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Vorher-Nachher: Ein skandinavischer Traum - So haben wir renoviert

Kaufen, renovieren, verkaufen - das ist Fix and Flip in der Praxis. In diesem Video zeigt Johannes, wie aus einer in die Jahre gekommenen Wohnung im Allgäu ein durchgestyltes, skandinavisch inspiriertes Zuhause in Weiß, Schwarz und Eichenholz entstanden ist. Du siehst die fertigen Ergebnisse, erfährst warum Küche und Badezimmer komplett getauscht wurden und was einzelne Gewerke wirklich gekostet haben.

Das Konzept: Skandinavisch in Weiß, Schwarz und Holz

Das Designkonzept dieser Wohnung zieht sich konsequent durch alle Räume: Weiß, Schwarz und Eichenholz. Wer aktuell auf Pinterest oder Instagram unterwegs ist, kennt diesen Look. Für ein Fix-and-Flip-Projekt ist das eine kluge Entscheidung, denn der Stil spricht eine breite Käuferschicht an, wirkt hochwertig und lässt sich mit überschaubarem Budget umsetzen, wenn man weiß was man tut.

Die Wohnung wurde vollständig entkernt. Böden aufgemacht, Wände rausgehauen, Leitungen neu verlegt. Das klingt nach viel Aufwand, und das ist es auch. Aber der entscheidende Punkt beim Fix and Flip ist: Man schafft Mehrwert, der sich am Ende im Verkaufspreis widerspiegelt. Und genau das ist hier gelungen. Die Wohnung ist bereits seit einigen Wochen verkauft.

Fassade und Außenbereich: Der erste Eindruck zählt

Schon von außen ist der Unterschied deutlich. Die Fassade war ursprünglich grün - Johannes hat sie selbst auf weiß gestrichen. Allein dafür war eine Genehmigung der Wohnungseigentümergemeinschaft (WEG) nötig, was zu einem Verzug von rund drei Wochen geführt hat. Wer solche Umbauten plant, sollte Genehmigungsprozesse früh einplanen und frühzeitig bei der WEG anfragen.

Auch die Terrasse wurde neu gestaltet: Platten vom Baumarkt, alles ordentlich eingeschottert und auf Level gebracht, eine neue Rasenkante gesetzt und ein neuer Zaun gesetzt. Das alles hat Johannes gemeinsam mit seinem Vater selbst gemacht. Für einen sauberen ersten Eindruck und eine bessere Präsentation beim Verkauf ist der Außenbereich oft unterschätzt, kostet aber bei Eigenleistung vergleichsweise wenig.

Grundrissveränderung: Küche und Bad tauschen die Plätze

Eine der zentralen Entscheidungen in diesem Projekt war der Tausch von Küche und Badezimmer. Im Originalzustand befand sich die Küche fast im Schlafzimmer, was schlicht keinen Sinn ergab. Das Badezimmer lag dort, wo jetzt die Küche ist. Für viele Kaufinteressenten ist eine ungünstige Raumaufteilung ein sofortiger Dealbreaker, selbst wenn die Immobilie ansonsten gut in Schuss ist.

Das Umverlegen der Nassräume ist kein kleines Projekt. Es wurden Kernbohrungen für neue Fallrohre und Toilettenanschlüsse gemacht. Da sich unter der Wohnung eine Tiefgarage befindet, musste dabei Brandschutz beachtet und entsprechend ausgeführt werden. Allein für diese Bohrungen und die neue Verrohrung unterhalb der Decke inklusive Brandschutzmaßnahmen ist eine erhebliche Summe angefallen. Es lohnt sich aber, weil dadurch eine Raumaufteilung entstanden ist, die wirklich funktioniert und für Käufer sofort einleuchtet.

Der Flur: Wand raus, Raum gewinnen

Im Eingangsbereich gab es ursprünglich einen rund sechs Meter langen Flur - nutzloser Durchgangsbereich ohne wirklichen Mehrwert. Durch das Herausreißen von Wänden wurde dieser Bereich in den angrenzenden Wohnraum integriert. Das Ergebnis: mehr gefühlte Fläche, eine offenere Atmosphäre und ein moderner Eingangsbereich, der direkt das Konzept transportiert.

