Teil 2: Wohnung gekauft, jetzt renoviert und mit Gewinn wieder verkaufen! Das Interview
In diesem Interview spricht Johannes mit Deric, einem Immobilienwirtschaft-Absolventen aus Mannheim, der seinen ersten Fix-and-Flip in Stuttgart innerhalb weniger Wochen auf die Beine gestellt hat. Vom ersten Besichtigungstermin im Dezember bis zur Beurkundung beim Notar im Mai 2024 zeigt Deric, wie konsequentes Nachfassen, ein sauberes Ankaufsprofil und schlichte Fleißarbeit den Unterschied machen. Der erwartete Gewinn: mindestens 50.000 Euro.
Vom Studium zur ersten Flip-Wohnung in Stuttgart
Deric hat dual Immobilienwirtschaft studiert, arbeitete danach aber vor allem auf der Verwaltungsseite, also in der Bestandshaltung, im Property Management, in der klassischen Hausverwaltung. Das ist ein solides Fundament, aber es deckt nur einen Teil des Immobiliengeschäfts ab. Fix and Flip, also Wohnungen günstig einkaufen, sanieren und mit Gewinn verkaufen, war für ihn zunächst kein Thema.
Das änderte sich, als er im September oder Oktober 2023 über Johannes' Videos gestolpert ist. Viele Inhalte kamen ihm bekannt vor, aber es gab auch Lücken in seinem Wissen, die er gezielt schließen wollte. Statt diese Lücken mit noch mehr passivem Konsum zu füllen, hat er sich entschieden, in die Umsetzung zu gehen. Und zwar schnell.
Das Ergebnis: Rund sechs bis sieben Monate nach dem ersten Kontakt mit dem Thema steht Deric kurz vor der Schlüsselübergabe seiner ersten Flip-Wohnung in Stuttgart. Das ist keine Glücksgeschichte, sondern das direkte Ergebnis von Struktur, Hartnäckigkeit und der richtigen Vorbereitung.
Ankaufsprofil und Maklerkontakte: So hat Deric die Pipeline aufgebaut
Einer der ersten und wichtigsten Schritte war der Aufbau einer strukturierten Maklerliste. Deric hat sich eine komplette Liste aller relevanten Makler in Stuttgart besorgt und jeden einzelnen angerufen. Nicht eine E-Mail rausgeschickt und auf Antwort gewartet, sondern aktiv zum Hörer gegriffen und sich vorgestellt.
Klar gab es Makler, die kein Interesse hatten oder den Ansatz komisch fanden. Aber es gab eben auch genug, die offen für ein Gespräch waren. Der entscheidende Faktor dabei war ein professionelles Ankaufsprofil. Wer einem Makler klar sagen kann, welche Objektgröße, welche Lage, welchen Zustand und welchen Kaufpreisrahmen er sucht, wirkt sofort seriöser als jemand, der sagt "ich suche halt irgendwas in Stuttgart".
Ein klares Ankaufsprofil signalisiert dem Makler: Dieser Käufer weiß, was er tut. Er ist kein Interessent, der nach der Besichtigung drei Wochen nichts sagt und dann abspringt. Das ist ein konkreter Käufer mit konkreten Kriterien. Genau dieses professionelle Auftreten hat Deric mehrere Türen geöffnet, die für andere einfach verschlossen bleiben.
Hartnäckigkeit als Wettbewerbsvorteil beim Fix and Flip
Das Objekt, das Deric schließlich gekauft hat, hat er zum ersten Mal im Dezember 2023 besichtigt. Der damalige Angebotspreis lag bei 270.000 Euro. Für Deric war das zu viel, die Zahlen gingen nicht auf. Er hat kein Angebot gemacht und abgewartet.
Was er aber gemacht hat: Er hat regelmäßig nachgefragt. Keine Stalker-Methodik, kein tägliches Anrufen, aber konsequentes Dranbleiben. Wann immer sich etwas tat, war Deric derjenige, der beim Makler schon auf dem Zettel stand. Der Preis sank von 270.000 auf 250.000 Euro. Auch das war noch nicht ausreichend. Deric blieb dabei.
Am Ende hat er die Wohnung für 225.000 Euro beurkundet. Das sind 45.000 Euro weniger als der ursprüngliche Angebotspreis. Neun von zehn Interessenten wären bei 250.000 ausgestiegen oder hätten das Objekt nach der ersten Absage aus dem Kopf gestrichen. Deric nicht.
Johannes bringt es im Video auf den Punkt: Die meisten Menschen fragen einmal nach, vielleicht ein zweites Mal. Das dritte, vierte, fünfte Mal nachfragen macht so gut wie niemand. Genau das ist aber der Punkt, an dem sich Erfolg entscheidet. Nicht die besseren Kontakte, nicht der Glücksfall, sondern der Biss.
Die Kalkulation: Was beim ersten Flip in Stuttgart drin ist
Stuttgart ist kein günstiger Markt. Die Verkaufspreise liegen laut Transkript bei rund 4.000 bis 4.200 Euro pro Quadratmeter im Wiederverkauf. Wer dort mit einem Kaufpreis von 225.000 Euro einsteigt und eine saubere Sanierung durchzieht, hat klare Spielräume.
Die erwartete Gewinnspanne für diesen ersten Flip liegt bei mindestens 50.000 Euro. Deric und Johannes gehen eher davon aus, dass es am Ende Richtung 55.000 bis 60.000 Euro gehen wird. Das ist kein utopisches Versprechen, sondern das Ergebnis einer sorgfältigen Kalkulation im Vorfeld.
