← Zurück zum Blog

Stahlträger-Tag: Es ist viel passiert auf unserer Baustelle

Auf der Baustelle ist wieder einiges weitergegangen: Der 250-Kilo-Stahlträger ist eingebaut, das Badezimmer nimmt Form an und die Räume werden heller und fertiger. In dieser Folge zeigt Johannes, was sich seit seinem letzten Besuch verändert hat, und erklärt die handwerklichen und baurechtlichen Details dahinter.

Der Stahlträger ist drin

Das Highlight dieser Baustellenrunde ist der eingebaute Stahlträger. Mit einem Gewicht von rund 250 Kilogramm war das kein kleiner Aufwand für die Handwerker. Beim letzten Besuch war davon noch nichts zu sehen, jetzt hängt er an Ort und Stelle und muss noch endgültig positioniert und gesichert werden.

Nach dem Einbau folgt die Verkleidung. Der Träger wird nicht einfach sichtbar bleiben, sondern rundum verputzt und mit Eckschienen versehen. Besonders wichtig dabei: der Brandschutz. Der Statiker hat klare Vorgaben gemacht, wie der Träger zu verkleiden ist. Zum Einsatz kommen spezielle Platten, die optisch an Gipskarton erinnern, aber deutlich fester und dichter gepresst sind. Links, rechts, oben und unten wird der Träger damit eingehaust. Elektrische Installationen im Bereich des Trägers werden ebenfalls brandschutzgerecht in feuerfesten Dosen untergebracht.

Für alle, die selbst mit Fix and Flip arbeiten oder größere Renovierungen planen: Solche statischen Eingriffe sind komplex und teuer, aber sie schaffen echten Mehrwert. Ein Stahlträger ermöglicht es zum Beispiel, tragende Wände zu entfernen und offene, moderne Grundrisse zu schaffen. Das wirkt sich direkt auf den Verkaufswert oder die Vermietbarkeit einer Immobilie aus.

Spachtel, Putz und mehr Licht

Neben dem Stahlträger hat sich auch handwerklich einiges getan. Die Wände wurden inzwischen zum zweiten Mal verspachtelt und teilweise bereits gestrichen. Das Ergebnis ist klar sichtbar: Die Räume wirken deutlich heller und sauberer. Die Kanten sitzen messerscharf, die Ecken sind sauber ausgearbeitet. Wer Baustellen kennt, weiß, wie viel Unterschied ein zweiter Spachteldurchgang macht.

Gleichzeitig wird eine LED-Leiste unterputz verbaut, was für Johannes das erste Mal in dieser Form ist. Die Leiste sitzt inzwischen fast bündig in der Wand, wird mit Acryl verfugt und anschließend eingeклипpt. Das Ergebnis wird eine saubere, moderne Beleuchtungslösung sein, die vollständig in der Wand verschwindet.

Auch die Schlafzimmer kommen dem fertigen Zustand näher. Die Stahlzangen werden gerade abgeschliffen und sollen in den nächsten Tagen lackiert werden. Die Fenster sind verputzt, das Glas wurde bereits bestellt. Trotz Minus-12-Grad in der Nacht und viel Schnee draußen läuft der Trocknungsprozess dank eines laufenden Heizkörpers auf der Baustelle weiter.

Badezimmer: Unterputz-Armatur, Regendusche und Fußbodenheizung

Der Bereich, in dem am meisten passiert ist, ist das Badezimmer. Hier laufen gerade mehrere Gewerke gleichzeitig.

  • Unterputz-Armatur: Die Aussparung in der Wand ist vorbereitet. Die Armatur kommt hinter die Fliese, sodass am Ende nur die Bedienelement sichtbar sind, alles andere verschwindet in der Wand.
  • Regendusche: Die Leitung wurde bereits verlegt und kommt aus der Decke heraus. Eine durchdachte Lösung, die hochwertig wirkt und beim späteren Käufer oder Mieter gut ankommt.
  • Duschschiene und Gefälle: Die Schiene ist bereits gesetzt. Das Podest wird auf 90 cm gemauert, insgesamt geht man auf einen Meter Gesamthöhe. Wichtig beim Duschbereich: Das Gefälle muss stimmen. Ein komplett gerades Gefälle würde dazu führen, dass Wasser in der Ecke stehen bleibt, wenn man die Dusche verlässt. Deshalb wird ein leichtes einprozentiges Gefälle eingebaut, das das Wasser zuverlässig zur Ablaufrinne leitet. Klingt nach einem Detail, ist aber auf lange Sicht entscheidend für die Haltbarkeit und den Komfort.
  • Glaswand: Die Glaswand sitzt auf einer schmalen, ebenen Leiste. Dahinter beginnt das beschriebene Gefälle. Das Glas wurde bereits bestellt.
  • Neue Anschlüsse und Abflussrohr: Die alten Anschlüsse wurden erneuert, die Positionen blieben weitgehend gleich. Ein neues Abflussrohr wurde durch die Wand geführt, weil im Außenbereich ein Anschluss für die Waschmaschine benötigt wird.
  • Haftgrund auf den Fliesen: Im Bereich der Verkleidung wurde Haftgrund auf die bestehenden Fliesen aufgetragen, um neue Fliesen darüber verlegen zu können. Das gibt eine saubere, breite Oberkante und ist eine gängige Methode bei der Badsanierung.

