So wichtig ist Netzwerken als Immobilieninvestor
Netzwerken ist für Immobilieninvestoren kein nettes Beiwerk, sondern ein echter Wettbewerbsvorteil. In dieser Folge nimmt dich Johannes mit zum Emoongress in Augsburg, einer jährlichen Pflichtveranstaltung für ihn, und zeigt dir in echten Gesprächen mit anderen Investoren, Dienstleistern und Branchenkennern, warum du solche Events nicht unterschätzen solltest.
Warum Immobilienkongresse zur Pflichtveranstaltung gehören
Johannes reist jedes Jahr nach Augsburg zum Emoongress. Nicht aus Gewohnheit, sondern weil er dort Jahr für Jahr konkrete Ergebnisse mitnimmt. Letztes Jahr hat er dort eine neue Finanzierungsbank kennengelernt und wichtige Kontakte geknüpft, die sich später als wertvoll herausgestellt haben. Das ist kein Einzelfall. Wer regelmäßig auf solche Events geht, baut über die Zeit ein Netzwerk auf, das im Tagesgeschäft kaum zu ersetzen ist.
Viele Investoren unterschätzen den Wert von Branchenevents. Man denkt, man kann alles online recherchieren, per E-Mail klären oder über LinkedIn lösen. Das stimmt bis zu einem gewissen Grad. Aber echte Vertrauensbeziehungen entstehen im persönlichen Gespräch. Und genau das passiert auf solchen Kongressen: Du siehst bekannte Gesichter wieder, knüpfst neue Kontakte und bekommst Einblicke, die du so nirgendwo liest.
Andres Martinez: Mit 40 nicht mehr angestellt und voll investiert
Einer der ersten Gesprächspartner im Video ist Andres Martinez, der auf Instagram unter dem Namen "Mein Weg zur ersten Million" bekannt ist. Andres hatte sich das Ziel gesetzt, mit 40 Jahren nicht mehr als Angestellter arbeiten zu müssen. Das hat geklappt, auch wenn er heute mehr arbeitet als je zuvor, nur eben auf eigene Rechnung.
Sein aktuelles Einkaufsprofil: Am liebsten kauft er Mehrfamilienhäuser mit rund zehn Einheiten ohne Gewerbeanteil. Er ist hauptsächlich im Umkreis von 20 Minuten um Dortmund aktiv und setzt damit auf regionales Investieren in einem klar definierten Markt. Das ist ein Ansatz, der für viele Investoren sinnvoll ist, weil du den Markt besser kennst, schneller entscheidest und lokale Handwerker und Kontakte aufbauen kannst.
Interessant ist sein letzter Kauf: ein Einfamilienhaus, eigentlich kein klassisches Investorenobjekt. Der Hintergrund ist aber nachvollziehbar. Seine Frau hat das Nachbargrundstück gekauft, und durch den Zukauf des angrenzenden Hauses haben sie jetzt drei Grundstücke nebeneinander. Das Ziel auf dem Vision Board: irgendwann mit dem Helikopter im eigenen Garten landen. Was wie ein Witz klingt, zeigt eigentlich, wie strategisch Andres denkt, wenn es darum geht, Flächen zusammenzufügen.
Sein aktueller Fokus liegt auf Mieterhöhungen im Bestand. Bestandsaufbau tritt vorübergehend in den Hintergrund, weil seine Frau dieses Jahr die aktivere Rolle übernehmen wird. Gemeinsam Ressourcen zu bündeln ist dabei ein klarer Vorteil, den Paare im Immobilienbereich nutzen können.
