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Flipper News (30.10.2026) - EZB-Pause, Vonovia bremst, Wohnungsbau auf 15-Jahres-Tief

EZB-Pause, Vonovia bremst, Wohnungsbau auf 15-Jahres-Tief

Die EZB hat gestern geliefert – wenig überraschend, aber mit ein paar interessanten Nebentönen. Dazu: Vonovia zieht die Handbremse, das ifo-Institut macht schlechte Laune beim Wohnungsbau, und der BGH klärt, ob ein Schlüssel im Briefkasten reicht. Kaffee an, los geht's.

EURIBOR 12M3,29 % ↗Flip-Zins ~4,8–5,3 %
EZB Leitzins2,65 % →Pause 29.10. bestätigt
Inflation DE3,3 % ↗Sep 2026, Destatis
Baupreise+3,3 % p.a. ↗BBSR-Prognose 2026
ETW Ø DE /m²3.480 €/m² →Bestand D, Okt 2026

Markt & Preise

Vonovia dreht den Geldhahn zu

Deutschlands größter Wohnungskonzern wird vorsichtiger. Vonovia senkt sein Investitionsziel für 2026 von 1,4 auf 1,3 Milliarden Euro. Für 2028 plant der Konzern nur noch 1,7 statt zwei Milliarden. Begründung: höhere Finanzierungskosten und schwache Nachfrage nach teuren Neubauwohnungen. Was das bedeutet? Weniger Angebot, mehr Druck auf den Bestand. Für Flipper, die ordentliche Bestandsobjekte im Angebot haben, ist das kein schlechtes Zeichen.

Quelle: dpa-AFX via Ariva

ifo schlägt Alarm: Wohnungsbau bleibt im Keller

Das ifo-Institut hat seine Prognose nach unten korrigiert. 2027 und 2028 werden jeweils nur rund 195.000 Wohnungen fertiggestellt – weniger als noch im Februar erwartet. Der Bedarf liegt bei 320.000 pro Jahr. 2026 sinkt die Zahl sogar auf ein 15-Jahres-Tief von rund 185.000. GdW-Chef Axel Gedaschko bringt es auf den Punkt: Der Bau-Turbo beschleunigt Genehmigungen, löst aber nicht das Problem, dass sich genehmigte Projekte zu bezahlbaren Mieten schlicht nicht finanzieren lassen. Das strukturelle Defizit bleibt. Für den Flippingmarkt heißt das: Bestandsobjekte werden noch länger gebraucht.

Quelle: dpa-AFX via Ariva

Renovierung & Bau

Baukrise mit Systemfehler: 29 Prozent weniger Leistung als 2010

Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) hat eine ernüchternde Zahl veröffentlicht: Die Produktivität der deutschen Bauwirtschaft lag 2025 um 29 Prozent unter dem Niveau von 2010. Mehr Geld für Bauprojekte führt damit nicht automatisch zu mehr Wohnungen, sondern schlicht zu höheren Preisen. Das DIW warnt, dass staatliche Investitionsprogramme die Baupreise weiter treiben könnten, wenn die Branche nicht effizienter wird. Für Sanierer und Flipper bleibt der Handwerkermangel also nicht nur ein Ärgernis, sondern ein strukturelles Dauerproblem.

Quelle: immowelt Impuls / DIW

Finanzen, Recht & Steuern

EZB-Entscheid: Pause, aber keine Entwarnung

Der EZB-Rat hat alle drei Leitzinsen unverändert gelassen. Einlagenzins bleibt bei 2,50 Prozent, Hauptrefinanzierungssatz bei 2,65 Prozent. Klingt beruhigend – ist es aber nicht ganz: Die EZB warnt selbst vor steigenden Energiepreisen, die die Inflation neu befeuern könnten. Einen festen Zinspfad gibt sie ausdrücklich nicht vor, die nächste Entscheidung ist am 17. Dezember. Und trotz der Pause können Bauzinsen steigen: Langfristige Kredite orientieren sich an den Kapitalmärkten, nicht nur an der EZB. Dr. Klein nennt aktuell 4,20 Prozent als Topzins für 10 Jahre. Im Durchschnitt liegt man realistisch eher bei 4,3 bis 4,5 Prozent.

Quelle: Dr. Klein

BGH zur Schlüsselrückgabe: Einwurf kann reichen

Ein Mieter wirft den Wohnungsschlüssel in den Briefkasten des Vermieters. Ist die Wohnung damit rechtzeitig zurückgegeben? Der BGH hat jetzt klargestellt: Ja, das kann reichen, wenn diese Vorgehensweise mit dem Vermieter abgestimmt wurde. Der Vermieter muss den Einwurf nicht einmal tatsächlich bemerkt haben. Klingt wie ein Detail, ist aber relevant: Wer als Verkäufer oder Käufer Übergabetermine mit Abfindungszahlungen vereinbart, sollte die Rückgabemodalitäten schriftlich regeln. Sonst wird's teuer – wie der Fall zeigt: Es ging um je rund 40.000 Euro Abfindung.

Quelle: immowelt Impuls / BGH

Fazit

Der Markt ist zwiegespalten. Kaufpreise stagnieren bundesweit, der Bestand hält sich bei rund 3.480 Euro je Quadratmeter. Für Flipper heißt das: Einkaufspreise sind verhandelbar, aber der Verkaufspreis lässt sich nicht beliebig drücken. Lieber konservativ beim Wiederverkauf kalkulieren. Die Zinsen bleiben über vier Prozent, auch wenn die EZB zuletzt auf der Bremse stand. Das drückt auf die Nachfrage bei Käufern und verlängert die Vermarktungszeit. Wer jetzt kauft, sollte einen klaren Exit-Plan haben und die Haltedauer realistisch einplanen. Das Gute: Das Angebot an Bestandsobjekten wächst, weil große Konzerne und Eigenheimbesitzer unter Druck geraten. Gute Kaufgelegenheiten entstehen oft genau dann.

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