Highlights im Flur:

  • Wandpaneele in skandinavischem Stil, aktuell auf jedem Einrichtungsblog vertreten
  • Schwarze Fliesen als Sonderposten zu einem günstigeren Preis - ein gutes Beispiel dafür, wie man bei Materialien sparen kann, ohne am falschen Ende zu sparen
  • Neue Zargen, neue Türen, neue Heizkörper
  • Schwarze Lampen, die im Raum bleiben und das Gesamtbild stimmig halten

Der Raumtrenner aus Eichenholz

Ein Highlight, das immer wieder Fragen aufwirft, ist der selbst gebaute Raumtrenner aus Eichenholz. Papa, der hinter der Kamera steht und gleichzeitig Handwerker ist, hat das Teil selbst gefertigt. Die Materialkosten allein lagen bei rund 600 Euro, weil Eichenholz kein billiges Material ist - der Kubikmeter kostet aktuell um die 2.000 Euro. Dafür sieht das Ergebnis aus wie aus einem Einrichtungsmagazin und passt perfekt zum skandinavischen Konzept.

Der alte Raumtrenner war das genaue Gegenteil: eine wackelige, einfach gebaute Wand, die man fast mit dem Fuß hätte einkicken können. Der neue ist doppelwandig, stabil und wurde mit einem Sonderanfertigungs-Oberlicht versehen, das sich nach hinten kippen lässt. So kommt Licht durch, ohne Privatsphäre zu opfern.

Parkett: Verklebt statt schwimmend verlegt

Durch die gesamte Wohnung zieht sich der gleiche Parkettboden - Eiche mit weißer Ölung, was den typischen Rotstich von Eiche verhindert und dem Boden einen leicht grauen, sehr modernen Ton gibt. Der genaue Name des Bodens ist "Eiche Corer". Bezogen wird er von einem lokalen Händler, einen direkten Link gibt es deshalb nicht.

Entscheidend für die Qualität war die Verlegemethode: Der Parkett wurde vollflächig verklebt, nicht schwimmend verlegt. Das kostet mehr, fühlt sich aber deutlich massiver und wertiger an. Richtwert für die Kosten:

  • Parkett selbst: ca. 40 Euro pro Quadratmeter
  • Verklebung und Verlegung: ca. 15 Euro pro Quadratmeter zusätzlich
  • All-in also rund 60 bis 70 Euro pro Quadratmeter

Für ein Fix-and-Flip-Projekt ist das eine bewusste Investition in die Qualität, die sich beim Verkaufspreis bemerkbar macht.

Abgehängte Decke mit Spots: Ja, aber nicht überall

Im Wohnbereich wurden abgehängte Decken eingezogen, um insgesamt 17 Einbauspots zu verbauen. Das sieht gut aus und schafft eine angenehme Lichtstimmung. Johannes gibt dabei aber eine klare Empfehlung mit auf den Weg: Nicht jede Decke in jedem Raum muss abgehängt werden. Das kostet schnell viel Geld und ist in vielen Räumen kein Muss. Selektiv eingesetzt, wo es wirklich Sinn macht, ist es ein schönes Upgrade - flächendeckend eingesetzt, frisst es das Budget.

Schlafzimmer: Milchglastür, Nische und begehbarer Kleiderschrank

Im Schlafzimmer wurde die Tür um zehn Zentimeter versetzt, damit sie überhaupt vollständig aufgeht - vorher hat sie an der alten Wasserverteilung gehangen. Solche kleinen, aber wichtigen Details werden bei einer Renovierung schnell übersehen. Hier wurde außerdem die Wasserverteilung komplett erneuert, alles in Trockenbau ausgeführt.

Die Schlafzimmertür selbst ist im gleichen Stil wie die restlichen Türen, allerdings in satinierter Milchglas-Optik. Das passt zum Schlafzimmer, denn man muss hier nicht hineinsehen. Eine Variante mit schwarzem Strich wäre ebenfalls möglich gewesen - wäre aber zu viel des Guten geworden.

Eine Nische im Schlafzimmer, die früher als Schrank genutzt wurde, wurde freigeräumt. Der Stauraumbereich wurde in den Abstellraum verlagert, der zu einem kleinen begehbaren Kleiderschrank umfunktioniert wurde. So entsteht im Schlafzimmer mehr Spielraum, zum Beispiel für ein Homeoffice oder eine freie Stellfläche für das Bett.

