Warum Anfänger beim Fix & Flip keine Häuser kaufen sollten
Die Verlockung des Hauses – und warum sie eine Falle ist
Viele Anfänger im Fix & Flip machen denselben Fehler.
Nach der 5., 10. oder 15. Besichtigung ohne Ergebnis fangen sie an, mit Einfamilienhäusern zu liebäugeln. Weil es so verlockend wirkt: Häuser gibt es scheinbar viele, Wohnungen dagegen kaum.
Aber genau das ist die Falle.
Denn ein Haus bedeutet nicht nur mehr Fläche – sondern vor allem auch mehr potenzielle Probleme:
- Dachstuhl & Dach → oft Jahrzehnte alt, marode oder sogar schadstoffbelastet.
- Heizung → Austausch kann locker 20.000 € und mehr kosten.
- Keller & Dämmung → häufig feucht, schimmelig oder einfach nicht mehr zeitgemäß.
Kurz gesagt: Ein Haus bietet dir jede Menge Möglichkeiten, Geld zu verbrennen. Und wenn du gerade am Anfang stehst, ohne riesige Erfahrung und ohne ein großes Netzwerk, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass du genau in solche Kostenfallen tappst.
Mein eigenes Reihenhaus – ein Ausnahmefall
Ich weiß, wovon ich rede. Vor Kurzem habe ich selbst ein Reihenhaus gekauft. Aber nicht, weil ich plötzlich Häuser besser finde – sondern weil ich ein Angebot auf dem Tisch hatte, das ich einfach nicht ausschlagen konnte. Ein echter Glücksgriff.
Trotzdem: Mein Fokus bleibt auf Wohnungen. Und das empfehle ich auch jedem, der die ersten Schritte geht.
Warum Wohnungen für Einsteiger die bessere Wahl sind
Eine Wohnung ist überschaubarer. Weniger Risiken. Und: deutlich leichter wieder zu verkaufen.
Natürlich ist die Akquise am Anfang oft frustrierend. Man klickt sich durch Anzeigen, geht zu zig Besichtigungen – und am Ende passt doch nichts. Aber genau hier liegt der Schlüssel: Von 0 auf 1 ist ungefähr 10-mal so schwer wie von 1 auf 2.
Wenn du also deinen ersten Flip durchziehst, wird danach alles leichter. Mehr Kontakte, besseres Netzwerk, sicherere Entscheidungen. Und irgendwann, nach 10 oder 20 erfolgreichen Wohnungen, kannst du dich an die nächste Stufe wagen – und dann auch ein Haus ins Visier nehmen.
Ein Extrembeispiel: Dachboden mit Lindan und DDT in Berlin
Wie weit das Ganze gehen kann, zeigt das Projekt von Fabian Schlotter in Berlin. Er will einen Dachboden zu rund 204 m² Wohnraum ausbauen.
Der Haken: Das Objekt ist voll mit Lindan und DDT aus DDR-Zeiten. Das Holz ist komplett verseucht. Fabian muss also alles abreißen – und quasi von null neu aufbauen. Ein Projekt, das nur mit viel Erfahrung und einem starken Netzwerk zu stemmen ist.
Das passende Video dazu gibt es hier: Dachbodenausbau mit Schadstoffbelastung – Fabian Schlotter in Berlin
Fazit
Fang mit Wohnungen an. Mach deinen ersten Flip, lern aus den Fehlern, bau dein Netzwerk auf. Die Häuser laufen dir nicht weg – aber ein Kostenfehler beim ersten Projekt kann dich zurückwerfen, bevor du überhaupt richtig angefangen hast. Selbst wenn Dinge schiefgehen: Mit der richtigen Strategie bekommst du am Ende immer ein Ergebnis.