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Vorher-Nachher: Ein skandinavischer Traum - So haben wir renoviert

Kaufen, renovieren, verkaufen - dieses Fix-and-Flip-Projekt im Allgäu zeigt, was mit einer in die Jahre gekommenen Wohnung möglich ist, wenn man konsequent entkernt, mutig umplant und auf ein klares Designkonzept setzt. Im Video führt Johannes durch das fertig renovierte Objekt und erklärt, welche Entscheidungen hinter dem skandinavischen Look in Weiß, Schwarz und Eichenholz stecken - und was das Ganze wirklich gekostet hat.

Vom Altbau zum skandinavischen Traum - das Konzept hinter dem Flip

Das Projekt folgt einem klaren Designansatz: Weiß, Schwarz und Eichenholz. Wer aktuell auf Pinterest oder Instagram unterwegs ist, kennt diese Kombination. Sie funktioniert, weil sie zeitlos wirkt, hochwertig aussieht und sich gut vermarkten lässt. Für ein Fix-and-Flip-Objekt ist das kein Zufall - es ist Strategie. Das Ziel ist es, eine Wohnung so aufzuwerten, dass der Verkaufspreis die Renovierungskosten deutlich übersteigt und am Ende ein solider Gewinn bleibt.

Was außen direkt auffällt: Die Fassade war ursprünglich grün und wurde auf Weiß gestrichen. Dafür brauchte es eine Genehmigung der Wohnungseigentümergemeinschaft (WEG) - ein Schritt, der oft unterschätzt wird. Auch für die neue Eingangstür musste eine Genehmigung eingeholt werden. Diese Abstimmungsprozesse haben das Projekt um rund drei Wochen verzögert. Wer solche Umbauten plant, sollte diese Vorlaufzeiten von Anfang an einkalkulieren.

Die Terrasse hat Johannes gemeinsam mit seinem Vater selbst angelegt. Platten vom Baumarkt, aufgeschüttet, einmal komplett eingeebnet, dazu eine neue Rasenkante und ein neuer Zaun. Einfache Maßnahmen mit großer Außenwirkung - das sogenannte Curb Appeal entscheidet oft mit darüber, wie ein potenzieller Käufer eine Wohnung wahrnimmt, noch bevor er die Tür öffnet.

Komplette Entkernung - warum dieser Schritt sich lohnt

Die Wohnung wurde vollständig entkernt. Das bedeutet: Böden raus, Wände raus, Leitungen neu verlegt. Eine radikale Maßnahme, die auf den ersten Blick teuer wirkt - aber für die nächsten 30 bis 40 Jahre Ruhe sorgt. Gerade bei älteren Bestandsobjekten ist das oft sinnvoller als ein oberflächliches Aufhübschen, das nach wenigen Jahren wieder Probleme macht.

Ein konkretes Beispiel aus diesem Projekt: Der ursprüngliche Grundriss hatte einen sechs Meter langen Flur - nutzlos, verschwendete Fläche. Durch das Herausreißen zweier Wände wurde dieser Bereich ins angrenzende Zimmer integriert. Das Ergebnis ist ein großzügiger, offener Eingangsbereich, der deutlich mehr Wohnqualität bietet und gleichzeitig optisch beeindruckt. Genau diese Art von strukturellen Eingriffen schafft den Mehrwert, der beim Weiterverkauf den Preisunterschied macht.

Küche und Badezimmer getauscht - ein mutiger aber richtiger Schritt

Einer der interessantesten Eingriffe in diesem Projekt war der Tausch von Küche und Badezimmer. Im Originalzustand befand sich die Küche fast im Schlafzimmer - eine lila-metallische Einbauküche, die optisch und funktional keinen Sinn ergab. Das Badezimmer lag dagegen ungünstig nah am Wohnzimmer, mit Toilettenzugang von dort. Wer so etwas kauft, kauft einen Grundrissfehler.

Die Lösung: Küche und Bad wurden einfach umgekehrt. Dort, wo früher das Badezimmer war, steht jetzt die Küchenzeile. Das alte Badezimmer wurde zum neuen, stylischen Badezimmer umgebaut. Klingt simpel, war es aber nicht: Dafür waren Kernbohrungen notwendig, neue Verrohrungen mussten gelegt werden, und weil sich unterhalb der Wohnung eine Tiefgarage befindet, war auch der Brandschutz ein Thema. Allein für diese Arbeiten - Bohren, neue Rohre, Brandschutzmaßnahmen - sind erhebliche Kosten entstanden. Konkret nennt Johannes im Video einen Betrag von rund 2.000 Euro nur für die Genehmigung, die Rohre versetzen zu dürfen. Das Gesamtbadezimmer hat laut seiner Schätzung mindestens 10.000 Euro gekostet.