Die Cashflow Conference: 7.000 Besucher und wachsende Ambitionen
Im nächsten Gespräch trifft Johannes einen der Organisatoren der Cashflow Conference. Für alle, die das Event nicht kennen: Es handelt sich um eine Konferenz rund um Financial Education, also finanzielle Bildung, mit starkem Fokus auf Immobilien und Kapitalanlage. Das Event fand zuletzt in Stuttgart statt und zog dort rund 3.100 Besucher an. Bei der zweiten Auflage in einer anderen Stadt waren es bereits 7.216 Teilnehmer. Für dieses Jahr liegt das interne Ziel bei 8.000 Besuchern, geplant ist die Veranstaltung am 3. und 4. Juli in Frankfurt, Freitag und Samstag.
Für Immobilieninvestoren sind solche Events interessant, weil sie nicht nur Vorträge bieten, sondern auch die Möglichkeit, sich mit Gleichgesinnten auszutauschen, Finanzierungspartner zu finden und neue Strategien kennenzulernen. Wer in der Branche aktiv ist, sollte solche Termine im Kalender haben.
Andrej und das Tinder-Prinzip für Immobilienfinanzierung
Ein weiterer Gesprächspartner im Video ist Andrej, der eine interessante Idee vorstellt: eine Plattform, die Immobilieninvestoren und Banken anonym zusammenbringt. Das Prinzip funktioniert ähnlich wie ein anonymes Ausschreibungsverfahren: Der Investor stellt sein Finanzierungsvorhaben ein, Banken und Bankberater bewerben sich dann auf die Anfrage. Der Investor wählt aus, wer zu ihm passt, nicht umgekehrt.
Das klingt nach einer sinnvollen Lösung für ein echtes Problem. Wer schon mal versucht hat, für ein Investmentprojekt eine Finanzierung zu finden, weiß, wie zeitaufwendig das sein kann. Mehrere Banken anzuschreiben, Unterlagen vorzubereiten, auf Rückmeldungen zu warten, das alles kostet Zeit. Eine Plattform, die diesen Prozess strukturiert und standardisiert, könnte hier echten Mehrwert schaffen.
Zum Zeitpunkt der Aufnahme war der Launch für April bis Mai geplant, mit einem kostenlosen Onboarding-Service und der Möglichkeit, Rahmenverträge abzuschließen. Anfragen wurden bereits entgegengenommen. Der Name der Plattform: Feinestub.
Danny: Messi-Reihenhaus, Gewerbeobjekte und das Thema Bankenrisiko
Johannes spricht auch kurz mit Danny, der als Großflipper und Makler unterwegs ist. Danny berichtet von einem herausfordernden Jahr 2025. Zwei Projekte standen im Mittelpunkt: ein Reihenhaus in Messiqualität sowie ein größeres Gewerbeobjekt mit sechs Wohneinheiten und rund 2.900 Quadratmetern Gewerbefläche. Dazu kam ein aufwendiger Bebauungsplanänderungsprozess, den er für Einsteiger ausdrücklich nicht empfiehlt.
Das wichtigste Thema aus Dannys Erfahrungsschatz ist aber ein anderes: Bankenzusagen, die kurz vor dem Notartermin platzen. Das ist ihm letztes Jahr mehrfach passiert, einmal mit einem siebenstelligen Betrag. Er hat die Situation zwar gemeistert, aber es hat Kraft gekostet. Sein klarer Ratschlag an alle Investoren, besonders an Anfänger:
- Kaufe niemals, bevor der Darlehensvertrag unterschrieben ist.
- Kaufe nicht, bevor die Grundschuldbestellung beim Notar feststeht.
- Auch erfahrene Investoren wurden schon in dieser Situation kalt erwischt.
Wer größer wird und mit mehreren Gesellschaften und einem Bankenspiegel arbeitet, muss bei einem Bankenwechsel unter Umständen schnell eine neue Finanzierungsbank finden. Die Prüfungszeit allein dauert oft vier Wochen und mehr. Das ist ein Zeitfenster, das eng werden kann, wenn ein Deal auf dich wartet.
Dannys aktueller Zukauf: ein Achtparteienhaus, das aufgeteilt und dann als Eigentumswohnungen einzeln verkauft werden soll. Das ist ein klassischer Fix-and-Flip-Ansatz im Mehrfamilienhaus-Segment.
