Wohnung in Stuttgart renoviert: Partnerflipper-Projekt mit Wow-Effekt
In diesem Vorher-Nachher-Video begleitet Johannes einen Partnerflipper bei seinem Fix-and-Flip-Projekt in Stuttgart. Eine 75-m²-Wohnung mit zwei Schlafzimmern, separatem WC, Küche und kleinem Balkon wurde innerhalb von vier Monaten komplett renoviert und anschließend mit professionellem Homestaging auf Vordermann gebracht. Das Ergebnis: ein modernes, wohnliches Erscheinungsbild mit Bohemian-Charakter, das bereits nach kurzer Zeit zahlreiche Besichtigungen und erste Kaufangebote angezogen hat.
Das Projekt auf einen Blick: Stuttgart, 75 m², vier Monate Bauzeit
Das Objekt ist eine 75 m² große Wohnung in Stuttgart mit zwei Schlafzimmern, Homeoffice-Option, Küche, Wohnbereich, Badezimmer, separatem WC und einem kleinen Balkon am Hauptschlafzimmer. Für einen Partnerflipper, der das Projekt gemeinsam mit Johannes und seinem Team das erste Mal umgesetzt hat, war das ein gelungener Einstieg ins Fix-and-Flip-Geschäft.
Die Renovierungsphase dauerte vier Monate, wobei der August kaum produktiv war, weil viele Handwerker in der Urlaubszeit schwer erreichbar sind. Wer ein Flip-Projekt plant, sollte diesen Punkt von vornherein einkalkulieren: Ein Sommer-August kostet im Schnitt mehrere Wochen Bauzeit, ohne dass großartig was passiert.
Die Eigenleistung des Partnerflippers war bewusst gering gehalten. Er hat den alten Boden und die alte Küche selbst entsorgt, alles andere wurde von Handwerkern erledigt. Das war so geplant und keine Überraschung. Der Gedanke dahinter ist klar: Nicht jeder Investor soll täglich auf der Baustelle stehen. Das Ziel war, ein professionell renoviertes Objekt mit vertretbarem Budget und kalkulierbarem Aufwand zu liefern.
Vorher: Was war wirklich das Problem?
Der Zustand der Wohnung vor der Renovierung war laut Johannes nicht katastrophal, aber eben auch nicht verkaufsfähig auf dem heutigen Niveau. Die größten Schwachstellen:
- Klassisches Eiche-Laminat, rund 20 Jahre alt, abgenutzt und optisch überholt
- Wände teils in schlechtem Zustand, Tapeten noch vorhanden
- Keine abgehängte Decke, keine modernen Lichtakzente
- Alte braune, orangebräunliche Fliesen im Bodenbereich des Eingangs
- Heizkörper unansehnlich, Thermostatköpfe veraltet
- Steckdosen und Sicherungen in Teilen nicht zeitgemäß
Was man erhalten hat, waren die originalen Zargen mit schönen Schattenfugen sowie die Innentüren, die zum Gesamtbild gepasst haben. Solche Details einfach wegzureißen, nur weil sie alt sind, wäre hier ein Fehler gewesen. Manchmal hat Bestandssubstanz ihren eigenen Charakter, und den kann man durch gezielte Aufbereitung gut nutzen, anstatt ihn teuer zu ersetzen.
Was wurde konkret gemacht?
Die Renovierung war durchdacht und budgetorientiert. Kein Euro wurde ausgegeben, ohne vorher den Nutzen abzuwägen. Hier ein Überblick über die wichtigsten Maßnahmen:
Böden
Das alte Laminat wurde vollständig entfernt und durch Vinyl in Eiche-Optik ersetzt. Die Dielen sind überdurchschnittlich breit und lang (rund 2 Meter), was dem Raum eine edle, großzügige Wirkung gibt. Vinyl ist für Mietobjekte und Flip-Projekte ideal: robust, pflegeleicht und optisch kaum von Echtholz zu unterscheiden. Ein Vollholzparkettboden wäre hier falsch gewesen, weil er bei Vermietung schnell leidet und die Instandhaltungskosten in die Höhe treibt.