Das Badezimmer: Das absolute Highlight für rund 10.000 Euro

Das Badezimmer ist der Raum, für den das meiste Geld in die Hand genommen wurde. Grob gerechnet sind hier rund 10.000 Euro geflossen - und das zu Recht, denn es ist der Raum, der im Vorher-Nachher-Vergleich am meisten Eindruck macht.

Was steckt drin:

  • LED-Fliesenabschlussleiste mit integriertem LED-Streifen, bündig mit der Decke, dimmbar. Perfekt für die Nacht, wenn man nicht gleich von greller Beleuchtung geblendet werden will.
  • Duscharmatur in Mattschwarz von Hans Grohe für rund 700 Euro. Teuer, aber Qualität, die man auch in 10 Jahren noch nicht bereut.
  • Eichenholz-Waschtischunterschrank, selbst gebaut von Papa. Mit weißer Ölung, passend zum Parkett, passend zum Gesamtkonzept. Kann man nicht kaufen - auf Maß gefertigt.
  • Indirekt beleuchteter Spiegel, der sich dimmen lässt.
  • Geberit-Vorwandinstallation, die alle Rohre hinter der Wand verschwinden lässt.
  • Neuer Waschmaschinenanschluss, ebenfalls komplett neu verlegt.
  • Konsequentes Farbkonzept: Weiß, Schwarz, Holz - wie durch die gesamte Wohnung.

Für die Kernbohrungen und Rohrumleitungen allein ist eine erhebliche Summe fällig geworden, weil Brandschutzanforderungen eingehalten werden mussten. Das sind Kosten, die man vorher nicht immer auf dem Schirm hat, die aber anfallen, wenn man Nassräume in einem Mehrfamilienhaus verlagert.

Projektdauer und WEG-Genehmigungen: Was Investoren wissen müssen

Die Renovierung hat insgesamt rund zweieinhalb Monate gedauert. Darin enthalten sind allerdings drei Wochen Verzug, die durch Genehmigungsprozesse entstanden sind. Folgende Maßnahmen brauchten eine Zustimmung der WEG:

  • Neue Eingangstür
  • Fassade von grün auf weiß streichen
  • Anfrage zum Absägen der Hecke (wurde letztlich nicht gemacht, um die Privatsphäre zu erhalten)

Wer in einem Mehrfamilienhaus renoviert und bauliche Veränderungen plant, muss die WEG frühzeitig einbinden. Drei Wochen Verzug bei einem Fix-and-Flip-Projekt bedeuten Haltekosten und potenzielle Verschiebungen im Zeitplan. Die Lösung: Genehmigungen so früh wie möglich beantragen, idealerweise parallel zu anderen Vorbereitungsarbeiten.

Fazit: Was dieses Fix-and-Flip-Projekt zeigt

Dieses Projekt ist ein gutes Beispiel dafür, wie man mit einem klaren Konzept, konsequenter Umsetzung und der richtigen Mischung aus Eigenleistung und Handwerkern einen echten Mehrwert schafft. Die Wohnung ist verkauft, das Projekt damit offiziell abgeschlossen.

Die wichtigsten Learnings in der Zusammenfassung:

  • Grundriss überdenken: Eine schlechte Raumaufteilung kostet beim Verkauf mehr als die Umbaukosten.
  • Konzept durchziehen: Wer ein Designkonzept konsequent umsetzt, erzielt ein stimmigeres Ergebnis und überzeugt Käufer schneller.
  • WEG-Genehmigungen früh einholen: Verzögerungen kosten Geld und Nerven.
  • Eigenleistung sinnvoll einsetzen: Fassade streichen, Terrasse anlegen, Möbelstücke bauen - das spart erheblich.
  • Nicht überall alles: Abgehängte Decken, Designelemente und teure Materialien gezielt einsetzen, nicht überall.
  • Qualität dort, wo man sie sieht: Duscharmatur, Boden, Waschtisch - das sind die Dinge, die Käufer bewerten.

Wer selbst eine Immobilie im Allgäu hat oder jemanden kennt, der eine ältere Zwei- oder Drei-Zimmer-Wohnung verkaufen möchte, kann sich gerne direkt melden. Das nächste Projekt ist bereits in Planung.