Wichtig zu verstehen: Beim ersten Flip geht es nicht nur um die Zahl am Ende. Es geht darum, den kompletten Prozess einmal sauber durchzulaufen. Vom Ankauf über die Renovierungsplanung bis zum Verkauf. Wer das einmal gemacht hat, weiß wo die echten Herausforderungen liegen, hat ein Netzwerk aufgebaut und kann beim nächsten Objekt deutlich effizienter vorgehen.
Das Objekt: Grundriss, Deckenhöhe und Renovierungspotenzial
Was Deric an dieser Wohnung besonders begeistert, ist der Grundriss. Noch vor der Übergabe haben er und Johannes schon konkret über mögliche Grundrissveränderungen gesprochen, welche Wände vielleicht raus können, wie man den Raum optimal nutzt. Die Deckenhöhe liegt bei fast 2,70 Metern, was für Altbaucharme und ein großzügiges Raumgefühl sorgt.
Geplant sind unter anderem:
- Industrietür als gestalterisches Element
- Parkettboden für ein hochwertiges Erscheinungsbild
- Nischen im Bad mit indirekter Beleuchtung
- Grundrissoptimierungen, die den Wohnraum besser nutzbar machen
Das sind keine zufälligen Entscheidungen. Beim Fix and Flip geht es darum, eine Wohnung so zu renovieren, dass der Käufer beim ersten Betreten denkt: "Wow." Nicht mehr, nicht weniger. Eine Wohnung, die emotional anspricht, verkauft sich schneller und zu einem besseren Preis. Das ist die Logik hinter jeder Renovierungsentscheidung.
Trello, Systeme und die Rolle von Struktur beim Flipping
Deric hat von Anfang an mit Struktur gearbeitet. Ein Trello-Board zur Verwaltung aller Objekte, Kontakte und Follow-ups ist dabei kein nice-to-have, sondern der Kern des operativen Prozesses. Wer Fix and Flip ernsthaft betreiben will, muss wissen, welche Objekte gerade in der Pipeline sind, wann der letzte Kontakt zum Makler war und welche Objekte noch nachgefasst werden müssen.
Das klingt banal, aber die Realität sieht anders aus: Die meisten Einsteiger schauen sich ein Objekt an, rechnen grob durch, kommen zu keinem Ergebnis und legen die Sache zur Seite. Kein System, kein Follow-up, keine Struktur. Deric hat genau das Gegenteil gemacht. Er hat viele Objekte in die Pipeline gelegt, konsequent nachgefasst und am Ende ist unten das Ergebnis rausgekommen.
Johannes fasst es im Gespräch treffend zusammen: Es geht nicht darum, die besten Voraussetzungen zu haben oder den Bruder eines Maklers zu kennen. Es geht um Fleißarbeit. Wer viel reinwirft, bei dem kommt auch unten etwas raus.
Zusammenarbeit und Wissenstransfer: Was Coaching im Fix and Flip leisten kann
Deric hat sich entschieden, den Flip nicht komplett alleine durchzuziehen, sondern mit Johannes zusammenzuarbeiten. Der Grund ist nachvollziehbar: Leergeld vermeiden. Wer sich zwei Jahre lang alleine durch Fehler arbeitet, zahlt am Ende drauf, auch wenn kein Mentor auf der Rechnung steht.
Die Zusammenarbeit läuft dabei vollständig digital. Johannes ist nicht bei der Besichtigung dabei, schaut sich nicht jede Wand vor Ort an. Der Austausch findet über WhatsApp, Zoom und Google Meet statt. Kalkulationen werden gemeinsam durchgerechnet, Grundrisse besprochen, Entscheidungen abgestimmt. Das funktioniert, weil beide wissen, was sie tun, und weil Deric die Hausaufgaben erledigt.
Ein Punkt, den Johannes im Video klar macht: Er kann erklären, wie Trello funktioniert, wie man ein Ankaufsprofil erstellt, wie man eine Kalkulation aufbaut. Ob jemand danach fünf oder zwanzig Objekte in die Pipeline legt, liegt allein beim Nutzer. Der Unterschied zwischen denen, die einen Flip landen, und denen, die weiter träumen, ist die Umsetzung. Nicht das Wissen.
Was kommt als nächstes: Vorher-Nachher und das finale Fazit
Das Interview ist erst der Anfang. Johannes und Deric werden den gesamten Flip begleiten und dokumentieren. Geplant ist ein Vorher-Nachher-Video, das zeigt, was aus der Wohnung geworden ist, wie die Renovierung konkret aussieht und was am Ende tatsächlich an Gewinn hängen geblieben ist.
Das ist das Ehrliche an diesem Format: keine hochgegriffenen Zahlen, die sich am Ende nicht bewahrheiten, sondern ein echter Flip mit echten Kosten, echten Entscheidungen und einem echten Ergebnis. Wer den Prozess von Anfang bis Ende mitverfolgen will, sollte den Kanal abonnieren und das erste Video dieser Serie ebenfalls ansehen, in dem der Grundriss bereits ausführlich besprochen wird.
Fix and Flip in Deutschland ist möglich, auch 2024, auch in einem Markt wie Stuttgart. Was es braucht, hat Deric in wenigen Monaten bewiesen: Marktkenntnis, ein klares Profil, ein funktionierendes System und den Willen, dranzubleiben, auch wenn der erste Anlauf keine sofortige Zusage bringt.