Wände und Decken
Tapeten wurden in allen Räumen entfernt. Anschließend wurden die Wände verputzt, glattgespachtelt und frisch gestrichen. Durchgängig weiß, was die Räume größer wirken lässt und das Homestaging deutlich erleichtert. Im Eingangsbereich und Wohnbereich wurden zudem LED-Leisten nachträglich installiert, als dezentes Licht-Highlight. Das ist kein Licht, das man dauernd anlässt, aber es setzt einen klaren optischen Akzent beim ersten Eindruck.
Küche und Küchenbereich
Die alte Küche wurde komplett entfernt. Für das Homestaging wurde eine Pappküche eingesetzt, die Johannes selbst schon seit Jahren nutzt und die für rund 550 Euro angeschafft wurde. Für Besichtigungen macht das optisch einiges her. Zudem wurden in der Küche sechs Deckenspots nachgerüstet, die es vorher nicht gab. Die Wände wurden aufbereitet, Steckdosen nachgerüstet, Schalter ausgetauscht. Der Heizkörper ist Bestand geblieben, passt aber gut ins Gesamtbild.
Heizkörper
Die Heizkörper wurden lackiert und mit neuen Thermostatköpfen versehen. Komplett neue Heizkörper hätten noch einmal mehrere Tausend Euro zusätzlich gekostet. Im Rahmen eines budgetierten Flip-Projekts ist das eine sinnvolle Abwägung. Wer den absoluten Toppreis erzielen will, macht neue Heizkörper rein. Wer ein solides Rendite-Objekt produzieren will, spart hier und investiert das Geld an anderer Stelle gezielter.
Türen und Beschläge
Die Innentüren wurden lackiert und mit neuen Griffen sowie neuen Schlössern versehen. Das Innenleben wurde komplett ausgetauscht. Der Aufwand ist gering, die Wirkung enorm. Türen, die nach Bestand aussehen, aber frisch wirken, sind ein klassisches Mittel im Flip-Business. Tipp aus dem Video: Türgriffe lassen sich mit wenigen Handgriffen selbst austauschen. Abdeckkappe hoch, Schraube raus, neuen Griff rein, fertig.
Besonders erwähnenswert ist eine neue Tür mit magnetischem Verschluss, die von Hornbach stammt und als Standardmaß erhältlich ist. Die Türöffnung wurde dafür minimal vergrößert. Kosten: rund 550 Euro. Eine vergleichbare Tür auf Maß von einem Spezialanbieter würde mit rund 2.000 Euro zu Buche schlagen. Für ein Flip-Projekt keine Option, für ein High-End-Sanierungsobjekt vielleicht schon.
Elektrisch und Sicherungskasten
Im Sicherungskasten wurden ein bis zwei Sicherungen nachgerüstet, unter anderem für den Starkstromanschluss der Küche. Steckdosen wurden in mehreren Räumen ergänzt, etwa rechts und links im Schlafzimmer. Das sind keine großen Posten, aber sie sind wichtig, damit das Objekt nicht nach Baustelle aussieht und technisch sauber übergeben werden kann.
Badezimmer und separates WC
Das Badezimmer und das separate WC wurden teilweise erneuert. Die Fliesen waren noch in ordentlichem Zustand und wurden daher bewusst belassen. Neue Fliesen rauskloppen kostet nicht nur Material, sondern vor allem Zeit und Entsorgungsaufwand. Wände wurden aufbereitet, Spritzschutz erneuert, Armaturen ausgetauscht, ein neuer schwarzer Heizkörper eingebaut. Das Ergebnis wirkt frisch, ohne unnötig viel Budget zu verbrauchen.
Klar: Wer komplett für einen Eigennutzer renoviert, würde das anders angehen und deutlich mehr investieren. Aber das war hier nicht das Ziel.
Eingangsboden und Balkon
Der alte Eingangsboden mit den orangebräunlichen Fliesen wurde versiegelt und optisch aufgewertet. Das Ergebnis wirkt ordentlich und fügt sich gut ins Gesamtbild ein. Der Balkon am Schlafzimmer wurde komplett neu gestrichen, ebenso wie der Außenbereich der Wohnung.
