Versetzt worden bei einer Besichtigung? So läuft es bei uns
Versetzt werden bei einer Besichtigung passiert leider öfter, als man denkt. Johannes teilt in diesem kurzen Video seine Erfahrung aus der Praxis und gibt konkrete Tipps, wie du Besichtigungen strukturiert und effizient organisierst. Dazu geht er auf eine häufig gestellte Frage aus der Community ein: Wie viel Zeit solltest du pro Besichtigung einplanen?
Versetzt werden bei Besichtigungen: Ein häufiges Problem im Immobilienalltag
Wer regelmäßig Immobilien besichtigt, kennt das Szenario: Du fährst hin, wartest, und der Verkäufer oder Makler taucht einfach nicht auf. Das kostet Zeit, Nerven und manchmal auch Geld, wenn du weite Anfahrten einkalkuliert hast. Johannes hat genau das erlebt und spricht es offen an, weil es eben kein Einzelfall ist, sondern im Fix-and-Flip-Alltag regelmäßig vorkommt.
Das Thema hat aber noch eine zweite Seite: Wenn du selbst Objekte verkaufst und Besichtigungen organisierst, musst du sicherstellen, dass du und dein Gegenüber die Zeit sinnvoll nutzen. Genau darum geht es in diesem Video.
15 Minuten pro Besichtigung reichen nicht
In einem Kommentar hatte jemand gefragt, ob 15 Minuten Besichtigungszeit pro Interessent ausreichend sind, wenn das Objekt an einen Eigennutzer gehen soll. Johannes Antwort ist klar: Das ist deutlich zu wenig.
Warum? Weil in einer Besichtigung weit mehr passiert als nur das Durchlaufen der Wohnung. Es geht um Beziehungsaufbau, um das richtige Gespräch, um Small Talk, der Vertrauen schafft, und darum, das Objekt wirklich vollständig zu zeigen. Dazu gehört nicht nur die Wohnung selbst, sondern auch:
- Das gesamte Gebäude noch einmal abzugehen
- Mit dem Aufzug in den Keller zu fahren
- Gemeinschaftsflächen, Kellerabteile und sonstige Bereiche zu zeigen
- Genug Raum für Fragen des Interessenten zu lassen
All das lässt sich in 15 Minuten nicht vernünftig abbilden. Wer sich als Verkäufer so wenig Zeit nimmt, riskiert, dass der Interessent mit offenen Fragen nach Hause geht und das Objekt letztendlich nicht kauft, weil er kein vollständiges Bild bekommen hat.
30 Minuten pro Interessent: Das Zeitfenster, das funktioniert
Bei Flipper Immo wird jede Besichtigung mit 30 Minuten pro Interessent angesetzt. Das klingt erstmal nach viel, ergibt aber in der Praxis Sinn. In 30 Minuten lässt sich das Objekt vollständig zeigen, ein echtes Gespräch führen und trotzdem ein strukturierter Ablauf einhalten.
Das Modell sieht so aus:
- Interessent 1: zum Beispiel 10:00 bis 10:30 Uhr
- Interessent 2: 10:30 bis 11:00 Uhr
- Interessent 3: 11:00 bis 11:30 Uhr
- und so weiter
So entsteht ein kompakter Besichtigungsblock von zwei bis drei Stunden, in dem mehrere Interessenten nacheinander das Objekt sehen. Das ist effizient für dich als Verkäufer und gleichzeitig wertschätzend gegenüber den potenziellen Käufern, weil du ihnen genug Raum gibst.
Nach der Besichtigung: Dropbox-Ordner und schriftliches Angebot
Wer nach der Besichtigung ernsthaftes Interesse zeigt, bekommt bei Flipper Immo im Anschluss Zugang zu einem Dropbox-Ordner mit allen relevanten Dokumenten. Das können Grundrisse, Energieausweise, Nebenkostenabrechnungen, Teilungserklärungen oder andere unterlagenrelevante Dokumente sein, je nach Objekt.
Der Ablauf danach ist klar strukturiert:
- Interessent erhält Zugang zum Dropbox-Ordner
- Er sichtet alle Unterlagen in Ruhe
- Wenn Interesse weiterhin besteht, gibt er ein schriftliches Angebot ab
- Dieses Angebot dient als Verhandlungsgrundlage
Der Vorteil dieses Vorgehens: Du hast als Verkäufer konkrete Angebote auf dem Tisch, mit denen du arbeiten kannst. Kein vages Interesse, kein mündliches Hin und Her. Wer ein schriftliches Angebot abgibt, hat sich ernsthaft mit dem Objekt auseinandergesetzt und ist in der Regel ein echter Kandidat. Von da aus lässt sich vernünftig verhandeln, mit dem Ziel, sich irgendwo in der Mitte zu treffen.
Warum Beziehungsaufbau bei Besichtigungen so wichtig ist
Ein Punkt, den Johannes besonders betont: der Beziehungsaufbau während der Besichtigung. Das klingt erstmal nach weichem Faktor, ist aber in der Praxis oft entscheidend. Gerade wenn mehrere Interessenten ein Angebot abgeben, kauft der Verkäufer eben nicht nur an den Meistbietenden, sondern auch an denjenigen, dem er vertraut und dessen Auftreten ihm sympathisch war.
Wenn du als Käufer oder als Verkäufer auftrittst, lohnt es sich deshalb, sich Zeit zu nehmen. Ein kurzes Gespräch über das Haus, die Nachbarschaft, die Pläne für das Objekt schafft Vertrauen. Dieses Vertrauen kann am Ende den Unterschied machen, ob ein Deal zustande kommt oder nicht.
15 Minuten lassen dafür keinen Raum. 30 Minuten schon.
Was du mitnehmen kannst
Ob du gerade mit deinem ersten Fix-and-Flip-Projekt startest oder bereits mehrere Objekte verkauft hast, das Thema Besichtigungsorganisation ist eines, das sich lohnt, einmal richtig aufzusetzen. Die wichtigsten Punkte zusammengefasst:
- Plane mindestens 30 Minuten pro Interessent ein, nicht weniger
- Zeige das Objekt vollständig, inklusive Keller, Gemeinschaftsflächen und allem, was dazugehört
- Nutze die Zeit für echten Beziehungsaufbau, nicht nur für eine schnelle Führung
- Stelle nach der Besichtigung alle relevanten Dokumente strukturiert zur Verfügung, zum Beispiel über einen Dropbox-Ordner
- Fordere ein schriftliches Angebot als Grundlage für weitere Verhandlungen
- Rechne damit, dass Versetzungen passieren, und baue das in deine Planung ein
Besichtigungen kosten Zeit, das stimmt. Aber wer sie professionell und strukturiert angeht, spart sich am Ende deutlich mehr Zeit, weil er nicht mit halbgaren Interessenten Wochen verbringt, bevor er merkt, dass da nichts kommt. Ein klarer Prozess hilft dir, schneller die richtigen Käufer zu identifizieren und Deals sauber abzuschließen.


