei Projekte durchziehen, je nachdem ob sie parallel laufen.
  • Schnelle Lernkurve: Der erste Flip lehrt dich enorm viel. Nach den ersten zwei bis drei Projekten hast du bereits rund 80 bis 90 Prozent des Geschäfts wirklich verstanden. Du lernst bei jeder Immobilie weiter, aber der Grundstock kommt schnell.
  • Beständigkeit: Handel mit Immobilien hat schon immer funktioniert und wird es weiterhin tun. Solange es Wohnungen, Häuser und Wohnraum gibt, gibt es dieses Geschäft.

Immobilien schaffen echten Mehrwert in der realen Welt

Ein Punkt, der Johannes persönlich wichtig ist: Im Immobilienhandel erschaffst du tatsächlich etwas in der echten Welt. Nach Jahren in einem Büro, mit E-Mails hin und her, ohne das Gefühl, irgendetwas Greifbares zu hinterlassen, ist das ein echter Unterschied. Ähnlich wie ein Handwerker, ein Künstler oder ein Maler, der ein Werk schafft, das man anfassen kann.

Du nimmst eine Immobilie, die in ihrem aktuellen Zustand niemand haben möchte, und wertest sie auf. Du schaffst Wohnraum in einer Zeit, in der Wohnraum knapp ist. Das ist nicht nur ein Geschäftsmodell, das wirtschaftlich Sinn ergibt, sondern eines, das in Zeiten von Wohnraummangel auch gesellschaftlich gebraucht wird. Schöne, gut ausgebaute, nachhaltige Wohnungen werden immer nachgefragt, gerade weil Neubau für viele schlicht nicht mehr erschwinglich ist und das Einfamilienhaus für einen großen Teil der Bevölkerung in weite Ferne gerückt ist.

Immobilien als Weg zu echtem Wohlstand

Es gibt einen bekannten Satz, den Johannes aufgreift: 80 Prozent aller Millionäre und Milliardäre haben ihren Wohlstand durch eine eigene Firma und durch Immobilien aufgebaut. Das liegt an einer Eigenheit, die so in kaum einem anderen Bereich existiert: Eine Immobilie, die jemand anders abbezahlt, die von einer Bank beliehen wird, und aus der du gleichzeitig eigenes Kapital herausziehen kannst.

Als Beispiel nennt Johannes Robert Geiss. Ob man ihn persönlich sympathisch findet oder nicht, ist dabei irrelevant. Geiss hat einen Unternehmensexit mit damals rund 100 Millionen D-Mark hingelegt. Sein wirkliches, dauerhaftes Vermögen hat er aber durch den Immobilienhandel aufgebaut. Auch Bryan Cranston, bekannt als Walter White in Breaking Bad, investiert seinen Wohlstand in Immobilien: Häuser kaufen, für Millionen renovieren, für mehr Millionen weiterverkaufen. Fix and Flip auf einem anderen Level, aber dasselbe Prinzip.

Das Prinzip hinter Fix and Flip: Einkauf, Aufwertung, Verkauf

Das Grundprinzip ist simpel und zeitlos. Du hast eine Problemimmobilie, die in ihrem aktuellen Zustand kaum jemand kaufen möchte. Du hast einen Marktwert, den eine fertig sanierte Wohnung erzielen kann. Und du hast eine Wohnung, die nach der Renovierung etwas schöner, etwas hochwertiger, etwas attraktiver ist als der Durchschnitt auf dem Markt. In der Spanne zwischen Einkaufspreis und Verkaufspreis liegt deine Marge.

Johannes vergleicht es mit anderen alltäglichen Handelssituationen. Du kannst ein Auto mit Macken günstig kaufen oder ein aufbereitetes Auto beim Händler teurer kaufen. Du kannst dir Zutaten kaufen und selbst kochen oder ins Restaurant gehen und dafür mehr bezahlen, weil jemand anderes die Arbeit übernimmt. Der Wirt verdient an deiner Bequemlichkeit. Im Immobilienhandel passiert genau dasselbe, nur mit deutlich größeren Zahlen.

Einkauf, Aufwertung durch Energie, Zeit und Know-how, dann der Verkauf an jemanden, der sich diese Arbeit sparen möchte. Das ist Handel, das war immer Handel, und das wird es immer bleiben.

Was ist mit steigenden Zinsen?

Ein Glaubenssatz aus dem Seminar, der viele überrascht: Der Zins spielt für einen Fix and Flip Investor keine entscheidende Rolle. Ob du 5,5 oder 6 Prozent Zinsen auf dein Finanzierungsdarlehen zahlst, der Unterschied beträgt vielleicht ein bis zwei Prozent. Wenn ein Deal sich wegen ein bis zwei Prozent nicht rechnet, dann war es kein guter Deal. Punkt.

Das bedeutet nicht, dass Zinsen vollständig ignoriert werden, sie fließen selbstverständlich in die Kalkulation ein. Aber das Argument, dass steigende Zinsen Fix and Flip grundsätzlich unattraktiv machen, zieht nicht. Als aktiver Händler ist deine Haltezeit kurz, deine Marge muss stark genug sein, um die Finanzierungskosten abzudecken, und genau daran orientiert sich der Einkaufspreis. Wer das verinnerlicht hat, lässt sich von Zinsdiskussionen und Schlagzeilen über den Immobilienmarkt nicht aus der Ruhe bringen.

Was du aus diesem Teil mitnimmst

Dieser Teil des Seminars legt das Fundament. Nicht mit theoretischem Fachwissen, sondern mit einer klaren Haltung: Warum Fix and Flip, warum jetzt, warum überhaupt. Johannes zeigt, dass kein glamouröser Einstieg nötig ist. Ein Flyer, Kälte, ein Podcast und die Bereitschaft, einfach anzufangen, das war sein Start. Was daraus gewachsen ist, spricht für sich.

Wenn du verstehst, warum Wohnraum ein stabiles, zeitloses Gut ist, warum die Hebelwirkung von Fremdkapital in keinem anderen Bereich so zugänglich ist, und warum das Prinzip Einkauf, Aufwertung, Verkauf so funktioniert wie es funktioniert, dann hast du die Grundlage, auf der das gesamte Geschäftsmodell aufbaut. Alles andere ist danach Kalkulation, Marktkenntnis und Umsetzung.