Traumwohnung kaufen, renovieren, verkaufen! | Wohnung nahe Saarbrücken angekauft | Folge #145
In Folge 145 zeigt Johannes gemeinsam mit Thomas eine frisch angekaufte Eigentumswohnung nahe Saarbrücken, die nach dem Fix-and-Flip-Prinzip renoviert und anschließend mit Gewinn verkauft werden soll. Die Wohnung ist bereits entkernt, der Plan steht, und im Video bekommst du eine detaillierte Wohnungstour samt Renovierungskonzept. Zielgewinn: irgendwo zwischen 50.000 und 100.000 Euro.
Die Ausgangssituation: Angekaufte Wohnung nahe Saarbrücken
Thomas hat die Wohnung eigenständig angekauft und Johannes danach eingeladen, sie sich gemeinsam anzuschauen. Das Baujahr liegt bei 1982, was für viele Fix-and-Flip-Investoren auf den ersten Blick abschreckend wirken kann. In diesem Fall ist es aber ein Vorteil: Die Wände sind bereits relativ glatt, großflächig neu verputzen muss man kaum etwas. Die Wohnung liegt im obereren Stockwerk, das Gebäude verfügt über einen Aufzug, und der Ausblick über den Wald macht das Objekt besonders attraktiv für eine zahlungskräftige Zielgruppe.
Die Lage ist ruhig, von Neubau und Einfamilienhäusern umgeben, und der Wohnraum beläuft sich auf rund 106 bis 109 Quadratmeter. Wer Fix and Flip betreibt, weiß: Die Lage entscheidet maßgeblich darüber, wie schnell und zu welchem Preis man verkaufen kann. Hier stimmt beides.
Wohnungstour: Was steckt in diesem Schmuckstück?
Die Wohnung ist beim Videodreh bereits vollständig entkernt. Türen sind raus, die Substanz ist freigelegt, und das Team hat sich einen detaillierten Plan zurechtgelegt, was wo wie umgebaut wird. Hier der Überblick über die einzelnen Bereiche:
Eingangsbereich mit Raumtrenner
Der Eingangsbereich wird bewusst gestaltet, nicht einfach als nüchterner Flur abgehakt. Eine Idee, die Johannes schon bei anderen Projekten eingesetzt hat, ist ein sogenannter Raumtrenner aus Eichenlatten, der den Eingangsbereich optisch vom Wohnzimmer abgrenzt. Die Latten werden von unten indirekt beleuchtet, weil oben kein Platz für die Elektroinstallation ist. Das Ergebnis: ein warmer, hochwertiger Empfangsbereich statt kahlem Flur.
Zusätzlich kommt eine Industrietür mit 80 cm Breite rein, um den großen Wohnraum von rund 35 Quadratmetern räumlich abzuschließen. Steht alles offen, entsteht schnell das Gefühl, es ziehe und man schaue in einen langen Gang. Eine Tür schafft Atmosphäre und wertet optisch auf.
Wohnzimmer und Essbereich
Der Wohnbereich ist großzügig geschnitten und bietet Platz für einen großen Eichentisch im Essbereich. Die Fenster sind flächig, Licht ist reichlich vorhanden. Für die Wände wird Rollputz eingesetzt, was bei glatten Wänden aus den Achtzigern gut funktioniert und einen modernen, sauberen Look erzeugt.
An den Fenstern kommen elektrische Jalousien ran, die unschönen Vorgänger verschwinden damit komplett. Eine Wand im Übergang zur Küche wird wieder zugemacht, weil eine komplett offene Küche mitten im Raum funktional keinen Sinn ergibt. Die Küche bekommt eine kleine Nische, der Boden muss durchgehend ausgeglichen werden.
Bodenbelag: Durchgehendes Parkett im gesamten Wohnbereich
Ein zentrales Element der Renovierung ist der Bodenbelag. Im gesamten Wohn- und Schlafbereich, also in Wohnzimmer, Küche, Flur, Schlafzimmer und dem zweiten Zimmer, wird ein hochwertiges Parkett durchgelegt und verklebt. Das bedeutet: kein schwimmendes Verlegen, kein billig wirkender Boden. Verklebtes Parkett wirkt solider, ist langlebiger und erhöht den wahrgenommenen Wert der Wohnung beim späteren Käufer erheblich.
Nur im Hauswirtschaftsraum kommt Vinyl drauf, weil dort die Waschmaschinenanschlüsse bleiben und der Charakter des Raumes erhalten werden soll, ohne ihn vollständig fliesen zu müssen.
Küche: Kein Einbau, aber ein durchdachtes Konzept
Wer die Flipper-Videos regelmäßig verfolgt, kennt das Prinzip: Eine Küche wird nicht eingebaut. Das gehört zur Strategie. Der spätere Käufer soll seine eigene Küche einbauen, wie es ihm gefällt. Was aber geplant wird, ist die Vorbereitung der Küchennische, damit ein L- oder U-förmiges Setup problemlos funktioniert. Als Beleuchtungsidee steht eine skandinavische Hängeleuchte mit mehreren Strahlern im Raum.
