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Von Flip zu Flirt? Wie mein Instagram plötzlich komplett entgleist ist! | Q&A

In diesem Q&A beantwortet Johannes von Flipper Immo Fragen rund um den Alltag als Fix-and-Flip-Investor: von praktischen Entscheidungen bei der Renovierung über die Frage nach Eigenkapital und Finanzierung bis hin zur Zinsdebatte am Immobilienmarkt. Und dann gibt es noch einen kleinen Exkurs, der zeigt, was passiert, wenn der Instagram-Kanal wächst und die Nachrichten plötzlich eine ganz andere Richtung einschlagen.

Stahlzargen behalten oder tauschen? Die Entscheidung bei der Renovierung

Eine der ersten Fragen im Q&A dreht sich um ein klassisches Renovierungsthema: Was machst du mit alten Stahlzargen? Johannes erklärt, dass es immer auf den Einzelfall ankommt. Bei dem konkreten Objekt hatten die vorhandenen Stahlzargen sogenannte Schattenfugen, also eine Einkerbung links und rechts der Zarge, die optisch ansprechend wirkt. Da die Zargen noch in gutem Zustand waren und passende Normtüren gefunden wurden, fiel die Entscheidung, sie zu behalten und in einem sehr hellen Grau zu lackieren.

Als generelle Empfehlung gilt aber folgendes: Wenn du eine Wohnung für den Verkauf renovierst, solltest du in der Regel alte Stahlzargen rausreißen und neue Holzzargen einbauen. Neues Material wirkt immer eleganter und hochwertiger als aufbereitetes Altmaterial. Das zahlt sich beim Verkauf aus, weil Käufer sofort sehen und fühlen, dass hier frisch und hochwertig gearbeitet wurde.

Eine Ausnahme gibt es: Wenn die alten Zargen ein besonderes Sondermaß haben, zum Beispiel weil die Decken ungewöhnlich hoch sind oder die Elemente einen besonderen Charakter mitbringen, lohnt es sich, über eine Aufbereitung nachzudenken. In allen anderen Fällen gilt: raus damit, neu rein, fertig.

Renovation starten, bevor man im Grundbuch steht

Eine weitere Frage, die viele Einsteiger beschäftigt: Darf man eigentlich schon mit der Renovierung anfangen, bevor man offiziell im Grundbuch als Eigentümer eingetragen ist? Johannes gibt hier Entwarnung. Das ist in Deutschland absolut üblich und kein Problem.

Der entscheidende Begriff lautet hier Auflassungsvormerkung. Sobald der Notar diese Vormerkung ins Grundbuch eingetragen hat, bist du als neuer Eigentümer reserviert und geschützt. Das bedeutet, niemand anderes kann die Immobilie zwischenzeitlich kaufen oder belasten. Du kannst also direkt nach der Eintragung der Vormerkung mit der Renovierung beginnen, auch wenn der endgültige Eigentumsübergang im Grundbuch noch aussteht.

Und das ist auch bitter nötig, denn die tatsächliche Eintragung als Eigentümer im Grundbuch dauert in Deutschland gerne einmal rund ein Jahr. Beim Fix and Flip ist das ein untragbarer Zeitraum. Die Vormerkung kostet ein paar hundert Euro, ist aber Pflicht und schützt dich rechtlich. Danach kannst du direkt loslegen und die Wohnung nach der Fertigstellung auch wieder verkaufen, ohne im Grundbuch zu stehen.

Fix and Flip ohne Eigenkapital: geht das?

Eine der meistgestellten Fragen in der Community: Kann man flippen, wenn man kein Eigenkapital hat? Johannes ist hier klar und direkt. Flippen ohne Eigenkapital ist und bleibt sehr schwierig. Das ist keine Frage der Motivation oder des Ehrgeizes, sondern der schlichten Finanzierungsrealität.

Banken finanzieren Flip-Projekte in der Regel nicht zu 100 Prozent, zumindest nicht ohne eigene Mittel. Wer trotzdem unbedingt starten möchte, hat grundsätzlich zwei Optionen:

  • Einen Partner mit Eigenkapital ins Boot holen, der sich finanziell beteiligt und dafür einen Teil des Gewinns bekommt.
  • Ein privates Darlehen aufnehmen, zum Beispiel von Familie oder Freunden.

