Wasser aus der Wand! Wohnung renovieren - was könnte schief gehen? Update von unserer 2. Immobilie
In diesem Update dreht sich alles um den aktuellen Renovierungsstand unserer zweiten Immobilie. Johannes zeigt, was Fliesenleger und Sanitär in nur wenigen Tagen auf die Beine gestellt haben, wie es zum kleinen Wasserschaden beim Bohren kam und welches Designkonzept die Wohnung am Ende zusammenhält. Ein ehrlicher Einblick in den Fix-and-Flip-Alltag, inklusive Lehrgeld.
Drei Tage nicht da, und trotzdem richtig viel passiert
Wer schon mal eine Immobilie renoviert hat, kennt das Gefühl: Wochen lang passiert gefühlt wenig, dann kommt plötzlich der Moment, in dem alles gleichzeitig vorangeht. Genau das erlebt Johannes bei dieser Wohnung. Nach drei Tagen Abwesenheit zeigt die zweite Besichtigung leere Fliesenkartons, ein fast fertig gefliestes Bad und einen Sanitärbereich, der sich kaum noch wiedererkennen lässt.
Für jeden, der eine Kapitalanlage oder ein Fix-and-Flip-Projekt plant, ist das eine wichtige Erkenntnis: Die Bauphase läuft selten linear. Du verbringst viel Zeit damit, zu koordinieren, Material zu besorgen und zu planen. Dann, wenn alle Gewerke gleichzeitig loslegen, entstehen in wenigen Tagen die größten sichtbaren Fortschritte. Das solltest du bei deiner Zeitplanung immer einkalkulieren.
Das Badezimmer: Vom 70er-Jahre-Rosa zum modernen Wohlfühlbad
Das Bad dieser Wohnung war vorher ein gutes Beispiel dafür, was Jahrzehnte in einer unrenovierten Bestandsimmobilie hinterlassen: pinke und rosafarbene Fliesen von 1973, eine stehende Toilette aus der gleichen Ära und ein Grundriss, der wenig Platz ließ. Genau hier zeigt sich der Mehrwert einer konsequenten Renovierung.
Das neue Konzept setzt auf ein klares Farbschema:
- Helles Grau bei den Fliesen, die umlaufend an den Wänden verlegt werden
- Weiß als Grundfarbe für die verputzten Wandflächen
- Mattschwarz bei allen Armaturen, dem Waschtischhahn, der Regendusche und den Griffen
Die alte stehende Toilette wurde durch eine freihängende WC-Keramik ersetzt. Das ist nicht nur Optik: Ein Wand-WC lässt sich leichter reinigen, wirkt hochwertiger und kommt bei potenziellen Mietern oder Käufern deutlich besser an. Gerade im Fix-and-Flip-Kontext sind solche Details entscheidend, wenn es darum geht, die Immobilie schnell und zu einem guten Preis zu vermieten oder zu verkaufen.
Für die Dusche wurde eine 80 cm breite Glaswand ohne Rahmen gewählt, die Kabine ist insgesamt 120 cm tief. Das sorgt für eine großzügige Duschwanne und einen angenehmen Einstieg ohne Raumkante direkt vor der Nase. Dazu kommen schwarze Duscharmaturen mit Regendusche, die das Mattschwarz-Konzept aus dem restlichen Bad konsequent aufgreifen.
Beim Waschtisch wurde pragmatisch entschieden: Da der Platz begrenzt ist, kommt ein kleiner, fast runder Waschtisch mit einem schwarzen Einhebelmischer. Wer jetzt an einen riesigen Doppelwaschtisch denkt, liegt falsch. In einer kompakten Wohnung mit schmalem Badbereich ist ein gut proportionierter, hochwertiger Waschtisch die bessere Wahl als eine übergroße Lösung, bei der man anschließend die komplette Verrohrung neu verlegen müsste.
Der Wasserschaden: Lehrgeld beim Bohren
Jetzt zum Teil, der zeigt, dass selbst erfahrene Fix-and-Flip-Investoren Fehler machen. Johannes wollte im Bad eine Leiste anbringen und hat dabei in die Wand gebohrt. Nach etwa zehn Zentimetern kam Wasser aus der Wand. Eine Rohrleitung direkt hinter der Bohrstelle, kein Hinweis vorher, kein Video davon, weil er zu genervt war, um zu filmen.
Das Ergebnis: Der Sanitärbetrieb hat den Schaden am nächsten Tag repariert, die Kosten lagen bei rund 100 Euro inklusive Arbeitsstunden. Hält sich also im Rahmen, ist aber trotzdem Lehrgeld. Die Botschaft daraus ist klar:
- Vor dem Bohren in Bestandswände immer einen Leitungssucher verwenden
- Bei Unsicherheit lieber einen Fachmann fragen, bevor man selbst bohrt
- Solche Kosten in den Renovierungspuffer einplanen, denn in alten Gebäuden liegt die Verrohrung nicht immer dort, wo man sie erwartet
Wer Fix-and-Flip betreibt, weiß: Unvorhergesehene Kosten gehören dazu. Das entscheidende ist, wie hoch der Puffer im Vorfeld angesetzt wurde und ob man solche Vorfälle rechtzeitig erkennt, bevor sie zu echten Schäden werden. 100 Euro Schaden ist keine Katastrophe. Ein übersehener Wasserschaden, der wochenlang in der Wand schwelt, schon eher.