Zweites Zimmer: Gästezimmer, Homeoffice oder Kinderzimmer
Das zweite Zimmer hat Balkontürzugang, großflächige Fenster und ist vollwertig nutzbar. Johannes sieht es eher als Gästezimmer oder Homeoffice, weil die Zielgruppe seiner Einschätzung nach eher ein berufstätiges Pärchen ist, das gut verdient und sich Wohnkomfort auf rund 100 Quadratmetern gönnen will. Vielleicht Kinder sind aus dem Haus, vielleicht plant man keine. Die Wohnung funktioniert für diese Zielgruppe perfekt, auch im Alter noch, dank Aufzug im Gebäude.
Hauptschlafzimmer mit begehbarem Kleiderschrank
Das Hauptschlafzimmer ist mit locker 20 Quadratmetern deutlich größer als das zweite Zimmer. Dahinter liegt ein ehemaliger Hauswirtschaftsraum, der jetzt eine neue Funktion bekommt: Er wird zum begehbaren Kleiderschrank umgebaut, mit einer Tiefe von 180 cm. Die Idee stammt von Thomas und ist für diese Zielgruppe ein echtes Highlight.
Der Raum ist zu groß, um ihn nur als Abstellraum zu nutzen. Eine Trockenbauwand trennt ihn vom Schlafzimmer ab, die Anschlüsse für die Waschmaschine bleiben erhalten. Wer möchte, kann dort zusätzlich einen kleinen Schreibtisch oder eine Zockerecke einrichten. Das Schlafzimmer selbst bietet außerdem Platz für ein Bett mit 2 Meter Breite, und eine TV-Buchse wird nachgerüstet.
Badezimmer: Moderne Dusche statt alter Badewanne
Das Badezimmer war beim Kauf im klassischen Zustand der frühen Achtziger. Holzschalung an der Decke, Badewanne, keine Dusche. Das alles verschwindet. Konkret umgesetzt wird:
- Eine großzügige Dusche mit 80 cm Breite, die weit in den Raum ragt
- Eine LED-Leiste in der Dusche, die von der Seite nach oben in die Decke geführt wird und einen indirekt beleuchteten Duschbereich schafft
- Eine zweite LED-Leiste, die von der Wand über den Spiegel verläuft und als Hauptlicht über dem Waschtisch fungiert
- Ein neuer Waschtisch mit Unterschrank
- Der Toilettenkasten ist bereits vorhanden und wird neu aufbereitet
- Die Decke wird mit Trockenbau geschlossen, die alte Holzschalung fliegt raus
- Teile der Wand werden gefließt, andere verputzt, auf Höhe von rund 120 cm
Eine technische Herausforderung gibt es noch: Der Durchgang zum Bad ist aktuell zu schmal. Durch den geplanten Wandaufbau kämen nur noch rund 80 cm Lichte Breite raus, was in Kombination mit der direkt anliegenden Türzarge unschön aussieht. Die Lösung: Die Tür wird um etwa 8 cm versetzt, die Wand auf der anderen Seite leicht aufgedoppelt, damit alles wieder sauber sitzt.
Zielgruppe und Verkaufsstrategie
Johannes und Thomas haben eine klare Vorstellung davon, wer diese Wohnung kaufen wird. Keine Familie mit mehreren Kindern, sondern eher ein gut verdiendes Pärchen, vielleicht mit erwachsenen Kindern, vielleicht in Richtung Rente. Die Lage am Waldrand, die ruhige Umgebung, der Aufzug, der begehbare Kleiderschrank und das hochwertige Parkett sprechen genau diese Gruppe an.
Der angestrebte Gewinn liegt zwischen 50.000 und 100.000 Euro. Einkaufs- und Verkaufspreis werden auf Wunsch von Thomas nicht genannt, aber die Zielmarge macht deutlich, dass dieses Projekt nicht auf Kante genäht ist. Wer Parkett verlegt, LED-Lichtkonzepte umsetzt, Industrietüren verbaut und einen begehbaren Kleiderschrank einbaut, muss in dieser Preisklasse verkaufen, damit sich der Aufwand rechnet. Alles darunter macht schlicht keinen Sinn.
Was dieses Fix-and-Flip-Projekt besonders macht
Viele Renovierungsprojekte im Fix-and-Flip-Bereich setzen auf den günstigsten Weg von A nach B. Hier geht Thomas einen anderen Weg: Das Objekt wird konsequent auf eine klare Käuferzielgruppe ausgerichtet. Jede Entscheidung, der Raumtrenner, die Industrietür, das verklebte Parkett, der begehbare Kleiderschrank, das Lichtkonzept im Bad, fügt sich in ein stimmiges Gesamtbild ein.
Das ist der Unterschied zwischen einer renovierten Wohnung und einem Schmuckstück, wie Johannes es nennt. Käufer in dieser Preisklasse kaufen nicht nur Quadratmeter, sie kaufen ein Gefühl. Und das Gefühl entsteht durch Details, die man beim Betreten sofort wahrnimmt, auch wenn man nicht erklären kann warum.
Johannes will sich die fertige Wohnung auf jeden Fall noch einmal anschauen. Wenn das Parkett liegt, die LED-Leisten leuchten und alles zusammenkommt, dürfte es tatsächlich ein kleines Highlight werden. Wir sind gespannt auf die Fortsetzung.