Flipper News (19.10.2026) - Baugenehmigungen, Boomer-Häuser, EU-Regulierung & steigende Mieten
Die Woche startet mit Substanz: Baugenehmigungen, Babyboomer-Häuser, Brüssel und Berliner Baupolitik
| EURIBOR 12M | 3,22 % ↗ | Flip-Zins ~4,7–4,8 % |
| EZB Leitzins | 2,65 % → | Pause erwartet 29.10. |
| Inflation DE | 3,3 % ↗ | Sep. 2026, Destatis |
| Baupreise | +5,5 % p.a. ↗ | Q3 2026, Destatis |
| ETW Ø DE /m² | 3.480 €/m² ↗ | Okt. 2026, Europace |
Die Woche fängt gleich mit Substanz an: Baugenehmigungen, Babyboomer-Häuser, Brüssel und Berliner Baupolitik. Und mittendrin eine EZB-Sitzung am Mittwoch nächster Woche, bei der die Märkte auf Pause tippen. Hier ist alles, was du wissen musst.
Markt & Preise
Genehmigt, aber nicht gebaut: 450.000 Wohnungen warten auf bessere Zeiten
Die Zahlen klingen erst mal gut: Im August wurden 20.600 neue Wohnungen genehmigt, das sind 6,8 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Von Januar bis August insgesamt 169.400 Genehmigungen, plus 12,1 Prozent. Klingt nach Trendwende, oder? Nur halb. Denn Ende 2025 lagen laut Baugewerbe rund 450.000 bereits genehmigte Wohnungen auf Eis. Genehmigt, aber nicht gestartet. Weil sich der Bau bei diesen Zinsen und Baupreisen schlicht nicht rechnet. Für Flipper heißt das: Das Angebot an Bestandsimmobilien bleibt hoch, der Neubaudruck auf Käuferpreise bleibt niedrig. Wer günstig einkauft, hat weiter Spielraum.
Quelle: immowelt impuls
Wenn die Boomer loslassen: Ein neues Angebot kommt auf den Markt
Eine Untersuchung zeigt: In den kommenden Jahren werden viele Eigentümer aus geburtenstarken Jahrgängen ihre Häuser auf den Markt bringen. Der Effekt ist aber stark regional unterschiedlich. In Schrumpfungsregionen droht ein echtes Überangebot, in Ballungsräumen wird der Effekt kaum spürbar sein. Für Fix-and-Flip-Investoren ist das ein Fingerzeig: Regio-Recherche wird noch wichtiger. Wer weiß, wo die Boomer-Häuser konzentriert sind, hat beim Einkauf die Nase vorn.
Quelle: immowelt impuls
Finanzen, Recht & Steuern
Hubertz zieht klare Linien: Kein Enteignen, aber der Bund baut selbst
Bundesbauministerin Verena Hubertz hat in einem Interview mit T-Online Klartext gesprochen. Sie will die Vergesellschaftung großer Wohnungsbestände gesetzlich verhindern. Gleichzeitig soll eine bundeseigene Wohnungsbaugesellschaft entstehen, die selbst Wohnungen baut. Private Bestände sollen in privater Hand bleiben. Für Investoren ist das ein wichtiges Signal: Der Bund schützt Eigentum, statt es anzutasten. Ob die Bundesbaugesellschaft jemals die Größe erreicht, um den Markt zu bewegen, bleibt offen. Aber die politische Richtung stimmt.
Quelle: immowelt impuls
Bundesrat bremst Brüssel aus: Keine EU-Regeln für den Wohnungsmarkt
Am 16. Oktober hat der Bundesrat eine formelle Rüge gegen den Entwurf des europäischen Affordable Housing Act beschlossen. Die EU-Kommission wollte eine gemeinsame Methode festlegen, um besonders angespannte Wohnungsmärkte zu definieren und dann zu regulieren. Der Bundesrat sieht das als zu tiefen Eingriff in nationale Kompetenzen. Kurzfristig ändert das nichts. Aber es zeigt: Der Reflex, Wohnungsmärkte mit mehr Regulierung zu reparieren, kommt jetzt auch aus Brüssel. Wer langfristig in Deutschland investiert, sollte das im Blick behalten.
Quelle: immowelt impuls
GREIX Q3: Angebotsmieten ziehen wieder stärker an
Neue Quartalsdaten des Kiel Instituts zeigen: Die Angebotsmieten sind in Deutschland im dritten Quartal 2026 um 1,2 Prozent gegenüber dem Vorquartal gestiegen, nach 0,8 Prozent im Quartal davor. Im Jahresvergleich sind es 3,7 Prozent. Unter den großen Städten lagen Berlin und Düsseldorf mit je rund 2 Prozent Quartalsplus vorne, beim Jahresvergleich führt Hamburg mit 6,7 Prozent. Für Flipper mit Blick auf die Exit-Strategie Vermietung ist das eine gute Nachricht: Der Mietmarkt zieht weiter an, die Renditerechnung wird besser.
Quelle: Haufe Immobilien
Fazit
Der Markt schickt diese Woche gemischte Signale. Baugenehmigungen steigen, aber gebaut wird noch nicht. Ministerien schützen Eigentum, aber Brüssel testet schon mal die Grenzen aus. Die Mieten ziehen an, der Kaufmarkt ist in vielen Regionen noch immer käuferfreundlich. Für den Flip gilt: Wer jetzt sauber einkauft und die Renovierungskosten im Griff hat, kann in einem Markt arbeiten, der beim Verkauf anzieht und beim Vermieten erst recht.
Behalte den 29. Oktober im Blick: Dann entscheidet die EZB über den Leitzins. Die Märkte erwarten eine Pause bei 2,50 Prozent. Sollte das so kommen, bleibt das Finanzierungsumfeld vorerst stabil. Für Anschlussfinanzierungen und neue Deals bedeutet das: Der Zinsschock ist erstmal vorbei, aber günstiger wird es auch nicht mehr so schnell.


