So wichtig ist Netzwerken als Immobilieninvestor
Netzwerken ist für Immobilieninvestoren kein Nice-to-have, sondern ein echter Wettbewerbsvorteil. In dieser Folge nimmt dich Johannes mit zum jährlichen Immobilienkongress in Augsburg, spricht mit Investoren, Event-Machern und einem Bau-Profi und zeigt, warum solche Veranstaltungen weit mehr bringen als bloße Visitenkarten.
Warum Immobilienkongresse zur Pflichtveranstaltung gehören
Johannes fährt jedes Jahr nach Augsburg, weil sich der Aufwand schlicht lohnt. Letztes Jahr hat er dort eine neue Bank kennengelernt und Kontakte geknüpft, die sich im Laufe des Jahres als wertvoll erwiesen haben. Das ist kein Zufall, sondern das Ergebnis davon, regelmäßig präsent zu sein. In der Immobilienbranche läuft vieles über persönliche Beziehungen, und genau das passiert auf solchen Events: Du triffst alte Bekannte, lernst neue Leute kennen und bekommst Einblicke, die du weder aus einem Buch noch aus einem Podcast bekommst.
Wer als Immobilieninvestor Deals machen, Finanzierungen sichern und mit erfahrenen Unternehmern auf Augenhöhe sprechen will, kommt um aktives Netzwerken nicht herum. Der Kongress in Augsburg ist dabei nur ein Beispiel. Ob Cashflow Conference, Mastermind-Treffen oder regionale Investorenrunden: Der gemeinsame Nenner ist immer derselbe. Kontakte sind Kapital.
Andres Martinez: Mit 40 aus dem Angestelltenverhältnis raus
Einer der ersten Gesprächspartner im Video ist Andres Martinez, 40 Jahre alt, bekannt auf Instagram unter dem Namen "Mein Weg zur ersten Million". Sein Ziel war es, mit 40 nicht mehr als Angestellter arbeiten zu müssen. Das hat er erreicht, auch wenn die Arbeit als Unternehmer seitdem eher mehr als weniger geworden ist.
Sein Einkaufsprofil ist klar definiert: Er investiert hauptsächlich im Umkreis von 20 Minuten um Dortmund und kauft am liebsten Mehrfamilienhäuser mit rund zehn Einheiten, ohne Gewerbeanteil. Das ist sein "Brot und Butter"-Geschäft. Zuletzt hat er, eher ungewöhnlich für einen Immobilieninvestor, auch ein Einfamilienhaus gekauft, direkt neben dem Haus seiner Frau. Mit einem dritten angrenzenden Grundstück hat das Paar jetzt genug Fläche für einen Hubschrauberlandeplatz im Garten. Vision Board eben.
Aktuell liegt sein Fokus auf Mieterhöhungen im Bestand. Der Portfolio-Aufbau tritt etwas in den Hintergrund, seine Frau wird in diesem Bereich künftig aktiver sein. Ein gutes Beispiel dafür, wie Investoren ihre Ressourcen bündeln und Aufgaben innerhalb einer Partnerschaft aufteilen können.
Die Cashflow Conference: Von 3.100 auf 7.216 Besucher
Im Gespräch mit dem Event-Verantwortlichen der Cashflow Conference wird klar, wie stark diese Veranstaltung gewachsen ist. Beim ersten Event in Stuttgart waren rund 3.100 Besucher dabei, beim zweiten Event bereits 7.216. Für dieses Jahr liegt das interne Ziel bei 8.000 Besuchern. Die Konferenz findet am 3. und 4. Juli in Frankfurt statt und setzt auf Financial Education mit einem Mix aus Speakern, Ausstellern und Sponsoren.
Neu in diesem Jahr: verbesserte Hero Sections, stärkeres Catering und mehr Inszenierung rund um das Programm. Wer sich für Immobilien und finanzielle Bildung interessiert, findet dort ein breites Angebot an Kontakten und Inhalten. Und ja, auch Johannes selbst denkt darüber nach, eine Wohnung in das dort vorgestellte Konzept "Curity" einzubringen, eine Art ETF-Sparplan-Prinzip, auf Immobilien angewendet.
Danny: Großflipper mit Erfahrungen aus dem Härtetest
Danny ist einer der bekannten Gesichter auf dem Kongress. Er arbeitet als Großflipper und Makler und gibt im Gespräch ein ehrliches Update zu seinem letzten Jahr. Zuletzt hat er ein Achtparteienhaus angekauft, das aufgeteilt und dann einzeln verkauft wird. Davor hatte er unter anderem ein Messie-Reihenhaus und ein größeres Gewerbeobjekt mit sechs Wohneinheiten und rund 2.900 Quadratmetern Gesamtfläche in Arbeit.
Sein ehrlichstes Learning aus dem vergangenen Jahr ist eines, das viele Investoren kennen: Banken, die kurz vor oder sogar nach dem Notartermin abspringen. Bei Danny handelte es sich dabei um siebenstellige Beträge. Das ist kein Einzelfall, auch bei Johannes selbst gab es ähnliche Berichte. Die Banken haben im letzten Jahr öfter als üblich ihre Zusagen zurückgezogen.
Sein wichtigster Tipp, vor allem für Anfänger:
- Kaufe niemals, bevor der Darlehensvertrag unterschrieben ist und die Grundschuldbestellung beim Notar vollständig abgeschlossen wurde.
- Selbst erfahrene Investoren wurden hier schon kalt erwischt.
- Je größer das Portfolio, desto mehr Zeitdruck entsteht, wenn man bei einer Finanzierung nachsteuern muss, weil mehrere Gesellschaften betroffen sind.
