Flipper News (26.10.2026) - Marktspaltung, GModG, Spekulationsfrist und EZB-Entscheid
EZB tagt, Mieten rasen und der Bundestag hat entschieden
Draußen wird es früher dunkel, drinnen wird es spannend: Die EZB tagt in drei Tagen, die Mieten rasen den Kaufpreisen davon und der Bundestag hat einen Beschluss gefasst, der für jeden Flipper relevant ist. Hier ist alles, was du heute wissen musst.
| EURIBOR 12M | 3,26 % ↗ | Flip-Zins ca. 4,8–5,3 % |
| EZB Leitzins | 2,65 % → | Entscheid 29.10. |
| Inflation DE | 3,3 % ↗ | Sept. 2026 / Destatis |
| Baupreise | +3,3 % p.a. ↗ | BBSR-Prognose 2026 |
| ETW Ø DE /m² | 3.480 €/m² ↗ | Bestand DE / Europace |
Markt & Preise
Kaufen stagniert, Mieten explodieren: Der Markt spaltet sich weiter
Frische Q3-Zahlen machen den Riss sichtbar. Im dritten Quartal 2026 lagen die Kaufpreise für Eigentumswohnungen bundesweit nur 0,3 Prozent über dem Vorjahresniveau, Ein- und Zweifamilienhäuser verteuerten sich um 0,4 Prozent. In den sieben größten Städten gingen die Wohnungspreise dagegen binnen eines Jahres um knapp ein Prozent zurück, die Hauspreise sogar um mehr als zwei Prozent. Besonders deutlich sanken die Preise in Stuttgart mit 3,9 Prozent.
Auf der anderen Seite der Waage: Die bundesweiten Angebotsmieten stiegen gleichzeitig um 4,5 Prozent, im Umland der Metropolen sogar um 5,2 Prozent. Wer beim Exit flexibel bleibt und Vermietung als Alternative mitdenkt, hat aktuell bessere Zahlen auf seiner Seite.
Quelle: immowelt Impuls, 26.10.2026
Renovierung & Bau
GModG: Die 65-Prozent-Regel ist Geschichte
Das Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG) schafft die 65-Prozent-Erneuerbare-Pflicht beim Heizungstausch ab und gibt Eigentümern mehr Spielraum bei der Wahl des Heizsystems. Für Flipper bedeutet das konkret: weniger Zwangsvorgabe beim Heizungstausch, mehr Spielraum in der Sanierungskalkulation. Die alten GEG-Pflichtvorgaben gelten nicht mehr unverändert. Wer gerade ein Projekt plant, sollte die geänderten Regeln kennen, bevor er Angebote einholt.
Quelle: Haufe Immobilien, 22.10.2026
Pflichtversicherung für Elementarschäden: Der Vorschlag liegt auf dem Tisch
Nur 59 Prozent der Wohngebäude in Deutschland sind gegen Hochwasser und Starkregen versichert. Justiz- und Finanzministerium haben jetzt einen konkreten Vorschlag für eine Pflichtversicherung gegen Elementarschäden vorgelegt. Das ist noch kein Gesetz, aber die Richtung ist klar. Wer heute in Risikolagen kauft oder Bestand hält, sollte diesen künftigen Pflichtposten schon in der Kalkulation berücksichtigen. Wie teuer die Versicherung wird, hängt stark von Lage und Gebäudetyp ab.
Quelle: Haufe Immobilien, 22.10.2026
Finanzen, Recht & Steuern
Bundestag sagt Nein: Steuerfreier Verkauf nach zehn Jahren bleibt
Der Bundestag hat den Vorstoß gestoppt, die zehnjährige Spekulationsfrist für steuerfreie Immobilienverkäufe abzuschaffen. Wer seine Immobilie nach Ablauf der Frist verkauft, kann das also weiterhin steuerfrei tun. Für Investoren mit längeren Haltestrategien ist das eine klare Entlastung. Die Zehnjahresfrist trägt weiterhin als Planungsgrundlage. Für alle, die schnell flippen und kürzer als zehn Jahre halten: Gewinne aus dem gewerblichen Grundstückshandel werden ohnehin steuerlich anders behandelt – an dieser Stelle ändert sich nichts.
Quelle: immowelt, 23.10.2026
EZB tagt Mittwoch: Pause erwartet, Dezember bleibt offen
Der EZB-Rat entscheidet am 29. Oktober 2026 erneut über die Geldpolitik. Fast alle Ökonomen rechnen mit einer Pause: In einer Reuters-Umfrage unter 73 Ökonomen gingen 70 Befragte davon aus, dass die Sätze unverändert bleiben. Für Dezember sieht es anders aus: 40 von 70 Befragten nennen 2,75 Prozent als Zinsgipfel, 24 erwarten 3,00 Prozent.
Die Zinsen für zehnjährige Baufinanzierungen lagen im Oktober, abhängig vom Anbieter, bei etwa 4,4 bis 5,0 Prozent. Wer jetzt finanziert, sollte nicht auf sinkende Zinsen warten. Die Tendenz zeigt weiter nach oben.
Quelle: Cash.Online, 26.10.2026
Fazit
Kaufmarkt auf Stand-by, Mietmarkt unter Dampf. Wer Bestand saniert und flexibel beim Exit bleibt, hat in diesem Umfeld klar die besseren Karten. Das GModG gibt zusätzlich Spielraum bei der Heizungsfrage. Die Zehnjahresfrist bleibt – der Bundestag hat es festgezurrt. Und am Mittwoch wissen wir, ob die EZB ihren Erhöhungszyklus tatsächlich pausiert oder nochmal nachlegt. Bis dahin: Finanzierungen absichern, Konditionen vergleichen.