Homestaging: Was den Unterschied macht
Das Homestaging spielt bei diesem Projekt eine zentrale Rolle. Der gewählte Stil ist Bohemian Modern, also eine Mischung aus warmen Erdtönen, Holzelementen, grauen Akzenten und ein bisschen Farbe. Gemütlich, aber trotzdem schick. Das trifft exakt die Zielgruppe dieses Objekts: junge Paare oder Kapitalanleger, die eine sofort bewohnbare Wohnung suchen.
Ein Raumtrenner von Hornbach, den man individuell zusammenstecken kann, strukturiert den Eingangsbereich. LED-Leisten setzen dezente Lichtakzente. Die Staging-Küche macht den Küchenbereich vollständig wohnlich, ohne dass eine echte Einbauküche vorhanden sein muss. Das alles zusammen sorgt dafür, dass Interessenten beim Betreten sofort ein Gefühl dafür bekommen, wie das Leben in dieser Wohnung aussehen könnte.
Der Flipper-Vino darf dabei natürlich auch nicht fehlen, als kleines Gastgeschenk bei der Besichtigung.
Zahlen, Ergebnis und was nächstes Mal anders gemacht werden sollte
Zum Zeitpunkt der Videoaufnahme waren bereits über zehn Besichtigungen gelaufen, weitere waren für den gleichen Tag geplant. Es lagen schon erste Kaufangebote vor. Der erwartete Gewinn liegt laut Johannes bei knapp 50.000 Euro, vielleicht etwas darunter, aber klar im geplanten Rahmen.
Was würde man beim nächsten Mal anders machen? Eine Sache hat Johannes konkret angesprochen: Eine Armatur im Badbereich, die sichtlich vergriffen war und einen schlechten Eindruck hinterlässt. Das wäre der einzige Punkt, den er im Nachhinein anders angegangen wäre. Ob das noch den großen Preisunterschied gemacht hätte, ist fraglich, aber solche Details fallen Käufern auf.
Ansonsten lief das Projekt weitgehend reibungslos. Keine größeren Fehler, keine teuren Überraschungen. Die Akquisephase war lang und aufwendig, viele Objekte wurden geprüft und wieder verworfen, bis dieses hier übrig blieb. Das ist typisch für ein seriöses Fix-and-Flip-Vorgehen: Lieber viele Objekte absagen als ein schlechtes kaufen.
Der Partnerflipper hat klar gemacht, dass er neben dem Beruf weitermachen will. Gemütlich, Schritt für Schritt, aber kontinuierlich. Ein Plan, den Johannes ausdrücklich gut findet, weil er realistisch und nachhaltig ist.
Was du aus diesem Projekt mitnehmen kannst
Dieses Stuttgarter Projekt zeigt sehr anschaulich, wie Fix and Flip in der Praxis funktioniert, wenn man es strukturiert angeht. Ein paar Kernpunkte, die sich immer wieder bestätigen:
- Budget vor Perfektionismus: Nicht jede alte Armatur und jeder Heizkörper muss sofort raus. Entscheidend ist, was den Verkaufspreis tatsächlich bewegt.
- Vinyl statt Parkett: Gerade bei Objekten mit Vermietungspotenzial ist Vinyl die bessere Wahl. Robust, optisch stark, kostengünstig.
- Homestaging ist kein Luxus: Es macht bei Besichtigungen den entscheidenden Unterschied, ob jemand ein Kaufangebot abgibt oder nicht.
- August ist Urlaubszeit: Wer im Sommer anfängt zu renovieren, sollte einen Monat Puffer für die Handwerkerpause einplanen.
- Bestand erhalten, wo er Charakter hat: Zargen mit Schattenfugen, Innentüren in gutem Zustand oder ordentliche Fliesen einfach aufzubereiten spart Zeit und Geld.
- Eigenleistung ist kein Muss: Wer nicht selbst auf der Baustelle stehen will, kann trotzdem erfolgreich flippen. Wichtig ist, die richtigen Handwerker zu koordinieren und das Budget im Griff zu behalten.
Johannes macht Fix and Flip seit über vier Jahren und begleitet aktuell mehr als 30 Baustellen mit Partnern quer durch Deutschland. Das Modell funktioniert auch im Nebenerwerb, solange man methodisch vorgeht, den Markt kennt und realistische Kalkulationen macht. Wenn dich interessiert, wie das in der Praxis genau aussieht, schau dir den Link in der Videobeschreibung an.