Elektrische Fußbodenheizung als Ausstattungsmerkmal

Eine Entscheidung, die im Video besonders gut erklärt wird: Im Badezimmer wird eine elektrische Fußbodenheizung verlegt. Es handelt sich dabei um ein elektrisches Gewebe, das direkt unter die Fliesen kommt. Verlegt wird es auf rund eineinhalb Quadratmetern, also genau in dem Bereich, in dem man sich morgens und abends am häufigsten aufhält: vor dem Spiegel, beim Zähneputzen.

Johannes erklärt den Gedanken dahinter klar: Die Energiekosten sind gestiegen, das stimmt. Aber für einen überschaubaren Aufwand von ein paar hundert Euro schafft man damit ein Ausstattungsmerkmal, das Käufer und Mieter schätzen. Niemand wird gezwungen, die Heizung anzumachen. Aber die Option zu haben, ist ein echter Mehrwert.

Daneben bleibt der Heizkörper als primäres Heizmittel im Bad erhalten. Der war zwischenzeitlich ausgebaut, weil die Fliesen verlegt werden müssen, kommt dann aber wieder an seinen Platz.

Ein neuer Raum entsteht aus einem Durchgangszimmer

Ein weiterer Punkt, der im Video kurz gezeigt wird: Ein ehemaliges Durchgangszimmer wurde zu einem eigenständigen Raum umgebaut. Durchgangszimmer bieten in der Regel keinen echten Mehrwert, weder für die Bewohner noch für den Verkaufspreis. Aus diesem Zimmer lässt sich jetzt ein Büro oder ein zusätzliches Schlafzimmer machen, was die Nutzbarkeit der Wohnung deutlich verbessert.

Genau solche Entscheidungen sind es, die beim Fix and Flip den Unterschied machen. Nicht jede teure Maßnahme lohnt sich, aber gezielte Grundrissoptimierungen können den Verkaufspreis oder die erzielbare Miete spürbar steigern.

Zeitplan und nächste Schritte

Zum Zeitpunkt der Aufnahme laufen noch rund zwei bis zweieinhalb Wochen, in denen viel gearbeitet wird, bevor die Weihnachtspause einsetzt. Danach folgt der Jahreswechsel und im Januar soll der Eichenparkett in die Räume eingebracht werden. Wenn das passiert, wird die Wohnung plötzlich nochmal einen riesigen Sprung nach vorne machen.

Konkret stehen bis dahin noch folgende Arbeiten an:

  • Vollständige Fliesenarbeiten im Badezimmer
  • Fertigstellung der Decke und Montage der neuen Elemente
  • Lackierung der Stahlzangen
  • Einbau der Glaswand in der Dusche
  • Abschlussarbeiten an der LED-Beleuchtung
  • Holzabschluss oben an der Badezimmerkante durch den Vater

Wer den Fortschritt zwischen den YouTube-Videos verfolgen will, kann auf Instagram schauen. Johannes versucht gerade, die Handwerker dazu zu bringen, regelmäßig Fotos und kurze Videos von der Baustelle zu schicken, die dann dort gepostet werden.

Was diese Baustelle zeigt

Diese Folge macht deutlich, wie viel auf einmal laufen muss, wenn man eine Immobilie im Rahmen von Fix and Flip oder als Kapitalanlage entwickelt. Statik, Brandschutz, Sanitär, Elektro, Putz und Malerarbeiten laufen teilweise gleichzeitig. Wer das zum ersten Mal macht, kann sich schnell verzetteln.

Was hier gut funktioniert: klare Abläufe, enge Kommunikation mit den Handwerkern und ein realistischer Blick auf das, was gerade geht und was noch warten muss. Nicht alles lässt sich gleichzeitig fertigstellen, und das ist auch kein Problem, solange der Gesamtfortschritt stimmt. Und der stimmt hier eindeutig.