Wand raus, Handwerker weg, der übliche Immobilien-Wahnsinn // Update Wohnung 2
Im zweiten Update zur Wohnung 2 gibt Johannes einen ehrlichen Einblick in den laufenden Renovierungsprozess: Fliesen raus, Badewanne draußen, eine Wand gefallen und ein Handwerker, der kurzfristig abgesagt hat. Genau das ist der Alltag beim Fix and Flip in Deutschland, und genau darum geht es in dieser Folge.
Der aktuelle Stand der Renovierung
Die Arbeiten an Wohnung 2 haben begonnen, und die ersten sichtbaren Veränderungen lassen sich bereits zeigen. Die alten Fliesen wurden entfernt, was sich laut Johannes als teilweise echte Kraftprobe herausgestellt hat. Nicht alle Fliesen ließen sich einfach ablösen, das Abbaumaterial saß zum Teil hartnäckig an der Wand. Zusätzlich ist die Badewanne mittlerweile komplett raus. Für alle, die selbst schon mal eine Badsanierung gemacht haben: Das ist genau der Punkt, an dem das Projekt wirklich Fahrt aufnimmt.
Besonders eindrücklich ist der Moment, den Johannes im Video zeigt: Eine Wand, die bis vor Kurzem noch stand, ist weg. An ihrer Stelle entsteht jetzt ein komplett neu gestaltetes Bad, das sich in seiner Optik und Funktionalität deutlich vom alten Zustand abheben wird. Solche strukturellen Eingriffe sind beim Fix and Flip keine Seltenheit, aber sie zeigen gut, wie tiefgreifend eine Immobilienrenovierung in der Praxis sein kann.
Das neue Bad: Planung und Ausstattung
Der Plan für das neue Bad steht. Johannes beschreibt die Ausstattung konkret:
- Bodengleiche Dusche mit einer Glaswand, die den Raum optisch öffnet
- Hängende Toilette für einen modernen, aufgeräumten Look
- Schöner Waschtisch kombiniert mit einem großen Spiegel
- Abgehängte Decke mit eingelassenen Spots, weil das Bad kaum Tageslicht hat
Die Entscheidung für die abgehängte Decke ist dabei besonders clever. Statt die Betondecke aufwendig zu schlitzen, um Leitungen zu verlegen, wird einfach eine Unterkonstruktion eingezogen. Das spart Zeit, Nerven und unter Umständen auch Geld. Die eingelassenen Spots sorgen dann für gleichmäßiges, angenehmes Licht, was Käufer oder Mieter bei einer sanierten Wohnung erfahrungsgemäß sehr schätzen.
Ein weiterer Pluspunkt: Sanitärinstallateur und Fliesenleger kennen sich bereits und sprechen sich direkt ab. Wer schon mal versucht hat, zwei Gewerke zu koordinieren, die sich gegenseitig nicht kennen, weiß, wie wertvoll das ist. Weniger Abstimmungsaufwand, weniger Missverständnisse, mehr Tempo auf der Baustelle.
Handwerkerausfall: der Klassiker auf jeder Baustelle
Dann kam die Hiobsbotschaft, die wohl jeder Immobilieninvestor irgendwann kennenlernt: Ein Handwerker sagt kurzfristig ab. Eigentlich sollte er diese oder nächste Woche starten, dann kam die Nachricht, keine Zeit. Punkt. Keine weitere Erklärung.
Johannes reagiert darauf entspannt, weil er bereits gelernt hat, damit umzugehen. Trotzdem zeigt diese Situation, dass selbst bei guter Planung unvorhergesehene Ausfälle zum Tagesgeschäft gehören. Wer in Immobilien investiert und Renovierungsprojekte durchführt, sollte immer einen Plan B in der Hinterhand haben und Puffer im Zeitplan einkalkulieren. Ein enger Zeitplan ohne Puffer kann beim nächsten Handwerkerausfall schnell zur Kostenfalle werden, vor allem wenn man auf Fremdkapital sitzt und die Zinsuhr tickt.
Diesmal fast alles abgeben: bewusste Entscheidung
Im Vergleich zum ersten Objekt läuft dieses Projekt deutlich entspannter, weil Johannes und sein Team die meisten Arbeiten an Handwerker abgeben. Das kostet natürlich mehr als Eigenleistung, bringt aber andere Vorteile mit sich:
- Weniger körperlicher Aufwand und persönlicher Zeitaufwand
- Professionellere Ausführung in weniger Zeit
- Mehr mentale Kapazität für Planung, Einkauf und das nächste Projekt
Wer sein Fix-and-Flip-Geschäft skalieren möchte, kommt langfristig nicht darum herum, Arbeiten abzugeben. Eigenleistung lohnt sich am Anfang, um Kosten zu sparen und die Abläufe zu verstehen. Aber spätestens wenn mehrere Projekte parallel laufen sollen, ist ein gut eingespieltes Handwerkernetzwerk das wertvollste Asset, das man aufbauen kann.
Materialeinkauf: einmal alles auf einen Schlag
Beim ersten Projekt hat Johannes nach eigener Aussage gefühlt eine Woche seines Lebens im Baumarkt verbracht. Ständige Fahrten hin und her, weil immer irgendetwas gefehlt hat. Diesmal läuft das anders.
Der Plan war, einmal alles einzukaufen, und zwar komplett. Fliesen, Wandmaterial, Toilettenzubehör, Unterputzdosen, Steckdosen und weitere Kleinteile wurden in einem großen Einkauf zusammengestellt. Was nicht im Baumarkt verfügbar war, wurde über Onlineshops bestellt. Mit einer maximalen Wartezeit von sieben Tagen auf alle Bestellungen hat das gut funktioniert.
Diese Strategie spart nicht nur Zeit, sondern auch Nerven. Wer auf einer laufenden Baustelle arbeitet und ständig Materialien nachordern muss, verliert wertvolle Arbeitstage. Gerade wenn Handwerker im Stundentakt bezahlt werden, ist fehlgeschlagene Materialverfügbarkeit bares Geld, das man verbrennt. Die Lehre daraus: Vor Renovierungsbeginn einen vollständigen Materialplan erstellen und alles auf einmal beschaffen.
Skalierung als nächstes Ziel
Am Ende des Videos macht Johannes klar, wohin die Reise geht: Das Ziel ist, jeden Monat ein neues Projekt zu starten. Das ist eine ambitionierte Ansage, die aber zeigt, in welche Richtung sich ein professionelles Fix-and-Flip-Business entwickeln kann, wenn die Strukturen stimmen.
Um monatlich ein Objekt zu starten, braucht man nicht nur das nötige Eigenkapital oder Fremdkapital, sondern vor allem verlässliche Prozesse: schnelle Objektbewertung, funktionierende Handwerkerkontakte, ein eingespieltes Einkaufssystem und die Fähigkeit, mehrere Baustellen gleichzeitig im Blick zu behalten. Genau das baut Johannes hier Schritt für Schritt auf, und dieses Video zeigt, wie das in der Praxis aussieht, mit allem, was dazugehört. Auch mit dem Handwerker, der einfach absagt.
Wenn du selbst Tipps zu günstigen Onlineshops für Baumaterialien suchst oder Fragen zum Renovierungsablauf hast, schreib es gerne in die Kommentare unter dem Video. Johannes ist da und antwortet.