Peter Burnikel: Wirtschaftlich bauen und sanieren mit System
Der letzte Gesprächspartner ist Peter Burnikel, ein Bau- und Immobilienprofi aus Bayern, den Johannes bereits aus einem gemeinsamen Podcast kennt. Peter ist seit Jahrzehnten in der Baubranche und hat sich auf wirtschaftliches Bauen und Sanieren spezialisiert. Seine Kernbotschaft: Kostensicherheit vor Finanzierungsunterschrift ist das Wichtigste.
Seine Kennzahlen sind bemerkenswert:
- Neubau schlüsselfertig ab rund 3.000 Euro brutto pro Quadratmeter Wohnfläche
- Sanierungen unter 1.000 Euro pro Quadratmeter (je nach Umfang)
- Projekte ab einer Million Euro Investitionsvolumen, nach oben kein Limit
- Größte Projekte bei 30 bis 40 Millionen Euro, einzelne Ausreißer bei 100 Millionen
- Bundesweit tätig, von Kiel bis Berchtesgaden, mit Ausreißern nach Österreich und Südtirol
Ein entscheidender Hebel in Peters Ansatz ist die Grundrissoptimierung. Die Baufirma verlangt in der Regel denselben Preis, unabhängig davon, wie die Grundrisse gestaltet sind. Wenn du aber durch clevere Planung mehr Wohnfläche aus derselben Kubatur herausholst, sinken die Kosten pro Quadratmeter effektiv. Das ist ein Prinzip, das viele Bauherren unterschätzen.
Kundenseitig arbeitet Peter sowohl im Neubau als auch in der Sanierung, jeweils etwa 50 Prozent. Nutzungsformen wie WGs, Mikroapartments und Hotels stehen dabei besonders im Fokus, weil sie pro Quadratmeter oft höhere Erträge bringen.
Besonders interessant ist Peters Hinweis zu staatlichen Förderungen: Wer ein Bestandsgebäude kauft, sollte den Verkäufer ausdrücklich darum bitten, den Altbestand stehenzulassen und nichts abzureißen. Denn der vorhandene Bestand kann als Grundlage für Sanierungsförderungen wie KfW 261 und KfW 264 dienen. Kombiniert mit seriellen Sanierungen und den richtigen Abschreibungsmöglichkeiten, etwa über Denkmalschutz oder degressive AfA, entstehen hier Chancen, die man sich nicht entgehen lassen sollte. Mit dem richtigen Fördermittelberater im Team kann man laut Peter fast neubauen, aber unter dem finanziell günstigeren Deckmantel der Sanierung.
Was du aus solchen Events mitimmst
Am Ende der zwei Kongresstage zieht Johannes ein kurzes Fazit, das den Kern des Videos gut zusammenfasst: Man nimmt immer etwas mit. Manchmal ist es ein konkreter Tipp, manchmal ein neuer Kontakt, manchmal einfach die Motivation, die entsteht, wenn man andere sieht, die ähnliche Ziele verfolgen und daran arbeiten.
Netzwerken ist keine Frage des Talents. Es ist eine Frage der Regelmäßigkeit. Wer einmal im Jahr auf einen Immobilienkongress geht, sieht alte Bekannte wieder und lernt neue kennen. Wer das über mehrere Jahre macht, hat irgendwann ein Netzwerk aus Investoren, Finanzierern, Handwerkern, Maklern und Dienstleistern, das im Alltag echten Unterschied macht. Neue Banken, neue Deals, neue Lösungen für alte Probleme, all das entsteht durch persönliche Kontakte.
Wenn du bisher eher skeptisch gegenüber solchen Veranstaltungen warst, ist das verständlich. Aber wie Johannes es sagt: Auch wenn du nur alte Bekannte triffst, die du sonst übers Jahr nicht siehst, ist das schon ein Grund hinzufahren.