Der Tresor im Keller: Was wir in unserer alten Raiffeisenbank gefunden haben
Diesmal geht es nicht um eine klassische Wohnimmobilie, sondern um eine ehemalige Raiffeisenbank-Filiale, die Johannes und sein Bruder gemeinsam erworben und zu einer modernen Gewerbeeinheit umgebaut haben. Das Video zeigt den Stand der Renovierungsarbeiten, gibt praktische Tipps zum Parkettlegen und enthüllt ein besonderes Highlight, das nicht viele Gewerbeimmobilien aufweisen können: einen echten Banktresor im Keller.
Von der Bankfiliale zur vermieteten Gewerbeeinheit
Das Objekt, das Johannes und sein Bruder hier gemeinsam gekauft haben, war eine lokale Raiffeisenbank-Filiale. Solche Gewerbeimmobilien tauchen immer wieder auf dem Markt auf, wenn Banken ihre Filialdichte reduzieren und Standorte schließen. Wer den Mut hat, solche etwas ungewöhnlichen Objekte zu kaufen, findet darin oft interessante Möglichkeiten, die eine normale Wohnung oder ein Standardladenlokal nicht bietet.
Die Einheit ist bereits vermietet. Die Mieterinnen freuen sich laut Johannes über einen großzügigen, hellen Raum mit rund 80 Quadratmetern. Das zeigt, was bei solchen Projekten das eigentliche Ziel ist: eine leerstehende, nicht mehr genutzte Gewerbeimmobilie in einen attraktiven, vermietbaren Zustand zu bringen und damit dauerhaft Mieteinnahmen zu generieren.
Im Video sieht man den Zwischenstand der Renovierung. Parkett ist fast vollständig verlegt, die Küchenfliesen sind gesetzt, die Elektrik liegt bereits in den Wänden. Es fehlen noch Türzargen, einige Abfugarbeiten und die finale Küche, die die Mieter selbst einbauen. Der Umbau läuft, wie bei Flipper Immo üblich, strukturiert und auf den Punkt.
Parkettboden in eineinhalb Tagen: So geht das
Ein großer Teil des Videos dreht sich um das Verlegen des Parkettbodens. Johannes und sein Bruder haben auf einer Fläche von rund 100 Quadratmetern in eineinhalb Tagen am Wochenende Parkett verlegt. Das klingt nach viel, ist mit der richtigen Vorgehensweise und einem eingespielten Team aber durchaus machbar.
Verlegt wurde ein Parkett von Boen Plank, ein schmaleres Dielenformat, das etwas mehr Aufwand beim Verlegen bedeutet als breitere Dielen, dafür aber optisch eine klare, hochwertige Linie zieht. Johannes beschreibt das Ergebnis, die Kombination aus Eiche-Parkett und der ausgewählten Bodenfliese in der Küche, als stimmig und gelungen.
Statt einer klassischen Abdeckleiste am Übergang zwischen Parkett und Fliese haben Johannes und sein Bruder auf eine abgefugte Lösung gesetzt. Die letzten eineinhalb Parkett-Latten sind verklebt statt schwimmend verlegt, damit die Dielen im Übergangsbereich nicht arbeiten. Anschließend wird die Fuge sauber abgefugt. Das sieht deutlich hochwertiger aus als eine aufgesetzte Kunststoffleiste und ist bei größeren Flächen die klar bessere Wahl.
Profi-Tipp: Parkett ohne Meterstab genau einpassen
Wer schon mal Parkett verlegt hat, kennt das Problem: Am Ende jeder Reihe muss die letzte Diele auf Maß gesägt werden. Der klassische Weg ist, mit dem Meterstab zu messen, das Maß auf die Diele zu übertragen und dann zu sägen. Das kostet Zeit und birgt die Gefahr von Messfehlern.
Der Trick, den Johannes im Video zeigt, ist einfach und spart deutlich Zeit:
- Die zu kürzende Diele wird um 180 Grad gedreht, also mit derselben Oberfläche nach oben, aber in umgekehrter Richtung.
- Die Diele wird bündig an die bereits verlegten Dielen angelegt, direkt auf die zuletzt verlegte Reihe.
- Dann wird der Überstand auf der anderen Seite markiert, dabei wird eine Dehnungsfuge von etwa 8 mm eingerechnet, da Holz arbeitet.
- Einmal zur Säge, absägen, fertig. Die Diele passt exakt.
Was diesen Ansatz besonders effizient macht: Man kann mehrere Dielen aus unterschiedlichen Reihen in einem Arbeitsgang anreißen und dann in einem einzigen Gang zur Säge mehrere Stücke auf einmal schneiden. Bei einer Fläche von 100 Quadratmetern summieren sich die eingesparten Wege und Handgriffe zu einer erheblichen Zeitersparnis.
Dieser Tipp kommt laut Johannes direkt von seinem Bruder, der Schreinermeister ist. Das zeigt, wie wertvoll es im Immobilienbereich ist, handwerklich versierte Partner oder Familienmitglieder an Bord zu haben, die solches Wissen einbringen können.
