Vorher Nachher Immobilie in Augsburg | Wohnung selbst renovieren, was ist in 4 Monaten passiert?
In diesem Video begleitet Johannes das Team rund um Felix bei einem Renovierungsprojekt in Augsburg. Die Wohnung wurde über vier Monate kernsaniert, und es gibt einiges zu berichten: was gut lief, wo Handwerker Lehrgeld gekostet haben und was du beim nächsten Fix-and-Flip-Projekt besser machen kannst.
Das Projekt in Augsburg: Ein Update nach vier Monaten
Wer die erste Folge zu dieser Wohnung in Augsburg gesehen hat, weiß: Vor rund vier Monaten war hier noch eine klassische Baustelle. Jetzt ist die Wohnung fast fertig, das Staging steht kurz bevor, und Johannes schaut sich gemeinsam mit Felix und dem Team an, was in dieser Zeit alles passiert ist.
Das Team war klein: drei Leute haben dieses Projekt gestemmt, gleichzeitig als Bauarbeiter, Projektleiter und Koordinatoren. Geplant waren ursprünglich zwei Monate Renovierungszeit, daraus wurden letztlich vier Monate. Warum das so kam und was du daraus für dein eigenes Projekt mitnehmen kannst, erfährst du hier.
Was wurde alles gemacht? Raum für Raum
Die Wohnung wurde im Grunde von Grund auf neu gemacht. Hier ein Überblick über die einzelnen Bereiche:
Flur und Gemeinschaftsbereiche
Im Flur wurde geschliffen, gestrichen und eine neue Tür eingebaut. Die Elektrik wurde komplett erneuert, neue Schalter und Steckdosen sitzen jetzt in allen Zimmern. Die Heizkörper wurden ebenfalls ausgetauscht, was bei einer Kernsanierung sowieso auf der Liste stehen sollte.
Wohnbereich und Boden
Der Boden im Wohnbereich war schon vorhanden und wurde zunächst so gelassen, da er noch abschreibbar war. Am Ende wurde er dann doch neu gemacht. Interessant ist die Entscheidung beim Balkon: Dort lagen zuvor alte Fliesen, die jetzt mit Douglasienholz überdeckt wurden. Das Material ist wetterfest, modern und kostet nicht die Welt. Der Vorher-Nachher-Unterschied ist deutlich sichtbar, ein klarer optischer Gewinn gegenüber den alten Kacheln.
Schlafzimmer
Im Schlafzimmer gab es vergleichsweise wenig zu tun. Der Raum diente während der gesamten Bauzeit als Lager für Material und Möbel. Gestrichen wurde natürlich, und der Rollladenkasten musste ebenfalls noch behandelt werden. Ansonsten war der Aufwand hier überschaubar.
Badezimmer: Das Sorgenkind
Das Bad war die größte Baustelle innerhalb der Baustelle. Was eigentlich relativ zügig hätte fertig werden sollen, hat am meisten Zeit und Nerven gekostet. Der Grund: Beim Abbruch der alten Fliesen wurde klar, dass die komplette Wand dahinter marode war und neu verputzt werden musste. Allein das hat rund 1.500 Euro extra gekostet und zusätzlich circa vier Wochen Trockenzeit bedeutet.
Danach kam das nächste Problem: Der Fliesenleger hat beim Verlegen der neuen Fliesen einfach eine Fliese über die Öffnung des Rollladenkastens gelegt, ohne zu fragen, wofür das Loch eigentlich gedacht ist. Das Ergebnis: Die Fliese wackelt, weil darunter kein stabiler Untergrund liegt. Ein klassisches Beispiel dafür, warum Kommunikation auf der Baustelle entscheidend ist. Statt kurz nachzufragen, wurde einfach drübergekachelt.
Ebenfalls im Bad: Das Waschbecken wurde neu positioniert, die Badewanne liegt quer, eine Dusche mit Regendusche wurde installiert, und die Elektrik wurde komplett unter Putz gelegt. In der ehemaligen Schranksnische wurde ein Wasseranschluss für die Waschmaschine inklusive eigener Absicherung im Sicherungskasten eingebaut.
Küche
Auch in der Küche gab es Änderungen am ursprünglichen Plan. Die Leitungsführung wurde komplett neu gemacht. Was genau schiefgelaufen ist, bleibt im Video etwas im Ungefähren, aber auch hier zeigt sich das übergeordnete Muster dieses Projekts: Wenn Planung und Ausführung nicht synchron laufen, kostet das Zeit.
Was gut lief und was nicht: Das ehrliche Fazit
Johannes zieht mit Felix am Ende des Videos eine klare Bilanz. Hier die wichtigsten Punkte:
Was gut funktioniert hat:- Der Abbruch zu Beginn lief reibungslos. Freunde und Familie haben geholfen, das Team hat zusammengehalten.
- Die Installationsarbeiten am Anfang waren solide und ohne größere Probleme.