Trotzdem: Der Eingriff lohnt sich. Ein schlechter Grundriss drückt den Verkaufspreis nach unten. Ein gut durchdachter Grundriss rechtfertigt einen höheren Angebotspreis und sorgt dafür, dass Käufer bereit sind, diesen zu zahlen.

Das Badezimmer - das absolute Highlight des Projekts

Das neue Badezimmer ist der Eyecatcher des gesamten Flips. Hier wurde mit Details gearbeitet, die in dieser Preisklasse nicht selbstverständlich sind:

  • LED-Fliesenabschlussleiste mit integrierter Lichtführung, bündig mit der Decke abschließend, dimmbar - ideal für die Nacht, kein grelles Licht mehr beim Toilettengang
  • Duscharmatur von Hans Grohe in Mattschwarz, rund 700 Euro, Qualitätsprodukt mit langer Lebensdauer
  • Eichenholz-Waschtischunterschrank, selbst gebaut von Johannes' Vater, mit weißer Ölung damit kein roter Braunton entsteht, sondern ein fast grauer, kühler Eicheton
  • Indirekt beleuchteter Spiegel, der das Schwarz-Weiß-Konzept konsequent weiterführt
  • Geberit-Vorwandinstallation, um die Rohrthematik hinter einer sauberen Trockenbauwand zu verstecken
  • Neuer Waschmaschinenanschluss im Badezimmer

Das Farbkonzept zieht sich konsequent durch: Weiße Fliesen, schwarze Armaturen, Eichenholz als warmes Element. Dieser Dreiklang funktioniert, weil er weder zu kalt noch zu rustikal wirkt. Es ist eine Kombination, die in der Zielgruppe - junge Paare, Erstkäufer, designaffine Menschen - sehr gut ankommt und sich entsprechend gut vermarkten lässt.

Raumtrenner, Parkett und kleine Details mit großer Wirkung

Im Wohnbereich wurde ein Raumtrenner aus Eichenholz verbaut - selbst gebaut, Materialkosten allein rund 600 Euro, denn Eichenholz liegt aktuell bei etwa 2.000 Euro pro Kubikmeter. Das ist kein billiges Material, aber es passt zum Gesamtkonzept und hebt die wahrgenommene Qualität der Wohnung erheblich an.

Der alte Raumtrenner war eine wackelige, einfache Wand - laut Johannes hätte man die fast mit dem Fuß einkicken können. Der neue ist doppelwandig, stabil, und hat ein Oberlicht nach Sonderanfertigung, weil das erforderliche Maß kein Standardprodukt erlaubt hätte. Das Oberlicht lässt sich nach hinten kippen und gibt dem Raum Luft und Licht.

Der Parkettboden - Eiche Coro - wurde verklebt, nicht schwimmend verlegt. Der Unterschied: Ein verklebter Boden gibt nicht nach, wippt nicht, fühlt sich massiver an. Kostenpunkt pro Quadratmeter: rund 40 Euro für das Parkett, plus rund 15 Euro für Klebstoff und Verlegearbeiten, also insgesamt ungefähr 55 bis 70 Euro pro Quadratmeter all in. Mehr als ein schwimmendes Parkett, aber die Wertigkeit spürt man sofort - und Käufer auch.

Die alten marmorähnlichen Fensterbänke wurden gegen neue ausgetauscht. Fensterbank-Details klingen marginal, wirken aber auf Fotos und beim Besichtigungstermin direkt. Kleine Maßnahmen mit überschaubarem Budget, die das Gesamtbild sauber abrunden.

Wandpaneele, Türen und Lichtkonzept

Im Eingangsbereich wurden Wandpaneele verbaut - das beliebte Gestaltungselement, das man derzeit überall in Inneneinrichtungsaccounts sieht. Ja, es ist ein Trend. Aber es ist ein Trend, der beim Kauf einer frisch renovierten Wohnung genau das auslöst, was man als Verkäufer möchte: ein positives emotionales Erlebnis beim Erstkontakt mit der Wohnung.