Der saubere Übergang zwischen Parkett und Fliese
Für den Übergang zwischen dem Parkett im Bürobereich und den Bodenfliesen in der Küche wurde kein klassisches Übergangsprofil aus dem Baumarkt verwendet, sondern ein Fliesenprofil. Dieses wird auf die lichte Breite gesägt und bündig mit dem Parkettboden eingebaut. Der Parkett endet dann sauber an diesem Profil, die Fuge wird abgefugt. Das Ergebnis ist ein schlanker, sauberer Übergang zwischen zwei Materialien, der optisch deutlich hochwertiger wirkt als eine aufgesetzte Abdeckleiste.
Wichtig dabei: Beim Verlegen schon darauf achten, dass der Parkett auf einer Ebene mit dem Fliesenbelag liegt. Im Nachgang noch mal etwas heraussägen oder ausgleichen zu müssen ist deutlich aufwendiger.
Küche und Badezimmer: Durchdachte Raumaufteilung
Die Fliese in der Küche wurde bewusst etwas mutiger gewählt als sonst. Ein 60 x 60 cm Grauton mit helleren und dunkleren Flecken, gekauft im Baumarkt für etwa 12 bis 15 Euro pro Quadratmeter. Die Kombination mit dem Eiche-Parkett im restlichen Büro wirkt durchdacht und zeitgemäß. Die Mieter werden die Küche selbst einbauen, bekamen aber die Empfehlung, auf schwarze Akzente zu setzen, um die etwas lebhaftere Fliese gut einzubinden.
Im Badbereich wurde die ursprüngliche Raumaufteilung verändert. Aus zwei miteinander verbundenen Räumen, einem Vorraum und einer früheren Küche, wurde eine eigenständige Küche auf der einen Seite und ein separat zugängliches WC auf der anderen Seite. Gerade für gewerbliche Nutzung mit Kundenbetrieb ist ein vom Bürobetrieb getrenntes Gäste-WC ein klarer Vorteil.
Das Highlight: Der Tresorraum
Das vielleicht ungewöhnlichste Feature dieser Gewerbeimmobilie ist ein echter Banktresor im Keller. Der Tresor stammt von Karl Hermann Nürnberg und hat laut Johannes eine Wandstärke von rund 60 cm. Hier wurden früher die Gold- und Geldreserven der Bankfiliale gelagert.
Der Tresorraum verfügt außerdem über ein historisches Nachteinwurf-System: Ein Rohr von der Straße aus ermöglichte es früher, Geldkassetten direkt in den gesicherten Raum einzuwerfen, ohne die Bank betreten zu müssen. Von diesen Geldkassetten haben Johannes und sein Bruder beim Kauf noch einige vorgefunden.
Die schwere Tresortür, die nach Angaben ehemaliger Bankmitarbeiter schon für verletzte Finger gesorgt hat, ist dauerhaft gesichert und lässt sich nicht mehr öffnen und schließen. Die beim Kauf mitgelieferte Zahlenkombination funktionierte leider nicht mehr. Der Tresor selbst bleibt natürlich im Objekt, allein schon wegen seines enormen Gewichts.
Johannes sieht darin ein echtes Alleinstellungsmerkmal für die vermietete Einheit. Seine ursprüngliche Idee: einen Mieter aus dem Finanz- oder Versicherungsbereich zu finden, der den Tresorraum als kleinen Meetingraum oder Besprechungszimmer nutzt. Verträge im ehemaligen Banktresor unterzeichnen, das hat definitiv einen besonderen Charakter. Am Ende haben die Mieterinnen, die bereits eingezogen sind, nun selbst die Möglichkeit, etwas Kreatives daraus zu machen.
Was dieses Projekt zeigt
Die ehemalige Raiffeisenbank-Filiale ist ein gutes Beispiel dafür, dass Gewerbeimmobilien bei Fix-and-Flip oder langfristiger Vermietungsstrategie oft unterschätzt werden. Sie erfordern manchmal etwas mehr Kreativität bei der Nutzungskonzeption, bieten dafür aber auch Flächen und Besonderheiten, die bei Mietern echte Begeisterung auslösen können.
Was Johannes in diesem Video außerdem deutlich macht: Auch wer viele Baustellen im Jahr betreut und den Großteil der Arbeiten an Handwerker vergibt, sollte grundlegende handwerkliche Abläufe kennen und im Bedarfsfall selbst anpacken können. Das schützt vor überhöhten Angeboten, ermöglicht eine sinnvolle Qualitätskontrolle und gibt ein besseres Gefühl dafür, was eine Renovierung wirklich kostet und wie lange sie dauert. Und manchmal, wie hier beim Parkettlegen an einem Wochenende, macht es einfach auch Spaß.
Wer selbst in Immobilien investieren, Fix-and-Flip lernen oder sein erstes oder nächstes Objekt mit Begleitung durchführen möchte, findet unter den Links im Video weitere Informationen zum Coaching-Programm von Flipper Immo, das laut Johannes TÜV-zertifiziert ist und individuell auf das jeweilige Projekt eingeht.