- Die Elektrik war von Anfang bis Ende top. Der Elektriker war nach eigener Aussage einer der professionellsten Handwerker auf der ganzen Baustelle.
- Sobald mehrere Gewerke gleichzeitig auf der Baustelle waren, begannen Schuldzuweisungen. Wer war schuld, wessen Werkzeug fehlte, wer was nicht gemacht haben wollte. Das hat sich laut Felix durch fast alle Gewerke gezogen.
- Die Urlaubszeit hat zusätzlich zwei Wochen Verzögerung gebracht, weil Handwerker nicht verfügbar waren.
- Der Fliesenleger hat mit dem Rollladenkasten-Malheur eines der anschaulichsten Beispiele für fehlende Sorgfalt auf der Baustelle geliefert.
- Zwischenzeitlich gab es sogar den Verdacht auf einen Wasserschaden in der Wohnung, was das Team kurzzeitig ernsthaft beunruhigt hat.
Was du aus diesem Projekt für dein Fix-and-Flip lernen kannst
Dieses Projekt in Augsburg ist ein sehr reales Beispiel dafür, wie eine Kernsanierung in der Praxis abläuft. Nicht alles läuft nach Plan, und das ist normal. Aber es gibt klare Stellschrauben, an denen du drehen kannst, damit es beim nächsten Mal besser läuft.
Finanzierung mit ausreichend Puffer planen
Johannes betont das im Video ausdrücklich: Plane deine Finanzierung immer großzügig. Wer eine Brückenfinanzierung oder einen Kredit mit knappem Laufzeitende hat und dann auf der Baustelle Probleme auftauchen, steht unter enormem Druck. In diesem Fall war der Kredit auf ein Jahr ausgelegt, was genug Luft gelassen hat. Wenn das aber nicht der Fall gewesen wäre und der Wasserschaden sich bestätigt hätte, wäre die Situation deutlich schwieriger geworden.
Sein Rat: Gehe nicht vom Best-Case-Szenario aus, sondern vom Worst Case. Die Wahrheit liegt irgendwo dazwischen, und wenn du dort landest, ist das der Normalfall. Zehn Prozent Puffer auf die Renovierungskosten reichen in der Regel nicht. Rechne lieber mit mehr und freue dich, wenn du günstiger davonkommst.
Zeitplanung realistisch ansetzen
Zwei Monate geplant, vier Monate gebraucht: Das ist kein Einzelfall. Bei einer Kernsanierung, bei der Wände aufgemacht, Leitungen verlegt, Putz erneuert und mehrere Gewerke koordiniert werden müssen, kann immer etwas dazwischenkommen. Handwerker fallen aus, Materialien kommen verzögert, Trockenzeiten können nicht übersprungen werden.
Plane also von Anfang an mit einem realistischen Zeitfenster. Wer das im Blick hat, kommt auch nicht in Bedrängnis, wenn sich Abläufe verschieben.
Handwerker koordinieren und kommunizieren lassen
Ein Kernproblem auf dieser Baustelle war die fehlende Abstimmung zwischen den einzelnen Gewerken. Wenn der Fliesenleger nicht weiß, wofür ein Loch in der Wand gedacht ist, und statt nachzufragen einfach drüberlegt, entstehen Fehler, die später teuer werden. Klare Absprachen, regelmäßige Kontrolle des Fortschritts und eine Person, die den Überblick behält, sind bei einer Renovierung keine Kür, sondern Pflicht.
Das erste Projekt als Lernprojekt verstehen
Johannes bringt es am Ende auf den Punkt: Jeder muss irgendwann ins kalte Wasser springen. Wer noch nie eine Wohnung kernsaniert hat, wird beim ersten Projekt Fehler machen. Das ist nicht vermeidbar, aber es ist lehrreich. Wer die richtigen Schlüsse zieht, macht es beim zweiten Projekt schneller, günstiger und mit weniger Stress.
Für ein erstes gemeinsames Sanierungsprojekt war das Ergebnis in Augsburg nach Einschätzung aller Beteiligten trotzdem gut. Die Wohnung ist fast fertig, das Staging steht kurz bevor, und das Team hat vier Monate lang ohne größere finanzielle Notlage durchgehalten.
Was kommt als nächstes?
Kurz nach diesem Update kommt das fertige Staging der Wohnung, bevor sie in den Vertrieb geht. Außerdem kündigt Johannes für die nächste Folge ein Vorher-Nachher-Video seiner eigenen Wohnung an, die ebenfalls verkauft werden soll. Es bleibt also spannend, wie beide Projekte sich entwickeln und welche Zahlen am Ende dabei rauskommen.
Wenn du selbst mit dem Gedanken spielst, eine Wohnung zu renovieren und weiterzuverkaufen, lohnt es sich, beide Projekte im Auge zu behalten. Dieses Update aus Augsburg zeigt sehr direkt, was in der Praxis auf dich zukommt, und das ist ehrlicher als jede Hochglanzbroschüre über Fix and Flip in Deutschland.