Küche und Wohnbereich: Neutral, zeitlos, vermarktungsfähig
Die Küche wurde bereits komplett gefliest. Auch hier wurde auf ein helles, neutrales Grau gesetzt. Keine großen Farbkontraste, kein polarisierendes Design. Das ist bei Kapitalanlagen kein Zufall, sondern Strategie. Je neutraler das Farbkonzept, desto breitere Mieter- oder Käuferzielgruppe kannst du ansprechen. Wer selbst mit starken Akzentfarben renoviert, schränkt den Geschmacksspielraum der Zielgruppe von Anfang an ein.
Die Wände in Küche und Wohnzimmer werden noch glatt verspachtelt und dann zweifach weiß gestrichen. Dazu werden alle Elektrodosen und Lichtschalter erneuert, und zwar in Anthrazit. Die Wahl fiel nach einer Instagram-Abstimmung auf schwarze Türklinken und anthrazitfarbene Steckdosen und Lichtschalter, ein bewusst minimalistischer Akzent, der sich durch die gesamte Wohnung zieht.
Das durchgehende Materialkonzept der Wohnung besteht aus vier Elementen:
- Grau bei den Fliesen und Wandfarbtönen
- Weiß als dominante Wandfarbe
- Mattschwarz bei Armaturen, Schaltern, Griffen und Türklinken
- Eiche als warmes Holzelement, zum Beispiel bei der geplanten Balkonverkleidung
Dieses Konzept ist nicht zufällig gewählt. Es ist günstig in der Umsetzung, zeitlos im Geschmack und spricht eine breite Zielgruppe an. Für Fix-and-Flip-Projekte ist genau das der richtige Ansatz: kein teures Designerstück, das polarisiert, sondern ein handwerklich sauber umgesetztes, konsistentes Gesamtbild.
Abstellraum und Schiebetür: Details machen den Unterschied
Im Zuge der Badumplanung wurde eine angrenzende Wand versetzt. Das Bad hat dadurch etwas mehr Platz gewonnen, und der Abstellraum daneben ist jetzt etwa halb so groß wie vorher. Für die meisten Mieter ist ein halb so großer Abstellraum trotzdem noch mehr als ausreichend, und ein größeres Bad ist im Alltag deutlich mehr wert als ein Abstellraum, in dem man sich verlieren kann.
Für die Öffnung des Abstellraums wurde etwas Besonderes geplant: eine deckenhoch angebrachte Schiebetür in Lamellenoptik mit einem schlichten schwarzen Griff. Das ist keine Standardlösung aus dem Baumarkt, sondern ein kleines gestalterisches Detail, das die Wohnung aus der Masse der vergleichbaren Mietwohnungen heraushebt und gleichzeitig zum schwarzen Farbkonzept der restlichen Wohnung passt.
Balkon: Noch in Arbeit
Am Balkon hat sich zum Zeitpunkt des Videos noch nichts getan. Geplant ist aber:
- Eine neue Holzlattung auf dem Balkonboden
- Nachstreichen der Rahmen in der passenden Außenfarbe
- Streichen der Balkonwand
- Verdecken der vorhandenen Fliesen unter der neuen Lattung
- Ordentlich verlegte Kabel statt freiliegender Leitungen, zumindest mit einem sauberen weißen Kabelkanal
Klingt nach kleinen Details, macht aber einen großen Unterschied. Gerade bei Kapitalanlagen, die vermietet werden sollen, ist der erste Eindruck beim Besichtigungstermin entscheidend. Ein gepflegter Balkon mit sauber verlegtem Boden und frisch gestrichenen Wänden signalisiert Qualität und Sorgfalt, auch wenn der Renovierungsaufwand dahinter überschaubar war.
Zeitplan und Fazit
Johannes rechnet damit, dass die Wohnung in rund drei bis vier Wochen weitgehend fertiggestellt ist. Was noch aussteht:
- Malerarbeiten in allen Räumen (Verspachteln, Grundierung, zweifacher Anstrich)
- Fertigstellung Badezimmer mit Glaswand, Waschtisch und Armaturen
- Balkongestaltung mit Holzlattung und neuem Anstrich
- Elektroarbeiten bei Schaltern, Dosen und der Markisensteuerung
- Schiebetür für den Abstellraum
Was dieses Update zeigt, ist eigentlich das Wesen jedes Fix-and-Flip-Projekts: Es gibt Phasen, in denen wenig sichtbar passiert, dann wieder Tage, an denen ein ganzes Bad entsteht. Wer dabei die Nerven behält, ein klares Konzept hat und Fehler wie den Wasserschaden schnell und kosteneffizient behebt, ist auf dem richtigen Weg. Lehrgeld gehört dazu, entscheidend ist, dass es sich in Grenzen hält und man beim nächsten Projekt klüger vorgeht.