Dazu kommen:

  • Neue Türen in einheitlichem Stil - für das Schlafzimmer mit satinierter Milchglas-Optik, damit man nicht direkt hineinschauen kann, ohne die Tür dabei zu kachelig wirken zu lassen
  • Neue Heizkörper
  • Neue Zarge und Türrahmen
  • Abgehängte Decke mit insgesamt 17 Spots, die vom Eingangsbereich bis ans Ende des Wohnraums durchgezogen wurde
  • Lichtschalter in Glanzausführung statt matt - weniger Fingerabdrücke, etwas pflegeleichter
  • Schwarze Pendelleuchten im Flur, die im Verkauf mit übergeben wurden

Ein Hinweis aus eigener Erfahrung im Video: Nicht jede Decke muss abgehängt werden. Es kostet Geld und ist kein Muss. Hier hat es gepasst, weil es das Lichtkonzept ermöglicht hat. Aber als Grundregel gilt: erst prüfen, ob es wirklich notwendig ist, dann entscheiden.

Genehmigungen, Verzug und WEG - was Investoren wissen sollten

Das Projekt hat insgesamt rund zweieinhalb Monate Renovierungszeit in Anspruch genommen - zuzüglich drei Wochen Verzug durch Genehmigungsverfahren. Das ist ein Punkt, der in der Planung eines Fix-and-Flip-Projekts oft unterschätzt wird.

Folgende Genehmigungen waren in diesem Projekt notwendig:

  • Neue Eingangstür (WEG-Genehmigung erforderlich)
  • Fassadenfarbe ändern von Grün auf Weiß (WEG-Genehmigung)
  • Umbau der Sanitäranlagen und Versetzung der Rohre

Wer in Mehrfamilienhäusern kauft und saniert, muss die Wohnungseigentümergemeinschaft frühzeitig einbinden. Gerade bei baulichen Eingriffen, die das Gemeinschaftseigentum oder die Außenansicht betreffen, ist die Zustimmung der WEG Pflicht. Wer das ignoriert, riskiert teure Nacharbeiten oder rechtliche Auseinandersetzungen.

Schlafzimmer, Abstellraum und Homeoffice-Nische

Im Schlafzimmer wurde ebenfalls konsequent umgebaut. Eine alte Nische, die ursprünglich als Schrankfläche genutzt wurde, ist jetzt freigehalten - als möglicher Homeoffice-Bereich oder für das Bett. Der Kleiderschrank wurde in den Abstellraum verlagert, der nun als begehbarer Kleiderschrank dient. Der Abstellraum selbst wurde verputzt, gestrichen und mit demselben Parkettboden ausgestattet wie der Rest der Wohnung.

Eine Tür im Schlafzimmer musste um 10 Zentimeter versetzt werden, weil sie im Originalzustand nicht vollständig aufging - sie stieß an die alte Wasserverteilung. Die neue Wasserverteilung wurde komplett erneuert, die Tür versetzt, alles in Trockenbau ausgeführt. Eine kleine Maßnahme, die aber zeigt, wie wichtig es ist, jeden Winkel einer Wohnung genau zu kennen, bevor man mit der Planung beginnt.

Fix and Flip im Allgäu - was dieses Projekt zeigt

Dieses Objekt ist ein gutes Beispiel dafür, was Fix and Flip in Deutschland leisten kann, wenn man es konsequent durchzieht. Es geht nicht darum, nur ein paar Wände zu streichen und neue Lampen aufzuhängen. Es geht darum, strukturelle Schwächen einer Wohnung zu erkennen, mutig in die Substanz zu investieren und das Ergebnis so zu vermarkten, dass der Mehrwert für Käufer sofort sichtbar ist.

Die Wohnung ist mittlerweile verkauft. Johannes sucht aktuell im Allgäu nach neuen Objekten - bevorzugt Zwei- bis Dreizimmerwohnungen, Baujahr bis etwa 1970, mit Sanierungsbedarf. Wer etwas kennt oder selbst verkaufen möchte, kann sich direkt melden.

Was bleibt als Fazit: Ein klares Designkonzept, strukturelle Eingriffe mit echtem Mehrwert, hochwertige Materialien an den richtigen Stellen und Eigenleistung wo möglich - das ist die Formel hinter diesem skandinavischen Traum.