Was Johannes explizit nicht empfiehlt: sich das fehlende Eigenkapital über einen Konsumkredit zu beschaffen. Wer etwa 20.000 bis 30.000 Euro Eigenkapital über einen Konsumkredit finanziert, zahlt dafür schnell 10 bis 15 Prozent Zinsen. Das frisst die Marge eines Flips erheblich auf und macht ein ohnehin enges Projekt schnell unrentabel.

Sich für ein einziges Flip-Projekt komplett privat zu verschulden und auf null zu setzen, macht keinen Sinn. Priorität Nummer 1 muss daher sein: Eigenkapital aufbauen, egal ob durch Sparen, einen Partner oder ein vertrauensbasiertes Privatdarlehen. Erst wenn das steht, sollte man den ersten Flip angehen.

Die Zinsdebatte: wirklich so dramatisch?

Immer wieder taucht in der Community die Frage auf, ob die gestiegenen Zinsen das Flippen unattraktiv oder gar unmöglich machen. Johannes spricht hier Klartext: Die Zinsdebatte wird vor allem von Leuten geführt, die nicht tief genug im Markt sind.

Wer aktiv flippt und den Markt kennt, sieht die Lage deutlich nüchterner. Ein Zinsanstieg von 6 auf 6,5 Prozent, gerechnet auf eine Haltedauer von sechs Monaten, macht in absoluten Zahlen einen minimalen Unterschied. Das reicht nicht aus, um einen guten Deal zu zerstören. Wohnungen werden nach wie vor gekauft, Käufer sind weiterhin im Markt, und wer ein qualitativ hochwertiges Produkt liefert, findet auch Abnehmer.

Anfang März gab es laut Johannes kurzzeitig eine Art Aufruhr, weil die Zinsen über Nacht gefühlt um 0,5 Prozent gestiegen waren. Aber das hat sich schnell wieder beruhigt. Der Markt ist volatil, aber nicht kaputt. Wer gute Objekte einkauft, vernünftig renoviert und zu einem marktgerechten Preis verkauft, wird auch in einem leicht höheren Zinsumfeld erfolgreich sein.

Entscheidend ist dabei die Qualität des Produkts. Johannes betont ausdrücklich, dass er und sein Team bewusst in hochwertige Materialien investieren, also keinen günstigen Boden, keine larifari Optionen, sondern Qualität, die Geld kostet. Genau das zahlt sich beim Verkauf aus, weil Käufer den Unterschied sehen und bereit sind, dafür mehr zu bezahlen.

Wenn der Instagram-Kanal wächst und die Nachrichten entgleisen

Zum Abschluss des Q&A kommt Johannes auf ein Thema, das er sichtlich amüsiert und gleichzeitig leicht schockiert beschreibt: Was passiert, wenn ein Immobilien-Account auf Instagram wächst.

Bei rund 12.000 Followern war noch alles ruhig. Bei 17.000 Followern hat sich das schlagartig verändert. Plötzlich kommen Nachrichten, um die niemand gebeten hat, von Männern und Frauen, die offensichtlich den thematischen Fokus des Kanals nicht ganz verstanden haben. Johannes stellt mit einer Mischung aus Humor und Unverständnis fest, dass das anscheinend ab einer gewissen Reichweite dazugehört.

Seine Freundin mit 5.000 Followern kennt das Problem schon seit längerem. Johannes dachte noch, das sei ein auf ein Geschlecht beschränktes Phänomen. Der Kanal mit Fokus auf Fix and Flip hat ihn eines Besseren belehrt. Was das mit Immobilien zu tun hat? Direkt nichts. Aber es zeigt, was Reichweite auf Social Media eben mit sich bringt, ob man will oder nicht.

Fazit: Praxis statt Theorie

Das Q&A-Format bringt genau das, was viele Einsteiger und fortgeschrittene Investoren brauchen: konkrete Antworten auf echte Fragen, ohne Marketingsprech und ohne beschönigte Darstellungen. Türzargen tauschen oder behalten, Auflassungsvormerkung richtig nutzen, Eigenkapital als absolute Grundvoraussetzung verstehen und die Zinsdebatte mit dem nötigen Abstand bewerten. Das sind die Themen, die im Alltag eines Fix-and-Flip-Investors wirklich zählen. Und wenn der Instagram-Kanal dabei langsam in andere Gewässer abdriftet, ist das zumindest eine gute Geschichte für das nächste Q&A.