Danny bleibt trotz allem entspannt: Wenn eine Tür geschlossen wird, öffnet sich irgendwo ein Fenster. Das klingt wie eine Floskel, ist in der Praxis aber schlicht ein notwendiges Mindset, wenn man als Unternehmer dauerhaft im Markt bleiben will.
Andrej: Tinder für Immobilieninvestoren und Banken
Ein weiterer Gesprächspartner ist Andrej, der eine Plattform entwickelt, die Johannes augenzwinkernd als "Tinder für Banker und Immobilieninvestoren" beschreibt. Das Konzept dahinter ist ein anonymes Ausschreibungsverfahren für Immobilienfinanzierungen im Investmentbereich. Investoren stellen ihre Finanzierungsanfrage anonym ein, Banken und Bankerinnen bewerben sich dann aktiv darum, diesen Kunden zu bekommen. Der Launch ist für April geplant.
Das klingt nach einem echten Mehrwert, besonders für Investoren, die immer wieder feststellen, dass die Finanzierungssuche zeitaufwendig und oft frustrierend ist. Ein kostenloser Onboarding-Service ist bereits vorhanden, Rahmenverträge sind ebenfalls möglich. Anfragen werden schon jetzt entgegengenommen. Wer also aktuell auf der Suche nach einer besseren Finanzierungslösung ist, lohnt es sich, die Plattform im Blick zu behalten.
Peter Burnikel: Neubau unter 3.000 Euro pro Quadratmeter, Sanierung unter 1.000 Euro
Das spannendste fachliche Gespräch im Video führt Johannes mit Peter Burnikel, einem Bau- und Immobilienprofi aus Bayern mit lebenslanger Erfahrung in der Baubranche. Peters Spezialgebiet ist wirtschaftliches Bauen, und er nennt dabei konkrete Zahlen:
- Neubau: unter 3.000 Euro brutto pro Quadratmeter Wohnfläche, schlüsselfertig
- Sanierung: unter 1.000 Euro pro Quadratmeter, je nach Ausgangslage
Wie das funktioniert? Über konsequente Grundrissoptimierung. Eine Baufirma kostet am Ende gleich viel, egal wie die Planung aussieht. Entscheidend ist, wie viel Wohnfläche du aus dem Gebäude herausholst. Mehr Wohnfläche bei gleichen Baukosten bedeutet automatisch niedrigere Kosten pro Quadratmeter und damit eine bessere Rendite.
Peters Kunden arbeiten mit Investitionsvolumina ab einer Million Euro. Darunter lohnt sich der Aufwand für alle Seiten kaum. Nach oben gibt es kein Limit: Die größten Projekte, die er betreut, liegen bei 30 bis 40 Millionen Euro, mit einzelnen Ausreißern bis 100 Millionen. Bundesweit, mit einigen Projekten in Österreich und Südtirol.
Besonders interessant für Investoren, die sich mit Sanierung beschäftigen: KfW-Förderungen 261 und 264 sowie serielle Sanierungen bieten derzeit attraktive Möglichkeiten. Mit dem richtigen Fördermittelberater lässt sich dabei praktisch neu bauen, aber unter dem Deckmantel einer Sanierung und damit mit deutlich besseren Förderbedingungen. Peters Devise ist dabei klar:
- Verkäufer sollten den Altbestand stehen lassen und nicht abreißen, denn er ist die Grundlage für viele Förderprogramme.
- Kostensicherheit vor der Finanzierungsunterschrift ist das Wichtigste, um böse Überraschungen zu vermeiden.
- Wer auf Basis unsicherer Kostenermittlungen finanziert und am Ende teurer baut als geplant, sitzt schnell in der Klemme.
Spezialisierungen innerhalb von Peters Netzwerk umfassen WG-Aufteilungen, Mikroapartments und Hotels. Rund die Hälfte der Kunden sind im Neubau aktiv, die andere Hälfte in der Sanierung.
Was du aus zwei Tagen Kongress mitnimmst
Am Ende des Videos zieht Johannes ein persönliches Fazit. Zwei Tage Kongress, viele Gespräche, jede Menge Eindrücke und auch der ein oder andere Abend mit Teamkollegen. Das klingt anstrengend, und das ist es auch. Aber genau deshalb lohnt es sich.
Was nimmst du aus solchen Veranstaltungen mit? Konkret:
- Kontakte zu Banken, Maklern, Investoren und Dienstleistern, die du sonst im Jahr nicht triffst
- Ehrliche Einblicke in aktuelle Projekte und Herausforderungen anderer Investoren
- Informationen über neue Tools, Plattformen und Förderstrategien
- Ein realistisches Bild davon, was im Markt gerade funktioniert und was nicht
Wenn du bisher kein Fan von solchen Events bist, ist das verständlich. Aber der Punkt ist: Du musst nicht jede Konferenz mitnehmen. Aber ein, zwei Mal im Jahr gezielt auf Branchenveranstaltungen zu gehen, lohnt sich fast immer. Selbst wenn du nur alte Bekannte triffst, die du sonst das ganze Jahr nicht siehst, schafft das eine Art von Verbindung, die sich langfristig auszahlt. Manchmal in Form eines Deals, manchmal in Form einer Empfehlung, manchmal einfach in Form eines ehrlichen Gesprächs über das, was gerade im Markt los ist.
Netzwerken ist kein Selbstzweck. Es ist ein strategisches Werkzeug für jeden, der im Immobiliengeschäft langfristig erfolgreich sein will.